Schlagwort: Deutschland

Thomas Hettche: Herzfaden (2020) No ratings yet.

Ein großer Roman über ein kleines Theater: die Augsburger Puppenkiste.

Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen märchenhaften Dachboden, auf dem viele Freunde warten: die Prinzessin Li Si, Kater Mikesch, Lukas, der Lokomotivführer. Vor allem aber die Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, in der Gefangenschaft einen Puppenschnitzer kennenlernt und für die eigene Familie ein Marionettentheater baut. In der Bombennacht 1944 verbrennt es zu Schutt und Asche. „Herzfaden“ erzählt von der Kraft der Fantasie in dunkler Zeit und von der Wiedergeburt dieses Theaters. Nach dem Krieg gibt Walters Tochter Hatü in der Augsburger Puppenkiste Waisenkindern wie dem Urmel und kleinen Helden wie Kalle Wirsch ein Gesicht. Generationen von Kindern sind mit ihren Marionetten aufgewachsen. Die Augsburger Puppenkiste gehört zur DNA dieses Landes, seit in der ersten TV-Serie im westdeutschen Fernsehen erstmals Jim Knopf auf den Bildschirmen erschien.

Hardcover, 288 pages
Published September 10th 2020 by Kiepenheuer & Witsch
ISBN 346205256X (ISBN13: 9783462052565)
Edition Language German

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Ödön von Horváth: Der ewige Spießer (1930 / 2001) 3.5/5 (2)

31196562. sy475 Ödön von Horváths Spießer tauchen in den verschiedensten Personifizierungen auf.

Sie verraten sich durch ihre Monologe, und sie wissen über alles Bescheid.

So wissen sie auch, ohne nachzudenken, was gut ist und was böse ist, – und vor allem, was sie sich selber schuldig sind: eine doppelte Moral.

Eine, die sie sich selber zugestehen, und eine andere, die sich für andere eignet.

Der ewige Spießer ist der erste Roman von Ödön von Horváth.

Der sozial- und gesellschaftskritische Roman wurde 1930 abgeschlossen und erschien zunächst im Propyläen-Verlag, in dessen Theaterabteilung Arcadia zuvor auch schon Horváths Stücke veröffentlicht wurden.

wikipedia.de

Paperback, 448 pages
Published October 22nd 2001 by Suhrkamp (first published 1930)
Original Title Der ewige Spießer – Jugend ohne Gott – Ein Kind unserer Zeit
ISBN 351839844X (ISBN13: 9783518398449)
Edition Language German

BR: Zeitloser Roman als humorvolles Hörspiel in 4 Teilen Stand: 22.12.2017 Es sind Wandlungsgeschichten unter dem Einfluss der Zeit, die Ödön von Horváth in seinem dreiteiligen Roman Der ewige Spießer erzählt. Im München des Jahres 1929 ist der Erste Weltkrieg noch nicht lange vorbei. Die Wirtschaftskrise macht sich im Alltag bemerkbar und radikale rechte wie linke Ideologien breiten sich aus. Dazwischen Menschen wie Alfons Kobler, Anna Pollinger und Josef Reithofer.

https://br.de/s/1YCIsiM

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/hoerspiel-und-medienkunst/hoerspiel-studio-sonnenbichler-inszenierung-horvath-spiesser-100.html

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Alain Claude Sulzer: Die Jugend ist ein fremdes Land (2017) 3/5 (3)

36339907. sy475 Ein Erinnerungsmosaik der 60er- und 70er-Jahre, bei dem Nostalgie und stilles Grauen nah beieinanderstehen.

Tatort: Riehen. Ein Vorort von Basel nahe der deutschen Grenze. Eine Welt der zugezogenen Gardinen, in der niemand geschieden ist und Frauen, die Auto fahren, eine anrüchige Sensation.

Hier wächst Alain Claude Sulzer auf, als einer von drei Söhnen einer französischsprachigen Mutter, die kaum Deutsch kann (und es zeitlebens nie lernen wird), und eines Vaters, dessen ganzer Stolz das formstrenge Avantgarde-Haus ist, das es bis in eine angesehene Architekturzeitschrift schafft. Dumm nur, dass das Flachdach nie richtig dicht ist und die Rest-Familie dem Clou der Inneneinrichtung, den schwarz-weißen Tapeten und schwarzen Spannteppichen, wenig abgewinnen kann.

In kurzen Erinnerungsblitzen erzählt Sulzer seine Jugend. Seine so komischen wie unbarmherzig detailscharfen Beobachtungen bilden zusammen ein Erinnerungsmosaik, das es in sich hat: Da ist der Ballettunterricht, bei dem Alain einer der wenigen Jungen ist und aus dem er entfernt wird, als das Gerücht aufkommt, der russische Choreograf habe ein Auge auf ihn geworfen; oder Fräulein Zihlmann, die sich von Alains Vater gern zur Arbeit in die Stadt mitnehmen lässt – und dafür von der Mutter mit stillem Hass verfolgt und am Ende erfolgreich vertrieben wird; und schließlich die Ausflüge in die verheißungsvoll-zwielichtige Welt des Theaters und die gescheiterte Flucht nach Paris.

