Robert Seethaler: Der letzte Satz (2020)

54685248An Deck eines Schiffes auf dem Weg von New York nach Europa sitzt Gustav Mahler. Er ist berühmt, der größte Musiker der Welt, doch sein Körper schmerzt, hat immer schon geschmerzt.

Während ihn der Schiffsjunge sanft, aber resolut umsorgt, denkt er zurück an die letzten Jahre, die Sommer in den Bergen, den Tod seiner Tochter Maria, die er manchmal noch zu sehen meint.

An Anna, die andere Tochter, die gerade unten beim Frühstück sitzt, und an Alma, die Liebe seines Lebens, die ihn verrückt macht und die er längst verloren hat. Es ist seine letzte Reise.

„Der letzte Satz“ ist das ergreifende Porträt eines Künstlers als müde gewordener Arbeiter, dem die Vergangenheit in Form glasklarer Momente der Schönheit und des Bedauerns entgegentritt.

Hardcover, 128 pages
Published August 3rd 2020 by Hanser Berlin
Original Title Der letzte Satz
ISBN 3446267883 (ISBN13: 9783446267886)
Edition Language German

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FAZ: Gustav Mahler, ein Höllenhund am Pult. Robert Seethalers neuer Roman „Der letzte Satz“ schafft es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Darin bricht Gustav Mahler zu seiner letzten Fahrt auf. Der Autor lässt jedoch Tiefe vermissen. Von Alexander Košenina – Aktualisiert am 25.08.2020

ZEIT: Neben Schiffsmotoren. Im neuen Roman von Robert Seethaler nimmt der Komponist Gustav Mahler auf einer Atlantiküberquerung Abschied vom Leben. Eine Rezension von Ijoma Mangold 29. Juli 2020, 16:54 Uhr DIE ZEIT Nr. 32/2020, 30. Juli 2020

SZ: Mahler fröstelte. Wahrheit gibt es nur im Unendlichen: In Robert Seethalers neuem Roman „Der letzte Satz“ zieht der Komponist Gustav Mahler eine durchwachsene Lebensbilanz. Von Felix Stephan 1. August 2020, 11:36 Uhr

Literaturkritik: Hypertext und Basso continuo. In „Der letzte Satz“ von Robert Seethaler blickt Gustav Mahler auf sein Leben zurück. Von Anne Amend-Söchting Letzte Änderung: 01.11.2020

DLF Kultur: Wie Gustav Mahlers Musik einen Roman inspiriert. Frank Meyer im Gespräch mit Robert Seethaler – Vor 30 Jahren hörte Robert Seethaler erstmals Musik von Gustav Mahler. Diese Erinnerung habe ihn nie wieder losgelassen, sagt der Schriftsteller. So sei es zu seinem Roman „Der letzte Satz“ über Mahler gekommen. Beitrag vom 04.08.2020

DLF: Gustav Mahler, von Liebesschmerz gequält. Unglücklich in der Liebe, sterbenskrank, ein Außenseiter: Das Leben des berühmten Komponisten Gustav Mahler ist reich an Tragik. Robert Seethaler schildert ihn in seinem neuen Roman als verzweifeltes Genie, das sich trotz aller Widerstände durchsetzt. Zu Mahlers Musik hat er aber wenig zu sagen. Von Wolfgang Schneider 04.08.2020

NDR: Gustav Mahler auf seiner letzten Reise .Mit seinen Büchern „Ein ganzes Leben“ oder „Der Trafikant“ hat Robert Seethaler schon die Herzen vieler Leserinnen und Leser erobert. Der österreichische Schauspieler, Drehbuchautor und Schriftsteller hat die große Gabe, mit einem unverwechselbaren Erzählton, der ganz einfach daherzukommen scheint, sehr komplexe Lebensläufe darzustellen. In seinem neuen Roman begleitet er den Schöpfer der vielleicht gewaltigsten Symphonien der Musikgeschichte, Gustav Mahler, auf seiner letzten Reise vor seinem Tod. von Annemarie Stoltenberg 04.08.2020 06:00 Uhr

SWR2: Robert Seethaler – Der letzte Satz. Gustav Mahler am Ende seines Lebens, auf der Überfahrt von New York nach Europa. Robert Seethaler legt einen Künstlerroman vor, in dem er versucht, dem großen Komponisten aus dessen Erinnerungen und Gedanken heraus nahe zu kommen. Von Jörg Magenau So, 2.8.2020 17:05 Uhr, SWR2 Lesenswert Magazin, SWR2

