John Updike: Terrorist (2009)

Ahmed ist nicht von dieser Welt — und will so schnell wie möglich ins Paradies. Der 18-jährige Junge, der mit seiner irischen Mutter in New Prospect im US-Bundesstaat New Jersey aufwächst, will sich trotz seiner Schwäche für ein Mädchen aus dem christlichen Kirchenchor ganz und gar Allah verschreiben. Sein arabischer Vater hat die Familie in jenem Moment verlassen, als die Erinnerung an ihn hätte einsetzen können: Jetzt füllt der Koranlehrer Imam Scheich Rashid die Lücke aus. Er pflanzt in dem hoch intelligenten Jungen den Wunsch, statt eines Studiums lieber den Lkw-Führerschein zu machen, und vermittelt ihm eine Anstellung in einem zwielichtigen Möbelhaus, in dem die Sitzgarnituren manchmal Unmengen an Dollarscheinen enthalten, sofern die Adressaten „echte Gläubige Allahs“ sind. Nur Jack Levy, ein längst von seinem Gott verlassener jüdischer Schülerberater mit einer Schwäche für Ahmeds Mutter, glaubt noch an die weltliche Zukunft des Jungen. Der aber ist schon als Selbstmordattentäter mit einem Sprengstofflaster auf dem Weg in einen vielbefahrenen Tunnel, um möglichst viele der ungläubigen Teufel mit in den Tod zu reißen ….“Es gibt genug Menschen, die vor der arabischen Bedrohung warnen”, sagte der Altmeister der US-Literatur John Updike im Umfeld seines Romans Terrorist. „Da mag man es mir zugestehen, den jungen Mann so sympathisch darzustellen, wie es mir möglich ist. Er ist mein Held. Ich habe versucht, ihn zu verstehen und seine Welt zu beschreiben.“ Dieser Versuch ist Updike uneingeschränkt gelungen — so gut, dass man fast gewillt ist, seine Motive zu verstehen. Denn die amerikanische Gesellschaft, die Updike aus der Perspektive seines Protagonisten beschreibt, ist derart sinnleer, korrupt und sexualisiert, dass man ihr bei der Lektüre selbst eher Abscheu entgegen bringt.

Durch zwei Figuren aber ist es Updike gelungen, eine Art Gegengewicht zur konservativen Kulturkritik seines Romans zu schaffen: Da ist zum einen Joryleen Grant, das Mädchen aus dem Kirchenchor, das von ihrem primitiven Freund zur Prostitution überredet wird und für die Ahmed den Imam um jenen Beistand bittet, der als Hinterbliebener eigentlich seiner Mutter zustehen würde. Und da ist zum anderen Ahmed selbst, der am Ende aufgrund der Manipulationen islamischer Fundamentalisten und eingeschleuster CIA-Spitzel im Terroristenumfeld gleich doppelt einsam ist. Auch wenn Updike gegen Ende seine politische Parabel vom Krieg der Welten im dramatischen Showdown in einer unbefriedigenden privaten Lösung ausklingen lässt, ist Terrorist ein erschreckend eindringlicher, aufwühlender Roman über das, was vielleicht gerade in diesem Moment wieder irgendwo in einer westlichen Großstadt passiert. Große Literatur. –Thomas Köster

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • Rezension Die ZEIT

 

