SchlagwortCulture

Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten: Freiheit, Sein und Aprikosencocktails (2016) No ratings yet.

31202256. sy475 Wie macht man Philosophie aus Aprikosencocktails? Für Sartre kein Problem: Er machte Philosophie aus einem Schwindelgefühl, aus Voyeurismus, Scham, Sadismus, Revolution, Musik und Sex.

Sarah Bakewell erzählt mit wunderbarer Leichtigkeit, wie der Existenzialismus zum Lebensgefühl einer Generation wurde, die sich nach radikaler Freiheit und authentischer Existenz sehnte.

Paris 1932, im Café Bec-de-Gaz sagt Raymond Aron zu seinem Freund Sartre: „Siehst du, mon petit camarade, wenn du Phänomenologe bist, kannst du über diesen Cocktail sprechen, und das ist dann Philosophie!“ Der einfache Satz war die Geburtsstunde einer neuen Bewegung, die sich in Jazz-Clubs und Cafés verbreitete. Sie inspirierte Musiker und Schriftsteller, erregte Abscheu im Bürgertum und befruchtete Feminismus, Antikolonialismus und 68er-Revolte.

Sarah Bakewell erzählt in diesem Buch erstmals die Geschichte der Existenzialisten. Im Mittelpunkt stehen die Antipoden Heidegger und Sartre, der eine in seiner Hütte im Schwarzwald dem Sein nachsinnend, der andere in Pariser Cafés wie besessen schreibend. Aber es geht auch um Edmund Husserl und Maurice Merleau-Ponty, Simone de Beauvoir, Albert Camus, Iris Murdoch und viele andere. Am Ende sterben die Protagonisten und verlassen das Café.

Doch Sarah Bakewells meisterhafte Kollektivbiographie lässt sie wieder lebendig werden und uns teilhaben an ihren Gesprächen über das Sein, die Freiheit und Aprikosencocktails. Santé!

Rita Seuß (Translator)
Kindle Edition, 448 pages
Published July 18th 2016 by C.H.Beck (first published March 3rd 2016)
Original Title At the Existentialist Café: Freedom, Being, and Apricot Cocktails
ISBN 0701186585 (ISBN13: 9780701186586)
Edition Language English

 
ZEIT: Genug dekonstruiert! Es geht wieder um das Leben, wie es ist: Sarah Bakewell führt eloquent durch „Das Café der Existenzialisten“. Von Iris Radisch 12. Januar 2017, 3:49 Uhr Editiert am 15. Januar 2017, 8:37 Uhr DIE ZEIT Nr. 1/2017, 29. Dezember 2016

literaturkritik: Bewohnte Philosophie. Sarah Bakewell lädt in „Das Café der Existenzialisten“ ein Von Oliver Pfohlmann Erschienen am: 16.02.2017

Please rate this

Jean Echenoz: Die Caprice der Königin (2016) 3/5 (3)

Die Caprice der KöniginNach seinem hochgelobten Roman „14“ legt Jean Echenoz, der eleganteste und subversivste Autor der Gegenwartsliteratur in Frankreich, nun funkelnde, hochkonzentrierte Kurzprosa vor.

Der alte Lord Nelson pflanzt eigenhändig Eichen, er, der stets unter Seekrankheit litt, möchte sicherstellen: Seine letzte Ruhestätte soll nicht das Meer sein. In einem Schnapsfass wird dereinst sein Leichnam an Land geschafft werden. Dieses Heldenleben auf sagenhaften sechs Seiten ist der Auftakt der sieben Texte, die an sieben Erzählorten spielen – von Suffolk über das antike Babylon bis zu Le Bourget, einem Vorort von Paris.

Sie eint der unverwechselbare Echenoz’sche Ton und die Aura von Nonchalance und Ironie, die alle Texte seine umgibt.

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel.

