DIE ZEIT – 26/2005

Der Soziologe Oskar Negt über den früheren SPD-Vorsitzenden, das Dilemma der Linken und Gerhard Schröders großen Neuwahl-Fehler

DIE ZEIT: Herr Negt, wie viel Hoffnung steckt für die deutsche Linke in der Kandidatur Oskar Lafontaines für das neue Linksbündnis aus »Wahlalternative« und PDS?

Oskar Negt: Davon erwarte ich nicht viel. Bestürzend finde ich allein schon, dass Lafontaine sich mit den meisten seiner politischen Botschaften über die Bild-Zeitung an die Öffentlichkeit wendet. Außerdem gibt mir die Art, wie er damals das Schiff verlassen hat, wenig Veranlassung, ihn für zuverlässig zu halten. Er ist eigentlich eine tragische Figur. Ich halte es für möglich, dass er, sollte es mit der neuen Partei nicht so gut gehen, wie er sich das vorgestellt hat, den Bettel gleich wieder hinwirft.

[weiter ….]

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