Willkommen in der Unterbrechungsgesellschaft

ZEIT online – Leben – – – Arbeitsalltag : Der Fluch der Unterbrechung

Foto: Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger für DIE ZEIT

Vor lauter Anrufen, Emails und Internet kommen viele nicht mehr zum Arbeiten. Psychologen und Programmierer suchen verzweifelt nach Gegenmitteln. Von Jürgen von Rutenberg

Die ZEIT, 09.11.2006 Nr. 46, berichtet über den alltäglichen Wahnsinn im Büroalltag, der Milliarden kostet, unser Denken umkrempelt und uns unterbrechungssüchtig werden lässt. Doch eine Antwort auf die entscheidene Frage „Welche Unterbrechung gerade jetzt für uns wichtig ist“, ist nicht in Sicht.
Siehe auch weiterbildungsblog und mit weiteren Denkanstössen vom Jobblog.ch.

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1 Kommentar

  1. akpe

    Dezember 15, 2006 um 7:27 pm

    so treffend, aus dem Newsletter von Andrea Back:
    „Dieser Titel eines Artikels aus DIE ZEIT vom 9. Nov. 06 gefällt mir so gut, dass ich ihn kurzerhand übernommen habe. Welche Tätigkeit haben Sie denn gerade unterbrochen, um diesen Newsletter zu lesen? Und wenn Sie das Mail wieder wegklicken, was machen Sie dann noch schnell, bevor Sie sich wieder Ihrer vorherigen Arbeitsaufgabe zuwenden?
    Die Zersplitterung unserer Kopfarbeit in Zahlen und Fakten auszudrücken, haben sich Wissenschaftler vorgenommen. Mit den ersten Ergebnissen vor Augen könnte einem schwindlig werden: Wir werden ununterbrochen unterbrochen. Elf Minuten – so lange kann sich den einschlägigen Studien zufolge der durchschnittliche Büroarbeiter mit einem Thema beschäftigen. Wenn die Beobachtungsergebnisse von Gloria Mark, University of California, die sie in einem IT-Unternehmen gesammelt hat, für die heutige Büroarbeit typisch sind, wendet man sich nach jeder Unterbrechung im Durchschnitt mindestens zwei anderen Aufgaben zu, bevor man zur ursprünglichen Tätigkeit zurückkehrt – etwa 25 Minuten später. Bis man sich wieder in die alte Aufgabe hineingedacht und die Konzentration erreicht hat, die man vor der Unterbrechung hatte, vergehen rund acht Minuten. Bleiben noch drei Minuten effektive Arbeitszeit bis zur nächsten Unterbrechung. Innerhalb der 11 Minuten-Phasen, fand sie heraus, zerstückelt sich die Aufmerksamkeit noch mal in Abschnitte von durchschnittlich drei Minuten.
    Nun – so oft wurde ich beim Verfassen dieser Kolumne nun doch nicht unterbrochen. Während die Computer mit unterbrechungsfreier Stromversorgung rechnen können, bleibt für uns Informations- und Wissensarbeiter die unterbrechungsfreie Konzentrationsversorgung ein Luxus, den wir uns durch knallhartes Zeit- und Selbstmanagement erstreiten müssen. Aber auch Kleinigkeiten machen schon etwas aus: Angeregt vom Thema habe ich als ersten Schritt auf dem Weg zum Calm Computing den Pington beim Eingang von E-Mails abgestellt. Und was wäre ein passender nächster Schritt? Lassen wir uns von dem Essay der schon im Begleitbrief erwähnten Autoren Weiser und Seely Brown inspirieren, die schrieben: „Manche Techniken führen echte Ruhe und Geborgenheit herbei. Bequeme Schuhe, ein eleganter Füllfederhalter, die NYT am Sonntagmorgen …“. Greifen Sie also zum Füllfederhalter und schreiben endlich Ihre Weihnachtskarten.“

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