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.09.2020
    Für die Rezensentin Judith von Sternburg spielt Robert Seethaler mit seinem neuen Text unter seiner Liga. Dass der Autor in seinem Mahler-Buch weder die Musik behandelt noch Mahler mit der Psychoanalyse traktiert, findet die Rezensentin mindestens verblüffend. Immerhin nicht überladen, weder zu nah noch zu fern, scheint ihr der Text, der Mahler auf seiner letzten Reise 1911 von den USA zurück nach Europa begleitet und ihn im Deckchair über sein Leben sinnieren lässt, geprägt von Schlichtheit, undramatisch das Wissen über den Komponisten abhandelnd und vielleicht ein bisschen allzu brav und zurückgenommen.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.08.2020
    Rezensent Wolfgang Schneider präpariert Robert Seethalers Erzähltechnik gnadenlos heraus: Alles Bedeutende wegschneiden, bis nur noch Nebensächliches übrig ist. So verfährt der Autor laut Schneider mit Mahlers Genie, das er auf Migräne und Schlaflosigkeit reduziert (von Musik keine Rede!), so macht er’s mit der Begegnung zwischen Mahler und Freud, die im Text zu nichts führt als zu wohlfeilen Ratschlägen über Zugluft. Übrig bleibt ein Mahler als Schmerzensmann, als „Figur der Fremdheit“, gekonnt inszeniert, aber auch etwas plakativ, findet Schneider.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2020
    Rezensent Alexander Kosenina liest Robert Seethalers knappen Mahler-Roman gern ein zweites Mal, auch wenn er sich mehr Einsichten in Mahlers Schaffen gewünscht hätte. Dass der Text, dessen Handlung sich auf Mahlers Überfahrt 1911 von den USA nach Europa beschränkt, dergleichen ausspart, wird für Kosenina aufgewogen durch Seethalers gekonnt verdichtete existenzielle Selbstgespräche des mit sich und seinem Verhältnis zu Alma hadernden und episodisch auf sein Leben zurückblickenden Komponisten. Stark erscheint Kosenina manche Szene, so die mit Mahler und Rodin in Paris, etwas mehr Irritation und Überraschung hätten dem Buch aber nicht geschadet, findet er.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.08.2020
    Die Reflexionen, die Robert Seethaler dem sterbenden Gustav Mahler hier angedeihen lässt, sollen den letzten Satz von Mahlers letzter inoffizieller Symphonie „Der Abschied“ literarisch fassbar machen, erklärt Rezensent Felix Stephan. Ihm zufolge zeigen sie Mahler aber letztlich nur als „neobürgerlichen Gegenwartsmenschen“, der in Erwartung des Todes seine mangelnde Work-Life-Balance bereut. Der Kritiker findet das nicht nur zu heutig gedacht: Dem „Inkommensurablen“, das Adorno an Mahlers Kompositionen so schätzte, kommt der Autor so auch nicht bei, moniert Stephan.

    Rezensionsnotiz zu Die Welt, 01.08.2020
    Rezensent Elmar Krekeler kennt Robert Seethaler als Virtuosen der Lakonie und großen Beschreiber kleiner Lebensläufe. Wenn der Autor sich nun gewohnt knapp Gustav Mahlers annimmt, greift er allerdings daneben, findet Krekeler. Wer etwas über den Komponisten erfahren möchte, lese Jens Malte Fischers Biografie oder höre die Neunte, so der Rezensent. Bei Seethaler, der Mahler sein Leben rekapitulieren lässt, bekommt der Leser vor allem „uninspirierte“ Dialoge, Musikalisches im „Liebhaberton“ und eine „überinstrumentierte“ Natur, meint Krekeler. Taugt als dichtes Biopic, erklärt er verknirscht.

    Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.07.2020
    Rezensent Ijoma Mangold nimmt Robert Seethalers Poetologie auseinander. Wie der Autor in seinem knappen Text um Gustav Mahlers letzte Reise von Amerika nach Europa im Jahr 1910 mit allen Mitteln versucht, dem Kitsch zu entgehen, belustigt Mangold geradezu. Dem Text aber tut das nicht gut, meint er. Zum einen, weil Seethaler in seiner Skrupulosität durchaus in weniger offensichtliche Kitsch-Fallen tritt, zum anderen, da der Autor aus oben genanntem Grund Mahlers Musik einfach komplett außen vor lässt. Das Bedeutungsschwangere, Sehnsucht, Liebe, Einsamkeit etc., lugt laut Mangold beständig hinter dem Geschehen hervor, wird aber unterdrückt. Wenn der Text gegen Ende doch noch „Fahrt aufnimmt“, ist der Roman auch schon zu Ende, bedauert Mangold.

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