Leïla Slimani: Le Pays des autres / Das Land der Anderen (2020 / 2021)

50819580. sx318 En 1944, Mathilde, une jeune Alsacienne, s’éprend d’Amine Belhaj, un Marocain combattant dans l’armée française. Après la Libération, elle quitte son pays pour suivre au Maroc celui qui va devenir son mari. Le couple s’installe à Meknès, ville de garnison et de colons, où le système de ségrégation coloniale s’applique avec rigueur. Amine récupère ses terres, rocailleuses ingrates et commence alors une période très dure pour la famille. Mathilde accouche de deux enfants : Aïcha et Sélim. Au prix de nombreux sacrifices et vexations, Amine parvient à organiser son domaine, en s’alliant avec un médecin hongrois, Dragan Palosi, qui va devenir un ami très proche. Mathilde se sent étouffée par le climat rigoriste du Maroc, par sa solitude à la ferme, par la méfiance qu’elle inspire en tant qu’étrangère et par le manque d’argent. Les relations entre les colons et les indigènes sont très tendues, et Amine se trouve pris entre deux feux : marié à une Française, propriétaire terrien employant des ouvriers marocains, il est assimilé aux colons par les autochtones, et méprisé et humilié par les Français parce qu’il est marocain. Il est fier de sa femme, de son courage, de sa beauté particulière, de son fort tempérament, mais il en a honte aussi car elle ne fait pas preuve de la modestie ni de la soumission convenables. Aïcha grandit dans ce climat de violence, suivant l’éducation que lui prodiguent les Soeurs à Meknès, où elle fréquente des fillettes françaises issues de familles riches qui l’humilient. Selma, la soeur d’Amine, nourrit des rêves de liberté sans cesse brimés par les hommes qui l’entourent. Alors qu’Amine commence à récolter les fruits de son travail harassant, des émeutes éclatent, les plantations sont incendiées : le roman se clôt sur des scènes de violence inaugurant l’accès du pays à l’indépendance en 1956.

Paperback, 368 pages
Published March 5th 2020 by Gallimard
Original Title Le pays des autres
ISBN 2072887992 (ISBN13: 9782072887994)
Edition Language French

Setting Morocco

Franceinter: Pourquoi „Le pays des autres“ de Leïla Slimani a-t-il divisé les critiques du Masque & la Plume ? par France Inter publié le 10 mars 2020 à 11h26 Prix Goncourt 2016, Leïla Slimani se lance dans une saga familiale à la croisée de l’histoire franco-marocaine et de l’histoire de sa famille : „Le pays des autres“ (Gallimard) est le premier tome de la trilogie. Elle y traduit un nouveau style d’écriture qui a divisé les critiques en deux camps d’avis différents.

Libération: Un amour autre au «Pays des autres» Leïla Slimani fait revivre sa grand-mère, jeune Alsacienne éprise d’un soldat marocain des troupes alliées. par Alexandra Schwartzbrod publié le 6 mars 2020 à 18h16

 

 

58131548. sy475 Mathilde, eine junge Elsässerin, verliebt sich am Ende des Zweiten Weltkriegs in Amine Belhaj, einen marokkanischen Offizier im Dienst der französischen Armee. Die beiden heiraten und lassen sich in der Nähe von Meknès nieder, am Fuß des Atlas-Gebirges, auf einem abgelegenen Hof, den Amine von seinem Vater geerbt hat. Während er versucht, dem steinigen Boden einen kargen Ertrag abzutrotzen, zieht Mathilde die beiden Kinder groß. Voller Freiheitsdrang hatte sie den Aufbruch in ein neues, unbekanntes Leben gewagt und muss doch bald ernüchternde Erfahrungen machen: den alltäglichen Rassismus der französischen Kolonialgesellschaft, in der eine Ehe zwischen einem Araber und einer Französin nicht vorgesehen ist, die patriarchalischen Traditionen der Einheimischen, das Unverständnis des eigenen Mannes. Aber Mathilde gibt nicht auf. Sie kämpft um Anerkennung und ihr Leben im Land der Anderen.

Amelie Thoma (Translator)
Kindle Edition, 385 pages
Published May 24th 2021 by Luchterhand (first published March 5th 2020)
Original Title Le pays des autres
ISBN 2072887992 (ISBN13: 9782072887994)
Edition Language German

Setting Morocco

NDR Kultur: Lebendig und packend: Slimanis Roman „Das Land der Anderen“ Leïla Slimani erzählt in „Das Land der Anderen“ von einer Elsässerin, die am Ende des Zweiten Weltkriegs einen aus Marokko stammenden Offizier der französischen Armee heiratet und mit ihm in dessen Heimat zieht. von Heide Soltau Stand: 26.05.2021 07:59 Uhr

SZ: Leïla Slimanis Roman „Das Land der Anderen“:Von der Freiheit. Den Posten als französische Kulturministerin soll Leïla Slimani ausgeschlagen haben. Stattdessen schreibt sie Bücher, die zu Bestsellern werden. So wie ihr neuer Roman „Das Land der Anderen“. Von Birthe Mühlhoff 24. Mai 2021, 8:52 Uhr

