Delphine de Vigan: Les gratitudes / Dankbarkeiten (2019/2020)

Les gratitudes by Delphine de Vigan

43890165. sy475 « Je suis orthophoniste. Je travaille avec les mots et avec le silence. Les non-dits. Je travaille avec la honte, le secret, les regrets. Je travaille avec l’absence, les souvenirs disparus, et ceux qui ressurgissent, au détour d’un prénom, d’une image, d’un mot. Je travaille avec les douleurs d’hier et celles d’aujourd’hui. Les confidences.
Et la peur de mourir.
Cela fait partie de mon métier.
Mais ce qui continue de m’étonner, ce qui me sidère même, ce qui encore aujourd’hui, après plus de dix ans de pratique, me coupe parfois littéralement le souffle, c’est la pérennité des douleurs d’enfance. Une empreinte ardente, incandescente, malgré les années. Qui ne s’efface pas. »

Michka est en train de perdre peu à peu l’usage de la parole. Autour d’elles, deux personnes se retrouvent : Marie, une jeune femme dont elle est très proche, et Jérôme, l’orthophoniste chargé de la suivre.
Paperback, 192 pages
Published March 6th 2019 by JC Lattès
Original Title Les gratitudes
ISBN 2709663961 (ISBN13: 9782709663960)
Edition Language French

France inter: Les „Gratitudes“ de Delphine de Vigan : de la littérature doudou ? par France Inter publié le 4 avril 2019 à 17h14 Après „Les Loyautés“ et avant, dit-on, „Les Ambitions“, voici „Les Gratitudes“ de Delphine de Vigan. Au „Masque & la Plume“, ce livre donne l’occasion de poser une question essentielle de la littérature française contemporaine : peut-on faire du roman avec des bons sentiments ?

France inter: Delphine de Vigan : „Vieillir, c’est apprendre à perdre“. La romancière Delphine de Vigan est l’invitée du Grand Entretien de la Matinale de France Inter à l’occasion de la parution de son nouveau roman, „Les Gratitudes“ chez Jean-Claude Lattès. lundi 11 mars 2019 par Nicolas Demorand , Léa Salamé

50347924. sy475 Michka, die stets ein unabhängiges Leben geführt hat, muss feststellen, dass sie nicht mehr allein leben kann. Geplagt von Albträumen glaubt sie ständig, wichtige Dinge zu verlieren. Tatsächlich verliert sie nach und nach Wörter, findet die richtigen nicht mehr und ersetzt sie durch ähnlich klingende. Die junge Marie, um die Michka sich oft gekümmert hat, bringt sie in einem Seniorenheim unter. Der alten Frau fällt es schwer, sich in der neuen Ordnung einzufinden. In hellen Momenten leidet sie unter dem Verlust ihrer Selbstständigkeit. Doch was Michka am meisten beschäftigt, ist die bisher vergebliche Suche nach einem Ehepaar, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Daher gibt Marie erneut eine Suchanzeige auf, und Michka hofft, ihre tiefe Dankbarkeit endlich übermitteln zu können.
Klarsichtig und scharfsinnig zeigt Delphine de Vigan, was uns am Ende bleibt: Zuneigung, Mitgefühl, Dankbarkeit. Und zugleich würdigt sie in ›Dankbarkeiten‹ all diejenigen, die uns zu den Menschen gemacht haben, die wir sind.

Doris Heinemann (Translator)
Hardcover, 176 pages
Published March 10th 2020 by DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG (first published March 6th 2019)
Original Title Les gratitudes
ISBN 3832181121 (ISBN13: 9783832181123)
Edition Language German

DLF: Viel möchte Michka Seld noch sagen. Doch die alte Frau verliert langsam ihre Sprache. Als kaum noch Worte übrig sind, erfüllen Marie und Logopäde Jerôme ihr einen letzten Wunsch. Von diesen endgültigen Dingen weiß Delphine de Vigan auf leichte Art zu erzählen. Von Bettina Baltschev Donnerstag, 05.08.2021

