Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann (2017)

https://i2.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1503301459l/35274984._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.

›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan.

Hardcover, 319 pages
Published July 18th 2017 by Dumont
Original Title Was man von hier aus sehen kann
ISBN 3832198393 (ISBN13: 9783832198398)
Edition Language German

ZEIT: Wie ein Okapi. Mariana Leky erzählt von der Schönheit des Lebens. Von Jacqueline Thör. 23. August 2017, 17:01 Uhr DIE ZEIT Nr. 35/2017, 24. August 2017

DLF: Komplexitätsreduktion im Westerwald. In ihrem dritten Roman erzählt Mariana Leky von Liebe und Tod. Große Themen, für die sich die Handlung in ein kleines Dorf im Westerwald zurückzieht. Damit stieß Leky auf viele kaufwillige Leser und jubelnde Kritiker. Unsere Rezensentin kann sich da nicht einreihen. Von Miriam Zeh 25.08.2017

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.09.2017
    Rezensentin Susanne Lenz fühlt sich in Mariana Lekys Roman um die zehnjährige Luise wie in einem Märchen, so verzaubert und skurril ist die Stimmung in dem kleinen Ort im Westerwald, in dem der Roman hauptsächlich spielt. Die Bewohner des Dorfes sind – wie in allen kleinen Dörfern – sehr neugierig -, aber statt das Wissen übereinander bösartig auszunutzen, versucht hier jeder dem anderen, zu helfen, beschreibt die Kritikerin vergnügt. Allerdings missfällt Lenz Lekys Neigung, in Kitsch abzurutschen und irgendwann kann auch einem Leser der sich auf ihren blumigen Ton eingelassen hat, ihre „fortwährende Niedlichkeit“ zu weit gehen.

    Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.08.2017
    Jedesmal wenn Großmutter Selma in Mariana Lekys Roman „Was man von hier aus sehen kann“ im Traum ein Okapi begegnet, stirbt jemand aus ihrem Dorf – und das ist nicht das einzige fantastische Element, das in diesem auch sprachlich „wundersamen“ Roman auftaucht, meint Rezensentin Jacqueline Thör. In drei Teilen erzählt Leky vom 10. bis zum 35. Lebensjahr von Luise, die bei ihrer Großmutter und deren bestem Freund, einem Optiker in einem kleinen Dorf im Westerwald aufwächst, berichtet die Kritikerin und staunt, wie die Autorin in ihrer Geschichte um ihre Heldin, die immer wieder mit dem Tod konfrontiert wird, „Kitsch“ und Düsternis meidet. Bei so viel Orginalität, Fantasie und psychologischem Feingefühl verzeiht die Rezensentin auch gern kleine sprachliche „Kollateralschäden“.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.07.2017
    Jörg Magenau kann nichts Schlechtes finden am Schreibschulhaften in Mariana Lekys drittem Roman. Im Gegenteil, Regeln wie die vom Gewehr, das auch benutzt werden muss, taucht es im Text erst einmal auf, anverwandelt sich die Autorin laut Magenau auf originelle Weise. Spannend bleibt es und überraschend, versichert er, wenn die Autorin sorgfältig konstruiert eine Liebesgeschichte aus dem Westerwald erzählt, die auch der Tod streift und allerhand Übersinnliches, ein wenig Kitsch, aber auch Herzenswärme, wie der Rezensent versichert.

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