Hardcover, 144 pages
Published March 14th 2016 by Hanser Berlin (first published April 3rd 2014)
Original Title Caprice de la reine
ISBN13 9783446250727
Edition Language German

 

fr.wikipedia – Caprice de la reine

DFL : Die Kunst der Komprimierung. Wie ein roter Faden ziehe sich das Nachdenken über die Vergänglichkeit durch den neuen Erzählband von Jean Echenoz, sagt unser Kritiker Martin Becker. „Die Caprice der Königin“ sei zart, verspielt und schier grenzenlos elegant geschrieben. Von Martin Becker 04.04.2016

NZZ: Alle Autoren übertreiben. Die Welt, wenn Jean Echenoz sie beschreibt, erscheint im Breitbildformat und als Makroaufnahme. Was davon ist real, was erfunden? Nach dem Nouveau Roman stellt der französische Autor die Frage neu. Ingeborg Waldinger 24.08.2016

Literaturkritik.de: Subversive Volten mit viel Charme
Jean Echenoz kommt in „Die Caprice der Königin“ mit noch weniger Seiten aus Von Willi Huntemann Erschienen am: 02.06.2016

taz: Trost Momente, in denen sich Vergänglichkeit zeigt: Jean Echenoz beschreibt „Die Caprice der Königin“: Strandgut inmitten der großen Geschichten von Ulrich Rüdenauer 25.?6.?2016

lefigaro.fr: Caprice de la reine de Jean Echenoz Sept histoires, de Babylone au Bourget, signées Jean Echenoz. Par Patrick Grainville Publié le 27 mars 2014 à 06:00

 

 

Please rate this

Terézia Mora: Das Ungeheuer (2013) 3/5 (1)

18339191»Solche Geschichten gibt’s, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet«: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen.

Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfach immer weiter. Unterwegs liest er in ihrem Tagebuch, das er nach ihrem Tod gefunden hat, und erfährt, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war – und dass er von alldem nicht das Geringste mitbekommen hatte.

Arbeit und Schlaf, Arbeit, Arbeitsweg und Schlaf. So sah das erfolgreiche Leben von Darius Kopp aus. Bis er eines Tages den Job verlor. Und bis sich bald darauf seine Frau das Leben nahm und ihm zum zweiten Mal in kürzester Zeit der Teppich unter den Füßen weggezogen wurde. Seitdem lebt er apathisch dahin, tötet die Zeit mit stumpfem Fernsehen und Fertigpizzen. Sein Freund Juri versucht Darius zwar wieder zurück in sein altes Leben als IT-Experte zurückzubefördern, doch dieser beschließt, eigene Wege zu gehen. Er wollte doch das geheime Tagebuch seiner Frau lesen, und er muss auch noch ihre Urne beisetzen. Aber wo? In ihrem ungarischen Heimatdorf oder in Budapest oder an den Hängen des Ararat? Und so begibt sich Darius Kopp auf eine lange Reise – auf der Suche nach der Wahrheit über seine Frau. Über sich selbst. Und über diese dunkle und ungeheuere Welt.

Hardcover, 688 pages
Published September 2nd 2013 by Luchterhand Literaturverlag
ISBN 3630873650 (ISBN13: 9783630873657)
Edition Language German

Characters Darius Kopp

FAZ: Der einsamste Mann auf dem Kontinent. Erst ein komischer, dann ein tragischer Held. Kann das gutgehen? Terézia Mora setzt mit „Das Ungeheuer“ ihr großes Romanprojekt um den IT-Spezialisten Darius Kopp fort. Von Hubert Spiegel Aktualisiert am 06.09.2013-16:28

ZEIT: Aneinander vorbei. Furios, aber nicht vollkommen: Terézia Moras Roman „Das Ungeheuer“. Von Katharina Döbler 19. September 2013 DIE ZEIT Nr. 39/2013

Please rate this

Jean-Claude Izzo: Izzo’s Marseille (2003) 3/5 (1)

CoverDie geheime Heldin aller Romane von Jean-Claude Izzo ist Marseille. Bislang unveröffentlichte Texte erzählen von den Menschen, dem Licht und den Farben der Stadt. Izzo führt durch die Gassen und Kneipen, erzählt von Kräutern und Düften, von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer ewigen Stadt.

