Jan Bürger: Zwischen Himmel und Elbe: Eine Hamburger Kulturgeschichte (2020)

55230347. sy475 Hamburg gewann nicht durch Fürsten Bedeutung und auch nicht durch den Klerus. Die Hansestadt wuchs allein durch den Handel und galt für Reisende und Auswanderer lange als Tor zur Welt.

Im Schatten seines riesigen Hafens wurde Hamburg besonders in den vergangenen 150 Jahren zum Schmelztiegel der Kulturen. Dabei wird sein vielfältiges künstlerisches Leben oft übersehen. Mit den städtischen Bahnlinien als Orientierungshilfe erkundet Jan Bürger Hamburgs einzigartige Geschichte, vom Grindel bis zur Mönckebergstraße, von der Elbphilharmonie bis nach Blankenese.

Kenntnisreich und voller Überraschungen erzählt er von Schriftstellern und Gelehrten, Musikern und Malern, von der Gründung der Universität, innovativen Museen und rauschenden Künstlerfesten.

Hardcover, 384 pages
Published August 27th 2020 by C.H. Beck
ISBN13 9783406758140
Edition Language German

URL
https://www.chbeck.de/buerger-zwischen-himmel-elbe/product/31064170

Jan Bürger

DLF: Hamburg für Anfänger. Der Literaturwissenschaftler Jan Bürger folgt Motiven und Menschen durch Hamburg für ein Stadtporträt. Er hat ein Talent für schillernde Zitate und springt gelenkig durch die Jahrhunderte. Doch wichtige Aspekte der Stadtgeschichte bleiben unerzählt. Von Fabian Wolf Beitrag vom 31.10.2020

ZEIT: Mit der U-Bahn zu Telemann, Rühmkorf und den Beatles. Eine Stadt der Pfeffersäcke – aber erstaunlich reich an Kunst: Jan Bürgers grandiose Hamburger Kulturgeschichte. Von Ulrich Greiner 22. Dezember 2020, 16:44 Uhr

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.12.2020
    Sehr freundlich, ja, fast begeistert schreibt Rezensent Ulrich Greiner über die Anlage und Ausführung dieses kundigen Buches. Geordnet sei es nicht chronologisch oder nach Kunstgattungen, sondern nach dem U-Bahn-Plan, und das findet der Kritiker schon mal eine „ebenso simple wie geniale Idee“. Dass immer wieder auch auf den tiefen Riss in der Geschichte der Künste und Künstler durch die NS-Verwüstungen hingewiesen wird, weiß Greiner ebenso zu würdigen wie den Blick auf das jüdische Hamburg und die „Medienstadt“. Ein Buch von einem, der Hamburg kennt und liebt, urteilt er befriedigt.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2020
    Rezensent Till Briegleb meint, dass Kulturgeschichte in einer Stadt, die sogar ihren Dom abreißen ließ, aufwendig gesucht werden müsse, bevor man als darum bemühter Autor endlich etwas findet – und selbst dann sei es vor allem Spott. Jan Bürger, selbst „Hamburger Jung“, sucht anhand der S- und U-Bahnstationen nach den Berühmtheiten der Stadt, und findet sie ab 1721 mit Georg Philipp Telemann eher im musikalischen und literarischen Leben der Stadt. Mit Brahms und Lessing, Heinrich Heine und Udo Lindenberg samt Hans Henny Jahnn und Horst Janssen schlägt er sich tapfer, meint Briegleb. Ein bisschen „schluckaufartig“ werden Episoden und Anekdoten hervorgeholt, wenige Wissenschaftler und Erfinder kommen vor, vieles kommt zu kurz, einiges wird arg lang, findet der Rezensent, und verabschiedet sich dennoch lobend mit einer Liedzeile, die natürlich nicht fehlen darf, nämlich die „Reeperbahn nachts um halb eins“.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 31.10.2020
    Für den Rezensenten Fabian Wolf taugt Jan Bürgers Hamburger Kulturgeschichte vor allem für Beginner. Ihnen serviert der fleißig Quellen auswertende Autor laut Wolf spritzige Literaten-Zitate und Leitmotive, wie etwa Hamburgs Part beim intellektuellen Wiederaufbau des Landes, sowie „gelenkige“ Sprünge durch die Stadtgeschichte. Der fortgeschrittene Hamburg-Fan und -Flaneur vermisst allerdings schmerzlich Seitenblicke auf schwule und migrantische Kulturen, Arbeiterstadt und eine differenziertere Darstellung des „Feuersturms“, meint Wolf.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2020
    Rezensentin Hannah Bethke hält Jan Bürgers Hamburger Kulturgeschichte für einen Wurf. Spaß macht ihr nicht zuletzt die Idee, Hamburg über sein öffentliches Verkehrsnetz zu erschließen, was die Leserin mit Hilfe des abgedruckten HVV-Plans am liebsten gleich nachvollziehen möchte. Ausgehend von den Haltestellen erzählt der Autor laut Rezensentin von Hamburg als zwischen Nutzen und Schönheit hin- und hergerissenem Zentrum der Künste, berichtet von Theater- und Kirchenbauten und -abrissen, Lesegesellschaften, von Bomben und Wiederaufbau, literarischen Zirkeln, Spiegelaffäre und Reeperbahn. Alles andere als langweilig, findet Bethke. Nur die Arbeiterbezirke, Horn und Billstedt etwa, scheinen ihr allzu stiefmütterlich behandelt.

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