Alexander Gorkow: Die Kinder hören Pink Floyd (2021)

Die Kinder hören Pink FloydSchau in die Welt, Junge, nicht in den Himmel!

Die 70er-Jahre. Eine Vorstadt. Das Westdeutschland der letzten Baulücken, der verstockten Altnazis, der gepflegten Gärten. Die Kriegsgräuel sind beiseitegeschoben, zum Essen geht es in den Balkan Grill, die Einbauküche daheim überzeugt durch optimale Raumnutzung.

Für den 10-jährigen Jungen aber ist es eine Welt der Magie, der geheimen Kräfte, des Kampfs des Bösen gegen das Gute.

Der Leitstern des Jungen in diesem Kampf ist die große Schwester – das Kind Nr. 1 der Familie. Sie ist herzkrank und sehr lebenshungrig. Mit trockenem Humor und großer Aufsässigkeit stemmt sie sich gegen alle Bedrohungen, nicht zuletzt mithilfe der vergötterten Band Pink Floyd aus dem fernen London, den Kämpfern gegen das Establishment, deren Songs alles zum Glänzen bringen.

Hardcover, 192 pages
Published February 11th 2021 by Kiepenheuer & Witsch
ISBN 3462052985 (ISBN13: 9783462052985)
Edition Language German

Alexander Gorkow

DLF: „Die Pyramide am Himmel sehen“. Außer Schulzoff, Balkan-Grill und Fernsehen hat der Vorstadt-Alltag für den Zehnjährigen Erzähler wenig zu bieten. Bis er 1976 mit seiner großen Schwester „Kontakt“ zur Rock-Band Pink Floyd aufnimmt. Die Phantasie des Jungen nimmt Fahrt auf und zündet ein Feuerwerk süffisanter Kurzschlüsse. Von Christoph Vormweg 14.05.2021

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 15.05.2021
    Dass der Düsseldorfer Vorstadt-Alltag der siebziger-Jahre durchaus literaturtauglich ist, wenn man ihn aus Kinderperspektive beschreibt, lernt Rezensent Christoph Vormweg aus dem autobiografischem Roman des SZ-Kollegen und -Feuilletonchefs Alexander Gorkow. Geradezu verzückt wirkt der Rezensent, wie charmant und sprachlich schlank der Autor von seinen Kindheitseindrücken zu berichten weiß, vom täglichen Smalltalk des Vaters mit dem Nachbarn, dem gemeinsamen Pink-Floyd-Hören mit der großen Schwester oder von der kindlichen Verwirrung, wenn die „Gesichtspunkte eines Deutschen“ in Rainer Barzels Gesicht auf dem Buchcover nicht aufzufinden sind. Ein Roman, der den Rezensenten die siebziger Jahre „von innen heraus“ verstehen lässt und ihn mit „brillanten“ Beschreibungen von Nichtigkeiten und „süffisanten Kurzschlüssen“ der kindlichen Fantasie begeistert.

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