»Diese Stadt ist ein offenes Tor, offen zur Welt, offen zum Nachbarn. Ein Tor, das sich nie schließen wird. Marseille ist Vielfalt. Viele Kulturen, viele Völker, tausend Geschichten. Hier ist Verdi gleich populär wie Bob Marley. Hier wird in vielen Sprachen gesprochen, gesungen, geträumt. Woher man auch kommt – in Marseille ist man zu Hause.«

 

Ronald Voullié (Übersetzer), Katarina Grän (Übersetzer)
Hardcover, 128 pages
Published April 1st 2003 by Unionsverlag
ISBN 3293003109 (ISBN13: 9783293003101)
Edition Language German

Jean-Claude Izzo – de.wikipedia

Please rate this

Sally Rooney: Gespräche mit Freunden (Conversations with Friends) (2017 / 2019) 4.2/5 (5)

Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen.

Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Francis immer stärker zu Nick hingezogen …

Ein intensiver Roman über Intimität, Untreue und die Möglichkeit der Liebe, eine hinreißende, kluge Antwort auf die Frage, wie es ist, heute jung und weiblich zu sein.

Hardcover, 379 pages
Published July 20th 2019 by Luchterhand (first published May 25th 2017)
Original Title Conversations with Friends
ISBN 3630875416 (ISBN13: 9783630875415)
Edition Language German

en.wikipedia – Sally Rooney

Protagonisten

Ich-Erzählerin Frances und ihre beste Freundin und ehemalige Liebhaberin Bobbi, beide 21, beide Literaturstudentinnen, lernen das arrivierte Paar Melissa und Nick kennen.

Melissa ist eine bekannte, attraktive Kulturjournalistin, und mit ihren 37 Jahren, ihrem großen Haus und ihrem kulturellen Erfolg für Frances eine Mischung aus bedrohlich vollendet und verachtenswert alt.

Nick, ein bekannter Schauspieler, wird von anderen als "sehr groß" und "sehr passiv" beschrieben und wirkt für Frances von Beginn an vollkommen unwiderstehlich.

Bobby
Frances

"Ich war aufgeregt, bereit für die Herausforderung, in die Wohnung einer Fremden zu gehen, und legte mir schon ein paar Mienen und Komplimente zurecht, um charmant zu wirken."

Diese Kombination aus Unsicherheit, Verletzlichkeit und Narzissmus ist die härteste Waffe, die Frances im Umgang mit ihrem Umfeld hat - und ihre offene Flanke.

Melissa
Nick

 

en.wikipedia – Conversations with friends

https://i1.wp.com/media1.faz.net/ppmedia/aktuell/2620876112/1.6293593/facebook_teaser/sally-rooney.jpg?resize=433%2C234&ssl=1

Literary Awards
Folio Prize Nominee (2018),

International Dublin Literary Award Nominee for Shortlist (2019)

SZ: Von der Liebe und anderen Ängsten. Sally Rooney landete mit ihrem Debüt gleich auf der Longlist des Man Booker Prize. Von Meredith Haaf 22. Juli 2019, 11:29 Uhr

FAZ: Dieses Elend könnte eine lustige E-Mail ergeben. Wie man lernt, sich selbst nicht mehr anzustarren: Sally Rooney legt mit ihrem Roman „Gespräche mit Freunden“ ein großes Debüt vor. Von Tilman Spreckelsen Aktualisiert am 21.07.2019-20:37

DLF: Liebe, Affären und alles dazwischen. Sally Rooney ist der neue Shootingstar der irischen Literatur. Warum sie so einen Hype ausgelöst hat, zeigt „Gespräche mit Freunden“. Ihr Debütroman ist sprachlich überraschend, schlagfertig, ironisch, warmherzig – und ein riesiges Lesevergnügen. Von Anne Kohlick Beitrag vom 25.07.2019

