Éric Vuillard: Die Tagesordnung fr. L’Ordre du jour (2017 / 2018)

39739770. sy475 Mit seiner neuen Erzählung beweist Eric Vuillard, dass die Geschichte noch nicht auserzählt ist und widmet sich einer besonderen Zusammenkunft: Am 20. Februar 1933 schmieden Göring, Hitler und 24 Vertreter der deutschen Industrie einen Pakt, der zum Anschluss Österreichs führen wird.

Dafür wurde Vuillard der Prix Goncourt verliehen.

Hardcover, 118 pages
Published March 2018 by Matthes & Seitz (first published May 3rd 2017)
Original Title L’Ordre du jour
ISBN13 9783957575760
Edition Language German

Characters
Joachim von Ribbentrop, Neville Chamberlain, Kurt von Schuschnigg, Adolf Hitler, Winston Churchill

setting Austria, 1938

Literary Awards
Prix Goncourt (2017)

fr.wikipedia.org- Èric Vuillard

fr.wikipedia – L’ordre dur jour

SZ: Französische Literatur:Gegenwart wird gemacht. Éric Vuillard inszeniert in knappster Form historische Begebenheiten. 2017 erhielt er den Prix Goncourt. Éric Vuillard erzählt in „Die Tagesordnung“ vom Ursprung des Naziregimes: einem Geheimtreffen zwischen den Nationalsozialisten und der deutschen Industrie im Jahr 1933. Von Joseph Hanimann 17. April 2018, 18:54 Uhr

ZEIT: Die Welt der NS-Komödianten. Der französische Goncourt-Preisträger Éric Vuillard inszeniert in seinem Buch „Die Tagesordnung“ die Machtergreifung der Nationalsozialisten als ein Spektakel aus Pech und Pannen. Von Iris Radisch 2. Mai 2018, 17:06 Uhr Editiert am 5. Mai 2018, 8:52 Uhr DIE ZEIT Nr. 19/2018

DLF: Éric Vuillard: „Die Tagesordnung“. Hitlers willige Helfer. Éric Vuillard im Gespräch mit Andrea Gerk. Für „Die Tagesordnung“ hat Éric Vuillard im vergangenen Jahr den wichtigsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt, bekommen. Darin zeigt Vuillard, wie die deutsche Wirtschaft mit Hitler paktierte und in den Hinterzimmern der Macht gedealt wurde. Beitrag vom 07.05.2018

DLF: Éric Vuillard „Die Tagesordnung“ Was Hitler stark machte. Éric Vuillard erzählt große Geschichte mit literarischen Mitteln anders als man es gewohnt ist: knapp, bildreich und höchst eigenwillig. In seinem jüngsten Buch „Die Tagesordnung“ widmet er sich den politischen Mechanismen, die Adolf Hitler zur Macht verhalfen und wurde dafür mit dem renommierten Goncourt-Preis ausgezeichnet. Von Christoph Vormweg 29.03.2018

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.05.2018
    Wie seriös ist denn die „Methode Vuillard“, fragt Tilman Krause in einem Artikel, der zwischen Porträt des Autors (den er in München getroffen hat) und Rezension schwankt. Darf man Romane aus der Perspektive der „historischen Hintertreppe“ erzählen? Nach Lektüre von Krauses Artikel lautet die Antwortet: eindeutig ja. Mit wenig Respekt für die Düsternis seiner Nazifiguren – aber auch der Untaten, die sie anrichteten? Krause lässt das offen – arbeite Vuillard das Chargenhafte und Groteske der historischen Akteure heraus. Vuillard selbst bestätigt ihm Gespräch, dass es ihm genau darum zu tun sei, besonders, weil sich die Farce aktuell als Farce wiederholt: in Gestalt von populistischen Politikern, die Vuillard und mit ihm Krause allesamt als Geschichtsfälscher und Schwadroneure ansieht, deren Wesen man nicht erkennt, wenn man nicht auch das „zutiefst Unseriöse“ an ihnen benennt. Klare Leseempfehlung.

    Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.05.2018
    Rezensentin Iris Radisch mag den „Slapstick“, mit dem sich der französische Historiker und Filmemacher Eric Vuillard in seinen Büchern der Weltgeschichte nähert. Entsprechend erfreut ist die Kritikerin über diesen neuen schmalen Band, der im Französischen unter dem Begriff „recit“, im Deutschen umständlicher als „erzählendes Sachbuch“ firmiert: Mit Sachkenntnis und Witz, Sinn für Pointen und Apercus und einer kleinen Prise französischen Pathos‘ erzählt ihr Vuillard von der Machtergreifung der Nationalsozialisten mit besonderem Blick für Hitlers Treffen mit Industriefunktionären und Politikern, darunter etwa der österreichische Kanzler Schuschnigg oder der britische Premierminister Chamberlain. Großartig, wie Vuillard Geheimnisse der Weltgeschichte seziert und auf die Formel „Die Welt gehorcht dem Bluff“ zusammenschnurren lässt, jubelt die Rezensentin am Rande ihrer Begegnung mit dem Autor.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2018
    Jochen Schimmang traut dem Text von Eric Vuillard nicht. Die Fragen, was erzählt wird und wer es erzählt, treiben ihn um, zumal es dieser ominöse Erzähler laut Schimmang nicht an moralischer Anklage und Sarkasmus mangeln lässt. Am ehesten handelt es sich bei dem Buch wohl um eine Montage bekannter historischer Fakten, meint er. Einzelne Szenen scheinen ihm lebendig und das Verhältnis von Geschichte und ihrer späteren Fiktionalisierung zu hinterfragen, doch im Ganzen erscheint dem Rezensenten Vuillards „Bilderbogen“ wie ein früher Stummfilm.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.04.2018
    Rezensentin Christina Lenz ahnt mit Eric Vuillard, dass eine andere Geschichte möglich gewesen wäre. Wie der Autor auf dem Grat zwischen Geschichtsschreibung und Poesie wandelt, erscheint ihr meisterhaft und möglicherweise als die Begründung eines neuen Genres. Den Prix Goncourt verdient das Buch laut Lenz wegen der schlaglichtartigen Erhellung historischer Konstellationen, hier: einem Treffen deutscher Industrieller mit Göring in Berlin und der Zusammenkunft Schuschniggs mit Hitler auf dem Berghof im Februar 1938. Was wir zu wissen glaubten, so Lenz, entreißt der Autor dem gewohnten Blick und formt es zu einem „schaurigen“ Kammerspiel, virtuos montiert, spannend und hochpolitisch.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.04.2018
    Rezensent Joseph Hanimann spricht von einem Sonderfall unter den Büchern über die Nazizeit. Wie Eric Vuillard Zeitgeschichte inszeniert, nicht als Roman, eher als Bericht, findet er höchst beeindruckend. Vuillards Dreh, historische Szenen knapp, genau bis zur Schweißperle der Figuren zu kondensieren, macht Hanimann sichtlich Freude. Und lässt ihn Teil der Szene werden. Dass es sich dabei stets um schräge Momente handelt, Augenblicke, in denen die Geschichte kurz aus dem Ruder läuft, wie Hanimann erläutert, macht die Sache für den Rezensenten so reizvoll.

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