KategorieBuch – Emma 2019 – 2020

Geburtstagsgeschenk von Emma 2019 – jeden Monat ein Buch geliehen ohne die Bücher aus der Kategorie von Emma geliehen

Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 2: Eine Metapher wandelt sich (2018) 2/5 (2)

38108781. sy475 Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sein. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde ›Die Ermordung des Commendatore‹. Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben. Wozu ist ein Mensch fähig, von dem er nichts ahnt und das er weit von sich weisen würde? Diese Frage stellt sich der junge Maler, als er erfährt, was er tun muss, um Marie zu finden. Wäre er bereit, einen Menschen zu töten?

(Kishidancho Goroshi #2)
Hardcover, 500 pages
Published April 16th 2018 by Dumont Buchverlag
ISBN13 9783832198923
Edition Language German

Band 1 – Eine Idee erscheint

wikipedia.de

FAZ: Japans Unterwelt hat westliche Wurzeln Von Andreas Platthaus – Aktualisiert am 20.05.2018-19:38

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Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore 1: Eine Idee erscheint (2018) 2.67/5 (3)

36959565. sy475 Nach der Trennung von seiner Frau reist ein erfolgreicher junger Maler ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in das abgelegene Haus eines berühmten Künstlers zurück. Eines Tages erhält er ein lukratives Angebot: Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach einigem Zögern nimmt er an, und Wataru Menshiki sitzt ihm fortan Modell. Doch der Ich-Erzähler findet nicht zu seiner alten Fertigkeit zurück. Wer ist dieser Mann, dessen Bildnis er keine Tiefe verleihen kann? Durch einen Zufall entdeckt der Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde. Es trägt den Titel ›Die Ermordung des Commendatore‹. Er ist wie besessen von dem Bild, mit dessen Auffinden zunehmend merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen, so als würde sich eine andere Welt öffnen. Mit wem könnte er darüber reden? Er kennt nur Menshiki, doch soll er sich ihm wirklich anvertrauen? Als er es tut, erkennt der Ich-Erzähler, dass Menshiki einen ungeahnten Einfluss auf sein Leben hat.

Ursula Gräfe (Translator)
Kindle Edition, 480 pages
Published January 20th 2018 by DUMONT Buchverlag (first published February 24th 2017)
Original Title   [Kishidancho Goroshi #1]
ISBN13 9783832198916
Edition Language German

Band 2 – Eine Metapher wandelt sich

wikipedia.de

SPON: Zero Action, aber der Sex ist gut. Ein Maler entdeckt ein altes Gemälde, dem eine Figur entsteigt: In „Die Ermordung des Commendatore“ blinzelt der literarische Weltstar Haruki Murakami meisterhaft zwischen Halluzination und Realität. Von Anne Haeming 26.01.2018

DLF: Schwebezustand zwischen Fantastik und Realismus. Ende dreißig, Künstler, aber weder charismatisch noch exzentrisch: Ein typischer Murakami-Antiheld steht im Zentrum seines neuen, zweibändigen Romans. Darin wird ganz lakonisch ein cleveres, oft komisches Spiel mit Spiegeln und Doppelgängern, Magie und Realität, Mysterien und Psychologie präsentiert. Von Maik Brüggemeyer 08.04.2018

ZEIT: In der Stille des Wäldchens. „Die Ermordung des Commendatore“, der zweibändige Roman des japanischen Weltbestsellerautors Haruki Murakami, will ein Überlebensbuch für die kalte Gegenwart sein. Jetzt bietet Teil zwei eine Hades-Tour und eine Jungfrauengeburt. Von Iris Radisch 29. Mai 2018

ZEIT: Oper oder Bratpfanne? Der einzige Nachteil von Haruki Murakamis neuem Roman „Die Ermordung des Commendatore“ ist, dass sein zweiter Teil erst im April erscheint. Bis dahin bleiben alle Fragen offen. Von Ronald Düker 24. Januar 2018

FAZ: Als Profi hervorragend, als Künstler ein Versager Von Tilman Spreckelsen – Aktualisiert am 25.01.2018

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Regina Scheer: Machandel (2014) 3/5 (1)

35216095. sy475 Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Debütroman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart.

Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.

