Jean Echenoz: Envoyée spéciale / Unsere Frau in Pjöngjang: Roman (2016 / 2017)

27918875. sx318 Constance étant oisive, on va lui trouver de quoi s’occuper. Des bords de Seine aux rives de la mer Jaune, en passant par les fins fonds de la Creuse, rien ne devrait l’empêcher d’accomplir sa mission. Seul problème : le personnel chargé de son encadrement n’est pas toujours très bien organisé.

Autour de l’enlèvement de Constance, son héroïne, l’écrivain tisse un dispositif romanesque complexe et génial. Voyage entre Paris, Pyongyang et la Creuse.

Mélange indistinct de modestie et d’aristocratique désinvolture, Jean Echenoz aime à définir ses romans comme des « machines à fiction », des « mécaniques bricolées ». Soit, mais pas si bricolées que ça, disons plutôt des mécanismes de haute précision, divinement conçus, réglés avec une minutie d’horloger suisse et huilés par un humour hautement métaphysique à la Chaplin. La pièce centrale du nouveau dispositif échenozien, de la radieuse « machine à fiction » qui sous-tend Envoyée spéciale, se nomme Constance.

Reste que l’intrigue d’Envoyée spéciale est résolument rétive à tout résumé. Ce n’est pas qu’on s’en moque, loin de là, au contraire, des aventures de Constance, qui la mèneront jusqu’à Pyongyang – cela, on peut le révéler sans déflorer le suspense. On est même captivé, littéralement fasciné par le génial dispositif romanesque dont Jean Echenoz tire ici les ficelles. On croirait entendre l’écrivain soudain prendre la parole lorsque au coeur du livre un agent des services secrets (car, oui, la DGSE, ou quelque officine de ce genre, est mêlée à toute cette affaire, et Envoyée spéciale est un roman d’espionnage) se félicite : « Tout est en place et chacun joue sa partie. Ils n’ont aucune idée de ce qu’ils font, mais ils font tout comme je l’avais prévu. » Plus sophistiquée, plus maîtrisée que jamais, la « machine à fiction » de Jean Echenoz est une incomparable fabrique de sortilèges…

Nathalie Crom, Télérama

Paperback, First Edition, 313 pages
Published January 7th 2016 by Les Éditions de Minuit
Original Title Envoyée spéciale
ISBN 2707329223 (ISBN13: 9782707329226)
Edition Language French

38603909Constance, attraktiv, ungebunden, einem Abenteuer nicht abgeneigt, wird überfallen und verschleppt – im Auftrag des französischen Geheimdienstes: Sie soll die Schlüsselrolle in einer riskanten Mission spielen. Ziel: die Destabilisierung Nordkoreas.

Constance erweist sich als Idealbesetzung und läuft in Pjöngjang als Geliebte eines hochrangigen Funktionärs zur Hochform auf. Doch als ihre Entführer plötzlich versuchen, ihr zur Flucht zu verhelfen, läuft alles aus dem Ruder.

Einige Verfolgungsjagden und Schießereien später weiß niemand mehr, wer hier welche Strippen zieht und warum.

„Unsere Frau in Pjöngjang“ ist in jeder Zeile beides: Agentenroman und dessen Unterwanderung – und vor allem ein grandioses Spiel.

Hardcover, 285 pages
Published 2017 by Hanser (first published January 7th 2016)
Original Title Envoyée spéciale
ISBN13 9783446256798
Edition Language German

Jean Echenoz – de.wikipedia.org

ZEIT: Ein Schlager erobert die Welt. „Unsere Frau in Pjöngjang“: Extrem viel Action in Jean Echenoz’ Agententhriller, aber die Hauptrolle spielt die Sprache. Von Ronald Düker 8. November 2017

DLF: Lehrstück über die Abgründe internationaler Diplomatie. Der französische Autor Jean Echenoz spielt gerne mit den literarischen Genres. Er hat schon Krimis, Spionage-, Reise- oder Künstlerromane geschrieben, die doch keine waren. Auch mit „Unsere Frau in Pjöngjang“ erweist er sich als raffinierter literarischer Spieler, bei dem man vorher nie weiß, worauf man sich einlässt. Von Dina Netz 07.12.2017

