Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen

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„Multitasking ist Körperverletzung“ – Unsere Überforderung und die chronischen Konzentrationsstörungen sind nicht den Technologien geschuldet, sondern der Tatsache, dass immer häufiger nur das im Menschen gefordert und gefördert wird, was mit den Rechnern kompatibel ist. Wir können zurückfordern, was uns genommen wurde, wenn wir die Stärke des Menschen neu bestimmen.
Versuchen Sie sich eine Welt ohne Autos vorzustellen. Kein Problem, Sie fahren sowieso Fahrrad? Dann stellen Sie sich jetzt eine Welt ohne Computer und Handy vor – und schon stoßen Sie an die Grenzen Ihrer Fantasie. Dieses Gedankenspiel allein macht klar, wie mächtig die neuen Techniken sind und wie groß unsere Abhängigkeit von ihnen. Und das ist wörtlich gemeint: Wenn der Computer ruft, das Handy klingelt, der Blackberry summt, lassen wir alles stehen und liegen aus Angst, bei der darwinistischen Jagd nach Informationen zu spät zu kommen.

Jeder kennt das Gefühl, gefangen zu sein in einem Zustand des immerwährenden Alarms, der ständigen Ablenkung und der chronischen Überforderung. Das Ergebnis: Immer weniger Menschen sind imstande zu unterscheiden, was wichtig ist und was unwichtig.
Aber der Computer bestimmt unser Leben in einer noch dramatischeren Hinsicht: Denn jedes Mal, wenn er scheinbar selbstlos uns mit Informationen füttert, füttern wir in Wahrheit ein gigantisches Netz von Rechnern mit Informationen über uns. Und keine dieser Informationen geht jemals verloren, alles wird verarbeitet und genutzt. Die Gesellschaft beginnt erst zu verstehen, wie wichtig politische und psychologische Antworten auf diesen existenziellen Wandel sind. Der Ausweg aus der Berechenbarkeit des Lebens und dem solcherart drohenden Ende des freien Willens liegt nicht etwa in der Verweigerung der Technik, sondern vielmehr in einem neuen Denken, das dem Menschen seine Stärken wieder bewusst macht: Kreativität, Toleranz und die Fähigkeit, mit Unberechenbarem umzugehen. Wie die ersten Schritte aus dem Labyrinth aussehen können, zeigt Frank Schirrmacher anhand von bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen.

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