Paperback, 480 pages
Published December 12th 2016 by Penguin Verlag (first published August 11th 2014)
Original Title Machandel
ISBN 3328100245 (ISBN13: 9783328100249)
Edition Language German

de.wikipedia.org – Machandel

de.wikipedia.org – Regina Scheer

DLF: Die verschlungenen Lebensgeschichten der DDR. Die von Mythos und Realität inspirierten Lebensgeschichten der deutsch-deutschen Geschichte verleihen dem Roman „Machandel“ seine Bannkraft. Regina Scheer erzählt sie in einem multiperspektivischen Zeitmosaik, welches von den 30er- bis in die 90er-Jahre reicht. Von Michaela Schmitz 03.10.2014

Literaturkritik.de: Die Widersprüche der Zeit. Regina Scheer erzählt in ihrem Romandebüt „Machandel“ von den Irrungen und Wirrungen des 20. Jahrhunderts Von Dietmar Jacobsen Erschienen am: 15.12.2014

Die Welt (Die literarische Welt): Sing von Deutschland, Vogel Regina Scheers Geschichts- und Dorfroman „Machandel“ von Elmar Krekeler Belletristik, Samstag, 8. November 2014, S. 5

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Andreas Platthaus: Die Gerechte unter den Schriftstellerinnen. Die große Rekonstruktion: Regina Scheers Roman „Machandel“ erzählt vom Krieg bis zur Wende und darüber hinaus. Sie fasst die deutsche Zeitgeschichte in ein faszinierendes Kaleidoskop. , 248, Literatur und Sachbuch, Samstag, 25. Oktober 2014, S. 10

Frankfurter Rundschau: Was hat der Engel gesehen? Regina Scheer erzählt in „Machandel“ von einem Dorf in Mecklenburg von Sabine B. Vogel, 195, Feuilleton, Samstag, 23. August 2014, S. 33

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Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben (2015) 2/5 (1)

32813209. sy475 „Ein wenig Leben“ handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben.

Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Wie in ein schwarzes Loch werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten.

„Ein wenig Leben“ ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe.

Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch.

Stephan Kleiner (Translator)
Hardcover, 960 pages
Hanya Yanagihara  en.wikipedia
Published January 30th 2017 by Hanser Berlin (first published March 10th 2015)
Original Title A Little Life en.wikipedia
ISBN 3446254714 (ISBN13: 9783446254718)
Edition Language German

Characters
Jude St. Francis,  Willem Ragnarsson,  Malcom Irvine,  Jean-Baptiste (JB) Marion, Harold Stein,  Julia Altman,  Andy Contractor,  Richard Goldfarb,  Ana

Settin
New York City, New York (United States)
SoHo, New York City, New York (United States)

Literary Awards
Booker Prize Nominee (2015),  Women’s Prize for Fiction Nominee (2016), Andrew Carnegie Medal Nominee for Fiction (Shortlist) (2016), National Book Award Finalist for Fiction (2015), Kirkus Prize for Fiction (2015)

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Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann (2017) 3/5 (1)

https://i2.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1503301459l/35274984._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.

›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan.

Hardcover, 319 pages
Published July 18th 2017 by Dumont
Original Title Was man von hier aus sehen kann
ISBN 3832198393 (ISBN13: 9783832198398)
Edition Language German

ZEIT: Wie ein Okapi. Mariana Leky erzählt von der Schönheit des Lebens. Von Jacqueline Thör. 23. August 2017, 17:01 Uhr DIE ZEIT Nr. 35/2017, 24. August 2017

DLF: Komplexitätsreduktion im Westerwald. In ihrem dritten Roman erzählt Mariana Leky von Liebe und Tod. Große Themen, für die sich die Handlung in ein kleines Dorf im Westerwald zurückzieht. Damit stieß Leky auf viele kaufwillige Leser und jubelnde Kritiker. Unsere Rezensentin kann sich da nicht einreihen. Von Miriam Zeh 25.08.2017

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Siri Hustvedt: Nicht hier, nicht dort. Essays (2000) 2/5 (1)

51099098. sx318 sy475 Siri Hustvedt hat sich mit ihren Romanen «Die unsichtbare Frau» und «Die Verzauberung der Lily Dahl» als Autorin ebenso spannender wie moderner Literatur einen Namen gemacht.

In «Nicht hier, nicht dort» sind nun zum ersten Mal ihre essayistischen Schriften versammelt.

Der Titel ist programmatisch: Hustvedt bezieht ihn auf ihre geographische Herkunft als zwischen den Kulturen aufgewachsene Tochter norwegischer Einwanderer und auf ihren künstlerischen Standpunkt als Beobachterin und Bewahrerin: die Fiktion als Zwilling der Erinnerung, angesiedelt zwischen der realen Welt und der gedachten, gefühlten der Phantasie.

Die Sprache als Mittlerin zwischen diesen Welten steht im Mittelpunkt von Hustvedts Betrachtungen zu Literatur und bildender Kunst: Sie erschließt, ob als Bildsprache des Malers oder als literarische des Schriftstellers, ein komplexes System von changierenden Zeichen und Symbolen, deren Struktur und Bedeutung in unserem Bewusstsein und zugleich außerhalb von uns angelegt sind. ln dieses Zwischenreich blickt man, wenn man in den leeren Spiegel von Vermeers «Annunziata» oder durch «Gatsbys Brille» bei F. Scott Fitzgerald schaut oder wenn man die sprechenden Figurennamen in Charles Dickens’ «Unser gemeinsamer Freund» betrachtet.

