John Updike: Wie war’s wirklich (2000)

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Zwölf Kurzgeschichten sowie der letzte Teil der Rabbit-Serie. Mehrere Handlungsstränge kommen hier zusammen, wenn Harry „Rabbit“ Armstrongs Nachfahren die Erinnerung an den Toten wach zu halten versuchen und gleichzeitig ihre eigenen Lebensläufe mit allen Komplikationen und Konflikten weiterführen.

In this brilliant late-career collection, John Updike revisits many of the locales of his early fiction: the small-town Pennsylvania of Olinger Stories, the sandstone farmhouse of Of the Farm, the exurban New England of Couples and Marry Me, and Henry Bech’s Manhattan of artistic ambition and taunting glamour.

To a dozen short stories spanning the American Century, the author has added a novella-length coda to his quartet of novels about Harry “Rabbit” Angstrom. Several strands of the Rabbit saga come together here as, during the fall and winter holidays of 1999, Harry’s survivors fitfully entertain his memory while pursuing their own happiness up to the edge of a new millennium.

Love makes Updike’s fictional world go round—married love, filial love, feathery licks of erotic love, and love for the domestic particulars of Middle American life.

(Rabbit Angstrom #5)

Hardcover, 256 pages
Translater Maria Carlsson
Published September 28th 2005 by Rowohlt Verlag GmbH (first published November 7th 2000)
Original Title Licks of Love: Short Stories and a Sequel, „Rabbit Remembered“
ISBN 3498068806 (ISBN13: 9783498068806)

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.06.2004
    Ein Buch wie ein „Cocktailempfang“ fiel Rezensentin Katharina Döbler mit John Updikes neuem Erzählband in die Hände. Ein Buch, das Geschichten von Menschen erzählt, die einem bekannt vorkommen wie die Gäste eines Klassentreffens. All die „Dons und Davids“ schildern auf 250 Seiten das Sex- und Seelenleben des weißen Mittelstandsamerikaners von der Ostküste, und dabei werde man das Gefühl nicht los, dass das „eigentlich schon Dutzende von Büchern lang so geht“. Doch Updike wird damit für die Rezensentin nicht langweilig, sondern zum „Chronisten“ seiner Generation, der mit „einer stupenden Gewandtheit“ Wahrheiten verkündet. Für Leute, die die Kontinuität eines Autors schätzen, ist Updike damit ein Markenartikel der literarischen Versiertheit“.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.05.2004
    Die gewöhnliche Libido steht nach Ansicht Willi Winklers im Zentrum von John Updikes Romanen und Erzählungen, und das schon seit fünf Jahrzehnten. „Unversehens“ sei Updike darüber „alt geworden“, was man auch seinem neuen Erzählband „Wie war’s wirklich“ anmerke. Ob der aus vielen Updike-Geschichten bekannte Schriftsteller Harry Bech auf Lesungen Frauen wieder trifft, mit denen er vor Jahrzehnten mal geschlafen hat, oder ob ein Vertreter in New York ein Abenteuer mit einer jungen Frau anzettelt – Updike bescheide sich in den Erzählungen dieses Bandes mit dem „Parfüm der frühen Erregungen, der Erinnerung an die Straßen der Vororte mit den Ehefrauen, die er (oder sein jeweiliger Held) begehrte“, findet Winkler. Im großen und ganzen scheinen ihm die melancholischen Erinnerungen an die Zeiten intakter Libido bestens gefallen zu haben. Allerdings tut Updike des Guten bisweilen zu viel: „Manchmal sind diese nostalgischen Erzählungen aber nur sentimental“, urteilt Winkler, „schwelgen ohne das geringste Gefühl in Reihungen“, die „bis tief in die Fünfziger hinabreichen, als Amerika noch puritanisch, aber offenbar keineswegs unglücklich war“.

    Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.03.2004
    Über das „Wiedersehen mit dem Autor als altem Bekannten“ freut sich Andreas Merkel, der just seine eigene Weltfremdheit auf die jahrelange Beschäftigung mit Autoren der Zerrissenheit zurückführt, da er nun endlich weiß, was ihm die ganze Zeit gefehlt hat: „Updike mit seiner wohlmeinenden Milde, seinem konservativen Optimismus und seiner menschlichen Güte“. Vollends unspektakulär und mit dem Charme eines chauvinistischen und dennoch liebenswürdigen Großvaters erzähle „der notorische Fast-Nobelpreisgewinner“ zwölf Geschichten über den Sex vergangener Tage. „Wie war’s wirklich“ erinnert an die Zeit, „als die großen Erotomanen der US-Literatur sich am Vorabend der Revolution aufmachten, die Frauen und Leser zu erobern“, schreibt Merkel, der sich merklich erleichtert und dankbar zeigt für die „kostbaren Augenblicke“ des Buchs, „in denen man sich beim Lesen in der Welt ausnahmsweise ein bisschen zu Hause fühlen darf“. Besonders gut gefällt unserem Rezensenten die Erzählung „New-York-Girl“. Sie ist eine Hommage an die Stadt und erzählt von dem Seitensprung eines Handlungsreisenden mit einer Galeristin, der ihn „‚wieder auf Kurs'“ bringt.

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