Fred Vargas: Un lieu incertain / Der verbotene Ort (2008 / 2009)

6385850„Alle Welt glaubt daran, junger Mann. Jeder fürchtet, dass in der Nacht ein Grabstein sich heben und ein kalter Hauch ihm über den Nacken streichen könnte. Und niemand denkt, dass die Toten gute Gefährten sind. An Vampire zu glauben ist nichts anderes.“

Ein grausiger Fund auf einem Friedhof in London, ein kaltblütiger Mord in Paris und ein mysteriöser Brief führen Kommissar Adamsberg in seinem neuen Fall an den Ursprung einer alten Legende, den Quell menschlicher Ängste.

Ein internationaler Polizeikongress führt Kommissar Adamsberg und seinen Adlatus Danglard nach London. Bei einer abendlichen Sightseeingtour durch die schillernde Metropole machen die beiden Franzosen einen grausigen Fund: Vor dem ebenso berühmten wie berüchtigten Friedhof Highgate entdecken sie siebzehn fein säuberlich aufgereihte Schuhe, in denen herrenlos gewordene Füße stecken.

Und zurück in Paris, wird Adamsberg zum Schauplatz eines fürchterlichen Verbrechens gerufen: Pierre Vaudel, pensionierter Jurist, wurde auf unerklärlich gnadenlose Weise in seinem Haus hingerichtet; als einziges Indiz verweist ein kryptischer Brief auf ein serbisches Dörfchen.

So wenig den schaurigen Fund in London und den Mord in Paris verbinden mag, so hellhörig wird Adamsberg, als Danglard behauptet, unter den Schuhen von Highgate die seines serbischen Onkels wiedererkannt zu haben. Adamsberg nimmt die Fährte auf und reist in das einstige Transsilvanien, das Ursprungsland des Vampirglaubens, wo Wagemut und Unbedachtheit ihn an die Grenze von Leben und Tod bringen.

Waltraud Schwarze (Übersetzer)

Hardcover, 423 pages
Published April 23rd 2009 by Aufbau (first published 2008)
Original Title Un lieu incertain
ISBN 3351032560 (ISBN13: 9783351032562)
Edition Language German

 

3542521Un lieu incertain

– Bien, dit Clyde-Fox en se rechaussant. Sale histoire. Faites votre job, Radstock, allez voir ça. C’est un tas de vieilles chaussures posées sur le trottoir. Préparez votre âme. Il y en a une vingtaine peut-être, vous ne pouvez pas les manquer.
– Ce n’est pas mon job, Clyde-Fox.
Bien sûr que si. Elles sont alignées avec soin, les pointes dirigées vers le cimetière. Je vous parle évidemment de la vieille grille principale.
– Le vieux cimetière est surveillé la nuit. Fermé pour les hommes et pour les chaussures des hommes.
– Eh bien elles veulent entrer tout de même, et toute leur attitude est très déplaisante. Allez les regarder, faites votre job.
– Clyde-Fox, je me fous que vos vieilles chaussures veuillent entrer là-dedans.
– Vous avez tort, Radstock. Parce qu’il y a les pieds dedans.

Il y eut un silence, une onde de choc désagréable. Une petite plainte sortit de la gorge d’Estalère, Danglard serra les bras. Adamsberg arrêta sa marche et leva la tête.

Paperback, 383 pages
Published June 25th 2008 by Viviane Hamy (first published 2008)
Original Title Un lieu incertain
ISBN 2878582853 (ISBN13: 9782878582857)
Edition Language French

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.05.2009
    Das ist große Europäische Literatur!“, seufzt Rezensent Tobias Gohlis und gibt zudem die Ansicht zu Protokoll, auch der leidenschaftliche Krimileser Bert Brecht wäre von diesem Roman „entzückt“ gewesen. Den beschreibt er im Folgenden als Mischung aus „Vampir-, Schauer- und Abenteuererzählung“, „Polizeiermittlung und -verschwörung“. Bereits der Protagonist und ermittelnde Kommissar ist aus Rezensentensicht einzigartig: nämlich von Ängsten besessen, darunter die, das eigene Kind sei verdorben und er selbst könne lebendig begraben werden. Die Geschichte spielt in London, aber auch in einem serbischen Dorf, wie man liest. Beeindruckt ist der Rezensent auch von der „federnd-tänzelnden Sprache“, dem märchenhaft-fantastischen Ton, in dem das Buch verfasst ist.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.05.2009
    Sylvia Staudes Kritik ist eigentlich eine Hommage an die französische Krimiautorin Fred Vargas. Über den neuen Roman erfährt man nur soviel: Es geht irgendwie um Vampire, aber dann vielleicht doch nicht, denn, wie Staude schreibt, in Vargas‘ Büchern wird das Mysteriöse zwar kunstvoll heraufbeschworen, aber am Ende immer irdischer Aufklärung zugeführt. Held ist der schon aus früheren Romanen bekannte Kommissar Adamsberg, der diesmal bügelnd seinen ersten Auftritt hat. Auch der Sound der Autorin gefällt Staude: In ihrer Art zu schreiben „steckt Musik“.

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