Hardcover, 224 pages
Published September 7th 2017 by Galiani Berlin (first published 2017)
ISBN13 9783869711508
Edition Language German

ZEIT: Sehr nackt und voller Schaum. Basler Kindheit um 1960: Alain Claude Sulzers untragische autobiografische Prosa. Von Ursula März DIE ZEIT Nr. 49/2017, 30. November 2017

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Saša Staniši? : Wie der Soldat das Grammofon repariert (2006) 3/5 (3)

2553299Als der Bürgerkrieg in den 90er Jahren Bosnien heimsucht, flieht der junge Aleksandar mit seinen Eltern in den Westen. Rastlos neugierig erobert er sich das fremde Deutschland und erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten von damals, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Visegrad.

Aleksandar fabuliert sich die Angst weg und „die Zeit, als alles gut war“ wieder herbei. Aleksandar wächst in der kleinen bosnischen Stadt Visegrad auf. Sein größtes Talent ist das Erfinden von Geschichten: Er denkt gar nicht daran, sich an die Themen der Schulaufsätze zu halten, viel zu verrückt sind die Erntefeste bei seinen Urgroßeltern, viel zu packend die Amokläufe betrogener Ehemänner und viel zu unglaublich die Geständnisse des Flusses Drina.

Als der Krieg mit grausamer Wucht über Visegrad hereinbricht, hält die Welt, wie Aleksandar sie kannte, der Gewalt nicht stand, und die Familie muss fliehen. In der Fremde eines westlichen Landes erweist sich Aleksandars Fabulierlust als lebenswichtig: Denn so gelingt es ihm, sich an diesem merkwürdigen Ort namens Deutschland zurechtzufinden und sich eine Heimat zu erzählen. Seinen Opa konnte er damals nicht wieder lebendig zaubern, jetzt hat er einen Zauberstab, der tatsächlich funktioniert: seine Phantasie holt das Verlorene wieder zurück.

Als der erwachsene Aleksandar in die Stadt seiner Kindheit zurückkehrt, muss sich allerdings erst zeigen, ob seine Fabulierkunst auch der Nachkriegsrealität Bosniens standhält. Mit „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ hat Saša Stanišic einen überbordenden, verschwenderischen, burlesken und tragikomischen Roman über eine außergewöhnliche Kindheit unter außergewöhnlichen Umständen geschrieben, über den brutalen Verlust des Vertrauten und über das unzerstörbare Vertrauen in das Erzählen.

Paperback, 315 pages
Published 2008 by btb (first published 2006)
Original Title Wie der Soldat das Grammofon repariert
ISBN 3442737621 (ISBN13: 9783442737628)
Edition Language German

literaturkritik.de: An der Nahtstelle. Saša Stanišics Roman „Wie der Soldat das Grammophon repariert“ schaut mit kindlichem Blick auf den Krieg Von Monika Münch Erschienen am: 06.12.2006

SZ: Als alles gut war – vor dem Krieg. Aus der Kinderperspektive erzählt Saša Stanišic vom Bosnienkrieg und wie sich die Menschen dadurch verändert haben. Sein Roman besticht durch die bildhafte Sprache, stößt genau damit aber auch an seine Grenzen. Helmut Böttiger 17. Mai 2010, 20:33 Uhr

FAZ: Als die Fische Schnurrbart trugen. Saša Stanišic hat einen Roman über seine Kindheit in Bosnien geschrieben, über den beginnenden Krieg, über die Flucht und auch über seine Versuche, in Deutschland die Vergangenheit festzuhalten, oder besser: wiederherzustellen. Von Richard Kämmerlings – Aktualisiert am 03.10.2006-13:06

ZEIT: Der Krieg trägt Kittelschürze. Saša Stanišic schreibt seinen ersten Roman über den Bosnienkrieg und stolpert über die Poesie des Kindlichen.
Von Iris Radisch 5. Oktober 2006

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Erich Kästner: Das Blaue Buch: Geheimes Kriegstagebuch 1941 – 1945 2.67/5 (3)

35674899. sy475 Nachdem Erich Kästner 1933 von den Nazis als Autor verboten worden war, entschloss er sich, ein geheimes Tagebuch zu führen. Dazu griff er auf ein blau eingebundenes, unbeschriftetes Buch zurück, das er zwischen den anderen viertausend Bänden seiner Bibliothek versteckte. Aus Sicherheitsgründen fertigte Kästner seine Aufzeichnungen außerdem stenografisch an.

