Schlagwort18. Jahrhundert

Stefan Zweig: Marie Antoinette. Bildnis eines mittleren Charakters (1932/1980) 4/5 (2)

1320145

Die Schilderung des Lebens Marie Antoinettes, der Tochter Maria Theresias, gleicht der Besichtigung eines Zeitalters am Vorabend der Neuen Zeit. Dokumentarisch belegte Geschichte wird dabei erzählt, die Heldin weder glorifiziert noch unterschätzt. Vielmehr wird sie innerhalb des Rahmens ihrer Zeit, des Rokoko, als eine Frau mit all ihrer Vergnügungssucht und Lebenslust gezeichnet. Die letzte französische Königin, zu spät auf ihre politische Aufgabe vorbereitet, zu spät auch zu ihr bereit und mit einem schwachen, biederen Mann verheiratet, wächst mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden. So geht sie, ein mittlerer Charakter, zunächst verspielt, dann immer bewußter geradlinig ihren Weg vom Schloß Schönbrunn über den Trianon bis zur letzten Fahrt auf die Place de la Concorde, zur Guillotine.

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Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise (1779 /1956) No ratings yet.

SWR2 Hörspiel am Sonntag Nathan der Weise
Nach dem gleichnamigen Drama von Gotthold Ephraim Lessing.
Vom Sultan befragt, welche Religion die wahre sei, das Christentum, das Judentum oder der Islam, antwortet Nathan mit der Parabel von den drei Ringen.

SWR2 Hörspiel am Sonntag | 16.11.2014 18:20 Uhr | 94:30 min

Als der Jude Nathan während eines Waffenstillstands des Dritten Kreuzzugs von einer Geschäftsreise zurückkommt, erfährt er, dass seine Pflegetochter Recha von einem jungen christlichen Tempelherrn aus dem Feuer seines brennenden Hauses gerettet worden ist. Der Ordensritter wiederum verdankt sein Leben dem muslimischen Herrscher Jerusalems, Sultan Saladin, der ihn begnadigt hat, weil er seinem verstorbenen Bruder Assad ähnlich sieht. Saladin befindet sich in finanziellen Schwierigkeiten.

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Thomas Hettche: Pfaueninsel (2014) 3.5/5 (4)

Eine Insel außerhalb der Zeit
Die Pfaueninsel in der Havel ist ein künstliches Paradies. In seinem opulenten, kundigen und anrührenden Roman erzählt Thomas Hettche von dessen Blüte, Reife und Verfall aus der Perspektive des kleinwüchsigen Schlossfräuleins Marie, in deren Lebenslauf sich die Geschichte eines ganzen Jahrhunderts verdichtet.
Es mutet an wie ein modernes Märchen, denn es beginnt mit einer Königin, die einen Zwerg trifft und sich fürchterlich erschrickt. Kaum acht Wochen nach dieser Begegnung auf der Pfaueninsel, am 19. Juli 1810, ist die junge Königin Luise tot – und der kleinwüchsige Christian und seine Schwester Marie leben fortan weiter mit dem entsetzten Ausruf der Königin: »Monster!«
Damit ist die Dimension dieser Geschichte eröffnet. Am Beispiel von Marie, die zwischen den Befreiungskriegen und der Restauration, zwischen Palmenhaus und Menagerie, Gartenkunst und philosophischen Gesprächen aufwächst und der königlichen Familie bei deren Besuchen zur Hand geht, erzählt Thomas Hettche von der Zurichtung der Natur, der Würde des Menschen, dem Wesen der Zeit und der Empfindsamkeit der Seele und des Leibes.
Dabei geht es um die Gestaltung dieses preußischen Arkadiens durch den Gartenkünstler Lenné und um all das, was es bevölkerte: Palmen, Kängurus und Löwen, Hofgärtner, Prinzen, Südseeinsulaner, Riesen, Zwerge und Mohren – und es geht um die Liebe in ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen.
Thomas Hettche ist das Kunststück gelungen, mit dem historisch verbürgten Personal seiner Geschichte von uns Heutigen zu erzählen. Atmosphärisch, detailgetreu und voller Lust an der phantasievollen Ausschmückung.

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Laurence Stern: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman () No ratings yet.

The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman

Laurence Sterne’s great masterpiece of bawdy humour and rich satire defies any attempt to categorize it. Part novel, part digression, its gloriously disordered narrative interweaves the birth and life of the unfortunate „hero“ Tristram Shandy, the eccentric philosophy of his father Walter, the amours and military obsessions of Uncle Toby, and a host of other characters, including Dr. Slop, Corporal Trim and the parson Yorick. A joyful celebration of the endless possibilities of the art of fiction, Tristram Shandy is also a wry demonstration of its limitations.

The text and notes of this volume are based on the acclaimed Florida Edition, with a critical introduction by Melvyn New and Christopher Rick’s introductory essay from the first Penguin edition.

