Die Fixierung aller Parteien auf die Wirtschaft lähmt die Republik. Es wird Zeit, auch um andere Werte zu streiten

Von Juli Zeh

Diese Wahl bot ein Fegefeuer der Paradoxien. Eine Partei wird abgewählt, obwohl sie noch gar nicht regiert hatte, eine andere zieht ins Parlament ein, obwohl sie nicht regieren will. Ein Politiker, der keine Regierungsmehrheit mehr hat, behauptet, dennoch Kanzler zu bleiben. Und der gelbstrahlende Gewinner der Wahl ist gleichzeitig ihr größter Verlierer. Deutschland wählt den Superstaat.

Quelle: http://www.zeit.de/2005/39/Wahl

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