Von 1941 bis zum Kriegsende schrieb Erich Kästner auf, was sich an der Front und in Berlin ereignete, notierte Heeresberichte und Massenexekutionen ebenso wie die Kneipenwitze über Goebbels und Hitler, die schon bald nur noch hinter vorgehaltener Hand gemacht wurden. Er dokumentiert seinen zunehmend von Stromsperren und Bombenangriffen geprägten Alltag bis zur bedingungslosen Kapitulation im Mai 1945 und berichtet, was sich in den Monaten danach abspielte.

Die jetzt vorliegende, von Sven Hanuschek zusammen mit Silke Becker und Ulrich von Bülow herausgegebene und umfangreich kommentierte Ausgabe umfasst neben Kästners Kriegstagebuch auch seine gesammelten Notizen für einen Roman über das »Dritte Reich«, ein umfangreiches Vorwort sowie zahlreiche Zeitungsartikel, die Erich Kästner im Blauen Buch aufbewahrte.

Hrsg: Sven Hanuschek, Ulrich von Bülow, Silke Becker
Hardcover, 432 pages
Published February 9th 2018 by Atrium Zürich
Original Title  Das Blaue Buch: Geheimes Kriegstagebuch 1941 – 1945
ISBN 3855350191 (ISBN13: 9783855350193)
Edition Language  German

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Bov Bjerg: Serpentinen (2020) 2/5 (2)

55437090. sx318 Ein Vater unterwegs mit seinem Sohn. Ihre Reise führt zurück in das Hügelland, aus dem der Vater stammt, zu den Schauplätzen seiner Kindheit. Da ist das Geburtshaus, dort die elterliche Hochzeitskirche, hier der Friedhof, auf dem der Freund Frieder begraben liegt. Ständiger Reisebegleiter ist das Schicksal der männlichen Vorfahren, die sich allesamt das Leben nahmen: „Urgroßvater, Großvater, Vater. Ertränkt, erschossen, erhängt.“ Der Vater muss erkennen, dass sein Wegzug, seine Bildung und sein Aufstieg keine Erlösung gebracht haben. Vielleicht helfen die Rückkehr und das Erinnern. Doch warum bringt er seinen Jungen in Gefahr? Warum hat er keine Antwort auf dessen bange Frage: „Um was geht es?“ Er weiß nur: Wer zurückfährt, muss alle Kurven noch einmal nehmen. Wenn er der dunklen Tradition ein Ende setzen will.

Genau, mutig und lang nachwirkend erzählt Bov Bjerg vom Kampf eines Vaters gegen die Dämonen der Vergangenheit. Nurwenn er seinen Sohn so liebt, wie er selbst nie geliebt wurde, kann die Reise der beiden glücken.

Audiobook
Robert Stadlober (Narrator)
Published 2020 by Hörbuch Hamburg
Original Title Serpentinen
ISBN13 9783957131997
Edition Language German

Setting
Schwäbische Alb (Germany)

ZEIT: Der Strick im Keller. In dieser Familie begehen die Männer reihenweise Suizid: Bov Bjerg ist mit „Serpentinen“ ein fulminanter und erschütternder Roman über familiäre Sprachlosigkeit gelungen. Eine Rezension von Carsten Otte 4. Februar 2020

FAZ: Die Modernisierung unserer Väter. Wegschauen oder ins Auge blicken: Wer den schwarzen Hund in Schach halten will, muss sich für eine dieser Strategien entscheiden. Bov Bjergs Roman „Serpentinen“ erzählt vom Schwarzen Gott der Depression und von der düsteren Seite der Bundesrepublik. Das Buch hat eine Wucht, die manche Leser vielleicht aus der Kurve tragen könnte. Von Jan Wiele – Aktualisiert am 03.02.2020-19:40

FR: Der Junge schreit, als jemand entgegenkommt. Hupen, Bremsen, Scheinwerfer. Knapp geschafft „Serpentinen“ von Bov Bjerg: Eine gefährliche Partie von Claudia Ingenhoven 28.01.202014:40

DLF: Annäherung statt Abrechnung. Autoren wie Christoph Meckel haben sich mit den Verstrickungen ihrer Väter im Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Jetzt sucht eine andere Generation nach väterlichen Leitbildern und Denkweisen, die für sie prägend waren. Von Ralph Gerstenberg

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Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten (1961) 3.5/5 (2)

1131999Erich Kästner kennen viele nur als Autor von Kinder- und Jugendbüchern. Dass er auch zeitkritische Romane geschrieben hat, wissen die wenigsten. Der Roman Fabian entstand 1931 und beschreibt den moralischen und geistigen Verfall inmitten schwieriger politischer Verhältnisse. Für Kästner gehen in dieser Zeit politischer und moralischer Verfall der Gesellschaft Hand in Hand.

Fabian ist ein arbeitsloser Germanist, der durch die Großstadt Berlin zieht auf der Suche nach Arbeit, auf der Suche nach Kontakten. Wir erleben mit, wie er Menschen trifft, die ihn kaufen wollen, wie sich seine Freundin prostituiert, um Schauspielerin zu werden. Sein bester Freund begeht Selbstmord wegen einer lächerlichen Bemerkung. Ein Erfinder tritt auf, der seine Erfindungen, die Arbeitsplätze vernichtet haben, zurücknehmen will, was nicht geht. Die Stadt ist in Auflösung begriffen, die Menschen leben wie in einem Irrenhaus, einem hoffnungslosen, unbarmherzigen Labyrinth.