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Laurence Stern: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman (1759 / 2003) No ratings yet.

The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman

Laurence Sterne’s great masterpiece of bawdy humour and rich satire defies any attempt to categorize it. Part novel, part digression, its gloriously disordered narrative interweaves the birth and life of the unfortunate „hero“ Tristram Shandy, the eccentric philosophy of his father Walter, the amours and military obsessions of Uncle Toby, and a host of other characters, including Dr. Slop, Corporal Trim and the parson Yorick. A joyful celebration of the endless possibilities of the art of fiction, Tristram Shandy is also a wry demonstration of its limitations.

The text and notes of this volume are based on the acclaimed Florida Edition, with a critical introduction by Melvyn New and Christopher Rick’s introductory essay from the first Penguin edition.

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Georg Forster: Reise um die Welt (1780 / 2007) No ratings yet.

Reise um die Welt

George Forster’s A Voyage round the World presents a wealth of geographic, scientific, and ethnographic knowledge uncovered by Cook’s second journey of exploration in the Pacific (1772-1775). Accompanying his father on the voyage, ship’s naturalist Johann Reinhold Forster, George proved a knowledgeable and adept observer. The lively, elegant prose and critical detail of his account, based loosely on his father’s journal, make it one of the finest works of eighteenth-century travel literature and an account of prime importance in the history of European contact with Pacific peoples.

  • The original English version of this work has long been neglected by anglophone scholars. This new scholarly edition makes this important book readily available for the first time since its initial publication more than two centuries ago.
  • Hardcover, Die Andere Bibliothek: Sonderband, 645 pages
  • Published 2007 by Eichborn (first published November 1st 1780)
  • ISBN 3821862033 (ISBN13: 9783821862033)

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Georg Forster: Entdeckungsreise nach Tahiti und in die Südsee 1772-1775 () No ratings yet.

Entdeckungsreise nach Tahiti und in die Südsee 1772-1775Die Reise begann am 13. Juli 1772 in Plymouth. Cook nahm über Kapstadt, wo er ab Ende Oktober einen dreiwöchigen Aufenthalt einlegte, Kurs auf Kap Circumcision auf ca. 54° Süd. Dieses war dreißig Jahre zuvor von Charles Bouvet entdeckt worden, der es irrtümlicherweise für ein Vorgebirge der Terra Australis gehalten hatte.

Am 51. Breitengrad traf man zum ersten Mal auf Eisberge. Am 3. Januar 1773 stand man etwa fünf Grad südlicher als das von Bouvet entdeckte Festland. Da Cook die Bouvetinsel nicht zu Gesicht bekam, nahm er an, Bouvet habe einen Eisberg fälschlich für Festland gehalten. Am 17. Januar überquerte die Expedition als erste den südlichen Polarkreis (66° 30′ S), musste jedoch dann des undurchdringlichen Eises wegen bei 67° 15′ südlicher Breite wenden und steuerte wieder in Richtung Nordost.

  • Gebundene Ausgabe: 430 Seiten
  • Verlag: Edition Erdmann Verlag im K. Thienemanns Verlag (1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3522601602
  • ISBN-13: 978-3522601603

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4a/Cook_Three_Voyages_59.png

https://de.wikipedia.org/wiki/James_Cook#Zweite_S.C3.BCdseereise_.281772.E2.80.931775.29

grün = 2. Reise

Die Reise begann am 13. Juli 1772 in Plymouth. Cook nahm über Kapstadt, wo er ab Ende Oktober einen dreiwöchigen Aufenthalt einlegte, Kurs auf Kap Circumcision auf ca. 54° Süd. Dieses war dreißig Jahre zuvor von Charles Bouvet entdeckt worden, der es irrtümlicherweise für ein Vorgebirge der Terra Australis gehalten hatte.

Am 51. Breitengrad traf man zum ersten Mal auf Eisberge. Am 3. Januar 1773 stand man etwa fünf Grad südlicher als das von Bouvet entdeckte Festland. Da Cook die Bouvetinsel nicht zu Gesicht bekam, nahm er an, Bouvet habe einen Eisberg fälschlich für Festland gehalten. Am 17. Januar überquerte die Expedition als erste den südlichen Polarkreis (66° 30′ S), musste jedoch dann des undurchdringlichen Eises wegen bei 67° 15′ südlicher Breite wenden und steuerte wieder in Richtung Nordost.

Am 9. Februar, in der Nähe der Kerguelen, ging in dichtem Nebel der Kontakt zur HMS Adventure verloren. Da für einen solchen Fall ein Treffpunkt in Neuseeland vereinbart war, setzte Cook seine Fahrt fort, nachdem die Resolution einen Nachmittag lang erfolglos Kanonenschüsse abgegeben hatte, und steuerte sogar noch weiter südwärts. Er erreichte am 24. Februar 61° 52′ S, musste dann weiter nordwärts halten und traf am 27. März nach 117[5] Tagen auf See auf die Südspitze Neuseelands, wo er im Duskysund seinen Leuten zwei Wochen gönnte und das Schiff überholen ließ. Er hatte im Zickzack den Bereich um den 60. Breitengrad abgesegelt, ohne auf einen Kontinent zu stoßen. Damit war Dalrymples Auffassung widerlegt.