An diesen und anderen Beispielen erläutert Hustvedt, wie der künstlerische Schaffensprozess zu Erkenntnis führt. Ein Essay über den puritanischen Dirigismus, mit dem US-amerikanische Gerichte und Institutionen die Sexualität regulieren wollen, erforscht ebenfalls ein Zwischenreich: jenes wiederum stark durch Phantasie, Projektion und Experiment geprägte Feld der Annäherung, in dem jeder erotische Kontakt zwischen Menschen beginnt. Siri Hustvedt unterscheidet, wie in ihren Romanen, nicht streng zwischen ihrer privaten Biographie und ihrem öffentlichen Werk. Im Werk schwingt stets ein Widerhall des Lebens mit. Deshalb ist dieses Buch ein Glücksfall. Es gibt Einblick in ihre Arbeit und in ihr Leben und unterhält zudem auf hohem Niveau.

Hardcover
Published September 1st 2000 by Rowohlt, Reinbek
ISBN 3498029525 (ISBN13: 9783498029524)

literaturkritik.de: Analyse und Sinnlichkeit. Siri Hustvedts Essays „Nicht hier, nicht dort“ Von Ingeborg Gleichauf Erschienen am: 01.03.2001

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Amor Towles: Ein Gentleman in Moskau (2016 / 2017) 2.5/5 (2)

36000837. sy475 »Mein Roman erzählt von Gefangenschaft und Widerstand, von Bildung, Höflichkeit und Integrität. Und von der Bestimmung, die jeder für sich finden muss.«  Amor Towles

Moskau, 1922. Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskellner annehmen.

Rostov mit seinen 30 Jahren ist ein äußerst liebenswürdiger, immer optimistischer Gentleman. Trotz seiner eingeschränkten Umstände lebt er ganz seine Überzeugung, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen.

Aber ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, während draußen Russland stürmische Dekaden durchlebt. Seine Stunde kommt, als eine alte Freundin ihm ihre kleine Tochter anvertraut. Das Kind ändert Rostovs Leben von Grund auf. Für das Mädchen wächst der Graf über sich hinaus.

Susanne Höbel (Translator)
Hardcover, 560 pages
Published September 8th 2017 by List (first published September 6th 2016)
Original Title A Gentleman in Moscow
ISBN 3471351469 (ISBN13: 9783471351468)
Edition Language German

Setting

A Gentleman in Moscow – en.wikipedia

Amor Towles – en.wikipedia

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Ocean Vuong: Auf Erden sind wir kurz grandios (2019) 4/5 (1)

52029155. sx318 sy475 „Lass mich von vorn anfangen. Ma …“

Der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird.

Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in einem Nagelstudio.

Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außenseiter, erzählt – von der Schizophrenie der Großmutter, den geschundenen Händen der prügelnden Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen.

 

Hardcover, 240 pages
Published July 22nd 2019 by Carl Hanser (first published June 4th 2019)
Original Title On Earth We’re Briefly Gorgeous
ISBN 3446263896 (ISBN13: 9783446263895)
Edition Language German

Ocean Vuong – en.wikipedia

On Earth We’re Briefly Gorgeous – en.wikpedia

ZEIT: Die Traurigkeit der Nagelstudios. Der junge US-Autor Ocean Vuong erzählt in seinem eindrücklichen Roman von seinen vielen zerrissenen Leben als Einwanderer, als Homosexueller und als Sohn einer vietnamesischen Analphabetin. Eine Rezension von David Hugendick DIE ZEIT Nr. 30/2019, 18. Juli 2019

ZEIT: „Ich habe gelernt, ein Chamäleon zu sein“. Der Debütroman von Ocean Vuong ist ein literarisches Ereignis dieses Jahres. Ein Gespräch mit dem Autor über Vietnam, asiatische Stereotype und die Einsamkeit im Schulbus Interview: Khuê Ph?m 1. Oktober 2019, 8:26

DLF: Sicher dauerhaft grandios. Mit Ocean Vuongs Debütroman „Auf Erden sind wir kurz grandios“ tritt eine neue Form der engagierten Literatur mit weltweiter Beachtung auf: Mit hohem Kunstanspruch entsteht im Grenzgebiet zwischen Erzählung, Gedicht und Essay so etwas wie literarische Selbstermächtigung. Von Insa Wilke 21.07.2019

SZ: Vom Leben als Produkt des Krieges. Ocean Vuong entwickelt mit seinem Debüt „Auf Erden sind wir kurz grandios“ eine völlig neue Form politischer Literatur. Es handelt davon, wie der Krieg die Körper verhärtet und die Seelen verstört – und von einem jungen Leben in der strukturell gewalttätigen Gesellschaft der USA. Von Insa Wilke 24. Juli 2019, 4:51 Uhr

FAZ: Die Regeln sind in uns. In seinem Romandebüt „Auf Erden sind wir kurz grandios“ beschreibt Ocean Vuong in aller Brutalität, was Sprache Menschen geben und nehmen kann. Und wie er Rettung in den Sätzen toter weißer Männer fand. Von Harald Staun 24.07.2019-20:08

