Stefan Zweig: Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche (1925 / 2015)

Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, NietzscheHölderlin, Kleist, Nietzsche – drei Außerordentliche, denen sich Stefan Zweig als »Psychologe aus Leidenschaft, Gestalter aus gestaltendem Willen« zutiefst verbunden fühlte.

Unverstanden von ihrer Generation, enden alle drei »vorzeitig in einer furchtbaren Verstörung des Geistes, einer tödlichen Trunkenheit der Sinne, in Wahnsinn oder Selbstmord.«

Sigmund Freud rühmte Stefan Zweigs »Vollkommenheit der Einfühlung« in Wesen, Charakter und Gedankenwelt schöpferischer Menschen.

Dies ist der zweite der drei vollendeten Teile des Zyklus ›Die Baumeister der Welt. Versuch einer Typologie des Geistes‹. Die beiden anderen Teile sind ›Drei Meister. Balzac, Dickens, Dostojewski‹ und ›Drei Dichter ihres Lebens. Casanova, Stendhal, Tolstoi‹.

  • Erstdruck: Insel, Leipzig 1925
  • Vollständige Neuausgabe.  Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2015.
  • Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Hölderlin, Kleist, Nietzsche. Tim Tempelhofer, 2015.

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1 Kommentar

  1. http://www.verbrannte-buecher.de/?page_id=756

    Stefan Zweig: Der Kampf mit dem Dämon (1925)

    Der Kampf mit dem Dämon erschien 1925 als der zweite Band in der literarischen Essayreihe Baumeister der Welt. Das Buch enthält biographisch-psychologische Skizzen der drei Autoren Hölderlin, Kleist und Nietzsche. Zweig versteht es dabei, eine gemeinsame Dämonie des künstlerischen Schaffens herauszuarbeiten. Der Dämon erscheint als Wesenszug der menschlichen Seele, der das Individuum hineintreibt in die Maßlosigkeit der Gefühle und die absolute Hingabe an die Leidenschaft menschlichen Strebens. Die Besessenen erscheinen dadurch als ruhelos Getriebene in einer von ihnen unverstandenen Welt. Hölderlin, der rastlose Lyriker, der sich stets bis hin zur Selbstaufgabe forderte, Kleist, der Dramatiker, fasziniert von Tod und Moral, Nietzsche, der sich wie kaum ein anderer in den Tiefen und Abgründen der Philosophie verlor: sie alle werden in Der Kampf mit dem Dämon zu den Antagonisten des 19. Jahrhunderts. Als ihr Gegenüber erscheinen die Helden des ‚deutschen Geistes‘ und Meister der Klarheit: Kant, Schiller und natürlich Goethe.
    Dennoch gelingt es Zweig, die vermeintlich Verdammten als wahre Heroen menschlicher Innerlichkeit darzustellen, für deren Weiterentwicklung und Veredelung sie sich gewissermaßen selbst opferten. Es entsteht ein gefühlvoller Einblick in die Welt des Geistes. Einem Chirurgen gleich führt Zweig den Leser ein in die Anatomie des inneren Kampfes mit den Kräften der Psyche. Die Widmung zu Beginn des Buches: „Professor Sigmund Freud […] dem anregenden Gestalter diesen Dreiklang bildnerischen Bemühens“, verdeutlicht, wie groß der Einfluss der Psychoanalyse und des Professors aus Wien, mit dem Stefan Zweig ein freundschaftliches Verhältnis pflegte, auf dieses Buch waren.

    von Axel Metzler

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