DLF Kultur: In „Dankbarkeiten“ erzählt Delphine de Vigan von Michka, der im Alter die Sprache abhanden kommt. Stattdessen entwickelt sie starke Emotionen für das Ehepaar, das sie als Kind vor den Nazis gerettet hat – und möchte sich bei ihnen bedanken. Beitrag vom 01.04.2020 Von Birgit Koß
SWR2 Hörspiel: Ein Kammerspiel über menschliche Würde und Empathie zwischen den Generationen: Michka Seld, eine alte Dame von 84 Jahren, kann nicht mehr allein leben. Ihre Aphasie, der Verlust ihres Sprachvermögens, bereitet ihr lähmende Ängste. Marie, eine frühere Nachbarin, für die Michka wie eine Großmutter ist, bringt sie in einem Seniorenheim unter. Dort bekommt Michka Hilfe von Jérôme, der mit ihr Sprachübungen macht. Doch was Michka am meisten beschäftigt, ist die bisher vergebliche Suche nach einem Ehepaar, dem sie ihr Leben zu verdanken hat und dem sie ihre tiefe Dankbarkeit übermitteln möchte. Ausgezeichnet zum „Hörspiel des Monats Juli 2021“ von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste Jenny König (Marie) / Hedi Kriegeskotte (Michka) / Nico Holonics (Jérôme)

Please rate this

1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2020
    Niklas Bender hält Delphine de Vigan für die große Therapeutin der französischen Gegenwartsliteratur: Immer wieder greife sie in ihren Romanen sozialpolitische Probleme wie Magersucht, elterliche Depression oder kindlichen Alkoholismus auf, informiert er. In ihrem neuen Roman „Dankbarkeiten“ widmet sie sich dem körperlichen und seelischen Verfall in Alter. Gerade zur rechten Zeit, meint Bender, denn Corona zeige, wie sehr wir die Altenpflege vernachlässigt haben. Der Roman hat den Rezensenten aber auch sehr berührt, weil er ihn emotional sehr stimmig findet und in seinen Dialogen auch sprachlich sehr präzise. Dass die Geschichte um die alternde Mishka und das junge Paar, das sich bei ihrer Pflege findet, ein wenig rührselig daherkommt, geht für den wohlwollenden Rezensenten in Ordnung.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.04.2020
    Rezensentin Bettina Baltschev empfiehlt Delphine de Vigans Roman allen Pessimisten und Grantlern. Die Autorin nämlich schafft es laut Baltschev mit ihrer Geschichte um eine demente jüdische Dame und ihre beiden selbstlosen Helfer ein Plädoyer für ein dankbares Miteinander zu schreiben. Auch wenn der Text die großen Fragen ums Erinnern und Vergessen, um Sterben und Dankbarkeit höchstens anreißt und die Figuren auffällig eindimensional bleiben, wie die Rezensentin einräumt, vermag er auf sie doch zu wirken wie „heilender Saft“.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 02.04.2020
    Rezensentin Birgit Koß zeigt sich tief berührt von Delphine de Vigans Roman über das, was sie eines der wichtigsten „zwischenmenschlichen Güter“ nennt: die Dankbarkeit. Erzählt wird darin die Geschichte von Michka, einer alten Dame, die langsam ihre Sprache verliert und angesichts dieses fortschreitenden Verlusts plötzlich das dringende Bedürfnis verspürt, ihre Dankbarkeit auszudrücken. Diese gilt vor allem einem alten Ehepaar, das sie als Kind vor den Nazis versteckt hatte, lesen wir. Also machen sich ihre zwei jüngeren Freunde Marie und Jerome auf die Suche, um Michka diesen letzten Wunsch zu erfüllen. Erzählt wird sehr dialoglastig mal aus Maries, mal aus Jeromes Perspektive, so die Rezensentin. Dabei gelingt es der Autorin, durch klug gewählte Buchstabendreher und Wortvertauschungen, Assoziationen bei Koß zu wecken, die über den Text hinausweisen. Auf diese Weise macht Vigan es ihrer Protaginistin möglich, trotz Aphasie mit den Wörten zu spielen. Eine Lektüre, die nachhaltig bewegt, findet die Rezensentin.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.