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.11.2017
    Jean Echenoz‘ Roman „Unsere Frau in Pjöngjang“ ist kein „gewöhnlicher“ Krimi, warnt Rezensent Ronald Düker vor. Auch die Handlung spielt in der Geschichte um die gelangweilte Komponisten-Gattin Konstanze, die vom französischen Geheimdienst zunächst entführt und nach einer Gehirnwäsche nach Nordkorea geschickt wird, um vor Ort einen Politkader zu verführen, trotz aller Spannung eher eine Nebenrolle, fährt der Kritiker fort. Vielmehr mache Echenoz den Kriminalroman durch seine literarische Raffinesse zum „Gedicht“, schwärmt Düker: Ob der Autor voller Ironie den Dialog mit dem Leser sucht, mit den Genres spielt, ein Feuerwerk der Actionszenen zündet oder sich auf dem „literarischen Grabbeltisch“ bedient, um Klischees und abgegriffene Formulierungen zu reproduzieren – dem Rezensenten hat die Lektüre eine diebische Freude bereitet. Und wie präzise Echenoz Nordkorea skizziert, ringt Düker ohnehin größte Anerkennung ab.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2017
    Martin Halter ahnt, dass für einen Agentenroman aus Nordkorea eine Portion surrealistischer Wahn nötig ist, beim Autor wie beim Leser. Jean Echenoz liefert seinen Teil recht gründlich, meint Halter, der sich am Ende der Lektüre zwar etwas genarrt fühlt, aber den Spaß des Autors beim Verfassen der Geschichte um eine Mata Hari aus Paris, die in Pjöngjang die Revolution anschieben soll, durchaus nachvollziehen kann. Der Spaß besteht laut Halter vor allem darin, auf Erzähllogik zu pfeifen und als Erzähler mit Kommentaren, Fragen und Bedenken kräftig mit- und die Story mit Exkursen über Elefantenbrunst, Fische mit Ohren und allerhand Allotria aufzumischen. Einen Plot dürfe der Leser nicht erwarten, so Halter, dafür aber eine postmoderne Agentenromanparodie mit Tagesaktualität.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.10.2017
    Rezensent Fritz Göttler liest Jean Echenozs Spionagegeschichte mit Sinn fürs Absurde daran. Und er erkennt, wie gut Echenozs manipuliertes Erzählen dazu passt. Was real, was ausgedacht ist, kann hier keine so große Rolle spielen, vermutet der Rezensent. Dementsprechend leicht kippt die Geschichte um eine für den Spionagedienst in Nordkorea ausgewählte Dame immer wieder ins Absurde, meint Göttler. Dem Leseglück des Rezensenten steht das nicht im Weg

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.10.2017
    Sabine Vogel kommt gut klar mit dieser Erzählung von Jean Echenoz, auch wenn der Autor seinem leicht surrealen, in Nordkorea spielendem Agententhriller so einiges an absurden Wendungen und Verkettungen auflädt. Nein, mit banaler Kausalität sollte man dem Text nicht kommen, rät sie. Auch wenn das Ganze etwas schrullig daherkommt, all die Knallchargen, die der Autor auffährt, um ein veritables Chaos zu veranstalten – am Ende hat Vogel mit den vielen Erzählern, die sich ihrer Sache so gar nicht sicher sind, ihren Spaß gehabt.

    Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2017
    Jean Echenoz ist weit mehr als ein Meister des Realismus, versichert Rezensent Albrecht Buschmann, der einmal mehr staunt, wie brillant der französische Autor Flaubert mit Diderot vereint. Denn Echenoz dechiffriert die Wirklichkeit, weiß der Kritiker, der in diesem handlungsreichen Thriller einem alternden General und einem jungen Offizier folgt, die an der Entführung einer unbescholtenen Frau beteiligt sind, um diese schließlich als Agentin nach Nordkorea zu schicken. Neben der Detailverliebtheit des Autors bewundert der Rezensent insbesondere, wie Echenoz immer wieder die fiktionale Ebene bricht, indem er etwa den Erzähler den Leser direkt ansprechen lässt. Und wie Hinrich Schmidt-Henkel Echenoz‘ ebenso kunstfertige wie lakonische Sprache in der deutschen Übersetzung zum Tanzen bringt, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab.

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