Die Wohlgesinnten …

shift. : NS-Täter

Auch wenn ich noch nicht weiß, was ich von Jonathan Littells Wohlgesinnten halten werde, weil das Buch noch ungelesen auf meinem Schreibtisch liegt – eines ist jetzt schon ein Pluspunkt: Der Rummel um das Fiction-Täter-Buch hat den Spiegel immerhin dazu veranlasst, einen Artikel zur Täterfrage (Wie werden aus ganz normalen Menschen Massenmörder) zu schreiben, der ausnahmsweise state of the art ist: Der neue Spiegeltitel Die Täter. Warum so viele Deutsche zu Mördern wurden, nimmt die wichtigsten Befunde und Theorien des derzeitigen Forschungsstandes auf (Harald Welzer, Dieter Pohl, Michael Wildt) und ist auf jeden Fall jedem angeraten, der sich aus welchen Gründen auch immer, nicht durch Harald Welzers Täterbuch Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden kämpfen mag.

Siehe auch: hier

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2 Kommentare

  1. akpe

    Mai 15, 2008 um 8:14 am

    Bestseller-Autor Littell erklärt die Nazis

    In „Die Wohlgesinnten“ versetzt sich Jonathan Littell in die Perspektive eines NS-Intellektuellen. Im Gespräch mit Historikern in Berlin erzählt Littell, dass Filme und Comics sein Bild von den Nazis genauso beeinflussen wie die Wissenschaft. Und dann erläutert er die These der „verschobenen Sexualität“.

    Die Welt

  2. akpe

    Oktober 4, 2008 um 2:56 pm

    Littell besucht Georgien. Wohlgesinnt im Kaukasus

    Von Jürg Altwegg, Genf
    04. Oktober 2008

    Als Littell kam, war der Krieg schon wieder vorbei. Ein paar frische Leichen hat der Autor des Romans „Die Wohlgesinnten“ dennoch gefunden. Am Rande eines Dorfes stößt der Reisetrupp auf einen umgestürzten Kleintransporter. Das Blech ist durchlöchert: „Scherben und Ausweise liegen herum. Die Leiche eines Mitfahrenden liegt im Garten. Die Fotografen und Kameramänner stürzen sich unter Einsatz ihrer Ellbogen auf den Kadaver und filmen ihn. Doch ihre Bilder sind sinnlos, denn die Leiche ist viel zu entstellt, um gezeigt werden zu können. Total schwarz verkohlt, von Würmern zerfressen, sie verströmt einen Geruch, den nichts wiedergeben kann.“

    FAZ

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