Pierre Bourdieu: Ein soziologischer Selbstversuch (2002)

Ein soziologischer Selbstversuch (edition suhrkamp 2311)Over the past four decades, French sociologist Pierre Bourdieu produced one of the most imaginative and subtle bodies of social theory of the postwar era. When he died in 2002, he was considered to be the most influential sociologist in the world and a thinker on a par with Foucault and Lévi-Strauss—a public intellectual as important to his generation as Sartre was to his.

Sketch for a Self-Analysis is the ultimate outcome of Bourdieu’s lifelong preoccupation with reflexivity. Vehemently not an autobiography, this unique book is instead an application of Bourdieu’s theories to his own life and intellectual trajectory; along the way it offers compelling and intimate insights into the most important French intellectuals of the time—including Foucault, Sartre, Aron, Althusser, and de Beauvoir—as well as Bourdieu’s own formative experiences at boarding school and his moral outrage at the colonial war in Algeria.

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2003
    Obwohl Bourdieus „Selbstversuch“ ausdrücklich keine Autobiografie sein will, sind, befindet Hans Berhnard Schmid, die vielleicht am stärksten autobiografischen Teile des Buches – über Bourdieus Kindheit auf einem kleinen Bauernhof und die von Auflehnung geprägte Schulzeit – „wohl die eindringlichsten des Buches“. Trotz einer deutlichen Wertschätzung für Bourdieus Werk spart der Rezensent außerdem nicht mit Kritik an dem Versuch, mit diesem Buch, wie Schmid es sieht, der möglichen Wendung von Bourdieus soziologischem Instrumentarium – das nicht zuletzt die „intellektuelle Welt in Frage“ stellte – gegen ihn selbst und sein Wirken zuvorzukommen. Bourdieu spreche demgegenüber zwar ausdrücklich davon, dass er die intellektuelle Selbstkritik als „ein kollektives Unternehmen“ begreife, der „Vorzeigeintellektuelle“ habe dann jedoch in seinen Kritikern „kaum je Mitarbeiter zu sehen vermocht“. Vor allem Bourdieus Behandlung seiner Rolle innerhalb seiner eigenen Forschergruppe ruft für Schmid nach einer unabhängigen Untersuchung durch andere: In Bourdieus Darstellung erscheine diese Gruppe einmal wie eine „intellektuelle Guerilla“, und Bourdieu als deren charismatischer Führer, ein andermal berufe sich Bourdieu zur Beschreibung der Gruppe auf Husserls „Beamte der Humanität“.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002
    In seiner während seines letzten Lebensjahres verfassten Selbstanalyse beschreibt der Philosoph und Soziologe Pierre Bourdieu seinen intellektuellen Werdegang, berichtet Sonja Asal. Im Zentrum steht für Asal dabei, was Bourdieu eine „echte epistemologische Konversion“ nennt: die Zuwendung zur Soziologie und damit zur sozialen Wirklichkeit. Mittels einer „soziologischen Selbstbeschreibung“ (Bourdieu) sucht er zu einer Objektivierung der eigenen Position im Erkenntnisprozess zu gelangen, erklärt die Rezensentin. Wie sie ausführt, baut Bourdieu seinen methodischen Vorgaben folgend zunächst die Kulisse auf, um das Feld, in dem er seine Ausbildung in den frühen fünfziger Jahren begann, zu beschreiben: das französische Bildungssystem mit seinem elitären Selbstverständnis, die Bedeutung Sartres als „absoluten Intellektuellen“, die starke Wirkung des Existenzialismus. Später wendet sich Bourdieu enttäuscht und beschämt von all dem ab und schlägt den Weg zur Soziologie ein, hält Asal fest. Sie hebt hervor, dass Bourdieu in vorliegendem Text zum ersten Mal auf seine kleinbürgerliche Herkunft eingeht und seinen von Auflehnung gegenüber der Schulde und Scham über seine Herkunft geprägten Bildungsgang beschreibt.

    https://www.perlentaucher.de/buch/pierre-bourdieu/ein-soziologischer-selbstversuch.html

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