Nora Bossong: Gesellschaft mit beschränkter Haftung (2012)

16120150Ein Vermögen überdauert drei Generationen: Die erste verdient es, die zweite bewahrt es, die dritte bringt es durch. Was aber passiert in der vierten?

Luise Tietjen, 27 Jahre alt, erbt das, was sie nie gewollt hat: Tietjen und Söhne, Jahresumsatz 38 Millionen, Tendenz stark rückläufig. Luise muss die Firma retten, die mit ihren Handtüchern einst das kaiserliche Heer ausstattete, deren alten Werte heute aber niemanden mehr interessieren.

Und sie muss ihren in New York untergetauchten Vater nach Hause holen.

Doch als sie ihn endlich gefunden hat, ist es bereits zu spät.

Nora Bossong, eine herausragende junge Autorin aus Deutschland, erzählt vom Aufstieg und Fall eines Familienunternehmens.

Hardcover, 304 pages
Published August 27th 2012 by Carl Hanser Verlag
ISBN 3446239758 (ISBN13: 9783446239753)
Edition Language German

DLF: Großes menschliches Theater. Insbesondere die Form des Familienunternehmens habe sie interessiert, meint die Autorin Nora Bossong zu ihrem neuen Roman „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“. Der Roman erzählt von Intrigen, Komplotten und Verwicklungen und verstrahlt dabei bewusst die Klaustrophobie eines Kammerspiels. Von Claudia Kramatschek | 30.01.2013

DLF Kultur: Unterkühlte Sachlichkeit. Nora Bossong beschreibt den Niedergang eines in Essen angesiedelten Familienunternehmens über mehrere Generationen hinweg. Manche Rezensenten haben das Ergebnis bereits mit Thomas Manns „Buddenbrooks“ verglichen. Unser Kritiker findet das Buch dagegen: ein bisschen langweilig. Besprochen von Jörg Magenau 16.11.2012

Literaturkritik.de: Gezeugt für die Firma. „Buddenbrooks“ als Vorbild: Nora Bossongs Roman „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“
Von Oliver Pfohlmann Erschienen am: 26.03.2013

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2013
    Mit viel Lob bespricht Rezensentin Alexandra von Arx den dritten Roman der deutschen Lyrikerin und Prosaautorin Nora Bossong, der unter dem Titel „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ erschienen ist. Erzählt wird die Geschichte des Unternehmers Kurt Tietjen, der in dritter Generation ein Textilunternehmen mit 250 Angestellten leitet und bei einer New York-Reise spontan entscheidet, sein altes, verantwortungsvolles Leben gegen ein freies Dasein ohne Vermögen einzutauschen. Die Kritikerin liest hier nicht nur eine „kriminalistisch angehauchte“ Familientragödie, sondern lobt den Roman auch als brillante Schilderung einer sich verändernden Unternehmenskultur: In historischen Rückblenden erfährt sie etwa, dass die Firma gierig und skrupellos mit jeder deutschen Regierung Geschäfte machte, während heute billige Produktion in Südostasien, Verwendung von krebserregenden Giftstoffen oder die Ausbeutung von Mitarbeitern auf der Tagesordung stehen. Diesen feinsinnig konstruierten und gewissenhaft recherchierten Roman, der nicht zuletzt ethische und gesellschaftspolitische Fragen beleuchtet, kann die Rezensentin nur unbedingt empfehlen.

    Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.10.2012
    Als „kühl“ und „elegant“ würdigt Katharina Granzin den Stil, in dem Nora Bossong den Niedergang einer Unternehmerdynastie beschreibt und von dem die Rezensentin sichtlich fasziniert ist. Die Geschichte von Luise Tietjen, Erbin einer großen Handtuchfabrik, die feststellen muss, dass das Erbe von der Elterngeneration unter nicht ganz geklärten Umständen durchgebracht wurde, offenbart sich in ihren tragischen Dimensionen erst zum Ende hin, was ebenso für den wortspielerischen Charakter des Romantitels zutrifft, notiert Granzin. Sehr gerne würde sie Mitleid mit der glücklosen Erbin aufbringen, doch ist ihr hierfür das offenbar bestens ausgestattete literarische Instrumentarium der Autorin zuvor. Diese dirigiert die Rezensentin geradewegs in die „sonderbar unmenschliche Parallelwelt“ der oberen Unternehmensetagen, in denen alles streng kalkulierenden Blicken unterworfen ist. Dort angekommen, fröstelt es die Rezensentin schließlich doch hinreichend, um sich am Ende doch noch leise seufzend um Luise Tietjen zu grämen.

    Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012
    In große Fußstapfen steigt die Autorin laut Rezensentin Felicitas von Lovenberg mit diesem Familienroman über eine Frotteedynastie aus Essen. Thomas Manns Stapfen sind es aber nicht, dafür fällt die Milieubeurteilung hier allzu gegenwärtig und unpsychologisch aus, wie Lovenberg erklärt. Hymnisch aber widmet sich die Autorin gleichfalls nicht ihrem Personal, eher kritisch kursorisch, verweilend dann auf dem Patriarchen, der schließlich die Flucht antritt aus dem Firmen- und Familienleben. Wie Nora Bossong das erzählt, findet Lovenberg leichtfüßig, doch entschieden analytisch betreffend Charaktere und Stimmungen. Wenn mitunter Klischees auftauchen, so nur, weil eine Figur dies nötig hat, meint Lovenberg.

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