Corine Pelluchon: Ethik der Wertschätzung: Tugenden für eine ungewisse Welt / Ethique de la considération (ORDRE PHILOS) (2018 / 2019)

38321164. sx318 Pourquoi avons-nous tant de mal à changer nos styles de vie alors que plus personne ne peut nier que notre modèle de développement a un impact destructeur sur le plan écologique et social ni douter de l’intensité des violences infligées aux animaux ?

Relever ce défi implique de combler l’écart entre la théorie et la pratique en développant une éthique des vertus. Au lieu de se focaliser sur les principes ou sur les conséquences de nos actes, celle-ci s’intéresse à nos motivations concrètes, c’est-à-dire aux représentations et aux affects qui nous poussent à agir. Quels traits moraux peuvent nous conduire à être sobres et à avoir du plaisir à faire le bien, au lieu d’être constamment déchirés entre le bonheur et le devoir ?

L’éthique de la considération prend sa source dans les morales antiques, mais elle rejette leur essentialisme et s’appuie sur l’humilité et sur la vulnérabilité. Alors que Bernard de Clairvaux fait reposer la considération sur une expérience de l’incommensurable supposant la foi, Corine Pelluchon la définit par la transdescendance. Celle-ci désigne un mouvement d’approfondissement de soi-même permettant au sujet d’éprouver le lien l’unissant aux autres vivants et de transformer la conscience de son appartenance au monde commun en savoir vécu et en engagement. La considération est l’attitude globale sur laquelle les vertus se fondent au cours d’un processus d’individuation dont l’auteur décrit les étapes.

Corine Pelluchon est philosophe et professeur à l’université Paris-Est-Marne-La-Vallée. Elle est l’auteur d’une dizaine d’ouvrages, dont Les Nourritures. Philosophie du corps politique (Seuil, 2015), prix Édouard Bonnefous de l’Académie des Sciences morales et politiques et prix de l’essai Paris-Liège.

Kindle Edition, 270 pages
Published January 11th 2018 by Le Seuil
ASIN B078T2V1SS


51031889. sx318 sy475 Corine Pelluchon entwickelt eine Tugendethik, die uns hilft, mit den Herausforderungen unserer modernen Gesellschaften umzugehen. Dabei legt sie den Schwerpunkt nicht in erster Linie auf die Prinzipien unserer Handlungen. Vielmehr geht es ihr um unsere konkrete Motivation, um die Vorstellungen und Affekte, die uns dazu bringen, aktiv zu werden.

Diese Ethik der Besinnung hat ihre Quelle in den Moralphilosophien der Antike, aber lehnt deren Essentialismus ab. Stattdessen gründet sie sich auf Demut und der Erfahrung der Verletzlichkeit. Wo Bernhard von Clairvaux die Besinnung auf die Erfahrung der Unvergleichbarkeit und somit auf den Glauben stützt, definiert Pelluchon sie über die „Transdeszendenz“. So bezeichnet sie eine Selbstbetrachtung, durch die das Subjekt seine Verbindung zu den anderen Lebewesen wahrnimmt und durch die das theoretische Wissen um die Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Welt zum gelebten Wissen wird. Eine solche Haltung kann dazu führen, sich konkret zu engagieren.

Heinz Jatho (Translator)
Hardcover, 304 pages
Published April 1st 2019 by wbg Academic
ISBN13 9783534270712
Edition Language German

ZEIT: Wir brauchen Mut, um Angst zu haben. Was verbindet uns noch miteinander? Dass wir alle verletzliche Wesen sind, sagt die Philosophin Corine Pelluchon. Von Hilal Sezgin 24. Juli 2019

 
DLF Kultur: Moral ohne Zeigefinger. Die französische Philosophin Corine Pelluchon schreibt ohne moralistisches Gehabe eine „Ethik der Wertschätzung“. Leider wird ihr Hohelied auf Empathie recht vage, sobald es um Fragen der Ökonomie und des konkret Politischen geht. Von Marko Martin · 09.07.2019

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1 Kommentar

  1. Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.07.2019
    Rezensentin Hilal Sezgin hofft nur, dass uns noch genügend Zeit bleibt auf Erden, um Corine Pelluchons Vorschlag zu beherzigen und unsere Verletzlichkeit und die der tierischen und pflanzlichen Welt zu erkennen, um daraus Unruhe und Mut zu schöpfen, Demut, Anteilnahme und Taten. Gegen das Verzagen taugt das Buch laut Sezgin, gibt Hoffnung und schafft mit seiner Ethik der Wertschätzung über das Erkennen der eigenen Verletzlichkeit die theoretische Basis (Pelluchon vereint Ideen von Levinas, Arendt u. a. mit ihren eigenen Gedanken, erklärt die Rezensentin) für eine neue Haltung.

    Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.07.2019
    Auch wenn die Autorin nur vage Alternativen anzubieten hat zu einer wachstumsorientierten Ökonomie, möchte Marko Martin Corine Pelluchons Buch empfehlen. Genese und Praxis der Wertschätzung vermag die Autorin ihm klar und verständlich und ohne Apodiktik und Esoterik nahezubringen. Denker wie Bernhard von Clairvaux, Kant oder Richard Sennett zieht sie hinzu und schafft es laut Martin in der Tradition der französischen Moralisten, den Leser aufzurütteln und für ein aktives Sein jenseits der Selbstgerechtigkeit zu interessieren oder gar zu begeistern.

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