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Wie Das verborgene Wort ist Aufbruch ein anrührender Entwicklungsroman – und ein detailreiches Sittengemälde der Bundesrepublik Mitte der sechziger Jahre, sprachübermütig und mit epischem Temperament erzählt.

Lommer jonn. Es ist der erste Tag nach den Weihnachtsferien im Januar 1963; das Lehrerkollegium des Aufbaugymnasiums hat beschlossen, Hildegard Palm noch ins laufende Schuljahr aufzunehmen. Fast gelähmt vor Aufregung sitzt das Kind „vun nem Prolete“ auf der Schulbank. Mit diesem Tag beginnt für die wissbegierige junge Frau endlich das lang ersehnte neue Leben, in dem die einfachen Wahrheiten der Eltern nicht mehr gelten, in dem das Buckeln in der Papierfabrik von der Freiheit der Worte abgelöst wird. Doch wird Hilla ihre wahre Heimat wirklich in der Sprache finden?
In Aufbruch gewährt die vielfach preisgekrönte Autorin Ulla Hahn einen bewegenden Blick in die Seele einer mutigen und doch so verletzlichen Heranwachsenden – und spiegelt zugleich mit beeindruckender Milieugenauigkeit die bundesrepublikanischen Mittsechziger.

Ulla Hahn ist im Rheinland aufgewachsen. Die promovierte Germanistin war Lehrbeauftragte an den Universitäten Hamburg, Bremen und Oldenburg, anschließend bis 1989 Literaturredakteurin bei Radio Bremen. Ihr lyrisches Werk wurde unter anderem mit dem Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Für ihren großen Roman Das verborgene Wort erhielt sie 2002 als eine der ersten Schriftstellerinnen den Deutschen Bücherpreis.

„Die gute Nachricht dieses Bücherherbstes: Hilla Palm ist wieder da!“
Amelie Fried, ZDF

„Aufbruch ist ein mit langem Atem brillant erzähltes Werk. Vor allem als Sittenbild der frühen und mittleren Sechzigerjahre hat es in seiner Anschaulichkeit seine Meriten – und nicht nur, was den ländlichen Raum um Köln angeht.“
Die Welt

„Es wird eine verblichene Epoche Bild um Bild auf die Erinnerungsleinwand des Lesers geholt. Die genaue Milieuschilderung aber verdankt sich der handwerklichen Qualitäten der Schriftstellerin. Ulla Hahn hat ohne Zweifel ausgiebig recherchiert, eine Menge von ethnologischem, soziologischem und historischem Material zusammengetragen und in bildstarke Szenen übersetzt. (…) Aufbruch ist Geschichtsschreibung von unten, eine Sozial- und Milieustudie aus der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, welche die Krisen und Chancen dieser Ära eindringlich vor Augen führt.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Leinen mit Schutzumschlag, 592 Seiten

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