DLF: Sally Rooney: „Gespräche mit Freunden“ Geschichte ohne Fazit. In Irland, England und den USA ist die 28-jährige Sally Rooney bereits ein Shootingstar, bejubelt von Publikum wie Kritik. Nun erscheint ihr Debütroman über kapitalismusmüde Dubliner Millennials auch auf Deutsch. Ein berechtigter Hype? Von Miriam Zeh 23.07.2019

FR: Sally Rooney: „Gespräche mit Freunden“ – „Ich erklärte ihm, ich wolle den Kapitalismus zerstören“ Judith v. SternburgvonJudith v. Sternburg 21.08.19 15:38

The New Yorker: A New Kind of Adultery Novel. Sally Rooney’s début, “Conversations with Friends,” is a bracing study of ideas. But it’s even smarter about people. By Alexandra Schwartz July 24, 2017

Please rate this

Mathias Énard: Kompass (2015 / 2016) 3/5 (7)

31836857. sy475 „Kompass“ ist das Buch der Stunde: eine leidenschaftliche Beschwörung der jahrhundertelangen Passion des Westens für die orientalische Kultur. Unter dem Schock einer alarmierenden medizinischen Diagnose verbringt Franz Ritter, Musikwissenschaftler in Wien, eine schlaflose Nacht. Er begibt sich im Geiste noch einmal an die Orte seiner Forschungsreisen: Istanbul, Damaskus, Aleppo, Palmyra – alles Städte, die für ihn untrennbar mit Sarah verbunden sind, der berühmten Orientalistin, seiner großen Liebe. Seine Erinnerung zaubert immer mehr Fakten, Romanzen und Geschichten hervor, die alle von dem entscheidenden Beitrag des Orients zur westlichen Kultur und Identität zeugen. Für diesen Roman erhielt Mathias Énard in Frankreich 2015 den Prix Goncourt.

Holger Fock (Translator), Sabine Müller (Translator)

Hardcover, 432 pages
Published August 22nd 2016 by Hanser Berlin (first published August 19th 2015)
Original Title Boussole
ISBN 3446253157 (ISBN13: 9783446253155)
Edition Language German

 

ZEIT: Mathias Énard: Alles ist kosmopolitisch! „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“, dichtete Goethe. Der französische Schriftsteller Mathias Énard erzählt in seinem Roman „Kompass“, wie sich Morgen- und Abendland wechselseitig durchdringen.Von Ijoma Mangold 8. Dezember 2016

FAZ: Mathias Énard erhält Buchpreis : Europa, die libanesische Prinzessin Von Sandra Kegel – Aktualisiert am 24.03.201 Mathias Énards Roman „Kompass“ erinnert nicht zufällig an „Tausendundeine Nacht“. Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse wurde er nun mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.

NZZ: Eine orientalische Reise ans Ende der Nacht. Der Roman, für den Mathias Énard 2015 den Prix Goncourt erhalten hat, führt den Erinnerungen eines schlaflosen Musikwissenschafters entlang in den Orient. Was darin nicht fehlt: eine Liebesgeschichte. Vanessa de Senarclens 8.9.2016

literaturkritik.de: Die Nadel zeigt nach Osten. Mathias Énard reflektiert in seinem Roman „Kompass“ die engen Austauschbeziehungen zwischen Orient und Okzident Von Beat Mazenauer Letzte Änderung: 21.11.2016

DLF: Mathias Énard: „Kompass“Roman einer schlaflosen Nacht. In „Kompass“ erzählt der französische Schriftsteller Mathias Énard von der kulturellen Faszination, die der Orient über Jahrhunderte in Europa hervorrief. Dabei verliert er jedoch nicht den Blick auf aktuelle Ereignisse, wie den Krieg in Syrien oder den Zerstörungswahn des Islamischen Staates. Außerdem: Ein Seitenblick auf seinen in Kürze erscheinenden Roman „Alkohol und Wehmut“. Von Christoph Vormweg 16.10.2016