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2 Kommentare

  1. anonymous

    August 29, 2009 um 6:28 am

    Im Tunnel
    John Updike im Kopf eines Verführten: „Terrorist“

    Literatur kann wie ein Aufschrei sein. In den meisten Fällen aber braucht sie Zeit und Distanz. Jahre können vergehen, bis sie sich eines Themas annimmt und als Fiktion den Kampf mit der Realität aufnimmt. Mit literarischer Zeitverzögerung ist in diesem Herbst ein neues Genre entstanden: der Terroristen-Roman. Autoren begeben sich hinein in die Köpfe von Attentätern und Fundamentalisten, versuchen, von dort aus in die Abgründe zu schauen, die den täglichen Nachrichten verborgen bleiben: Der in Paris lebende Mohammed Moulessehoul fragt in seinem, unter dem Pseudonym seiner Frau Yasmina Khadra veröffentlichten Roman „Die Attentäterin“, was eine Frau zur Gotteskriegerin macht. Christoph Peters ist fasziniert vom Gedanken, „daß etwas Geistiges eine derartige Kraft haben kann, daß man dafür sein Leben opfert, gegebenenfalls sogar dafür tötet“ – und läßt in „Ein Zimmer im Haus des Krieges“ einen jungen Deutschen zum Islam konvertieren und sich, 1993 in Ägypten, dem bewaffneten Kampf gegen die Ungläubigen anschließen. Und John Updike, der große Updike, erfindet einen 18jährigen amerikanischen Jungen, halb irischer, halb ägyptischer Herkunft, den er mitten in New Jersey in die Fänge eines fundamentalistischen Jemeniten geraten läßt.

    Ist das gefährlich? Machen sich diese Autoren verdächtig, mit ihren Mörder-Figuren zu sympathisieren, wird da gerne gefragt? Es ist nicht gefährlich. Literatur hat das schon immer gemacht. Es muß nur funktionieren. Und in Updikes Roman „Terrorist“, der diese Woche bei Rowohlt erscheint, funktioniert es leider nicht. Da kann man den ehrwürdigen Chronisten der amerikanischen Provinz mit seiner kleinstädtischen Ehebruchsobsession und den, trotz aller Verführungskraft, irgendwie immer abgehalfterten Männerfiguren noch so lieben: Was den jungen Ahmad Mulloy zum Terroristen macht, versteht man bis zum Schluß überhaupt nicht. Oder anders gesagt: Wenn sich alle vaterlos aufgewachsenen Jungen halbarabischer Herkunft in Amerika mit elf Jahren dazu entschlössen, in einem fundamentalistischen Scheich der Moschee ihres Vertrauens einen Ersatzvater zu sehen, hätte Amerika tatsächlich ein Problem. Updikes Roman ist ein Experiment. Um die Voraussetzungen seiner Versuchsanordnung aber kümmert er sich so gut wie gar nicht.

    Vielleicht ist er am Ende auch einfach ein zu guter Mensch. „Terrorist“ ist der erste Thriller, den Updike geschrieben hat, mit einem spannenden Showdown am Schluß: Ahmad sitzt auf dem Fahrersitz eines mit vier Tonnen Sprengstoff beladenen Lkw, dessen Ladung er mitten in einem Tunnel hochgehen lassen will. Auf dem Beifahrersitz sein Vertrauenslehrer von der Highschool, der ihn an einer Kreuzung aufgehalten hat und nun versucht, ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Schafft er es nicht, fliegt er mit in die Luft. Also redet er um ihrer beider Leben, probiert alle Vertrauenslehrertricks aus, gibt den Wissenden, den Mahner, den väterlichen Freund, sucht nach dem entscheidenden Argument. Daß es niedlich plattgedrückte Kindernasen an Autoscheiben sind, die den jungen Ahmad für einen Moment zögern lassen könnten, ist von großer Updikescher Menschlichkeit. Es ist aber auch kitschig – und das eigentliche Problem dann doch ein anderes.

    JULIA ENCKE

    John Updike: „Terrorist“. Roman. Rowohlt-Verlag. 352 Seiten, 19,90 Euro.

    Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

  2. anonymous

    August 29, 2009 um 6:29 am

    In der Haut des Feindes
    Wie fühlt ein Selbstmordattentäter? John Updikes kontroverser Roman „Terrorist“ ist jetzt in den USA erschienen
    Darf ein Amerikaner das – in die Haut des Feindes schlüpfen, aus einfühlender Perspektive die Geschichte eines muslimischen Terroristen erzählen, in welchem allmählich der Entschluss reift, sein Leben für einen Gewaltstreich gegen den Westen zu opfern? Schon im Fall des Films „Syriana“, wo man einen Jugendlichen von eher sanfter Wesensart sah, der dennoch in der Schlusseinstellung die Rakete gegen den Öltanker ritt, hatte es darüber Debatten gegeben. Bevor es so weit war, erlebte man ihn in der fast zärtlich behüteten Atmosphäre eines islamischen Klosters oder Internats mit angeschlossener Imkerei, und in der anrührendsten Szene des Films stach ihn eine Biene. Die anderen Jungen lachten darüber, wie ängstlich und entsetzt er sich betrug: Deutlicher kann man es nicht machen, dass auch diese Monster normal innervierte Menschen sind, und welche ungeheure Überwindung es kostet, dass jemand sich selbst in die Luft sprengt. Doch – darf man es?
    Alles verstehen heißt alles verzeihen: Davon, ob dieses alte Aperçu stimmt oder nicht, hängt heute viel ab. Wer es für zutreffend hält, wird John Updike und seinen neuen Roman „Terrorist“ verdammen, als Hochverrat oder mindestens als eine unentschuldbare Zweideutigkeit in einer Epoche, die klare Stellungnahme verlangt; nicht wenige der Blogs, die offenbar im Bereich der amerikanischen Literaturkritik eine immer größere Rolle spielen, haben es getan. (Doch wäre es immerhin auch denkbar, dass man das Verstehenwollen gewissermaßen als Spionage gelten lässt, die den Feind im Rücken und von innen heraus fassen soll.)
    Die Ehebrecher-Gesellschaft
    Updike, um den es in den letzten Jahren eher ein wenig ruhig geworden war, steht auf einmal wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit; er gibt Interviews, er geht auf Lesetour, und sein Verlag, Knopf, hat ein Übriges getan, indem er das Buch ausgerechnet am 6. 6. 2006 auf den Markt brachte – 666, die apokalyptische Zahl des Bösen. Das erste Wort des Buchs lautet „Devils“. Updike und sein Verlag wissen genau, welche Saite sie anschlagen, und dass über-, jedenfalls außerliterarische Gesichtspunkte substantiell zu dem großen Interesse beigetragen haben, auf das der Roman stößt – nicht anders als damals, vor fast einem halben Jahrhundert, als das Time Magazine den noch ganz jungen und skandalös freimütigen Updike aufs Titelblatt hob zusammen mit der Frage: Sind wir eine Gesellschaft von Ehebrechern?
    Amerika hat ausreichend Zeit gehabt, diese Frage für sich zu bejahen und die Antwort dann wieder partiell zurückzunehmen; aufs Time-Cover brächte sie es heute schwerlich mehr. Nicht erledigt hat sie sich dagegen für den achtzehnjährigen Ahmad Mulloy, der es vorzieht, sich nach seinem ägyptischen Vater Ahmad Ashmawy zu nennen. „Teufel, denkt Ahmad. Diese Teufel wollen mir meinen Gott wegnehmen. Den ganzen Tag lang an der Central High School tänzeln und grinsen die Mädchen und zeigen ihre weichen Körper und ihr lockendes Haar. Ihre nackten Bäuche, geschmückt mit glänzenden Nabelpiercings und tiefgeschlungenen lila Tattoos, fragen: Was gibt es denn da sonst noch zu sehen? Die Jungen stolzieren vorbei, mit toten Augen; mit nervösen Killergesten und unbekümmert verächtlichem Lachen verkünden sie, dass es nichts gibt außer dieser Welt – ein lärmender, mit Ölfarbe gestrichener Gang voll metallener Schließfächer, am Ende eine leere Wand, von Graffiti geschändet und so oft neu getüncht, dass sie millimeterweise näher zu kommen scheint.“
