Pierre Lemaitre: Wir sehen uns dort oben (2013 / 2017)

https://i0.wp.com/www.klett-cotta.de/media/1/thumbnails/9783608980165.jpg.24863.jpg?resize=287%2C449&ssl=11919. Der Albtraum des Ersten Weltkriegs ist endlich vorbei, und das geschundene Frankreich versucht krampfhaft, in die Normalität zurückzufinden. Dabei sind die zahlreichen Soldaten, die nun von den Schlachtfeldern heimkehren, oft eher hinderlich. Das erfahren auch Albert und Édouard, der eine schwer traumatisiert, der andere entsetzlich entstellt. Also schmieden sie einen verwegenen Plan, um sich an den vaterländischen Heuchlern zu rächen. Niemand soll ungeschoren davonkommen. Vor allem nicht Offizier Pradelle, jener Mann, durch dessen Machtgier Albert fast ums Leben gekommen wäre und der nun zu einem besonders zynischen Kriegsgewinner mutiert ist.

Paperback, 528 pages
Published May 9th 2017 by btb Verlag (first published August 21st 2013)
Original Title Au revoir là-haut
ISBN 3442748828 (ISBN13: 9783442748822)
Edition Language German

setting Paris, 1918 (France)
Édouard Péricourt

fils de la haute bourgeoisie, dessinateur fantasque, homosexuel, rejeté par son père

le soldat à la gueule cassée

Édouard sauve Albert d’une mort atroce au prix de sa défiguration par un éclat d’obus, faisant de lui une gueule cassée, alors qu'Albert, traumatisé, devient paranoïaque

Albert Maillard

modeste comptable, soldat

Albert est le témoin d'un crime : le lieutenant Henri d’Aulnay-Pradelle, aristocrate arriviste qui veut gagner ses galons de capitaine, parvient à lancer une dernière offensive en faisant croire que les Allemands, qui attendent pourtant l'Armistice comme les Français, ont tué deux de ses hommes éclaireurs, mais Albert a compris que c'est son lieutenant qui leur a tiré une balle dans le dos.

Henri d’Aulnay-Pradelle

aristocrate arriviste qui veut gagner ses galons de capitaine

lieutenant

Pendant l'offensive, Pradelle, se voyant démasqué, pousse Albert dans un trou d’obus, ce dernier se retrouve alors enterré vivant face à une tête de cheval mort.

Marcel Péricourt

le père d'Édouard et de Madeleine

Madeleine Péricourt

la sœur d'Édouard

Pauline

la bonne des Péricourt

Louise

la gamine

Joseph Merlin

l'inspecteur

Labourdin

le maire du 8e arrondissement de Paris

Dupré

le collaborateur d'Aulnay-Pradelle

 

 

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2015
    Joseph Hanimann liest diesen Roman von Pierre Lemaitre mit unerklärlicher Faszination. Liegt es an Lemaitres Zeitausschnitt, der eben nicht den Krieg von 1914 selber, sondern die unmittelbare Nachkriegszeit in den Blick nimmt? Liegt es an der plastischen Erzählweise, die den Rezensenten mit den Akteuren des Krieges mitfiebern lässt und ihr Leid deutlich vor Augen führt? Ist die Geschichte um Kriegsversehrte und dunkle Nachkriegshändel einfach ungeheuer fesselnd? Oder sind die historischen Tatsachen in diesem Text trotz all der literarischen Freiheiten, die der Autor sich nimmt, so interessant? Von allem ein bisschen, meint Hanimann, der Antje Peters Übersetzung zudem sehr schätzt.

    Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.12.2014
    Pierre Lemaitre führt hundertfünfzig Jahre nach Balzac noch einmal die menschliche Komödie auf, und „es tritt auf: der Mensch als Tier“, schreibt Susanne Mayer. Sein Goncourt-prämierter Roman „Wir sehen uns dort oben“ beginnt in den letzten Wochen des Ersten Weltkriegs, wo es zwei Offiziere beinahe doch noch erwischt, so die Rezensentin. Edouard rettet Albert vor dem sicheren Erstickungstod, wird dabei aber von einer Explosion entstellt, erklärt Mayer. Im Folgenden inszeniert Lemaitre das Nachkriegsfrankreich als grausame Industrienation, die noch aus dem Begräbnis der Gefallenen ein Geschäft macht – „zu kurze Särge“, will die Rezensentin nur verraten -, gegen die sich die beiden Veteranen aber als Schurkenduo auflehnen, fasst Mayer zusammen.

    Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.11.2014
    Leider keinen Volltreffer landet Pierre Lemaitre mit seinem Weltkriegsroman bei Tilman Krause. Schade eigentlich, denn der Autor hat in seinem Kriegsfresko Deftiges und Sarkastisches zu bieten, räumt Krause ein. Auch reiht er sich in die Tradition der Antikriegsgeschichte ein und erzählt mit viel Empathie, meint der Rezensent. Eintönig dagegen erscheint Krause, dass der Autor seine kolportagehafte Demaskierung von Patriotismus und Schlachtengebrüll auf die Nachkriegszeit ausdehnt. Weder als Schwejkiade noch als Satire möchte er das Buch demzufolge einordnen. Ästhetisch schließlich haut der Autor laut Krause voll daneben: Holzschnittartige Figuren, wenig plausible Handlungselemente. Vor diesem Hintergrund überrascht den Rezensenten der große Erfolg des Romans in Frankreich.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2014
    Schon wieder ein Roman über den Ersten Weltkrieg, wollte Rezensentin Lena Bopp schon seufzen, musste aber bei der Lektüre von Pierre Lemaitres „Wir sehen uns dort oben“ bald feststellen, dass dieser Roman seinesgleichen sucht. Denn zum einen beginne die Handlung in den letzten Tagen des Jahres 1918 und befasse sich zum anderen vor allem mit dem Geschehen nach dem Krieg, berichtet die Kritikerin. Fasziniert liest sie am Beispiel der beiden Soldaten Albert und Edouard, wie Zurückgekehrten versuchen, sich wiedereinzugliedern und wie schwer ihnen dieser Versuch von Staat und Gesellschaft gemacht wird. Vor allem aber würdigt die Kritikerin Lemaitres Gabe, dieses schwere und historisch brisante Thema äußerst unterhaltsam zu erzählen und seine beiden Protagonisten sympathisch und spannend bei ihren schließlich notgedrungen kriminellen Handlungen zu begleiten. Eine wunderbare Mischung aus Abenteuer- und Kriminalroman, lobt die Rezensentin, die sich schon jetzt auf die angekündigten Folgeromane freut.

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