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Dieter Thomä: Warum Demokratien Helden brauchen.: Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus (2020) 3/5 (1)

48573248. sy475 Die Demokratie steckt in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Menschen sehnen sich seit jeher nach Lichtgestalten. Passt das heute noch in unser aufgeklärtes Weltbild? Ja, sagt Dieter Thomä. Er wendet sich gegen diejenigen, die sich in einer postheroischen Gesellschaft einrichten, und zeigt, wie leblos eine Demokratie ist, in der alle gleich sind. Thomä erklärt, warum heute Menschen gefragt sind, die über sich hinauswachsen und andere motivieren, es ihnen gleich zu tun.

Die Demokratie tut gut daran, das Heldentum nicht denen zu überlassen, die autoritär oder fundamentalistisch denken. Denn sie wird nicht nur von Institutionen zusammengehalten, sondern auch von Individuen, die sich für eine Sache einsetzen, die größer ist als sie selbst. Sie machen aus der Kampfeslust eine Tugend und wagen neue Wege. In der Suche nach den richtigen Helden – und im Streit um sie – schärft eine demokratische Gesellschaft ihr Profil. Gerade in Zeiten, in denen sie unter Druck steht, ist dies unverzichtbar.

Hardcover, 272 pages
Published October 25th 2019 by Ullstein Hardcover
ISBN13 9783550200335

DLF: „Warum Demokratien Helden brauchen“. Die Demokratie kommt ohne Helden aus, so die Auffassung im sogenannten postheroischen Zeitalter. Der Philosoph Dieter Thomä will dieses Denken revidieren: Die Demokratie brauche dringend entschlossene Verteidiger. Sein neues Buch ist ein „Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus“. Von Änne Seidel 11.11.2019

ZEIT: Blasse Helden. Der Philosoph Dieter Thomä huldigt dem unspektakulären, aber couragierten Demokraten in Zeiten der Demokratiekrise.
Eine Rezension von Jens Hacke DIE ZEIT Nr. 44/2019, 24. Oktober 2019

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Philip Roth: Verschwörung gegen Amerika (2005) No ratings yet.

1357652

Year: 2005

Publisher: Hanser

ISBN: 3446206620

DIE ZEIT 18.08.2005 Nr.34

Totale Demokratie

www.zeit.de

Aller Faschismus geht vom Volk aus: Philip Roths »Verschwörung gegen Amerika« ist ein radikaler und doch mutloser Roman Von Evelyn Finger

Der tiefe Pessimismus, mit dem Amerikas prominentester Schriftsteller die amerikanische Demokratie beurteilt, lässt sich am Scheitern all jener Patrioten ermessen, die in seinem neuen Roman für ihre freiheitlichen Ideale kämpfen. Da ist der sanfte Familienvater Herman Roth, der im eigenen Wohnzimmer eine Prügelei anfängt, weil er die moralische Verkommenheit seiner Landsleute nicht länger erträgt. Da ist der scharfzüngige Kolumnist Walter Winchell, der bei einem Wahlkampfauftritt hinterrücks erschossen wird, weil er, benebelt vom eigenen Gerechtigkeitsfanatismus, auf die Fairness seiner Gegner vertraut hat. Und da ist Vetter Alvin, der als halbstarker Fremdenlegionär gegen Nazideutschland ins Feld zieht, als Krüppel zurückkehrt und erkennen muss, dass sein Martyrium umsonst war. Denn die meisten Staatsangehörigen des amerikanischen Idylls, wie Philip Roth es beschreibt, fürchten sich ja keineswegs vorm Faschismus. Im Gegenteil. Sie wollen mit Hitler paktieren, lieber heute als morgen. Das Faschistoide, das in ihren Hirnen und Herzen nistet, wartet nur auf eine Gelegenheit, sich mittels demokratischer Wahlen sowie eines geeigneten Präsidentschaftskandidaten durchzusetzen.

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