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Dahrendorf und die Intellektuellen No ratings yet.

Versuchungen der Unfreiheit. Die Intellektuellen in Zeiten der Prüfung

Author: Ralf Dahrendorf

Year: 2006

Publisher: Beck

ISBN: 3406540546

Plädoyer für Erasmus
Ralf Dahrendorf über die Verantwortung der Intellektuellen in der NZZ, 21. März 2006, Ressort Feuilleton

von Martin Meyer

Ralf Dahrendorfs neues Buch ist kein Schwergewicht. Weder bietet es viel Systematisches zur Sache, noch lockt – oder schreckt – es mit einem Apparat von Fussnoten und Anmerkungen. Stattdessen verführt es zum Lesen, zum Nachdenken, auch da und dort zu Einwand und Widerspruch. Wovon handelt es? Von den Intellektuellen; von Positionen und Begriffen des Denkens zu Zeiten, da das Politische unter Druck steht; von Verführungen der Macht, wenn diese ins Totale ausgreift und nun auch den Geist auf die Probe stellt; schliesslich von der Freiheit, deren Werte eben dagegen – gegen Weltbilder der ideologischen Verschärfung von links wie von rechts – zu verteidigen wären. Bedeutende Köpfe von Platon bis zu Heidegger und Sartre fielen der Versuchung anheim, ihre Theorien mit den Realien der Herrschaft zu harmonisieren. Andere aber behaupteten ihre Unabhängigkeit, zumal in Formen der Kritik am Furor der totalitären Lebensführung.

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Gerhard Schulz: Sünde No ratings yet.

16. März 2006
Von Jürgen Kaube

Der Grundgedanke dieses Buches ist einfach: Die westliche Gesellschaft ist durch Aufklärung und Romantik geprägt worden. Der Aufklärung verdankt sie ihre Präferenz für Kritik, Analyse und Dissens. Nichts, was sie nicht zumindest zur intellektuellen Negation freigäbe, nichts, wozu nicht abweichende Meinungen bestünden. Alle Heiligtümer, vor allem die religiösen und moralischen, würden durchleuchtet.

Sachbuch: Kann denn Sünde Sünde sein? – FAZ.NET – Feuilleton

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Eric R. Kandel No ratings yet.

Auf der Suche nach dem Gedächtnis. Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes

Author: Eric R. Kandel

Year: 2006

Publisher: Siedler

Price: 24,95

ISBN: 3886808424

Da fällt dem Gedächtnisforscher der Seehase wieder ein
Von Joachim Müller-Jung

FAZ

16. März 2006

Sich selbst als einen radikalen Reduktionisten zu bezeichnen in einer Epoche der Lebenswissenschaften, in welcher mit Begriffen wie Systembiologie eine neue Ganzheitlichkeit aufzublühen scheint, wirkt auf den ersten Blick furchtbar anachronistisch. Nach Eric Kandel aber ist genau das der einzige Weg, aus der stagnierenden Psychoanalyse Freuds endlich eine empirische Wissenschaft zu machen. Es geht um viel: Um unser Bewußtsein, den freien Willen, um die geistige Gesundheit, kurz: um die Lösung geistesgeschichtlich sehr alter und biologisch zugleich doch extrem junger existentieller Fragen.

und auch

© DIE ZEIT, 29.06.2006
Auf der Schneckenspur

Eric Kandel, der große alte Mann der Gedächtnisforschung, beschreibt die Geschichte einer neuen Wissenschaft des Geistes. Von Harald Welzer

Aplysia californica ist eine ziemlich fette Schnecke, der man in freier Wildbahn eher ungern begegnet. Sie ist bis zu 75 Zentimeter lang, wiegt drei Kilo und ist zu nicht allzu viel in der Lage, außer in Gefahr einen Schwall Tinte auszustoßen und ihr Geschlecht zu wechseln, wenn ansonsten kein geeignetes Paarungsobjekt verfügbar ist. Die Schlichtheit von Aplysias Gemüt beruht darauf, dass sie insgesamt mit nur etwa 20000 Neuronen zurechtkommen muss; das System, das sie zum Lernen verwendet, umfasst nicht mal 100 Neuronen. Ein Säugetierhirn wendet mindestens eine Billion Nervenzellen auf, um das Dasein zu bewältigen, und vor diesem Hintergrund könnte man annehmen, dass insbesondere Menschen und Schnecken nicht viel gemein haben – schon gar nicht, was ihren Geist angeht.

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Paul Nolte: Riskante Moderne No ratings yet.

Riskante Moderne Die Deutschen und der neue Kapitalismus

Author: Paul Nolte

Year: 2006

Publisher: Beck

ISBN: 3406540848

Gib Gas Bürger, vergiß dein Nutellabrot
Von Andreas Rosenfelder
FAZ

16. März 2006
Einen besseren Werbepartner als Paul Nolte hätte sich die Moderne nicht wünschen können. Wenn ausgerechnet ein Historiker seine Hand ins Feuer legt für eine Epoche, die im Namen des Neuen nicht zuletzt die historische Deckung aufgibt, dann kann diese Epoche so gefährlich nicht sein – selbst wenn Nolte sein Buch „Riskante Moderne” nennt, als wolle er das Klischee des bloß mit dem Staub der Jahrhunderte vertrauten Geschichtswissenschaftlers zerstreuen und die Spielernatur seiner mit Prognosen üblicherweise zurückhaltenden Zunft anstacheln.

siehe auch: DIE ZEIT 16.03.2006 Nr.12
Vorsicht, Risiko! Der Historiker Paul Nolte liest unserer Gesellschaft gehörig die Leviten – aber wo bleibt die Analyse? Von Warnfried Dettlingund einen Überblick der Rezensionen in single-generation

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