DLF: Ein Junge sucht seine Sprache. Ocean Vuong schildert in seinem Debüt, was Sprache Menschen geben und ihnen nehmen kann. „Auf Erden sind wir kurz grandios“ erzählt von einem Kind vietnamesischer Einwanderer in den USA, von seiner traumatisierten Familie und seinem Coming-Out. Von Maike Albath Beitrag vom 27.07.2019

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William Melvin Kelley: Ein anderer Takt (1964 / 2019) 4.25/5 (4)

50941041. sx318 sy475 Die kleine Stadt Sutton im Nirgendwo der Südstaaten. An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht sich auf den Weg in Richtung Norden. Ihm folgt die Gesamtheit e schwarze Bevölkerung des Ortes.

William Melvin Kelleys wiederentdecktes Meisterwerk Ein anderer Takt ist eines der scharfsinnigsten Zeugnisse des bis heute andauernden Kampfs der Afroamerikaner für Gleichheit und Gerechtigkeit.

Fassungslos verfolgen die weißen Bewohner den Exodus.

Was bringt Caliban dazu, Sutton von einem Tag auf den anderen zu verlassen?

Wer wird jetzt die Felder bestellen?

Wie sollen die Weißen reagieren?

Aus ihrer Perspektive beschreibt Kelley die Auswirkungen des kollektiven Auszugs.

Liberale Stimmen treffen auf rassistische Traditionalisten. Es scheint eine Frage der Zeit, bis sich das toxische Gemisch aus Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit entlädt. Mal mit beißendem Sarkasmus, mal mit überraschendem Mitgefühl erzählt hier ein schwarzer Autor vom weißen Amerika. Ein Roman von beunruhigender Aktualität.

Hardcover, 304 pages
Published September 4th 2019 by Hoffmann und Campe (first published 1964)
Original Title A Different Drummer
ISBN 3455006264 (ISBN13: 9783455006261)
Edition Language German

Literary Awards

William Melvin Kelley – en.wikipedia

Original Title: A Different Drummer – en.wikipedia

DLF: Wiederentdeckung eines schwarzen Schriftstellers. Der „Ein anderer Takt“ von William Melvin Kelley aus dem Jahr 1962: Unklar bleibt, warum die aktuelle Übersetzung das N-Wort verwendet. Diese erfundene Geschichte aus den US-Südstaaten der frühen 1960er lohnt die Wiederentdeckung: In dem Roman „Ein anderer Takt“ erzählt der damals 24-jährige schwarze Autor William Melvin Kelley aus weißer Perspektive. Von Maike Albath.

SWR2: Buch der Woche William Melvin Kelley – Ein anderer Takt. Eberhard Falcke

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John Updike: Wie war’s wirklich (2000) 4/5 (5)

10811910. sy475

Zwölf Kurzgeschichten sowie der letzte Teil der Rabbit-Serie. Mehrere Handlungsstränge kommen hier zusammen, wenn Harry „Rabbit“ Armstrongs Nachfahren die Erinnerung an den Toten wach zu halten versuchen und gleichzeitig ihre eigenen Lebensläufe mit allen Komplikationen und Konflikten weiterführen.

In this brilliant late-career collection, John Updike revisits many of the locales of his early fiction: the small-town Pennsylvania of Olinger Stories, the sandstone farmhouse of Of the Farm, the exurban New England of Couples and Marry Me, and Henry Bech’s Manhattan of artistic ambition and taunting glamour.

To a dozen short stories spanning the American Century, the author has added a novella-length coda to his quartet of novels about Harry “Rabbit” Angstrom. Several strands of the Rabbit saga come together here as, during the fall and winter holidays of 1999, Harry’s survivors fitfully entertain his memory while pursuing their own happiness up to the edge of a new millennium.

Love makes Updike’s fictional world go round—married love, filial love, feathery licks of erotic love, and love for the domestic particulars of Middle American life.

(Rabbit Angstrom #5)

Hardcover, 256 pages
Translater Maria Carlsson
Published September 28th 2005 by Rowohlt Verlag GmbH (first published November 7th 2000)
Original Title Licks of Love: Short Stories and a Sequel, „Rabbit Remembered“
ISBN 3498068806 (ISBN13: 9783498068806)

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Ulrich Alexander Boschwitz: Der Reisende (2018) – Januar 2020 3.67/5 (6)

https://i1.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1514907376l/37797086._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Deutschland im November 1938. Otto Silbermanns Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Er selbst versucht, unsichtbar zu bleiben, nimmt Zug um Zug, reist quer durchs Land. Inmitten des Ausnahmezustands. Er beobachtet die Gleichgültigkeit der Masse, das Mitleid einiger Weniger. Und auch die eigene Angst.