Das Erste: Video: Mathias Énard und sein großer Orient-Roman „Kompass“ 29.01.17 | 10:36 Min. | Verfügbar bis 29.01.2022 Die Gedanken eines Wiener Orientalisten streifen durch die überreiche Geschichte der Beziehungen zwischen Morgenland und Abendland. Mathias Énards Werk „Kompass“ führt uns vor Augen führt, wieviel diese Kulturen miteinander verbindet.

liberation.fr: Mathias Énard , déroutante «Boussole» Par Philippe Lançon — 7 octobre 2015 à 17:06 (mis à jour le 3 novembre 2015 à 12:56) De Vienne à Istanbul, l’écrivain met en scène une bande d’orientalistes. Mais son érudition tous azimuts alourdit le propos.

Le Monde: Prix Goncourt : Mathias Énard récompensé pour « Boussole » Le dixième livre de l’écrivain niortais, diplômé de persan et d’arabe, conserve la trace de sa passion pour le monde oriental et est dédié « aux Syriens ». Par Raphaëlle Leyris Publié le 30 octobre 2015 à 14h07 – Mis à jour le 05 novembre 2015 à 09h03

Please rate this

Iris Radisch: Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben. Von Sartre bis Houellebecq (2017) 4/5 (9)

37927535. sy475 Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Europa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die französische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm, mal existenzialistisch, mal politisch, immer verführerisch.

Iris Radisch begibt sich auf einen Streifzug durch die neuere französische Literatur und stellt die wichtigsten Autoren vor. die «Zeit»-Journalistin und Verfasserin eines Bestsellers über Camus lässt sich von ihren eigenen Treffen mit den Autoren leiten und liefert einen einfühlsamen Überblick über die Welt von Sartre und Duras bis zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Houellebecq.

Das Buch ist ein persönlicher Kanon der bedeutendsten Schriftsteller Frankreichs – und richtet sich an alle, für die das Land schon immer der kulturelle und literarische Sehnsuchtsort war. In einem Jahr, in dem in Frankreich gewählt wurde und das Land vor einer ungewissen Zukunft steht, ist das Buch gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Debatte über den intellektuellen Zustand unseres Nachbarlandes.

Hardcover, 240 pages
Published September 22nd 2017 by Rowohl Verlag
Original Title Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben
ISBN 3498058142 (ISBN13: 9783498058142)
Edition Language German

 

ZEIT: Die neue Aufrichtigkeit. Einst war Frankreich literarisch eine Weltmacht, doch zu Beginn des neuen Jahrhunderts legte es eine Sendepause ein. Das war der Houellebecq-Schock. Jetzt meldet sich das Land machtvoll zurück. Von Iris Radisch am 4. Oktober 2017

Autoren und Autorinnen – lesenswerte Werke

  • Jean-Paul Sarte: Die Wörter
  • Albert Camus: Der erste Mensch
  • Simone de Beauvoir: Der Lauf der Dinge
  • Antoine de Saint-Exupéry: Die Stadt der Wüste
  • Samuel Beckett: Erste Liebe
  • Michel Leiris: Mannesalter
  • Eugéne Ionesco: Auf den Gipfeln der Verzweiflung
  • E.M. Cioron: Lehre vom Zerfall
  • Nathalie Sarraute: Kindheit
  • Michel  Butor: Paris – Rom oder Die Modifikation
  • Claude Simon: Das Seil
  • Roland Barthes: Tagebuch der Trauer
  • Julien Green: Tagebücher
  • Georges Perec: Die Dinge
  • Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend
  • Assia Djebar: Nirgendwo im Hause meines Vaters
  • Jean-Marie Gustave Le Clézio: Wüste
  • Annie Ernaux: Die Jahre
  • Margerite Duras: Der Liebehaber
  • Marie N Diaye: Drei starke Frauen
  • Pierre Mechon: Leben der kleinen Toten
  • Yasmina Reza: Nirgendwo
  • Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes
  • Michel Houellebecq: Unterwerfung

 

Please rate this

Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste (2018) – September 2019 4.64/5 (11)

https://i1.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1533790311l/41076345._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen.

Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt.

Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.

Hardcover, 252 pages
Published October 21st 2018 by Suhrkamp Verlag
Original Title Verzeichnis einiger Verluste
ISBN13 9783518428245
Edition Language German
Literary Awards
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis (2018)

ZEIT: Eine kleine Friedensinsel. Judith Schalanskys „Verzeichnis einiger Verluste“ erzählt von den verschwundenen Dingen – unsentimental und im Bewusstsein der totalen Vergänglichkeit von allem. Eine Rezension von Juliane Liebert 18. Dezember 2018

FAZ: Judith Schalanskys Erzählungen : Sie lavierten bis zum Morgengrauen. Judith Schalansky knüpft an den eigenen Matrosenroman von vor zehn Jahren an. Judith Schalanskys Erzählungssammlung widmet sich dem Verlust. Zu gewinnen ist dabei Literatur, wie man sie sonst nur selten findet. Von Andreas Platthaus Aktualisiert am 24.10.2018-23:32

literaturkritik.de: Ein einziges Vergehen und Werden. Judith Schalansky veröffentlicht ein „Verzeichnis einiger Verluste“ und rechnet darin auch Gewinne mit ein Von Beat Mazenauer Letzte Änderung: 27.11.2018

SZ-Magazin: »Wir glauben immer, mit uns beginnt die Zeit neu« Die Schriftstellerin Judith Schalansky schreibt in ihrem Buch »Verzeichnis einiger Verluste« über Dinge, die nicht mehr wiederkommen. Ein Gespräch über bleibenden Trennungsschmerz, die DDR und die schmerzlichsten Verluste der Gegenwart. Von Meredith Haaf 20. Oktober 2018

SZ: Wo das Einhorn lebt. Wilhelma Gespräch mit Autorin Judith Schalansky Autorin Judith Schalansky. Mit dem Roman „Der Hals der Giraffe“ wurde sie bekannt, der Naturkunde ist sie treu geblieben: Judith Schalansky im Gewächshaus. Judith Schalansky baut in ihrem neuen Buch „Verzeichnis einiger Verluste“ ein lebendiges Archiv für versunkene Inseln, ausgestorbene oder imaginäre Tiere und verlorene Dinge. Von Jörg Magenau 9. November 2018, 18:54 Uhr

FR: Einhorn & Kaspischer Tiger. Unfassbar aber auch, wie viel noch da ist. von Judith v. Sternburg 1.03.19 11:24

NDR: Buch des Monats: „Verzeichnis einiger Verluste“. Spätestens seit dem Erscheinen ihres Romans „Der Hals der Giraffe“ gehört die 1980 in Greifswald geborene Schriftstellerin Judith Schalansky zu den maßgeblichen Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Sieben Jahre sind seitdem vergangen, und Judith Schalansky war in dieser Zeit sehr fleißig. Insgesamt 36 Bücher sind in der Reihe „Naturkunden“ bei Matthes & Seitz mit ihr als Herausgeberin erschienen. Nur als Autorin trat sie in dieser Zeit nicht mehr in Erscheinung. Nun endlich, von vielen langersehnt, erscheint wieder ein Buch von ihr. Es heißt „Verzeichnis einiger Verluste“ und ist unser NDR Buch des Monats November. Vorgestellt von Joachim Dicks 29.10.2018 12:22 Uhr

DLF: Die Welt, ein unüberschaubares Archiv.In „Verzeichnis einiger Verluste“ beschäftigt sich Judith Schalansky mit lang Vergessenem oder Verschollenem wie die griechische Dichterin Sappho oder ein Album von John Coltrane. Zwölf lebensbejahende Erzählungen, die man lesen muss, so unser Kritiker. Von Carsten Hueck Beitrag vom 25.10.2018

