Rolf Lappert: Leben ist ein unregelmäßiges Verb (2020)

54554937. sy475 Rolf Lapperts großer Roman über Freundschaft, Verlust und den Trost der Erinnerung.

Eine Aussteiger-Kommune auf dem Land, 1980: Die Behörden entdecken vier Kinder, die versteckt vor der Welt aufgewachsen sind. Ihre Schicksale werden auf Schlagzeilen reduziert, doch Frida, Ringo, Leander und Linus sind vor allem Menschen mit eigenen Geschichten.

Aus der Isolation in die Wirklichkeit geworfen, blicken sie staunend um sich. Und leben die unterschiedlichsten Leben an zahllosen Orten: In Pflegefamilien und Internaten, auf Inseln und Bergen, als Hassende und Liebende.

Wie finden sich Verlorene in der Welt zurecht?

In seinem ganz eigenen zärtlich-lakonischen Ton erzählt Rolf Lappert in diesem großen Roman wie man sich von seiner Kindheit entfernt, ohne sie jemals hinter sich zu lassen.

Hardcover, 992 pages
Published August 17th 2020 by Hanser Verlag
ISBN13 9783446267565
Edition Language German

SZ: Vier Kälbchen. Vier scheiternde Lebensentwürfe auf eintausend Seiten: Der Roman „Leben ist ein unregelmäßiges Verb“ des Schweizer Schriftstellers Rolf Lappert. „Leben“ ist, anders als der Titel behauptet, ein regelmäßiges Verb, aber der Autor meint es nicht grammatisch, und natürlich ist es ein schöner Titel. Auf ihn folgen fast 1000 Seiten, aber bei guter Lektüre, und das ist hier der Fall, verliert man keine Zeit, sondern gewinnt sie, und noch ein paar Leben dazu. 25. August 2020, 18:34 Uhr

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2021
    Rezensent Martin Halter hat großen Respekt vor Rolf Lapperts epischer Erzählweise. Allein die vielen anachronistischen Wörter und Metaphern im Text und der langsam mäandernde Weg von vier Ex-Hippiekommunarden ins „echte“ Leben, den Lappert à la John Irving beschreibt, ermüden den Rezensenten letztlich doch sehr. Wie liebevoll, detailgenau und vielseitig, mit Formaten wie Tagebuch, Minidrama, Interviews, der Autor seinen Figuren folgt, findet Halter aber dennoch besonders.

    Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2020
    Rezensent Paul Jandl steht Rolf Lapperts Roman recht ungnädig gegenüber: Zu ausufernd ist ihm die im Grunde interessante Geschichte über vier Kinder aus einer Hippie-Kommune, die nach deren Auflösung in den 80er Jahren plötzlich in der Gesellschaft zurechtkommen müssen. Dass der Leser die ihm vertraute Welt durch den „perspektivischen Knick“ der Figuren präsentiert bekomme, spricht laut Jandl zwar eigentlich schon für große Literatur. Leider führe aber Lapperts moralischer Anspruch, jedem seiner Protagonisten unbedingt gerecht zu werden dazu, dass alle Ereignisse gleich (un-)wichtig geraten, bedauert der Rezensent. Die Darstellung des Konflikts mit Autoritäten hält er zwar für gelungen, den knapp 1000-seitigen Roman insgesamt jedoch für einen „gemächlichen Strom voller Überflüssigkeiten“.

    Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.08.2020
    Rezensent Martin Ebel staunt, wie wenig ihn die Detailwut in Rolf Lapperts Geschichte um vier ehemalige Kommunarden zu Beginn der 1980er Jahre und ihren Weg in eine neue, ihnen unverständliche Umwelt stört. Auch wenn er nicht alles wissen muss, was der Autor in ungezählten Episoden, Miniaturen, Nebenfiguren anlegt und aus verschiedenen Perspektiven berichtet, ist Ebels Reaktion doch eher bewunderndes Staunen über diese enorme epische Breite. Dass Lappert zwar Sympathie für seine „Einsteiger“ hat, aber kein Ideologe ist, gefällt Ebel fast noch besser.

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