Silvia Bovenschen: Älter werden (2006)

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Die weite Strecke der vergehenden Jahre verknappt sich endlich unter dem Druck eines »Noch«. Bittere Einsicht, in das, was »noch geht« oder »nicht mehr«. Es wird bilanziert. Bei gesichertem Wohlstand jedenfalls scheinen es die Freundschaften zu sein, die uns tragen – selbst wenn sie sich auf das Ritual der Vertrautheit reduziert haben.

Der Rest. »Plötzlich entdeckt man, dass der Weg nirgendwohin führt, außer zum Grab«, heißt es bei Beauvoir. Weshalb die Gedanken zurückschrecken, auch bei Bovenschen, vor dem, was sie »die Unerhörtheit ständiger Abwesenheit« nennt. Horror vacui, vor dem Nichts, in dem wir alle entschwinden. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Publisher: Fischer (S.), Frankfurt

ISBN: 3100035127

© DIE ZEIT, 28.09.2006 Nr. 40
Zurück geht nicht
Von Susanne Mayer
Silvia Bovenschen erteilt uns eine elegante Lektion, wie wir dem Alter begegnen könnten.

  • Am 25. Oktober 2017 ist die Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Essayistin Silvia Bovenschen im Alter von 71 Jahren in Berlin gestorben. Ihre Dissertation Die imaginierte Weiblichkeit. Exemplarische Untersuchungen zu kulturgeschichtlichen und literarischen Präsentationsformen des Weiblichen avancierte schnell zu einem feministischen Standardwerk. Ihr letzter Roman Lug und Trug und Rat und Streben ist für März 2018 angekündigt. 
  • Zum Tod von Silvia Bovenschen: aus dem Archiv von literaturkritik.de

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1 Kommentar

  1. akpe

    Januar 3, 2007 um 8:07 am

    Notizen:

    • die Erinnerungen an Th.W. Adorno, den höflichen und um seine Studenten besorgten Professor, den kleinen rundlichen Mann, Verweigerung von Anekdoten zum 100sten.
    • Krankheit und Behinderung, Alter als Krankheit
    • Und – aus der eher kurzen Episode als gymnasiale Lehrerin und er längeren an der Hochschule – zwei didaktische Empfehlungen: ein wenig überfordern und gleichzeitig stark ermutigen. Verbunden mit der Voraussetzung, dass man junge Menschen mag.

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