Sally Rooney: Gespräche mit Freunden (Conversations with Friends) (2017 / 2019)

Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen.

Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Francis immer stärker zu Nick hingezogen …

Ein intensiver Roman über Intimität, Untreue und die Möglichkeit der Liebe, eine hinreißende, kluge Antwort auf die Frage, wie es ist, heute jung und weiblich zu sein.

Hardcover, 379 pages
Published July 20th 2019 by Luchterhand (first published May 25th 2017)
Original Title Conversations with Friends
ISBN 3630875416 (ISBN13: 9783630875415)
Edition Language German

en.wikipedia – Sally Rooney

Protagonisten

Ich-Erzählerin Frances und ihre beste Freundin und ehemalige Liebhaberin Bobbi, beide 21, beide Literaturstudentinnen, lernen das arrivierte Paar Melissa und Nick kennen.

Melissa ist eine bekannte, attraktive Kulturjournalistin, und mit ihren 37 Jahren, ihrem großen Haus und ihrem kulturellen Erfolg für Frances eine Mischung aus bedrohlich vollendet und verachtenswert alt.

Nick, ein bekannter Schauspieler, wird von anderen als "sehr groß" und "sehr passiv" beschrieben und wirkt für Frances von Beginn an vollkommen unwiderstehlich.

Bobby
Frances

"Ich war aufgeregt, bereit für die Herausforderung, in die Wohnung einer Fremden zu gehen, und legte mir schon ein paar Mienen und Komplimente zurecht, um charmant zu wirken."

Diese Kombination aus Unsicherheit, Verletzlichkeit und Narzissmus ist die härteste Waffe, die Frances im Umgang mit ihrem Umfeld hat - und ihre offene Flanke.

Melissa
Nick

 

en.wikipedia – Conversations with friends

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Literary Awards
Folio Prize Nominee (2018),

International Dublin Literary Award Nominee for Shortlist (2019)

SZ: Von der Liebe und anderen Ängsten. Sally Rooney landete mit ihrem Debüt gleich auf der Longlist des Man Booker Prize. Von Meredith Haaf 22. Juli 2019, 11:29 Uhr

FAZ: Dieses Elend könnte eine lustige E-Mail ergeben. Wie man lernt, sich selbst nicht mehr anzustarren: Sally Rooney legt mit ihrem Roman „Gespräche mit Freunden“ ein großes Debüt vor. Von Tilman Spreckelsen Aktualisiert am 21.07.2019-20:37

DLF: Liebe, Affären und alles dazwischen. Sally Rooney ist der neue Shootingstar der irischen Literatur. Warum sie so einen Hype ausgelöst hat, zeigt „Gespräche mit Freunden“. Ihr Debütroman ist sprachlich überraschend, schlagfertig, ironisch, warmherzig – und ein riesiges Lesevergnügen. Von Anne Kohlick Beitrag vom 25.07.2019

DLF: Sally Rooney: „Gespräche mit Freunden“ Geschichte ohne Fazit. In Irland, England und den USA ist die 28-jährige Sally Rooney bereits ein Shootingstar, bejubelt von Publikum wie Kritik. Nun erscheint ihr Debütroman über kapitalismusmüde Dubliner Millennials auch auf Deutsch. Ein berechtigter Hype? Von Miriam Zeh 23.07.2019

FR: Sally Rooney: „Gespräche mit Freunden“ – „Ich erklärte ihm, ich wolle den Kapitalismus zerstören“ Judith v. SternburgvonJudith v. Sternburg 21.08.19 15:38

The New Yorker: A New Kind of Adultery Novel. Sally Rooney’s début, “Conversations with Friends,” is a bracing study of ideas. But it’s even smarter about people. By Alexandra Schwartz July 24, 2017

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.11.2019
    Zunächst erweckt Rezensentin Nina Apin den Eindruck, als würde sie den Hype um Sally Rooneys Buch, der eigentlich ein sekundärer, aus Britannien übernommener Hype sei, etwas entgegensetzen wollen, aber dann schließt sie sich ihm doch an. Langweilig finden „geht nicht“ bei dieser Geschichte um zwei junge lesbische Freundinnen, die im intellektuellen London ihren Platz zu finden versuchen. Zwar findet Apin das „pseudointellektuelle Gelaber“ ein bisschen nervig, vieles vage oder unscharf und die Charaktere nicht wirklich überzeugend gezeichnet. Aber die präzise Schilderungen, der spannende Plot und die tollen Sexszenen reißen sie dann doch mit.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.08.2019
    Judith von Sternburg überlegt, ob Sally Rooneys jetzt auf Deutsch erscheinender Debütroman von 2017 etwas weniger stromlinienförmig hätte sein dürfen, unbändiger. Allerdings überwiegt bei der Rezensentin klar die Begeisterung für Rooneys schwer dialogisch angelegten Text über Lieben und Leben junger Menschen im frühen 21. Jahrhundert. Schon wie die Autorin den Ton ihrer Figuren trifft, scheint Sternburg enorm überzeugend. Wie Rooney außerdem die Abgeklärtheit und Diskursfreude ihrer Charaktere transportiert, wie sie selbstironisch und mit viel Subtext arbeitet, feministische Positionen, Orte, Situationen und sogar das Wetter glaubhaft beschreibt, findet Sternburg stark. Und Zoe Becks Übersetzung schmiegt sich dem lakonischen Ton an wie ein englischer Anzug, findet die Rezensentin.

    Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.08.2019
    Rezensentin Angela Schader liest Sally Rooneys gefeierten Debütroman mit gemischten Gefühlen. Einerseits gefällt ihr der Mix aus Schrägem und Konvention im Text, bei den Figuren und in der Mehrstimmigkeit aus Gesprächen, Chats und Mails, andererseits werden die Figuren dadurch für sie nicht immer vielschichtiger. Der Grund dafür könnte laut Schader aber auch am dargestellten unterkühlten intellektuellen Milieu liegen, in dem Gefühle und menschliche Nähe eher ironisiert als offen ausgesprochen bzw. praktiziert werden. Dieser kühle Unterstrom im leicht erzählten Text erscheint Schader wiederum als schöne Ambivalenz.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.07.2019
    Nach der Lektüre von Sally Rooneys Debütroman weiß Rezensentin Anne Kohlick, weshalb die junge irische Autorin derzeit von aller Welt gefeiert wird. Auch in der deutschen Übersetzung ist „Gespräche mit Freunden“ ein absoluter Lesegenuss, so die begeisterte Rezensentin. Rooney erzählt darin von Frances und ihrer besten Freundin Bobbi, die gemeinsam Literatur studieren und auf Poetry Nights auftreten, wo sie eines Abends eine ältere Schriftstellerin und später deren Ehemann Nick kennenlernen. Zwischen den vier Figuren entwickelt sich bald ein komplexes Geflecht von Beziehungen und Emotionen, von dem die Ich-Erzählerin in einer klaren und minimalistischen Sprache erzählt, mit sehr viel Witz und Ironie. Literarisch kann sie dabei immer wieder mit originellen Vergleichen und wenigen aber dafür umso präziser beschriebenen Details glänzen, so Kohlick. Frances‘ Erzählhaltung und Ton in diesem dialoglastigen Text passen zu ihrem verzweifelten Bemühen cool, selbstbewusst und unabhängig zu wirken und ihre Gefühle zu unterdrücken, obwohl sie sich bewusst ist, welche emotionalen Auswirkungen ihr Verhalten auf sie selbst und andere hat. Somit ist Rooneys Roman auch ein ehrlicher und warmherziger Entwicklungsroman und natürlich ein „riesiges Lesevergnügen“, so die überschwängliche Rezensentin.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 24.07.2019
    Wie lässt sich heute Wirklichkeit beschreiben? So wie Sally Rooney es macht, findet Miriam Zeh. Radikale Verknappung und Verzicht auf dramaturgische Allmacht und Vollständigkeit liegen diesem Erzählen laut Zeh zugrunde. Wie die Autorin zwischen ihren Protagonisten und Diskursen hin- und herspringt und sich an ihre Lebenswelten heranzoomt, findet Zeh dabei durchaus lesenswert, wenngleich die Figurenkostellation auf sie abgedroschen wirkt und das Erzählen manchmal allzu süffig daherkommt, so Zeh. Die Dialoge erscheinen Zeh allerdings weitgehend kunstvoll und feinsinnig. Die Autorin schreibt zwar kein Generationenporträt (laut Zeh geht es vor allem um eine urbane, gebildete Mittelschicht), legt aber eine für soziale Ungleichheit sensible Zeitdiagnose vor, so die Rezensentin.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2019
    Tilman Spreckelsen lernt in Sally Rooneys Debütroman die Tücken des Gesprächs kennen. Was Heimlichkeiten und plötzliche Offenbarungen auslösen können und auf welch unterschiedliche Weisen sich dennoch miteinander reden lässt, erfährt er anhand eines einfachen Settings: Ein paar Freunde in einem Ferienhaus in der Bretagne. Besonders interessant erscheint Spreckelsen jedoch das Ungesagte in den Dialogen, Chats oder Diskussionen der Freunde, wie ein Bild vom jeweils anderen entsteht und wieso es oft nicht der Wahrheit entspricht. Es geht um Lügen, wandelbare Emotionen und Verschleierungstechniken, Normen und Ansichten in diesem Buch, erklärt der Rezensent. Wie Rooney all das darstellt, scheint ihm virtuos.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2019
    Meredith Haaf findet den Hype um Sally Rooney berechtigt. Rooneys im englischen Original 2017 erschienener Roman überzeugt sie durch eine große Virtuosität beim Darstellen von Emotionen und Erfahrungen. Der Entwicklungsroman über eine komplexe Dreiecksbeziehung verfügt laut Haaf nicht nur über eine große Dynamik, Komik und Bandbreite der Kommunikationsweisen, wie Rooney zugleich sinnlich und analytisch Klassen-, Macht- und Geschlechterverhältnisse verhandelt, das zeugt von einem warmen, lebendigen Intellekt und viel Empathie für die Figuren, findet Haaf.

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