55437090. sx318 Ein Vater unterwegs mit seinem Sohn. Ihre Reise führt zurück in das Hügelland, aus dem der Vater stammt, zu den Schauplätzen seiner Kindheit. Da ist das Geburtshaus, dort die elterliche Hochzeitskirche, hier der Friedhof, auf dem der Freund Frieder begraben liegt. Ständiger Reisebegleiter ist das Schicksal der männlichen Vorfahren, die sich allesamt das Leben nahmen: „Urgroßvater, Großvater, Vater. Ertränkt, erschossen, erhängt.“ Der Vater muss erkennen, dass sein Wegzug, seine Bildung und sein Aufstieg keine Erlösung gebracht haben. Vielleicht helfen die Rückkehr und das Erinnern. Doch warum bringt er seinen Jungen in Gefahr? Warum hat er keine Antwort auf dessen bange Frage: „Um was geht es?“ Er weiß nur: Wer zurückfährt, muss alle Kurven noch einmal nehmen. Wenn er der dunklen Tradition ein Ende setzen will.

Genau, mutig und lang nachwirkend erzählt Bov Bjerg vom Kampf eines Vaters gegen die Dämonen der Vergangenheit. Nurwenn er seinen Sohn so liebt, wie er selbst nie geliebt wurde, kann die Reise der beiden glücken.

Audiobook
Robert Stadlober (Narrator)
Published 2020 by Hörbuch Hamburg
Original Title Serpentinen
ISBN13 9783957131997
Edition Language German

Setting
Schwäbische Alb (Germany)

ZEIT: Der Strick im Keller. In dieser Familie begehen die Männer reihenweise Suizid: Bov Bjerg ist mit „Serpentinen“ ein fulminanter und erschütternder Roman über familiäre Sprachlosigkeit gelungen. Eine Rezension von Carsten Otte 4. Februar 2020

FAZ: Die Modernisierung unserer Väter. Wegschauen oder ins Auge blicken: Wer den schwarzen Hund in Schach halten will, muss sich für eine dieser Strategien entscheiden. Bov Bjergs Roman „Serpentinen“ erzählt vom Schwarzen Gott der Depression und von der düsteren Seite der Bundesrepublik. Das Buch hat eine Wucht, die manche Leser vielleicht aus der Kurve tragen könnte. Von Jan Wiele – Aktualisiert am 03.02.2020-19:40

FR: Der Junge schreit, als jemand entgegenkommt. Hupen, Bremsen, Scheinwerfer. Knapp geschafft „Serpentinen“ von Bov Bjerg: Eine gefährliche Partie von Claudia Ingenhoven 28.01.202014:40

DLF: Annäherung statt Abrechnung. Autoren wie Christoph Meckel haben sich mit den Verstrickungen ihrer Väter im Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Jetzt sucht eine andere Generation nach väterlichen Leitbildern und Denkweisen, die für sie prägend waren. Von Ralph Gerstenberg

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