Fabian ist ein Außenseiter, ein Moralist, seine Waffe ist die Beobachtung, die Distanz, die durch sarkastische Bemerkungen hergestellt wird. Sein Anspruch besteht darin, zuzusehen, „ob die Welt Talent zur Anständigkeit hat“. Kästner stellt dem Moralisten Fabian, ein Mensch übrigens, der moralisch integer ist, ohne dass ihm dies als Lebensentwurf bewusst ist oder er den Zeigefinger erhebt, menschliche Korrumpierbarkeit, Gewissenlosigkeit und Anpassung entgegen. So finden sich im Buch eine ganze Reihe von wirklich gelungenen satirischen Spitzen, wie z.B. eine Tombola, bei der Nahrungsmittel verlost werden oder eine Pöbelei von Menschen als Abendunterhaltung. Kästners Beschreibungen der Menschen sind bissig und schonungslos. Charakteristisch für die Moral der Menschen ist das Verhalten des Redakteurs Müntzer, der etwas unterstützt, an das er nicht glaubt und dessen Falschheit er durchschaut. Von Müntzer heißt es, dass er sein Gewissen chloroformiert hat.

Fabian ist ein Roman mit vielen wirklich gelungenen zeitkritischen Beobachtungen, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Schließlich steht im Zentrum von Kästners Gesellschaftskritik die menschliche Schwäche, die Lethargie, genau um die Falschheit der Verhältnisse zu wissen, aber nichts dagegen zu tun — und diese Kritik hat auch heute nichts von seiner Berechtigung verloren. — Christoph Steven

Paperback, 256 pages
Published February 1st 1989 by Deutscher Taschenbuch Verlag (first published 1931)
Original Title Fabian. Die Geschichte eines Moralisten
ISBN 3423110066 (ISBN13: 9783423110068)
Edition Language German

Characters
Setting
Berlin (Germany)
Germany

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Frank Wegner & Katharina Raabe (Hrsg.): Warum Lesen: Mindestens 24 Gründe (2020) 4/5 (3)

52765287. sy475 Ein Lesebuch als ein Buch über das Lesen, eine Anthologie, die das welt- und selbsterschließende Abenteuer des Lesens beschreibt, seziert und feiert. Wie sich die Erfahrungen des digitalen Wandels aufs Lesen auswirken, ob das Buch als »Leitgestirn des Wissens« (Michael Hagner) in den Hintergrund tritt, auch solche Fragen stellen sich.

Es kommen hier Romanschriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Philosophen, Anthropologen, Soziologen, Neurologen zu Wort. Sie alle nehmen sich die Freiheit, auf ihre Weise mit dem Thema umzugehen. Und liefern eine Theorie, eine Erzählung, eine Szene, eine Anekdote ab, eine Erläuterung des eigenen Lesens, beispielsweise anhand formativer Lektüren, ein Gedicht, eine Zeichnung, ein Foto.

Über die multidisziplinäre Anlage dieser Anthologie wird die Vielgestaltigkeit des Phänomens entsprechend facetten- und perspektivenreich in den Blick gebracht.

Sind wir, was wir gelesen haben? Schärft Lesen die Wahrnehmung? Den Sozialsinn? Was geschieht im Gehirn, wenn wir lesen? Gibt es ein illegitimes Lesen? Ein ekstatisches? Liest man alt anders als jung? Wie las man in der DDR? Was liest man im Krieg? Was bedeutet Lesen in unserer heutigen Abstiegsgesellschaft? Macht Nicht-Lesen am Ende glücklicher?

Mit Beiträgen von: Aleida Assmann, Marcel Beyer, Rachel Cusk, Annie Ernaux, Durs Grünbein, Jürgen Habermas, Michael Hagner, Eva Illouz, Rahel Jaeggi, Hans Joas, Dževad Karahasan, Esther Kinsky, Thomas Köck, Sibylle Lewitscharoff, Enis Maci, Nicolas Mahler, Friederike Mayröcker, Oliver Nachtwey, Katja Petrowskaja, Andreas Reckwitz, Jan Philipp Reemtsma, Hartmut Rosa, Clemens Setz, Wolf Singer, Andrzej Stasiuk, Maria Stepanova, J.J. Sullivan, Alejandro Zambra, Serhij Zhadan

 