    Updike konstituiert die Figur des Ahmad, indem er sie Ärgernis nehmen lässt. Das ist ein bisschen wenig. Ahmad staunt diesen Sündenpfuhl an, als wäre er eben vom Mond gefallen – dabei ist er doch hier, in der heruntergekommenen alten Industriestadt New Prospect, New Jersey, geboren und aufgewachsen, und der ferne arabische Vater kann ihm kaum mehr bedeuten als ein Gespenst, das sich für ihn im Niederschlag einer einzigen Fotografie konkretisiert. Er wohnt mit seiner Mutter zusammen, einer Krankenschwester irischer Abstammung, die sich aber als Künstlerin versteht, entsprechend keck auftritt und ständig die Freunde wechselt. Außer dass der Sohn dies missbilligt, erfährt man kaum etwas über die Beziehung der beiden, die für Ahmad doch jedenfalls die entscheidende gewesen sein muss. Sein Sprachhabitus, am Ernst des Koran geschult (oder vielmehr des Qur?an, wie Updike mit beflissener Korrektheit buchstabiert), gleicht, wie eine Nebenperson treffend bemerkt, der eines Ausländers mit guter Schulbildung. Mit elf Jahren hat Ahmad den Entschluss gefasst, ganz allein, ein Leben des rechten Wegs und in Reinheit zu führen, und sich als Lehrer Shaikh Rashid erwählt, einen fragil und dabei tückisch wirkenden Jemeniten mit den grauen Augen einer Frau, der ihn in ein großes verschwörerisches Netz verwickelt; auf seine Veranlassung beginnt Ahmad eine Ausbildung als Lastwagenfahrer. Ohne einen Hauch des wilden Hasses, den man für den ihm zugedachten Akt erwarten würde, sagt er Ja und Amen zu allem und erweist sich, selbst wenn er in den Laster mit vier Tonnen Sprengstoff steigt, in erster Linie als ein braver Junge. Warum er das tut, begreift man eigentlich nicht. Im Zentrum des Buchs, man muss es leider so sagen, steht nicht ein Held, auch kein Antiheld, sondern eine narrative Null. In gewisser Weise hat sich damit die Frage, ob man sich um Verständnis für fundamentalistische Attentäter bemühen dürfe, erledigt: Updike hat seinen Ahmad nicht verstanden.
    Updike ist ein viel zu großer Schriftsteller, als dass man diesen Missgriff ganz auf sein persönliches Konto schreiben dürfte. Was hier an seinem Gegenstand unwirksam abgleitet, ist mehr als die an einundzwanzig Romanen und ungezählten Kurzgeschichten erprobte literarische Methode. Diese hat einen subtilen Individualismus zu ihrer Voraussetzung, eben jenen, der auf der Liste der westlichen Freiheitswerte ganz oben steht.
    Freiheit als Wert, das sollte man sich klarmachen, enthält ein Paradox: Sie untersagt sich selbst ihr Gegenteil; in dieser Hinsicht ist sie unfrei. Man denke nur daran, welche verworrenen Grundsatzdiskussionen bei uns die Frage auslöst, ob islamische Schülerinnen ein Kopftuch tragen dürfen: Kann es ihnen verstattet werden, sich diesem Zwang zu unterwerfen? Niemals! rufen die Paladine der Freiheit. Auch Ahmad nimmt sich die ungebührliche Freiheit heraus, der Freiheit zu entsagen, was in Updikes Universum heißt: dem Sex. Selbst Ahmads islamistischer Führungsoffizier ist Amerikaner genug, dass er seinen Zögling am Vorabend des Himmelfahrtskommandos entjungfert wünscht. Der aber schämt sich zu gestehen, dass er die ihm zugewiesene Hure nur zärtlich umarmt hat.
    Früher einmal, in „Gertrude und Claudius“, hat Updike der Form des Dramas ein schönes Schnippchen geschlagen, indem er die Vorgeschichte des „Hamlet“ in einen Roman verwandelte. Die Gestalt des Ahmad wäre ein Objekt wohl nur für das Epos gewesen, das einen Helden und dessen Taten zu würdigen versteht, indem es sie eben nicht psychologisch erklärt, sondern als außerordentlich auf sich beruhen lässt. Der klassische westliche Roman vermag alles, mit Ausnahme dieser monumentalen Unterlassung.