Der jüdische Kaufmann Otto Silbermann, ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, wird in Folge der Novemberpogrome aus seiner Wohnung vertrieben und um sein Geschäft gebracht. Mit einer Aktentasche voll Geld, das er vor den Häschern des Naziregimes retten konnte, reist er ziellos umher. Zunächst glaubt er noch, ins Ausland fliehen zu können. Sein Versuch, illegal die Grenze zu überqueren, scheitert jedoch. Also nimmt er Zuflucht in der Reichsbahn, verbringt seine Tage in Zügen, auf Bahnsteigen, in Bahnhofsrestaurants. Er trifft auf Flüchtlinge und Nazis, auf gute wie auf schlechte Menschen. Noch nie hat man die Atmosphäre im Deutschland dieser Zeit auf so unmittelbare Weise nachempfinden können. Denn in den Gesprächen, die Silbermann führt und mithört, spiegelt sich eindrücklich die schreckenerregende Lebenswirklichkeit jener Tage.

Hardcover, 304 pages
Published February 10th 2018 by Klett-Cotta (first published 1939)
Original Title The Man who Took Trains (later: Der Reisende, 2018)
ISBN13 9783608981230
Edition Language German

de.wikipedia – Ulrich A. Boschwitz

DLF: Die lange, schwierige Geburt eines literarischen Schmerzenskinds. Fast 80 Jahre nach Erstveröffentlichung erscheint „Der Reisende“ des deutsch-jüdischen Autors Boschwitz auf Deutsch, bearbeitet auf Grundlage eines alten Typoskripts. Der 1915 geborene Kaufmannssohn aus Berlin hatte den Roman 1939 unter dem Eindruck der Novemberpogrome veröffentlicht. Von Andrej Klahn Beitrag vom 15.07.2019

DLF: Alltag in der NS-Diktatur in beklemmenden Details. Von Helmut Böttiger. Die Schläger stehen schon vor der Tür, ein jüdischer Geschäftsmann muss fliehen. Mit „Der Reisende“ versetzt Ulrich Alexander Boschwitz die Leser mitten in den Alltag der Nazidiktatur. Der Roman erschien bereits im Jahr 1939 auf Englisch – und nun endlich auf Deutsch. Beitrag vom 07.03.2018

SWR2: „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz ist ein Roman über die Flucht eines jüdischen Kaufmanns nach den Novemberprogromen, der 80 Jahre nach seiner Niederschrift erstmals in Deutschland erschienen ist.| Klett-Cotta Verlag, 303 Seiten, 20 Euro.| Rezension von Ralph Gerstenberg. Audio herunterladen (6,9 MB | MP3)

literaturkritik.de: Vom lange andauernden Unglück. Der Roman „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz ist eine großartige Neu- oder Wiederentdeckung Von Martin Ingenfeld Erschienen am: 19.03.2018

ZEIT: Das System winziger Grenzüberschreitungen Großartige Wiederentdeckung: Ulrich Alexander Boschwitz’ Roman aus den dreißiger Jahren ist von mitreißender Aktualität. Eine Rezension von Ralf Bönt 13. Juni 2018 DIE ZEIT Nr. 25/2018

FAZ: Die Höllenfahrt des Otto Silbermann. Die verspätete Entdeckung der Emigrationsliteratur von einem Autor mit eisernem Willen: Ulrich Alexander Boschwitz publizierte „Der Reisende“ erstmals 1939. Jetzt ist der Roman endlich auf Deutsch zu lesen. Von Andreas Kilb Aktualisiert am 13.02.2018

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Toni Morrison: Heimkehr (2014 / 2011) – Dezember 2019 4.4/5 (10)

21953378Drei Jungs aus dem rassistischen Höllenloch Lotus, Georgia, haben sich freiwillig nach Korea gemeldet. Zwei kehren nicht zurück, der dritte, Frank «Smart» Money, führt nach dem Krieg zunächst ein haltloses Vagabundendasein und erlebt dabei den ungebrochen fortgesetzten Rassismus des weißen Amerika der fünfziger Jahre, aber auch die Selbsthilfeorganisationen der Schwarzen und deren Solidarität.

Kaum hat sich Frank unter prekären wirtschaftlichen und psychischen Umständen zu einem neuen Leben niedergelassen, da erreicht ihn die Nachricht, dass seine jüngere Schwester in Gefahr sei. Die Sorge um sie führt ihn zurück nach Lotus, zum Elternhaus und zu einem Geheimnis aus ihrer Kindheit, dem er bis zu seiner bitteren Enthüllung nachgeht.