  • Clemens J. Setz Der Fall des Henry Bemis 10
  • Katja Petrowskaja Tausendundein Buch 15
  • Andreas Reckwitz Kleine Genealogie des Lesens 31
  • Friederike Mayröcker kannst du mir die Welt erklären? 46
  • Marcel Beyer Lesen im Kaninchenbau 50
  • Eva Illouz Dreimal Lesen 61
  • Annie Ernaux Trennen, Verbinden 79
  • Rachel Cusk Annie Ernaux lesen 89
  • Jürgen Habermas Warum nicht lesen? 99
  • Nicolas Mahler Warum Comics lesen? 124
  • Thomas Köck Autonomie und Unsinn 131
  • Wolf Singer Immaterielle Realitäten 148
  • Esther Kinsky The Lie of the Land 164
  • Serhij Zhadan Die guten schlechten Bücher 182
  • Hartmut Rosa Vom Wunder narrativer Resonanz 196
  • Dzevad Karahasan Stille Ekstase 218
  • Alejandro Zambra Fragen eines lesenden Vaters 232
  • Maria Stepanova In einer fremden Haut 241
  • Michael Hagner Lionel, der Leser 255
  • Sibylle Lewitscharoff Das wild schlagende Leseherz 271
  • Hans Joas Bitte um Auskunft 285
  • John Jeremiah Sullivan Im Kiefernwald 295
  • Oliver Nachtwey Lesen in der regressiven Moderne 305
  • Enis Maci EXIT DOES NOT EXIST 321
  • Katharina Raabe & Frank Wegner Einladung ins Freie 329
  • Anmerkungen 335
  • Biographien 341
  • Nachweise 347

Hardcover, 350 pages
Published June 21st 2020 by Suhrkamp Verlag
ISBN 3518073990 (ISBN13: 9783518073995)
Edition Language German

Literaturkritik: Weil das Leben zu viel ist? Katharina Raabe und Frank Wegner haben in „Warum lesen?“ Antworten auf eine grundlegende Frage zusammengestellt Erschienen am: 19.02.2021

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Erich Kästner: Notabene 45. Ein Tagebuch (1961 / 2018) 3.5/5 (2)

Notabene 45. Ein TagebuchErich Kästners Aufzeichnungen über das Ende des Zweitens Weltkriegs – ein einzigartiger Bericht und ein zeitloser Aufruf zu Mitmenschlichkeit.

Notabene 45, Kästners literarisches Tagebuch, nachträglich entstanden aus seinen Notizen, die er in der ersten Hälfte des Jahres 1945 anfertigte, ist eine sarkastische und messerscharfe, erschütterte und erschütternde Schilderung der letzten Monate der NS-Zeit und des Alltags in den Zeiten des schwierigen Neubeginns: ein einzigartiges Zeitdokument und ein zeitloser Aufruf zu Mitmenschlichkeit.

Paperback, 246 pages
Published 2018 by Atrium Verlag AG (first published April 2nd 1961)
Original Title
Notabene 45. Ein Tagebuch
ISBN13
9783038820192
Edition Language
German

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Robert Seethaler: Der letzte Satz (2020) 3/5 (3)

54685248An Deck eines Schiffes auf dem Weg von New York nach Europa sitzt Gustav Mahler. Er ist berühmt, der größte Musiker der Welt, doch sein Körper schmerzt, hat immer schon geschmerzt.

Während ihn der Schiffsjunge sanft, aber resolut umsorgt, denkt er zurück an die letzten Jahre, die Sommer in den Bergen, den Tod seiner Tochter Maria, die er manchmal noch zu sehen meint.

An Anna, die andere Tochter, die gerade unten beim Frühstück sitzt, und an Alma, die Liebe seines Lebens, die ihn verrückt macht und die er längst verloren hat. Es ist seine letzte Reise.

„Der letzte Satz“ ist das ergreifende Porträt eines Künstlers als müde gewordener Arbeiter, dem die Vergangenheit in Form glasklarer Momente der Schönheit und des Bedauerns entgegentritt.

Hardcover, 128 pages
Published August 3rd 2020 by Hanser Berlin
Original Title Der letzte Satz
ISBN 3446267883 (ISBN13: 9783446267886)
Edition Language German

Characters

 
FAZ: Gustav Mahler, ein Höllenhund am Pult. Robert Seethalers neuer Roman „Der letzte Satz“ schafft es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Darin bricht Gustav Mahler zu seiner letzten Fahrt auf. Der Autor lässt jedoch Tiefe vermissen. Von Alexander Košenina – Aktualisiert am 25.08.2020

ZEIT: Neben Schiffsmotoren. Im neuen Roman von Robert Seethaler nimmt der Komponist Gustav Mahler auf einer Atlantiküberquerung Abschied vom Leben. Eine Rezension von Ijoma Mangold 29. Juli 2020, 16:54 Uhr DIE ZEIT Nr. 32/2020, 30. Juli 2020

SZ: Mahler fröstelte. Wahrheit gibt es nur im Unendlichen: In Robert Seethalers neuem Roman „Der letzte Satz“ zieht der Komponist Gustav Mahler eine durchwachsene Lebensbilanz. Von Felix Stephan 1. August 2020, 11:36 Uhr