 

 

 

Please rate this

Harald Jähner: Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955 (2019) 4.35/5 (17)

https://i0.wp.com/assets.thalia.media/img/140770912-00-00.jpg?w=788&ssl=1Harald Jähners große Mentalitätsgeschichte der Nachkriegszeit zeigt die Deutschen in ihrer ganzen Vielfalt: etwa den „Umerzieher“ Alfred Döblin, der das Vertrauen seiner Landsleute zu gewinnen suchte, oder Beate Uhse, die mit ihrem „Versandgeschäft für Ehehygiene“ alle Vorstellungen von Sittlichkeit infrage stellte; aber auch die namenlosen Schwarzmarkthändler, in den Taschen die mythisch aufgeladenen Lucky Strikes, oder die stilsicheren Hausfrauen am nicht weniger symbolhaften Nierentisch der anbrechenden Fünfziger, Baustein einer freieren Welt, die man sich bald würde leisten können.

Das gesellschaftliche Panorama eines Jahrzehnts, das entscheidend war für die Deutschen und in vielem ganz anders, als wir oft glauben.

Hardcover, 464 pages
Published February 19th 2019 by Rowohlt
ISBN13 9783737100137

 

ZEIT: Auferstanden aus Ruinen .Harald Jähners „Wolfszeit“ erzählt vom Alltag der Deutschen zwischen 1945 und 1955. Eine Rezension von

SZ: Anarchie des Anfangs. „Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955„: Harald Jähner entwirft eine Mentalitätsgeschichte der Nachkriegsjahre. Von Frank Bösch Frank Bösch ist Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam.

DF „Wolfszeit“: In „Wolfszeit“ beschäftigt sich der ehemalige Feuilleton-Chef der Berliner Zeitung mit Deutschland und den Deutschen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Mitte der 1950er Jahre ? mit überraschenden Ergebnissen. Dafür erhielt Harald Jähner den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse. Von Melanie Longerich Beitrag vom 08.04.2019

DF: Das Lachen im Elend Der Germanist Harald Jähner zeichnet in „Wolfszeit“ ein Stimmungsbild der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Dabei zeigt er – mit Eloquenz und dramatischem Gespür – sowohl das Leid als auch die Lebensfreude derer, die den Krieg überlebt hatten. Von Holger Heimann Beitrag vom 02.03.2019

literaturkritik.de: Alltagsgeschichte(n) aus dem postnationalsozialistischen Ausnahmezustand. Harald Jähner erzählt von den Umbruch-Jahren nach 1945
Von Bernd Blaschke Erschienen am: 14.05.2020

Please rate this

Bernhard Schlink: Die Frau auf der Treppe (2014) 2.62/5 (13)

Die Frau auf der Treppe Das berühmte Bild einer Frau, lange verschollen, taucht plötzlich wieder auf. Überraschend für die Kunstwelt, aber auch für die drei Männer, die diese Frau einst liebten – und sich von ihr betrogen fühlen. In einer Bucht an der australischen Küste kommt es zu einem Wiedersehen: Die Männer wollen wiederhaben, was ihnen vermeintlich zusteht. Nur einer ergreift die Chance, der Frau neu zu begegnen, auch wenn ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt.

  • Hardcover, German Edition, 256 pages
  • Published August 27th 2014 by Diogenes
  • ISBN 325706909X  (ISBN13: 9783257069099)

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Akt,_eine_Treppe_herabsteigend_Nr._2

Marcel Duchamp – Akt Treppe heruntersteigend (1912) Mehr Infos: http://www.kunst-meditation.it/a-bis-h/duchamp-/

Gerhard Richter: Ema

Gerhard Richter: Ema (Akt auf einer Treppe) 1966 200 cm x 130 cm Werkverzeichnis: 134 Öl auf Leinwand

Please rate this