Hardcover, 160 pages
Published March 7th 2014 by Rowohlt (first published April 3rd 2011)
Original Title Home
ISBN13 9783498045258
Edition Language German

setting
Georgia (United States)

en.wikipedia.org – Toni Morrison

ZEIT: Endlich angekommen. Heimat fällt einem nicht in den Schoß, sondern will erkämpft sein: Ein Besuch in New York bei der Nobelpreisträgerin Toni Morrison, deren neuer Roman „Heimkehr“ jetzt auf Deutsch erscheint. Von Ijoma Mangold 13. März 2014

DLF: Soldatenheimkehr und Rassismus in den 50ern. Im Mittelpunkt von Toni Morrisons schmalem neuen Roman „Heimkehr“ steht ein junger Kriegsveteran: Frank hat Schreckliches erlebt und noch Schrecklicheres getan. Er ist 24 Jahre alt und gerade aus dem Koreakrieg zurückgekommen. Seinen Sold hat er verspielt, seine Freundin verlassen, und er ist dabei, seinen Verstand zu verlieren. Von Simone Hamm 09.07.2014

literaturkritik.de: Heimkehr. Toni Morrison, die streitbare Chronistin des schwarzen Amerika, gibt ihren Helden ein Zuhause Von Simone Frieling Erschienen am: 12.04.2014

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Saša Stanišic: Herkunft (2019) – November 2019 4.71/5 (7)

44429051HERKUNFT ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.

HERKUNFT ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer. Den Sommer, als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre. Den Sommer, als ich fast ertrank. Den Sommer, in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.

HERKUNFT ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. HERKUNFT ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.

In HERKUNFT sprechen die Toten und die Schlangen, und meine Großtante Zagorka macht sich in die Sowjetunion auf, um Kosmonautin zu werden.

Diese sind auch HERKUNFT: ein Flößer, ein Bremser, eine Marxismus-Professorin, die Marx vergessen hat. Ein bosnischer Polizist, der gern bestochen werden möchte. Ein Wehrmachtssoldat, der Milch mag. Eine Grundschule für drei Schüler. Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Saša Stanišic.

Hardcover, 350 pages
Published March 17th 2019 by Luchterhand
ISBN13 9783630874739
Edition Language German

Višegrad

literaturkritik.de: Variablen der Sehnsucht. Saša Stanišics brillant geschriebenes Buch „Herkunft“ dreht sich um Erinnerung und Erinnerungsverlust Von Stefan Jäger Letzte Änderung: 22.04.2019

ZEIT: Die Deutschen überholen. Saša Stanišic erzählt in seinem autobiografischen Buch „Herkunft“, wie er aus Bosnien nach Heidelberg kam und lernte, Eichendorff, Hölderlin und die Alpen zu lieben. Eine Rezension von Ijoma Mangold 13. März 2019

DLF: Saša Stanišic über „Herkunft“Vorsicht vor dem „Zugehörigkeitskitsch“ Moderation: Jörg Plath Beitrag vom 23.03.2019

DLF: Saša Stanišic: „Herkunft“Die Erfindung des Lebens Von Helmut Böttiger Beitrag vom 20.03.2019

FAZ: Heimat ist, wo die Drachen sprechen. Fundgrube der Erinnerung: Saša Stanišic als Kind mit seinem Großvater an der Drinabrücke in Višegrad. Aus einem Lebenslauf für die Ausländerbehörde wurde ein autofiktionaler Roman: In „Herkunft“ sucht Saša Stanišic bei Lebenden und Toten nach Antworten auf die Frage, wer er ist. Sandra Kegel 18.03.2019

SPON: Ein Superbuch! Leben nach der Migration: Saša Stanišic schreibt mit kindlich-poetischer Weisheit über den Verlust der Heimat und die Angst vor der Ankunft in Deutschland. Von Volker Weidermann Mittwoch, 20.03.2019

SWR2: Buch der Woche vom 17.3.2019 Saša Stanišic: Herkunft Ulrich Rüdenauer Was prägt uns, was macht uns zu dem, was wir sind? Und woher kommen wir eigentlich? Die Frage nach der Herkunft berührt Vergangenheit und Gegenwart zugleich. Und für einen Schriftsteller ist sie auch eine nach den Ursprüngen der Sprache. In seinem neuen Buch erzählt Saša Stanišic von seinem eigenen Leben – und dem Leben überhaupt. 18.3.2019

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Christa Wolf: Medea: Stimmen (1996) – Oktober 2019 3.92/5 (12)

4577041Als Frau des Argonauten Jason lebt Medea in Korinth, wohin sie ihm aus ihrer Heimat Kolchis gefolgt ist. Im königlichen Palast Korinths gerät sie in ein Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Der Kampf um die Macht steht im Mittelpunkt, und Medea soll als Sündenbock geopfert werden. Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin – hier wird diese Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos gelöst, das überkommene Bild revidiert.

In ihrem Erfolgsroman erzählt Christa Wolf die Geschichte der Medea neu und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau.