Literaturkritik: Hypertext und Basso continuo. In „Der letzte Satz“ von Robert Seethaler blickt Gustav Mahler auf sein Leben zurück. Von Anne Amend-Söchting Letzte Änderung: 01.11.2020

DLF Kultur: Wie Gustav Mahlers Musik einen Roman inspiriert. Frank Meyer im Gespräch mit Robert Seethaler – Vor 30 Jahren hörte Robert Seethaler erstmals Musik von Gustav Mahler. Diese Erinnerung habe ihn nie wieder losgelassen, sagt der Schriftsteller. So sei es zu seinem Roman „Der letzte Satz“ über Mahler gekommen. Beitrag vom 04.08.2020

DLF: Gustav Mahler, von Liebesschmerz gequält. Unglücklich in der Liebe, sterbenskrank, ein Außenseiter: Das Leben des berühmten Komponisten Gustav Mahler ist reich an Tragik. Robert Seethaler schildert ihn in seinem neuen Roman als verzweifeltes Genie, das sich trotz aller Widerstände durchsetzt. Zu Mahlers Musik hat er aber wenig zu sagen. Von Wolfgang Schneider 04.08.2020

NDR: Gustav Mahler auf seiner letzten Reise .Mit seinen Büchern „Ein ganzes Leben“ oder „Der Trafikant“ hat Robert Seethaler schon die Herzen vieler Leserinnen und Leser erobert. Der österreichische Schauspieler, Drehbuchautor und Schriftsteller hat die große Gabe, mit einem unverwechselbaren Erzählton, der ganz einfach daherzukommen scheint, sehr komplexe Lebensläufe darzustellen. In seinem neuen Roman begleitet er den Schöpfer der vielleicht gewaltigsten Symphonien der Musikgeschichte, Gustav Mahler, auf seiner letzten Reise vor seinem Tod. von Annemarie Stoltenberg 04.08.2020 06:00 Uhr

SWR2: Robert Seethaler – Der letzte Satz. Gustav Mahler am Ende seines Lebens, auf der Überfahrt von New York nach Europa. Robert Seethaler legt einen Künstlerroman vor, in dem er versucht, dem großen Komponisten aus dessen Erinnerungen und Gedanken heraus nahe zu kommen. Von Jörg Magenau So, 2.8.2020 17:05 Uhr, SWR2 Lesenswert Magazin, SWR2

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Anne Weber: Im Anfang war (2000) 3/5 (3)

7696012. sy475 Was wäre passiert, hätte Eva zuerst vom Baum des Lebens gekostet und dann erst vom Baum der Erkenntnis?

„Eva wäre unsterblich gewesen, und statt Adam als Sklavin zu dienen, hätte sie seine Göttin sein können. Die Chance ist verpasst. Denken wir nicht mehr daran.“

Anne Weber hat sich die Bücher des Alten Testaments vorgenommen und erzählt sie auf ihre ganz eigene Weise neu, nicht vollständig und all ihren Sinngebungen nachspürend, dafür immer überraschend.

Hardcover, 208 pages
Published February 16th 2000 by Suhrkamp
ISBN 3518411748 (ISBN13: 9783518411742)
Edition Language German

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Dieter Thomä: Warum Demokratien Helden brauchen.: Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus (2020) 3/5 (1)

48573248. sy475 Die Demokratie steckt in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Menschen sehnen sich seit jeher nach Lichtgestalten. Passt das heute noch in unser aufgeklärtes Weltbild? Ja, sagt Dieter Thomä. Er wendet sich gegen diejenigen, die sich in einer postheroischen Gesellschaft einrichten, und zeigt, wie leblos eine Demokratie ist, in der alle gleich sind. Thomä erklärt, warum heute Menschen gefragt sind, die über sich hinauswachsen und andere motivieren, es ihnen gleich zu tun.

Die Demokratie tut gut daran, das Heldentum nicht denen zu überlassen, die autoritär oder fundamentalistisch denken. Denn sie wird nicht nur von Institutionen zusammengehalten, sondern auch von Individuen, die sich für eine Sache einsetzen, die größer ist als sie selbst. Sie machen aus der Kampfeslust eine Tugend und wagen neue Wege. In der Suche nach den richtigen Helden – und im Streit um sie – schärft eine demokratische Gesellschaft ihr Profil. Gerade in Zeiten, in denen sie unter Druck steht, ist dies unverzichtbar.

