' Small G'. Eine Sommeridylle

„‚Small g‘ ist eine Art modernes Märchen, in dem die Figuren selbst erschaffene Phantasien bewohnen, die ihnen helfen zu überleben. Sexuelle Ambiguität triumphiert, aber die Sommeridylle ist nicht von Dauer. Glück ist zerbrechlich. Denn Liebe ist für Highsmith weniger die Begegnung zweier Seelen als vielmehr die Vermischung und Verstrickung unterschiedlicher Phantasien.“

Andrew Wilson in seiner Highsmith-Biographie

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.12.2006

Angetan berichtet Rezensent Jochen Schimmang über Patricia Highsmiths letzten Roman „Small g“, der nun postum im Rahmen der Werkausgabe erschienen ist. Seines Erachtens gilt Highsmith heute zu Recht als eine der „bedeutendsten amerikanischen Autorinnen“ des 20. Jahrhunderts. Er würdigt die Kunst der Autorin, die Abgründe der menschlichen Seele zu erforschen, ihre präzise, nie klischeehafte Figurenzeichnung und ihre detaillierten Beobachtungen von Alltagshandlungen. Der im Schwulen- und Lesbenmilieu von Zürich spielende Roman „Small g“ handelt seiner Auskunft nach von der Befreiung einer jungen Frau, wofür allerdings die böse „Hexe“ Renate erst einmal durch einen Unglücksfall sterben muss. Dabei weist Schimmang darauf hin, dass Highsmith der vielschichtig gezeichneten Hexe „erkennbar Züge“ von sich selbst verliehen hat.

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