Paperback, 224 pages
Published by Suhrkamp Taschenbuch (first published 1996)
Original Title Medea: Stimmen
ISBN 3518460080 (ISBN13: 9783518460085)
Edition Language German

de.wikipedia: Medea: Stimmen

FAZ: Honecker heißt jetzt Aietes. Aber Medea wird verteufelt human: Christa Wolf schreibt den Mythos neu · Von Manfred Fuhrmann Aktualisiert am 02.03.1996

ZEIT: Tobt nicht, rast nicht, flucht nicht Von Jens Balzer 23. Februar 1996 Quelle: DIE ZEIT, 09/1996

SPON: Kein Mord, nirgends Von Volker Hage 26.02.1996 DER SPIEGEL 9/1996

SPON: Beben in Santa Monica. In einem neuen Buch läßt Christa Wolf ihren Roman „Medea“ gegen eine „männlich dominierte“ Kritik verteidigen und plaudert Werkstattgeheimnisse aus. 15.06.1998

literaturkritik.de: Christa Wolfs Arbeit am Mythos. Ihr Roman „Medea“ schreibt die Erzählung „Kassandra“ fort Von Thomas Anz Letzte Änderung: 21.11.2016 – Erschienen am: 05.12.2011

Jason

Iason (griechisch der Heilende; deutsch Jason) ist eine Heldengestalt aus der griechischen Sage.

Er war der Sohn des Aison, eines Königs von Iolkos, und der Polymede oder Alkimede. Bekannt ist er vor allem als Anführer der Argonauten.

Medea

Medea ist die zauberkundige Tochter des Königs Aietes von Kolchis an der Ostküste des Schwarzen Meeres. Sie ist die Schwester der Chalkiope und des Absyrtos.

Dorthin fahren im Auftrag des Königs Pelias von Iolkos die Argonauten, eine Schar von Helden unter der Führung von Pelias’ Neffen Iason.

Sie sollen das von Aietes gehütete Goldene Vlies erbeuten und nach Iolkos bringen. Aus Liebe verhilft Medea Iason zu dem Vlies und flieht mit den Argonauten. Sie heiratet Iason. In Iolkos ersinnt sie ihm zuliebe eine List, durch die König Pelias zu Tode kommt, worauf die beiden Iolkos verlassen und sich in Korinth niederlassen.

Dort leben sie einige Zeit mit ihren zwei Söhnen.

Dann verstößt Iason Medea, um die Tochter des Königs Kreon von Korinth zu heiraten. Aus Rache dafür ermordet Medea Kreon, dessen Tochter und ihre eigenen Kinder.

Sie flieht nach Athen und heiratet dort den König Aigeus. Damit wird sie die Stiefmutter des Helden Theseus. In einem Konflikt mit Theseus kann sie sich aber nicht durchsetzen. Daher muss sie das Land verlassen und wendet sich nach Asien. Über ihr weiteres Schicksal liegen unterschiedliche Angaben vor.

Glauke

die epileptische Tochter Kreons.

Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Zuneigung zu Medea, die mit ihren Heilkünsten versucht, Glauke ihre Ängste zu nehmen und sie durch den Aufbau von mehr Selbstbewusstsein zu einer selbstbestimmten Person zu machen, und ihrer Ablehnung gegen sie, die ihr durch den Einfluss des Hofes eingeredet wird.

Glauke ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Königs Kreon von Korinth. Ihr Name wurde auch als Kreusa überliefert.

Nach der Schilderung in Euripides’ Tragödie Medea verliebte sich Jason in die Tochter Kreons, deren Namen Euripides allerdings nicht nennt, und wollte sie heiraten. Seine eifersüchtige Gemahlin Medea, von Kreon der Stadt verwiesen, tötete ihre Rivalin, indem sie ihr als Hochzeitsgeschenk einen vergifteten Schleier übersandte, der sie innerlich verbrannte. Als ihr Vater zu Hilfe eilte, kam auch er um. Laut Pausanias zeigte man in Korinth eine Quelle, in die sich Glauke in der Hoffnung, das Wasser möge gegen das Gift helfen, gestürzt habe.

Agameda

Romanfigur
Agameda, eine Kolcherin und ehemalige Schülerin Medeas, die in Korinth als Heilerin sehr angesehen ist, lässt ihre guten Kontakte zu den Mächtigen spielen und scheut keine Intrige, um Medea zu zerstören.

Sie hasst diese, da Medea die vom Gedanken des gesellschaftlichen Aufstiegs getriebene Agameda in ihrer Jugend, als diese ihre Schülerin war, nicht bevorzugt behandelte, obwohl sie ihre beste Schülerin war.

Außerdem hat Medea der verwaisten Agameda die Liebe und Aufmerksamkeit vorenthalten, nach der jene dürstete.

Agameda kann ihr dies nicht verzeihen und versucht nun, ihr mit allen Mitteln zu schaden, selbst wenn es ihr eigenes Verderben nach sich ziehen würde.

Akamas

Romanfigur

Akamas, der erste Astronom Kreons und eigentlicher, versteckter Machtinhaber Korinths  ergänzt die Geschichte und bringt seine Biografie und Gründe ein, zu Missgunsten Medeas zu handeln bzw. nicht für sie einzutreten.