    Das ganze Buch läuft auf eine letzte, intensive Begegnung zwischen Ahmad und seinem Beratungslehrer Jack Levy hinaus. Der ist eine so unverkennbar Updike?sche Figur, dass man fast erleichtert aufatmet: ein agnostischer Jude, resigniert, aber gewissenhaft, über sechzig, von Schlafstörungen geplagt, dennoch stets den Lockungen des Fleisches aufgeschlossen und dabei in einer öden Ehe gefangen. Allein schon sein Beruf, „Beratungslehrer!“ Einen Lehrer, der nicht lehrt, sondern berät, kann eine epische Kultur nicht achten. Damit Ahmad, als er schon am Steuer des Todestrucks sitzt, Levy sozusagen als Anhalter mitnehmen kann, müssen die aberwitzigsten Wendungen des Plots passieren. Und nun, während die Explosion an der schwächsten Stelle des Lincoln-Tunnels unter dem Hudson mit jedem zurückgelegten Meter näher rückt, haben sich der Entschluss und das Argument, das heilige Wort und der Dialog aneinander zu messen, ein Showdown zwischen Ost und West. Das kann nicht gutgehen: einen Dialog zwischen Dialog und Nicht-Dialog kann es nicht geben, und selbst wenn beide etwas sagen (Ahmad sagt auch etwas, denn er ist selbst jetzt nicht unhöflich), so spricht der eine, und der andere verweigert das Gespräch. Es klingt so:
    „,Was ich meine, Ahmad ist: Du musst das hier nicht tun. Es ist alles vorbei. Charlie hat nie daran gedacht, dass du es durchziehen sollst. Er hat dich bloß benützt, um die anderen aus ihren Löchern zu locken.?
    ,Es wäre ein herrlicher Sieg für den Islam.?
    ,Für den Islam? Und wie??
    ,Es würde viele Ungläubige töten und beschädigen.?
    ,Du machst wohl Witze.?“
    In Schmerz und Ekstase
    Ob Ahmad es zuletzt tut oder nicht, soll hier verschwiegen werden, denn es handelt sich um die vielleicht einzige Stelle in Updikes Gesamtwerk, wo es wirklich so etwas wie Spannung gibt. Nur so viel: der Schluss enttäuscht, trotzdem.
    Gerechterweise muss man sagen, dass „Terrorist“ dennoch ein gutes, ja ein sehr gutes Buch ist – nicht in dem, was Updike speziell hier am Herzen liegt und insofern er etwas Neues will, sondern dort, wo er ist wie immer; wo er von dem schreibt, was er kennt. Unvergleichlich schildert er die Predigt eines schwarzen Pfarrers, der sein Volk mit dem Volk Israel auf dem Zug durch die Wüste identifiziert und es hinreißt in Schmerz und Ekstase. Ungetrübt ist seine Witterung für soziologische Nuancen; in den Sicherheitskontrollen überall sieht er neuen Zündstoff für den alten Rassismus: „Für den gutbezahlten Freiberufler, der fliegt und die festungsartig umgebauten Regierungsgebäude aufsucht, sieht es aus, als wäre einer dunklen Unterschicht tyrannische Gewalt gegeben.“ Und zum Verhältnis der Jugend zur Politik heißt es, schwer übersetzbar: „Politics for these teen-agers is an obscurer department of celebrity heaven.“
    Dieser ganze Stoff fällt so nebenbei zu Boden. Ein sparsamerer Schneider hätte daraus mehr als ein komplettes Kleid gefertigt. Updikes Bücher sind wie der Sex, von dem er (und, trotz allem, auch hier) so gern handelt: Zugrunde liegt ein letztlich schmales Repertoire, dessen wesentliches strukturelles Element die Wiederholung bildet, stärker oder schwächer im einzelnen Fall; aber in allen, auch den schwächsten Fällen, noch deutlich besser, als was es sonst so gibt.BURKHARD MÜLLER
    JOHN UPDIKE: Terrorist. Alfred A. Knopf, New York 2006. 310 Seiten, etwa 22 Euro.
    Eine Gruppe Palästinenser hat sich als Hamas-Selbstmordattentäter gekleidet. – John Updike im Mai diesen Jahres. – Blick auf das World Trade Center am 11. September 2001.
    Fotos: Mohammed Zaatari/AP; Caleb Jones/AP; Marty Lederhandler/AP
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