Hardcover, 272 pages
Published October 25th 2019 by Ullstein Hardcover
ISBN13 9783550200335

DLF: „Warum Demokratien Helden brauchen“. Die Demokratie kommt ohne Helden aus, so die Auffassung im sogenannten postheroischen Zeitalter. Der Philosoph Dieter Thomä will dieses Denken revidieren: Die Demokratie brauche dringend entschlossene Verteidiger. Sein neues Buch ist ein „Plädoyer für einen zeitgemäßen Heroismus“. Von Änne Seidel 11.11.2019

ZEIT: Blasse Helden. Der Philosoph Dieter Thomä huldigt dem unspektakulären, aber couragierten Demokraten in Zeiten der Demokratiekrise.
Eine Rezension von Jens Hacke DIE ZEIT Nr. 44/2019, 24. Oktober 2019

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Brigitte Kronauer: Teufelsbrück (2000) 4/5 (2)

https://i1.wp.com/i.ebayimg.com/images/g/h0YAAOSwhU5fFShp/s-l640.png?w=788&ssl=1Eine nicht ganz herrschaftliche Villa im Alten Land an der Elbe. Zara wohnt hier, mit ihrer einzigartigen Schuhsammlung und tropisch bepflanzten Vogelvolieren. Und mit Leo, dem etwas undurchsichtigen Finanzjongleur mit kriminellem Charisma.

Als Maria, die Erzählerin, dort eines Tages ihren ersten Besuch macht, ist sie bald gefangen in einem Netz interessanter Intrigen, deren Verlockungen sie sich gern ergibt. Neun Abende lang erzählt Maria, hören wir der Geschichte einer Leidenschaft zu. Hals über Kopf und hochbewusst stürzt sich Maria in ein Abenteuer mit Leo.

Amüsiert schaut sie zu, wie ihr Vorortleben  – mit Einkaufszentrum, lieben Freunden und wohlmeinenden Anbetern – eine lustvolle Beschleunigung bekommt: Soireen in gemischter Gesellschaft, Liebesnächte und eine erotische Tour nach Heidelberg.

Und doch hat sie das Gefühl, nicht ganz die Herrin dieser Geschichte zu sein. Spät, in den verschneiten Bergen eines Schweizer Alpendorfs, erkennt Maria die Wahrheit hinter den Ereignissen  – die Regie. Und sie fürchtet den Augenblick, in dem es mit ihrem Bericht ein Ende hat.


Märchenhaft und zuweilen fast übermütig in seinem Reichtum an Momenten ekstatischer Wahrnehmung, erzählt dieser Roman von einer Verzauberung und ihrer Aufhebung durch einen Gewaltakt.

Auf dem Höhepunkt ihrer Kunst erzählt Brigitte Kronauer diesen großen Roman, der in die Tradition der deutschen Literatur und in aktuellste Gegenwart tief eingelassen ist.


»Eine wunderbare, phantastische Liebesgeschichte … absolut gelungen.« (Iris Radisch im Literarischen Quartett)

Es beginnt mit einem Sturz: Am EEZ in Hamburg abends um 6 Uhr stößt Maria Fraulob, die früh verwitwete Ich-Erzählerin und Herstellerin von Schmuck, versehentlich mit einem Paar zusammen und fällt – der Mann im dunkelgestreiften Anzug ist ihr beim Aufstehen behilflich.

Er und seine Begleiterin leben, wie sich bald herausstellt, in einer etwas verkommenen ländlichen Villa im Alten Land jenseits der Elbe, und die Frau lädt Maria zu sich ein. Zu besichtigen sind dort eine einzigartige Schuhsammlung und tropisch bepflanzte Vogelvolieren.

Doch Maria zieht noch etwas anderes dort hin, hat sie sich doch Hals über Kopf in diesen charmanten Mann verliebt …

Gebundene Ausgabe, 505 pages
Published 2000 by Klett-Cotta
Original Title Teufelsbrück
ISBN 3608930701 (ISBN13: 9783608930702)
Edition Language German

 

literaturkritik.de: Kollaps beim Anblick des Männerslips. Brigitte Kronauers Roman „Teufelsbrück“ Von Peter Mohr Erschienen am: 01.11.2000

FAZ: Und schaurig flötet das fedrige Waldliebelein. Von Thomas Wirtz – Aktualisiert am 17.10.2000-12:00

ZEIT: Hinüber ins alte Land. Brigitte Kronauers großartiger Liebes- und Zauberroman. Von Reinhard Baumgart 31. August 2000, 8:00 Uhr Editiert am 2. Januar 2014

DLF: Es kronauert gewaltig, und zwar gleich am Anfang. Auf die erste Szene, ja, buchstäblich die erste Seite des neuen Roman der Hamburger Schriftstellerin geht ein intertextuelles Hinweis- und literaturgeschichtliches Referenzgewitter nieder, das es in sich hat. Maria Fraulob, der Heldin und Ich-Erzählerin, vergeht auch gleich Hören und Sehen. Genauer gesagt, sie geht in die Knie. Ursula März 01.10.2000

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Norbert Scheuer: Winterbienen (2019) 3.67/5 (3)

https://i2.wp.com/www.buchhandlung-schwarz.de/wp-content/uploads/2019/09/ScheuerWinterbienen19-357x600.jpg?resize=357%2C600&ssl=1Januar 1944: Egidius Arimond, ein frühzeitig aus dem Schuldienst entlassener Latein- und Geschichtslehrer, schwebt wegen seiner Frauengeschichten, seiner Epilepsie, aber vor allem wegen seiner waghalsigen Versuche, Juden in präparierten Bienenstöcken ins besetzte Belgien zu retten, in höchster Gefahr. Gleichzeitig kreisen über der Eifel britische und amerikanische Bomber.