Leukon

Romanfigur

Leukon, zweiter Astronom Kreons und enger Freund Medeas

Kreon

König von Korinth

Merope

Königin von Korinth

Iphinoe

die ermordete Tochter von Kreon und Merope

Kirke

Zauberin. Schwester von Medeas Mutter

Lyssa

Kolcherin. Ziehschwester und Gefährdin von Medea

weitere Personen

Arinna - Lyssas Tochter

Presbon - Kolcher. Veranstalter der Spiele in Korinth

Telamon - Gefährde des Jason. Argonaut

Phrixos - aus Jolkos, brachte das Vließ nach Kolchis

Pelias - Onkel des Jason in Jolkos

Cheiron - Erzieher des Jason in den thessalischen Bergen

Meidos, Pheres - Söhne der Medea und des Jason

Oistros - Bildhauer. Medeas Geliebter

Arethusa - aus Kreta, Medeas Freundin

Der Alte - aus Kreta, Arethusas Geliebter und Freund

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Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste (2018) – September 2019 4.64/5 (11)

https://i1.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1533790311l/41076345._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen.

Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt.

Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.

Hardcover, 252 pages
Published October 21st 2018 by Suhrkamp Verlag
Original Title Verzeichnis einiger Verluste
ISBN13 9783518428245
Edition Language German
Literary Awards
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis (2018)

ZEIT: Eine kleine Friedensinsel. Judith Schalanskys „Verzeichnis einiger Verluste“ erzählt von den verschwundenen Dingen – unsentimental und im Bewusstsein der totalen Vergänglichkeit von allem. Eine Rezension von Juliane Liebert 18. Dezember 2018

FAZ: Judith Schalanskys Erzählungen : Sie lavierten bis zum Morgengrauen. Judith Schalansky knüpft an den eigenen Matrosenroman von vor zehn Jahren an. Judith Schalanskys Erzählungssammlung widmet sich dem Verlust. Zu gewinnen ist dabei Literatur, wie man sie sonst nur selten findet. Von Andreas Platthaus Aktualisiert am 24.10.2018-23:32

literaturkritik.de: Ein einziges Vergehen und Werden. Judith Schalansky veröffentlicht ein „Verzeichnis einiger Verluste“ und rechnet darin auch Gewinne mit ein Von Beat Mazenauer Letzte Änderung: 27.11.2018

SZ-Magazin: »Wir glauben immer, mit uns beginnt die Zeit neu« Die Schriftstellerin Judith Schalansky schreibt in ihrem Buch »Verzeichnis einiger Verluste« über Dinge, die nicht mehr wiederkommen. Ein Gespräch über bleibenden Trennungsschmerz, die DDR und die schmerzlichsten Verluste der Gegenwart. Von Meredith Haaf 20. Oktober 2018

SZ: Wo das Einhorn lebt. Wilhelma Gespräch mit Autorin Judith Schalansky Autorin Judith Schalansky. Mit dem Roman „Der Hals der Giraffe“ wurde sie bekannt, der Naturkunde ist sie treu geblieben: Judith Schalansky im Gewächshaus. Judith Schalansky baut in ihrem neuen Buch „Verzeichnis einiger Verluste“ ein lebendiges Archiv für versunkene Inseln, ausgestorbene oder imaginäre Tiere und verlorene Dinge. Von Jörg Magenau 9. November 2018, 18:54 Uhr

FR: Einhorn & Kaspischer Tiger. Unfassbar aber auch, wie viel noch da ist. von Judith v. Sternburg 1.03.19 11:24

NDR: Buch des Monats: „Verzeichnis einiger Verluste“. Spätestens seit dem Erscheinen ihres Romans „Der Hals der Giraffe“ gehört die 1980 in Greifswald geborene Schriftstellerin Judith Schalansky zu den maßgeblichen Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Sieben Jahre sind seitdem vergangen, und Judith Schalansky war in dieser Zeit sehr fleißig. Insgesamt 36 Bücher sind in der Reihe „Naturkunden“ bei Matthes & Seitz mit ihr als Herausgeberin erschienen. Nur als Autorin trat sie in dieser Zeit nicht mehr in Erscheinung. Nun endlich, von vielen langersehnt, erscheint wieder ein Buch von ihr. Es heißt „Verzeichnis einiger Verluste“ und ist unser NDR Buch des Monats November. Vorgestellt von Joachim Dicks 29.10.2018 12:22 Uhr

DLF: Die Welt, ein unüberschaubares Archiv.In „Verzeichnis einiger Verluste“ beschäftigt sich Judith Schalansky mit lang Vergessenem oder Verschollenem wie die griechische Dichterin Sappho oder ein Album von John Coltrane. Zwölf lebensbejahende Erzählungen, die man lesen muss, so unser Kritiker. Von Carsten Hueck Beitrag vom 25.10.2018

 

 

 

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