Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 1: Eine Idee erscheint (2018)

36959565. sy475 Nach der Trennung von seiner Frau reist ein erfolgreicher junger Maler ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in das abgelegene Haus eines berühmten Künstlers zurück. Eines Tages erhält er ein lukratives Angebot: Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach einigem Zögern nimmt er an, und Wataru Menshiki sitzt ihm fortan Modell. Doch der Ich-Erzähler findet nicht zu seiner alten Fertigkeit zurück. Wer ist dieser Mann, dessen Bildnis er keine Tiefe verleihen kann? Durch einen Zufall entdeckt der Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde. Es trägt den Titel ›Die Ermordung des Commendatore‹. Er ist wie besessen von dem Bild, mit dessen Auffinden zunehmend merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen, so als würde sich eine andere Welt öffnen. Mit wem könnte er darüber reden? Er kennt nur Menshiki, doch soll er sich ihm wirklich anvertrauen? Als er es tut, erkennt der Ich-Erzähler, dass Menshiki einen ungeahnten Einfluss auf sein Leben hat.

Ursula Gräfe (Translator)
Kindle Edition, 480 pages
Published January 20th 2018 by DUMONT Buchverlag (first published February 24th 2017)
Original Title   [Kishidancho Goroshi #1]
ISBN13 9783832198916
Edition Language German

Band 2 – Eine Metapher wandelt sich

wikipedia.de

SPON: Zero Action, aber der Sex ist gut. Ein Maler entdeckt ein altes Gemälde, dem eine Figur entsteigt: In „Die Ermordung des Commendatore“ blinzelt der literarische Weltstar Haruki Murakami meisterhaft zwischen Halluzination und Realität. Von Anne Haeming 26.01.2018

DLF: Schwebezustand zwischen Fantastik und Realismus. Ende dreißig, Künstler, aber weder charismatisch noch exzentrisch: Ein typischer Murakami-Antiheld steht im Zentrum seines neuen, zweibändigen Romans. Darin wird ganz lakonisch ein cleveres, oft komisches Spiel mit Spiegeln und Doppelgängern, Magie und Realität, Mysterien und Psychologie präsentiert. Von Maik Brüggemeyer 08.04.2018

ZEIT: In der Stille des Wäldchens. „Die Ermordung des Commendatore“, der zweibändige Roman des japanischen Weltbestsellerautors Haruki Murakami, will ein Überlebensbuch für die kalte Gegenwart sein. Jetzt bietet Teil zwei eine Hades-Tour und eine Jungfrauengeburt. Von Iris Radisch 29. Mai 2018

ZEIT: Oper oder Bratpfanne? Der einzige Nachteil von Haruki Murakamis neuem Roman „Die Ermordung des Commendatore“ ist, dass sein zweiter Teil erst im April erscheint. Bis dahin bleiben alle Fragen offen. Von Ronald Düker 24. Januar 2018

FAZ: Als Profi hervorragend, als Künstler ein Versager Von Tilman Spreckelsen – Aktualisiert am 25.01.2018

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.01.2018
    Rezensent Ronald Düker möchte am liebsten in die perfekt gestalteten Räume, die Haruki Murakami stets in seinen Romanen erschafft und die für ihn eigentlich eher „Zustände“ sind, einziehen. Denn neben allen Bizarrerien, mit den auch Murakamis neuer Roman aufwartet – zu nennen wäre etwa eine 60 Zentimeter große Figur, die aus dem titelgebenden Bild springt und „geschwätzige“ Witze reißt, wie Düker verrät – findet er hier jene Stille, in die sich Murakamis Helden gern zurückziehen. Der namenlose Protagonist erscheint ihm wie ein Wiedergänger von Balzacs Porträtmaler Frenhofer aus dem Roman „Das unbekannte Meisterwerk“, die im Roman angelegten Rätsel steigern die Spannung und Erwartung des im April erscheinenden zweiten Teils ins Unermessliche und Murakamis poetische Sätze rufen einmal mehr Nobelpreis! gen Schweden, schwärmt Düker.

    Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2018
    Ganz überzeugt ist Rezensent Paul Jandl nicht von Haruki Murakamis neuester Geschichte um einen Protagonisten, der sich nach einer gescheiterten Ehe in das Haus eines alten Künstlers verflüchtigt, wo er sich das Lüften eines Rätsels um ein mysteriöses Bild zur Aufgabe macht. Von Murakamis Schreibstil, schwer zu folgende Schachtelsätze mit eher platten Umschreibungen abzulösen, kann sich Jandl nicht hinreiß?en lassen und würde sich beim Thema Kunst mehr Grundwissen als esoterische Mystifikation wünschen. Mitunter sind die Sexszenen dermaßen abgedroschen, dass der Roman „in der Kategorie ‚Schlechter Sex in Büchern'“ gleich mehrere Nominierungen erhalten könne, so Jandl.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2018
    Ein verunsicherter und haltloser Held, der offenherzig und doch diskret erzählt, eine mysteriöse Geliebte und viel Geheimnis – alle Zutaten für einen typischen Murakami sind im ersten Teil der neuen Trilogie angelegt, verrät Rezensent Tilman Spreckelsen. Und doch gibt es eine Neuerung: Erstmals dreht sich ein Roman des japanischen Schriftstellers vollständig um einen Künstler, einen namenlosen Maler in einer Schaffenskrise, der über das Auftragsporträt für den rätselhaften Herrn Menshiki zu sich und seinem Stil zurückfindet, resümiert der Kritiker. Fasziniert beobachtet der Rezensent zudem, wie Murakami das Sujet des titelgebenden Gemäldes mit Handlung und Vergangenheit seines Helden verwebt. Vor allem aber liest er diesen, wie er findet, reifen Roman als kluge Reflexion über die Kunst.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.01.2018
    Martin Oehlen bekommt einen echten Haruki Murakami mit diesem neuen Roman aus der Hand des Meisters, fesselnd, originell und sogar witzig. Das Porträt eines Malers am Ende einer Beziehung scheint ihm mit allen bekannten Zutaten der Bücher Murakamis aufzuwarten, kontemplatives Schaudern angesichts des untergründigen Donners im Realen inklusive. Dass der Autor sich nicht lumpen lässt und gleich einen Zweiteiler plant (Forsetzung folgt!), findet Oehlen besonders toll, auch wenn (oder gerade weil) das Ende vorerst mehr als offen bleibt.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.01.2018
    Als „diskreten Zauberer“ würdigt Rezensent Burkhard Müller Haruki Murakami, dessen erster Band der neuen Trilogie „Die Ermordung des Commendatore“ nun in laut Müller gewohnt brillanter Übersetzung von Ursula Gräfe auf Deutsch vorliegt. Erzählt wird die Geschichte eines 36-jährigen Malers, der sich nach privaten und beruflichen Misserfolgen in ein Berghäuschen zurückzieht, zunächst einem mysteriösen Herren in schneeweißer Farbe begegnet, der ihn mit einem Porträt beauftragt und schließlich auf dem Dachboden ein nicht minder mysteriöses Gemälde entdeckt, das den Titel der Trilogie trägt und auf den Großkomtur aus Mozarts „Don Giovanni“ anspielt, resümiert der Kritiker. Einmal mehr bewundert er Murakamis Vermögen, aus den emotionalen Fehlstellen seiner Figuren kraftvolle emotionale Funken zu schlagen, Geheimnisse auf der Oberfläche zu lüften, um darunter Rätsel zu verdichten und den Leser somit immer wieder mitten ins Mark zu treffen.

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