Schlagwortdigitale Medien

Bernhard Pörksen: Die große Gereiztheit: Wege aus der kollektiven Erregung 2.8/5 (5)

Die große Gereiztheit: Wege aus der kollektiven ErregungTerrorwarnungen, Gerüchte, die Fake-News-Panik, Skandale und Spektakel in Echtzeit – die vernetzte Welt existiert längst in einer Stimmung der Nervosität und Gereiztheit. Bernhard Pörksen analysiert die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und beschreibt das große Geschäft mit der Desinformation. Er führt vor, wie sich unsere Idee von Wahrheit, die Dynamik von Enthüllungen und der Charakter von Debatten verändern. Heute ist jeder zum Sender geworden, der Einfluss etablierter Medien schwindet. In dieser Situation gehört der kluge Umgang mit Informationen zur Allgemeinbildung und sollte in der Schule gelehrt werden. Medienmündigkeit ist zur Existenzfrage der Demokratie geworden.

Hardcover, 256 pages
Published February 19th 2018 by Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

DF: Stoppt die Empörungsdemokratie Von Arno Orzessek  Beitrag vom 19.02.2018

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Schirrmacher, Frank: Payback (2009) No ratings yet.

Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen

Payback

„Multitasking ist Körperverletzung“ – Unsere Überforderung und die chronischen Konzentrationsstörungen sind nicht den Technologien geschuldet, sondern der Tatsache, dass immer häufiger nur das im Menschen gefordert und gefördert wird, was mit den Rechnern kompatibel ist. Wir können zurückfordern, was uns genommen wurde, wenn wir die Stärke des Menschen neu bestimmen.
Versuchen Sie sich eine Welt ohne Autos vorzustellen. Kein Problem, Sie fahren sowieso Fahrrad? Dann stellen Sie sich jetzt eine Welt ohne Computer und Handy vor – und schon stoßen Sie an die Grenzen Ihrer Fantasie. Dieses Gedankenspiel allein macht klar, wie mächtig die neuen Techniken sind und wie groß unsere Abhängigkeit von ihnen. Und das ist wörtlich gemeint: Wenn der Computer ruft, das Handy klingelt, der Blackberry summt, lassen wir alles stehen und liegen aus Angst, bei der darwinistischen Jagd nach Informationen zu spät zu kommen.

Jeder kennt das Gefühl, gefangen zu sein in einem Zustand des immerwährenden Alarms, der ständigen Ablenkung und der chronischen Überforderung. Das Ergebnis: Immer weniger Menschen sind imstande zu unterscheiden, was wichtig ist und was unwichtig.
Aber der Computer bestimmt unser Leben in einer noch dramatischeren Hinsicht: Denn jedes Mal, wenn er scheinbar selbstlos uns mit Informationen füttert, füttern wir in Wahrheit ein gigantisches Netz von Rechnern mit Informationen über uns. Und keine dieser Informationen geht jemals verloren, alles wird verarbeitet und genutzt. Die Gesellschaft beginnt erst zu verstehen, wie wichtig politische und psychologische Antworten auf diesen existenziellen Wandel sind. Der Ausweg aus der Berechenbarkeit des Lebens und dem solcherart drohenden Ende des freien Willens liegt nicht etwa in der Verweigerung der Technik, sondern vielmehr in einem neuen Denken, das dem Menschen seine Stärken wieder bewusst macht: Kreativität, Toleranz und die Fähigkeit, mit Unberechenbarem umzugehen. Wie die ersten Schritte aus dem Labyrinth aussehen können, zeigt Frank Schirrmacher anhand von bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen.

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