50312078. sy475 »Der Tag, an dem Sowieso McSowieso mir eine Waffe vor die Brust hielt und mich ein Flittchen nannte und drohte, mich zu erschießen, war auch der Tag, an dem der Milchmann starb.«

Mit Milchmann legte Anna Burns das literarische Großereignis des vergangenen Jahres vor. Ein Roman über den unerschrockenen Kampf einer jungen Frau um ein selbstbestimmtes Leben – weltweit gefeiert und ausgezeichnet mit dem Man Booker Prize.

Eine junge Frau zieht ungewollt die Aufmerksamkeit eines mächtigen und erschreckend älteren Mannes auf sich, Milchmann. Es ist das Letzte, was sie will. Hier, in dieser namenlosen Stadt, erweckt man besser niemandes Interesse. Und so versucht sie, alle in ihrem Umfeld über ihre Begegnungen mit dem Mann im Unklaren zu lassen. Doch Milchmann ist hartnäckig. Und als der Mann ihrer älteren Schwester herausfindet, in welcher Klemme sie steckt, fangen die Leute an zu reden. Plötzlich gilt sie als »interessant« – etwas, das sie immer vermeiden wollte. Hier ist es gefährlich, interessant zu sein.

Doch was kann sie noch tun, nun, da das Gerücht einmal in der Welt ist? Milchmann ist die Geschichte einer jungen Frau, die nach einem Weg für sich sucht – in einer Gesellschaft, die sich ihre eigenen dunklen Wahrheiten erfindet und in der jeglicher Fehltritt enorme Konsequenzen nach sich zieht.

Hardcover, 456 pages
Published February 22nd 2020 by Tropen (first published May 15th 2018)
Original Title Milkman
ISBN 0571338763 (ISBN13: 9783608504682)
Edition Language German

en.wikipedia.org

DLF: Beitrag Eine Frau, die sich nicht anpasst. „Milchmann“ erzählt von politischer Gewalt, man könnte den Roman aber auch als Kommentar zu den Sexismus-Debatten dieser Jahre verstehen. Für „Milchmann“ wurde Anna Burns mit dem Booker Prize ausgezeichnet. Zurecht: Mit irrwitziger Komik erzählt der Roman von einem jungen Mädchen, das in einer repressiven Gesellschaft aufwächst und sich gegen deren Sexismus zu wehren weiß. Von Insa Wilke vom 27.04.2020

SZ: Die totalitäre Herrschaft von nebenan. In „Milchmann“ erzählt Anna Burns von einer jungen Frau im Nordirlandkonflikt – inklusive Metoo- und Brexit-Parallelen. Gerecht wird das diesem Roman allerdings nicht. Er ist überzeitlich. „Dann nehme ich an, ist es politisch“, gab Autorin Anna Burns auf die Frage zurück, ob ihr Schreiben politisch sei – zunächst suchte sie aber nach Definitionen. Von Felix Stephan 9. März 2020, 15:55 Uhr

ZEIT: Die Lage ist rabenschwarz, aber komisch. Anna Burns’ packender Roman über eine junge Frau im Bürgerkriegs-Belfast der Siebziger. Eine Rezension von Burkhard Müller vom 11. März 2020, 16:53 Uhr ZEIT Literatur Nr. 12/2020, 12. März 2020

SWR2: Anna Burns – Milchmann. Literaturkritik von Sigrid Löffler Audio 21.2.2020, 11:42 Uhr

literaturkritik.de: Paranoia bis zur Groteske. Auf der Folie des Nordirland-Konflikts hat Anna Burn mit „Milchmann“ einen außergewöhnlichen Roman über das Anders-Sein, Parteinahme und soziale Kontrolle bis hin zur Paranoia geschrieben. Von Karsten Herrmann Erschienen am: 26.05.2020

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