Arimonds Situation wird nahezu ausweglos, als er keine Medikamente mehr bekommt, er ein Verhältnis mit der Frau des Kreisleiters beginnt und schließlich bei der Gestapo denunziert wird.

Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in „Winterbienen“ einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.

Hardcover, 319 pages
Published July 18th 2019 by C.H. Beck
ISBN13 9783406739637
Edition Language German

NDR-Kultur: Vom Klang der Bienen und der Bomber. Winterbienen von Norbert Scheuer Vorgestellt von Ulrich Kühn 10.10.2019 14:04 Uhr

DLF: Von Bienen und Bombern. Norbert Scheuer schreibt seine literarische Eifel-Chronik weiter fort. In „Winterbienen“ erzählt er von einem epilepsiekranken Imker aus dem Städtchen Kall, der in der Endphase des 3. Reichs Juden über die belgische Grenze schmuggelt. Als Flüchtlingsversteck dienen ihm Bienenstöcke. Von Christoph Schröder 24.07.2019

FAZ: Im Bienenstock werden sie zuallerletzt suchen. Aus dem Tagebuch eines Flüchtlingshelfers: Norbert Scheuers jüngster Eifelroman „Winterbienen“ zeigt einen Imker im Kampf um das Erinnern, gegen das Regime und seine Krankheit. Von Patrick Bahners – Aktualisiert am 20.08.2019-13:01

SZ: Der Bienenflüsterer. Immer wieder liegt der Protagonist in Norbert Scheuers neuntem Buch über die Eifel vor den Bienenstöcken im Gras und lauscht sich in den Schlaf. Alle Elemente dieses Romans hängen aufs Innigste zusammen: Norbert Scheuers meisterhafter Roman „Winterbienen“ besingt die Einheit aller Dinge. Nominiert für den Deutschen Buchpreis. Von Hubert Winkels 14. Oktober 2019, 10:51 Uhr

DLF – Kultur: Über der Eifel kreisen Bienen und Bomber. Es summt und brummt in der Literatur: Bei Norbert Scheuer bilden Insekten den Gegensatz zum Menschen. Hier friedliche Bienen, da Flugbewegungen der Bomber im Jahr 1944. Der gelungene Roman spielt in der Eifel – und in einem Bienenjahr. Von Jörg Magenau Beitrag vom 19.07.2019

ZEIT: Königin im Lockenwickler. Norbert Scheuers Tagebuch-Roman „Winterbienen“ erzählt von der Eifel im „Dritten Reich“ – und wie ein epileptischer Imker und Ex-Lateinlehrer Juden vor der Vernichtung rettet. Von Markus Clauer 13. Oktober 2019, 18:39 Uhr

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Regina Scheer: Machandel (2014) 3.33/5 (3)

35216095. sy475 Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Debütroman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart.

Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.

Paperback, 480 pages
Published December 12th 2016 by Penguin Verlag (first published August 11th 2014)
Original Title Machandel
ISBN 3328100245 (ISBN13: 9783328100249)
Edition Language German

de.wikipedia.org – Machandel

de.wikipedia.org – Regina Scheer

DLF: Die verschlungenen Lebensgeschichten der DDR. Die von Mythos und Realität inspirierten Lebensgeschichten der deutsch-deutschen Geschichte verleihen dem Roman „Machandel“ seine Bannkraft. Regina Scheer erzählt sie in einem multiperspektivischen Zeitmosaik, welches von den 30er- bis in die 90er-Jahre reicht. Von Michaela Schmitz 03.10.2014

Literaturkritik.de: Die Widersprüche der Zeit. Regina Scheer erzählt in ihrem Romandebüt „Machandel“ von den Irrungen und Wirrungen des 20. Jahrhunderts Von Dietmar Jacobsen Erschienen am: 15.12.2014

Die Welt (Die literarische Welt): Sing von Deutschland, Vogel Regina Scheers Geschichts- und Dorfroman „Machandel“ von Elmar Krekeler Belletristik, Samstag, 8. November 2014, S. 5

Frankfurter Allgemeine Zeitung: Andreas Platthaus: Die Gerechte unter den Schriftstellerinnen. Die große Rekonstruktion: Regina Scheers Roman „Machandel“ erzählt vom Krieg bis zur Wende und darüber hinaus. Sie fasst die deutsche Zeitgeschichte in ein faszinierendes Kaleidoskop. , 248, Literatur und Sachbuch, Samstag, 25. Oktober 2014, S. 10

Frankfurter Rundschau: Was hat der Engel gesehen? Regina Scheer erzählt in „Machandel“ von einem Dorf in Mecklenburg von Sabine B. Vogel, 195, Feuilleton, Samstag, 23. August 2014, S. 33

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