Als Cook am 18. Mai den Treffpunkt im Königin-Charlotte-Sund aufsuchte, an dem die HMS Adventure schon seit sechs Wochen wartete, waren bei Cook ein ernster und drei leichte Fälle von Skorbut aufgetreten, auf der HMS Adventure hingegen zwanzig schwere Fälle. Ihr Kommandant hatte die Diätvorschriften nicht allzu ernst genommen. Man setzte mitgebrachte Ziegen aus und pflanzte Kartoffeln und Rüben.

Da der Südwinter näherrückte, bewegte Cook sich danach auf die Tropen zu. Am 2. August stand er nahe der von Carteret angegebenen Position Pitcairns, doch dort lag die Insel mit Sicherheit nicht. Auf der HMS Adventure waren wieder zwanzig Fälle von Skorbut aufgetreten. Cook setzte Kurs auf Tahiti ab, wo er am 17. August eintraf.

Anfang September segelte er weiter und traf Anfang Oktober bei den Tongainseln ein, wo er sehr freundlich bewirtet wurde, was ihn zur Bezeichnung Freundschaftsinseln veranlasste. Wie heute bekannt ist, verdankte er es nur einem Zufall, dass seine Gruppe in der Nacht nach einer der freundlichen Bewirtungen nicht niedergemetzelt wurde. Ihren Plan führten die Insulaner nur wegen Streitigkeiten untereinander im letzten Moment nicht aus.

Er wandte sich wieder Richtung Neuseeland, das er am 21. September sichtete. Am 30. September verlor er in schwerem Wetter den Kontakt zur HMS Adventure und fuhr die Küste entlang weiter. Am 25. November hinterließ er am vereinbarten Ort in einer Flasche eine Nachricht für die HMS Adventure, in der er seine beabsichtigte Route angab. Dann wandte er sich nach Süden und überschritt den 67. Breitengrad, bevor er am 24. Dezember 1773 wegen des Eises wieder Kurs Nord befahl.

Am 11. Januar 1774 steuerte er wieder südwärts, zum Entsetzen der Mannschaft, die sich bereits auf der Heimreise gewähnt hatte. Am 30. Januar erreichte er den südlichsten Punkt der Reise, 71° 10′ S, 106° 54′ W, und beendete den Vorstoß im Wissen, dass auch dort kein größeres Land sein könne. Erst James Weddell sollte 1823 weiter nach Süden kommen: auf 74° 15′ S.

Cook lief nun nordwärts, suchte erfolglos den 1563 als „Kontinent“ bezeichneten Juan-Fernández-Archipel und erkrankte selbst an einer Gallenkolik. Forster willigte ein, seinen Lieblingshund schlachten und zubereiten zu lassen, um den Kapitän zu kurieren – mit Erfolg (23. Februar). Cook erreichte am 11. März die Osterinsel, notierte dort zum Trinkwasser „so schlecht, kaum wert, an Bord gebracht zu werden“, und segelte durch die Tuamotus und Melanesien nochmals nach Tahiti (22. April), den Neuen Hebriden und nochmals Neuseeland, wobei er noch Neukaledonien entdeckte. Nach der HMS Adventure befragt, wichen die neuseeländischen Maori aus. Später stellte sich heraus, dass ein Landungsboot mit elf Männern angegriffen, die Männer getötet und möglicherweise verzehrt worden waren. Die HMS Adventure hatte Ende 1773 Neuseeland verlassen und war im Juli 1774 um Kap Hoorn segelnd in England angelangt. Sie hatte damit als erste die Erde auf östlichem Kurs umsegelt.

Die Resolution stach am 10. November in See, passierte Kap Hoorn, suchte noch den Südatlantik ab und entdeckte für England die öden Inseln Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln. Von Kapstadt richtete die Resolution den Kurs auf St. Helena und Ascension, suchte nach der imaginären „Matthäus-Insel“, die in portugiesischen Karten des 15. Jahrhunderts eingezeichnet war, und stand so nahe an Brasilien, dass Cook sich entschied, noch die Position von Fernando de Noronha zu bestimmen. Über die Azoren kehrte man am 30. Juli 1775 nach England zurück. Von den 112 Mann Besatzung waren unterwegs nur vier gestorben (zwei durch Unfälle, einer durch Alkoholvergiftung, ein Selbstmord), keiner davon an Skorbut.

Während der Expedition gesammelte völkerkundliche Objekte aus der Südsee wurden auf Museen Europas verteilt; ein großer Teil davon gelangte in die Cook-Forster-Sammlung des Völkerkundlichen Museums Göttingen.

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