DatumOktober 20, 2020

Annie Ernaux: Les Années / Die Jahre (2008) 4.25/5 (4)

7724290. sy475 « La photo en noir et blanc d’une petite fille en maillot de bain foncé, sur une plage de galets. En fond, des falaises. Elle est assise sur un rocher plat, ses jambes robustes étendues bien droites devant elle, les bras en appui sur le rocher, les yeux fermés, la tête légèrement penchée, souriant. Une épaisse natte brune ramenée par-devant, l’autre laissée dans le dos. Tout révèle le désir de poser comme les stars dans Cinémonde ou la publicité d’Ambre Solaire, d’échapper à son corps humiliant et sans importance de petite fille. Les cuisses, plus claires, ainsi que le haut des bras, dessinent la forme d’une robe et indiquent le caractère exceptionnel, pour cette enfant, d’un séjour ou d’une sortie à la mer. La plage est déserte. Au dos : août 1949, Sotteville-sur-Mer. »
Au travers de photos et de souvenirs laissés par les événements, les mots et les choses, Annie Ernaux donne à ressentir le passage des années, de l’après-guerre à aujourd’hui. En même temps, elle inscrit l’existence dans une forme nouvelle d’autobiographie, impersonnelle et collective.

Paperback, 256 pages
Published January 14th 2008 by Gallimard
Original Title Les années
ISBN 2070402479 (ISBN13: 9782070402472)
Edition Language French

wikipedia.fr

wikipedia.de

Le Monde: « Les Années », le livre d’une vie d’Annie Ernaux. Avec ce « roman total » qui mûrissait depuis plus de trente ans, l’auteure de « Passion simple » rassemble de façon magistrale toutes ses mémoires. Cet article est paru dans « Le Monde » le 7 février 2008. Par Christine Rousseau

literaturkritik.de: Erinnerung ohne „Ich“? „Die Jahre“ von Annie Ernaux zeigen auf wunderbare Weise, wie wandelbar die zeitgenössische Autobiographie sein kann. Von Carina Berg

DLF: Provozierende Aufforderung zur Selbstbesinnung. Die Beschreibung ihres Werdegangs als Aufsteigerin aus dem ärmlichen Provinzmilieu der Normandie weitet Annie Ernaux zu einer neuartigen Form der Autobiografie aus. Ihre Erfahrungen verzahnt sie in „Die Jahre“ mit dem kollektiven Gedächtnis und der Summe der Prägungen ihrer Generation. Von Christoph Vormweg 15.01.2018

ZEIT: Ein Frauenleben. Annie Ernaux’ Erinnerungen als bemerkenswertes Hörspiel. Von Alexander Cammann 15. Mai 2019 DIE ZEIT Nr. 21/2019, 16. Mai 2019

Ihre Lebensgeschichte setzt Ernaux, Jahrgang 1940, ausgehend von ihrer Kindheit bis in die heutige Zeit anhand von plastisch erzählten Beispielen zusammen: Schulhofszenen, Familienzusammenkünfte, Moden, Konsumverhalten, politische Ereignisse und der sich in der Zeit wandelnde Umgang mit Sexualität. Aus dem Französischen von Sonja Finck | Mit: Birte Schnöink, Constanze Becker, Corinna Harfouch und Nicole Heesters | Musik: Björn Deigner | Hörspielbearbeitung und Regie: Luise Voigt | (Produktion: HR 2018)

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Dieter Thomä: Warum Demokratien Helden brauchen.: Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus (2020) 3/5 (1)

48573248. sy475 Die Demokratie steckt in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Menschen sehnen sich seit jeher nach Lichtgestalten. Passt das heute noch in unser aufgeklärtes Weltbild? Ja, sagt Dieter Thomä. Er wendet sich gegen diejenigen, die sich in einer postheroischen Gesellschaft einrichten, und zeigt, wie leblos eine Demokratie ist, in der alle gleich sind. Thomä erklärt, warum heute Menschen gefragt sind, die über sich hinauswachsen und andere motivieren, es ihnen gleich zu tun.

Die Demokratie tut gut daran, das Heldentum nicht denen zu überlassen, die autoritär oder fundamentalistisch denken. Denn sie wird nicht nur von Institutionen zusammengehalten, sondern auch von Individuen, die sich für eine Sache einsetzen, die größer ist als sie selbst. Sie machen aus der Kampfeslust eine Tugend und wagen neue Wege. In der Suche nach den richtigen Helden – und im Streit um sie – schärft eine demokratische Gesellschaft ihr Profil. Gerade in Zeiten, in denen sie unter Druck steht, ist dies unverzichtbar.

Hardcover, 272 pages
Published October 25th 2019 by Ullstein Hardcover
ISBN13 9783550200335

DLF: „Warum Demokratien Helden brauchen“. Die Demokratie kommt ohne Helden aus, so die Auffassung im sogenannten postheroischen Zeitalter. Der Philosoph Dieter Thomä will dieses Denken revidieren: Die Demokratie brauche dringend entschlossene Verteidiger. Sein neues Buch ist ein „Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus“. Von Änne Seidel 11.11.2019

ZEIT: Blasse Helden. Der Philosoph Dieter Thomä huldigt dem unspektakulären, aber couragierten Demokraten in Zeiten der Demokratiekrise.
Eine Rezension von Jens Hacke DIE ZEIT Nr. 44/2019, 24. Oktober 2019

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