Virginia Woolf: Ein Zimmer für sich allein (1929 / 1994)

https://i0.wp.com/bilder.buecher.de/produkte/34/34558/34558732z.jpg?w=788&ssl=1A Room of One’s Own is considered Virginia Woolf’s most powerful feminist essay, justifying the need for women to possess intellectual freedom and financial independence. Based on a lecture given at Girton College, Cambridge, the essay is one of the great feminist polemics, ranging in its themes from Jane Austen and Charlotte Bronte to the silent fate of Shakespeare’s gifted (imaginary) sister and the effects of poverty and sexual constraint on female creativity.

Virginia Woolf (1882-1941) is regarded as a major twentieth-century author and essayist, a key figure in literary history as a feminist and a modernist, and the centre of ‚The Bloomsbury Group‘.

Paperback, 140 pages
Published October 1994 by Fischer-Taschenbuch-Verlag (first published 1929)
Original Title A Room of One’s Own
ISBN 3596221161 (ISBN13: 9783596221165)
Edition Language German

Aus dem Englischen von Maria Bosse-Sporleder. Herausgegeben von Klaus Reichert.

In Virginia Woolfs künstlerischem Schaffen waren die Jahre 1925 bis 1930 eine besonders produktive Zeit. „Mrs Dalloway“, von ihr selbst einmal als der gelungenste ihrer Romane bezeichnet, und der erste Band der Essaysammlung „Der gewöhnliche Leser“ kamen 1925 heraus, von der Presse viel beachtet und gelobt.

Im folgenden Jahr nahm der Roman „Zum Leuchtturm“ Gestalt an; er erschien 1927. Auch der erste Entwurf zu „Die Wellen“ fällt in diese Zeit. Sie könne „gar nicht schnell genug kritzeln, um alles an die Oberfläche zu bringen“, notierte Virginia Woolf im Tagebuch. Tatsächlich schrieb sie „Orlando“, ihre Huldigung an Vita Sackville-West, innerhalb eines halben Jahres, von Oktober 1927 bis März 1928.

Im Februar 1930 schließlich erschien ihr berühmter großer Essay „Ein Zimmer für sich allein“.

  • de.wikipedia
  • Volltext engl.
  • FAZ: Ich esse meine Backpflaumen nicht! Drei Rezensionen über ein neu erschienenes Buch müsse man mindestens gelesen haben, bevor man sich ein Urteil bilden kann, erklärt Virginia Woolf kategorisch, weil alle Rezensenten „im Sold eines Redakteurs stehen, der im Sold eines Gremiums steht, das eine politische Richtung zu verfolgen hat“. Daher … Aktualisiert am 02.05.2002
  • ZEIT:  Tagebuch: Was war und ob das Leben ist. Virginia Woolf, Tagebuch Nr. 4 oder: Seelenbalance Von Susanne Mayer am 5. Juni 2003

Please rate this

1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.08.2003
    Sabine Franke ist der Ansicht, dass dieser Tagebuchband der Virginia Woolf überaus interessante Einblicke in das Leben und die Psyche der Schriftstellerin bietet. Es sei darin Positives wie auch Negatives, Bekanntes wie auch Überraschendes zu finden. In den Einträgen zeige sich, wie herablassend Woolf ihre Zeitgenossen aburteilen konnte, wie sie sich zugleich aber auch fürchtete, in deren Augen nicht bestehen zu können. Zudem seien überraschend praktische Charakterzüge der sonst so vergeistigt wirkenden Frau zu finden. Als omnipräsent schildert die Rezensentin psychische Labilität und der stetige Kampf gegen den Abgrund, selbst wenn Woolf sich in euphorischer Schreibstimmung befand oder über ein friedliches, arbeitsreiches Leben mit ihrem Mann schrieb. Das Fazit der Rezensentin: Es erschließe sich dem Leser hier ein „nuancenreicheres Bild von der Wirklichkeit ihres Lebens,“ als es in anderen Dokumenten zu finden sei.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.08.2003
    Burkhard Müller schreibt eine Elegie auf Virginia Woolf, deren Tagebücher ihn berührt haben – widersprüchlich berührt. Sein wehmütiger Ton wurzelt darin, dass sich eine „böse Ahnung“ durch die Aufzeichnungen ziehe, durch die Beschreibungen der Natur vor allem, die in ihrer Menschenleere unerträglich schön und traurig zugleich wirken. Und durch die Schilderung der Farben – „gesehen wie mit dem Auge einer Sterbenden“. Doch zugleich liege in diesen „seligen Stillständen“ das Geheimnis von Woolfs immer wieder beschworenem Glück. Der Rest ist Alltag und die „Society“ unzähliger Bekannter und heimlich Verspotteter, denn „fast jedem“ weiß die gleichermaßen genaue und gehässige Beobachterin „physiognomisch das Tier zu entbinden“, dabei war sie doch selber mittendrin in diesem verachteten „Gewimmel“ – ihrem, vermutet Müller, „großen sinnlichen Erlebnis“. Der ganze Tratsch sei „amüsant im Einzelnen und als Ganzes ermüdend“, meint er und ist wiederum traurig gestimmt, dass die „harte Borniertheit ihrer Klasse“ so stark aufscheine, besonders in den Bemerkungen zum „Dienstbotenproblem“. „Man legt diese Tagebücher“, schreibt Müller abschließend, „mit einem sehr zwiespältigen Gefühl aus der Hand und wünscht sich: Dass ein so sensibler Mensch wie Virginia Woolf weniger boshaft gewesen wäre – oder zumindest ein so boshafter weniger sensibel“.

    Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.06.2003
    Virgina Woolf war ein Arbeitstier, stellt Susanne Mayer fest. Band 4 der Woolf-Tagebücher umfasst die Jahre 1931 bis 1935 – Virginia Woolf befand sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, skizziert die Rezensentin die Situation der Schriftstellerin. Soeben hatte sie ihren Roman „Die Wellen“ abgeschlossen, und sie war zugleich die Grande Dame der englischen Literaturkritik. Das Tagebuch zeugt von einem streng geregelten Arbeitstag, verrät Mayer, morgens Schreiben, nachmittags Lektüre und am späten Nachmittag oder abends der unendliche Parcours an Geselligkeiten, „auf dem sich der Geist warm läuft im Wettstreit mit anderen“, bemerkt Mayer spitzfindig. Überhaupt findet sie es verwunderlich, wie viele Menschen durch dieses Leben ziehen, „das sich doch als zurückgezogenes definiert“. Virginia Woolf brauchte den Wechsel, heißt Mayers Schlussfolgerung: Geselligkeit und Rückzug, Anregung und Ruhe. Aufschluss über den Zusammenhang eines Lebens geben die Tagebücher nicht, meint Mayer und verweist in diesem Fall lieber auf die Biografie von Hermione Lee; ihrer Meinung nach leisten die Tagebücher etwas anderes: sie lassen die Leser teilhaben an der Beschreibung von Ahnungen, Stimmungen, an der Entwicklung von Visionen, aus denen später Woolfs Texte entstanden.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2003
    Tobias Döring stellt bei Virginia Woolf mit dem Älterwerden eine zunehmende produktive Unruhe fest, die ihre Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1931 bis 1935 zu einer spannenden Lektüre machen. Äußerlich verlief das Leben der bekannten Autorin, die mit „The Waves“ einen großen Erfolg verbuchte, in klaren aber geschäftigen Bahnen, berichtet Döring: Dinnerpartys, Geplauder beim Tee, Reisen, viel Geselligkeit, die gelegentlich als „Zudringlichkeit der Welt“ empfunden wurde. Das Tagebuch wird so zum Fluchtraum, stellt Döring fest, der sich dem ungefilterten Schreibfluss und Gedankenstrom der Verfasserin überlässt. Unvermittelt erfahre man von politischen Krisen, Magenverstimmungen und Witterungsverhältnissen; der politische und private Horizont verdüstert sich bereits, bei einer Deutschlandreise geraten Virginia Woolf und Ehemann in einen Aufmarsch zu Ehren Görings. Gerade Woolfs Reisebeschreibungen haben für Döring etwas Erfrischendes, ebenso ihre beinahe karikaturistischen Porträts berühmter Kollegen wie Eliot, Shaw oder Yeats, die zum Teetrinken kamen. Der Übersetzerin Maria Bosse-Sporleder ist es gelungen, lobt der Rezensent, Woolfs Notate in ein lebendiges Deutsch zu übertragen.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.