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T.C. Boyle: Das wilde Kind. Erzählung (2010) 3/5 (1)

 

 

 

 

 

 

Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (8. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446235140
ISBN-13: 978-3446235144

Wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier? Dieser Frage geht T.C. Boyle in seiner Erzählung Das wilde Kindnach, das die Geschichte des berühmten „Wolfskinds“ Victor von Aveyron aufgreift, das Ende des 18. Jahrhunderts nicht nur in Frankreich für Aufsehen sorgte.Jäger fanden den Jungen im Jahre 1797 in den Wäldern Südfrankreichs, wo er sich nackt und völlig verdreckt von Wurzeln und Nüssen ernährte. Er kann nicht sprechen, nur sehr selektiv hören und reagiert völlig unempfindlich auf Hitze und Kälte. Er wird einer Pariser Anstalt für Taubstumme übergeben, wo sich der junge Arzt Dr. Jean Itard seiner annimmt. Itard ist fasziniert von dem wilden Kind, das in völliger Isolierung ohne jegliche menschliche Erziehung aufgewachsen ist. Mit unendlich viel Geduld versucht er, Victor (wie er das Kind nennt) in einen zivilisierten Menschen zu formen. Aber ist das überhaupt möglich? Oder ist Victors Verhalten weniger kulturell als vielmehr biologisch bedingt?Den Konflikt zwischen Zivilisation und Natur stellt T.C. Boyle in den Mittelpunkt seiner Erzählung, denn so erklärt der US-Autor: „Eines der Themen, die mich über Jahre hinweg beschäftigt haben, ist unser Verhältnis zur Natur, und daher war ich schon immer fasziniert von Geschichten, die vom animalischen Wesen des Menschen handeln.“ Boyle gelingt es, diese Faszination in seiner nicht einmal 100 Seiten umfassenden Erzählung auf den Leser zu übertragen. Eine packende Lektüre und ergreifende Studie über einen Grenzgänger und darüber, was es heißt, Mensch zu sein. — Alexandra Plath

Pressestimmen

„So, wie Boyle die Geschichte erzählt – mitfühlend, ergreifend, ohne Ironie und sentimentale Verklärung -, wird aus einer gequälten Kreatur ein Mensch, aus dem Sorgenkind der Aufklärung ein instinktiver Rebell gegen Zivilisation, Vernunft und Kultur.“ Martin Halter, Tages-Anzeiger Zürich, 17.02.10

„Boyle erzählt die Geschichte eines Ausgestoßenen mit einer Wucht, die an Büchners Wahnsinns-Erzählung ‚Lenz‘ erinnert. Meisterklasse!“ Brigitte, 10.03.10

„Eine verstörende Novelle von großer Schönheit.“ Susanne Mayer, Die Zeit, 08.04.10

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T.C. Boyle: Drop City (2003) 4/5 (2)

drop-cityDraußen, am Eingangstor der Drop City Ranch irgendwo in Kalifornien, hängt ein Sperrholzschild windschief an einem Querpfosten. „Keine Männer, keine Frauen — nur Kinder!“ steht darauf zu lesen. Und tatsächlich haben sich drinnen etwa 60 Menschen versammelt, die nicht erwachsen werden wollen: Hippies der Flower-Power-Ära, die auf dem geerbten Terrain eine Insel der Glückseligen schaffen wollen. Alles, was man zum Leben braucht, ist auf der Ranch versammelt: Ziegen und Zucchini, Platten von Jimmi Hendrix bis Country Joe and the Fish — und Drogen natürlich, jede Menge Drogen.

Aber die Welt ist nicht ganz so unschuldig in Drop City, wie seine Bewohner es sich ersehnen, schließlich befinden wir uns in einem Roman von T.C. Boyle. Ein echtes Kind schluckt LSD im Fruchtsaft, ein anderes Kind wird von den Jüngern freier Liebe vergewaltigt. Und dann tritt Gott auf in Gestalt des Sheriffs und vertreibt die Hippies aus ihrem trügerischen Paradies. So müssen sie sich auf die Reise machen ins kalte Alaska, wo wiederum eine Hütte auf sie wartet. Über die Grenze kommen sie nur, weil die zugekiffte Gruppe den Zöllnern weismacht, sie seien die Greatful Dead auf Welttournee.