DW: Leïla Slimani erzählt vom „Land der Anderen“ Frankreichs Bestsellerautorin Leïla Slimani blickt tief in die Abgründe der Kolonialzeit in Marokko. Und erzählt dabei die Geschichte ihrer eigenen Familie. „Sie war sehr mutig, sie sprach Arabisch und die Berbersprache. Sie war eine lustige, eine unabhängige Frau, die uns immer viele Geschichten auftischte.“ Leïla Slimanis neuester Roman „Das Land der Anderen“, der in Frankreich die Bestsellerlisten anführt, ist inspiriert vom Leben ihrer Großmutter. Als blonde, blauäugige Französin aus dem Elsass im Osten Frankreichs ist sie nach dem Zweiten Weltkrieg nach Marokko ausgewandert, um dort Slimanis Großvater zu heiraten. Dort erlebte sie hautnah die Folgen der französischen Kolonialherrschaft. Datum 06.08.2021 Autorin/Autor Christine Lehnen Themenseiten Marokko, Prix Goncourt Schlagwörter Leïla Slimani, Prix Goncourt, französische Literatur, französischer Kolonialismus, Marokko, Geschichte, historischer Roman

DFL Kultur: In ihrem neuen Buch taucht die Schriftstellerin Leila Slimani in die französisch-marokkanische Historie ein. „Das Land der Anderen“ ist der erste Band einer geplanten Trilogie. Moderation: Frank Meyer Beitrag vom 01.06.2021

DLF: Fugenlose Herkunftsscham Verachtung schlägt dem jungen Paar entgegen – sie Französin, er Marokkaner und einen guten Kopf kleiner als sie. Im Kampf um die Unabhängigkeit Marokkos Mitte der 50er geraten Mathilde und Amine zwischen die Fronten. Leïla Slimani widmet ihren Großeltern den ersten Teil ihrer Familientrilogie. Von Nora Karches 08.06.2021

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.06.2021
    Von Erfahrungen in und mit anderen Kulturen erzählen viele zeitgenössische Romane, meint Rezensent Stefan Michalzik, ungewöhnlich an Leila Slimanis Roman aber ist unter anderem die Richtung der Auswanderungsbewegung: Ihr neuer Roman spielt in den Vierzigern, eine junge, lebenshungrige Französin namens Mathilde zieht frisch verheiratet mit ihrem Ehemann, einem marokkanischen Offizier in das sogenannte französische „Protektorat“. Schnell stellt sie fest, dass sie auch hier nicht von jenen „häuslichen Pflichten“ befreit sein wird, vor denen sie geflohen ist. Mehr noch: Ihr Mann stellt sich bald als regelrechter Patriarch heraus, das Leben auf dem Land in Marokko ist härter als gedacht, zudem haben die beiden sowohl in Frankreich als auch in der neuen Heimat zunehmend mit rassistischer Diskriminierung zu kämpfen – umso stärker, je mehr sich die Auseinandersetzungen mit den Besatzern aufgrund der Unabhängigkeitsbestrebungen häufen, resümiert Michalzik. Slimani erzählt davon schlicht, diskret und mit aller gebotener Differenziertheit. Das Gesellschaftliche verwebt sie geschickt und leichthändig mit dem Persönlichen, so Michalzik. Ein Roman, der gerade in seiner Nüchternheit „fulminant“ wirkt, schließt der angetane Rezensent.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.06.2021
    Rezensentin Nora Karches liest Leila Slimanis neuen Roman mit Gewinn. Auch wenn der Text ihr fast „zu glatt“ erscheint und sie der Protagonistin nicht wirklich nahe kommt, findet sie ihn wichtig. Slimanis zur Zeit des marokkanischen Unabhängigkeitskampfes spielende Familiengeschichte über ihre Großeltern, sie Französin, er Marokkaner, ist für Karches ein multiperspektivisches historisches Fresko, das trotz großer Unterschiede zu Slimanis Texten über die Pariser Bourgeoisie laut Rezensentin sich wiederum mit Machtverhältnissen auseinandersetzt. Wie die Großmutter in Marokko mit eigenen kolonialen Denkmuster kämpft, beschreibt die Autorin laut Karches ohne Schwarz-Weiß-Malerei und pädagogischen Eifer.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.05.2021
    Rezensentin Sigrid Brinkmann erfährt in Leila Slimanis Roman eine Menge über die Funktionsweisen von Herabsetzung und Hass. Der erste Band von Slimanis Trilogie über die Geschichte Marokkos von 1945 bis 2015 führt Brinkmann ins erste Nachkriegsjahrzehnt und zu den Unabhängigkeitsbestrebungen des Landes. Wie die Autorin die Historie mit der Entwicklung eines „gemischten“ Paares verknüpft, mit alltäglichen Erfahrungen kultureller Differenz und Assimilation, findet Brinkmann klug und feinsinnig.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.05.2021
    Rezensentin Birthe Mühlhoff findet Gefallen an Leïla Slimanis neuem Roman. Die französisch-marokkanische Bestsellerautorin erzählt hier (angelehnt an die Geschichte ihrer Großeltern, aber das ist Mühlhoff zufolge nicht wichtig) vom Marokkaner Amine und seiner Frau Mathilde aus dem Elsass, die während der Unabhängigkeitsbewegung in Marokko ab 1953 zwischen den Stühlen stehen. Dass dabei wenig passiert (ohne dass die Plotlosigkeit jedoch zum Programm erhoben würde), stört für die Rezensentin nicht die Spannung, die sich aus Slimanis nüchterner Schilderung verschiedener Perspektiven ergebe, hervorragend übersetzt von Amelie Thoma, so Mühlhoff. Auch die Frage, wer hier eigentlich „die Anderen“ sind – die Marokkaner, die französischen Siedler, oder vielleicht die Männer? – findet die Kritikerin interessant. Ein außergewöhnlich „freier“ und „fast unheimlich eleganter“ Roman, schließt sie.

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