Jorge Bucay: Komm, ich erzähl dir eine Geschichte (2005)

46000710. sy475 Wie begegnet man den Wirrnissen des Lebens?

Mit Geschichten, sagt Jorge Bucay, der die Gabe hat, das Komplizierte einfach werden zu lassen. Und so hilft er seinem Zuhörer Demian, seine Ängste und Probleme besser zu verstehen, indem er ihm Märchen aus aller Welt, Sufi-Gleichnisse, Zen-Weisheiten, antike Sagen, selbst Erfundenes erzählt.

»Bucays Buch ist voll von zauberhaften Geschichten, die einem helfen, sich selbst zu helfen.«

Bücher-Zeitung

 

Paperback, 331 pages
Published November 5th 2008 by Fischer Taschenbuch (first published 1994)
Original Title Déjame que te cuente

ISBN 3596510384 (ISBN13: 9783596510382)

Edition Language German

FAZ: Tausendundeine Therapie. Ein Märchen fehlt in der Sammlung: nämlich das vom kleinen Märchen. Das war ganz einsam, und keiner wollte es hören. Da ging es zu einem argentinischen Psychologen. Er war ein weiser Mann und noch dazu ein Bestsellerautor. Er setzte das Märchen in ein Therapiebuch mit Artgenossen aus allen Teilen … Von FLORIAN BORCHMEYER. Aktualisiert am 15.06.2005

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2005
    Rezensent Kersten Knipp gibt sich als Meister der positiven Gefühle gegenüber dem argentinischen Psychotherapeuten und Bestseller-Autor Jorge Bucay. Dieser verstehe die „Kunst des heilenden Erzählens“ ganz wunderbar und gerade weil seine von Autoren wie Saint-Exupery, Buber oder Bagwhan Shree Rajneesh entliehenen Geschichten so gemütvoll schlicht seien, seien sie auch so wirkungsvoll. Die Großhirnrinde bleibe heilsam unberührt und das Buch „ungemein kurzweilig“. Ja, Bucay sei ein „Meister der pointierten Anekdote“, stets „charmant, witzig, und schlagfertig“. Nicht gegenüber dem Buch und Bucay, jedoch gegenüber der menschlichen Seele äußert der Rezensent seine Bedenken. Ob die „Konjunktur“ solcher Bücher, CDs und Videos, wie sie unter anderem Bucay liefere, fragt Knipp, nicht als Zeichen gelesen werden müsste, dass die Seele anthropologisch gesehen vielleicht „störrisch“ sei und durch solcherart Therapie auf noch „krudere“ Bahnen gelenkt würde? Jorge Bucay jedenfalls, beschließt Knipp, habe ein „Stück freundlicher Belletristik“ vorgelegt, das zudem den Vorteil habe „unterhaltsam“ zu sein.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2005
    Das Buch gehört ins Genre Therapie- und Erwachsenenmärchen, verrät Florian Borchmeyer. Wobei Jorge Bucays großer Erfolg selbst märchenhafte Züge trage. Allein in Spanien habe sich die Erzählsammlung mehr als eine Milllion mal verkauft. Die Märchen haben das Zeug dazu, süchtig zu machen, gesteht Borchmeyer – so viel zum therapeutischen Effekt des Lesens. Bucay habe die Geschichten, die er in eine Rahmenhandlung zwischen einem Gestalttherapeuten und seinem Klienten einstreut, allen Kulturen der Welt entlehnt; kokett bedient sich der Autor ebenso bei Bhagwans wie bei Buddhas Lehren, begegnet Grimmschen Märchenkönigen und orientalischen Erzählerinnen und verknüpft alles zu einem „globalisierten Geschichtenmosaik“. Dieses Spiel mit den „zusammengeklaubten“ Märchen, durchsetzt von ein bißchen antiker Philosophie, sei teilweise etwas „skurril“, warnt der insgesamt aber druchaus wohlwollende Rezensent: der klassische Leser und Bücherliebhaber könne sich in die „Rolle eines Therapieobjekts“ gedrängt fühlen. Das Schöne an Bucay aber sei, dass er seine „manipulative“ Erzählstrategie offen lege: man kann sich darüber ärgern oder aber mit Lust gefallen lassen.

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