Auf den Einfall, die Generation der Flower-Power-Bewegung zum Thema eines Romans zu machen, kam Boyle bei den Recherchen über die Umweltbewegung für sein Buch Ein Freund der Erde. Deshalb ist im Roman viel Kritik an einer Zeit versteckt, die ihre kindischen Verklemmungen hinter der Maske totaler Freiheit zu verbergen suchte. Ansonsten aber ist Boyle ein überaus komplexer, wunderbar lesbarer und ironisch-skurriler Roman geglückt, der in seinen besten Passagen an World’s End heranreicht. Große, leicht bekiffte Literatur. –Stefan Kellerer 

  • Broschiert: 582 Seiten
  • Verlag: Dtv (Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342321113X
  • ISBN-13: 978-3423211130

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T.C. Boyle: Wassermusik (1982 / 1990) 4.33/5 (3)

 

Zocker und Voyeure, Hexen und Sadisten, Huren, fremdartige Schönheiten und schottische Kleinbürger:

T. C. Boyle erzählt von den zwei Westafrika-Expeditionen des schottischen Entdeckers Mungo Park, der sich um

das Jahr 1800 auf die Suche nach dem Niger machte, beide Male in Begleitung eines ehemaligen Sklaven und Butlers. Verwoben in diese Geschichte ist das

Schicksal eines Londoner Trunkenbolds und Trickbetrügers namens Ned Rise. Eine weitere Parallelhandlung spielt in Schottland, wo Parks Geliebte und spätere Frau Ailie Anderson auf die Rückkehr des Weltenbummlers wartet. Boyle stützt sich auf dabei auf Mungo Parks Reiseberichte, etwa Travels in the Interior of Africa (1803), die sich unterhaltsam lesen und für damalige Zeiten eine enorme Menge von ethnologischem Material auf unvoreingenommene Weise präsentieren. In einer knappen Vorbemerkung stellt Boyle jedoch fest: Ich habe den historischen Hintergrund aus der Freude und Faszination genutzt, die er mir bereitete, keinesfalls aber in dem Wunsch, die darin festgehaltenen Ereignisse genauestens zu rekonstruieren oder für einen Roman zu bearbeiten.

Wassermusik (engl. Water Music) ist ein Roman des US-amerikanischen Schriftstellers T. C. Boyle, der 1982 in den USA und 1987 auf deutsch erschien (Übersetzer: Werner Richter)

Taschenbuch: 560 Seiten.

Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 28 (Juli 1990)

 

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3499125803

ISBN-13: 978-3499125805

Hörspiel Laufzeit ca. 275 Minuten Sprecher: Thomas Fritsch, Udo Schenk, Anna Thalbach u.v.a. — Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Autorenporträt
T. Coraghessan Boyle, geboren 1949 in Peekskill / New York im Hudson Valley, unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles. Für ‚World’s End‘ erhielt er 1987 den PEN/Faulkner-Preis.

  • Rezension: Die Zeit: Eine unendliche Schnurre

T. C. Boyle:

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Zweig, Stefan

Drei Meister. Balzac, Dickens, Dostojewski Teil I (1912)

Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche Teil II (1926)

Drei Dichter ihres Lebens. Casanova, Stendhal, Tolstoi Teil III (1928)


Goethes unglückliche letzte Liebe, Ciceros Scheitern, die Entstehung von Händels Messias: Darüber hat Stefan Zweig seine berühmten historischen Miniaturen geschrieben, die erstmals vor neunzig Jahren, 1927, unter dem Titel Sternstunden der Menschheit erschienen sind. Das Stefan Zweig Centre erarbeitet jetzt gemeinsam mit der Universität Salzburg eine neue Edition von Zweigs literarischem Werk, das im Zsolnay Verlag herauskommt, gestaltet von der Münchner Agentur Anzinger und Rasp. Schon als ich Maria Schraders großartigen Film über Zweigs Leben im Kino gesehen habe, dachte ich, wie zeitgemäß Zweigs Themen, sein Blick, heute wieder sind. Das ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen, aber es zeigt, dass es wieder besonders lohnt, ihn zu lesen.