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Nadja Spiegelman: Was nie geschehen ist (I’m supposed to protect you from all this 2016) (2018) 3.6/5 (10)

Was nie geschehen ist

Nadja Spiegelman erzählt mehr als ihre eigene Geschichte. Sie zeichnet die Lebenswege dreier Frauen nach, deren Schicksale kaum enger miteinander verknüpft sein könnten. Ein eindrucksvolles Debüt über die blinden Flecken in Familien, über die Unzuverlässigkeit unserer Erinnerung und über die Kraft des Erzählens.

Als Kind glaubt Nadja Spiegelman, ihre Mutter sei eine Fee. Ein besonderer Zauber umgibt Françoise Mouly, die erfolgreiche Art-Direktorin des New Yorker. Erst Jahre später, als Nadja allmählich zur Frau wird, bricht dieser Zauber. Immer häufiger trifft sie die plötzliche Wut der Mutter, ihre Zurückweisung, ihre Verschlossenheit. Nadja ahnt, dass sich in Françoises Ausbrüchen deren eigene Familiengeschichte widerspiegelt, und sie beginnt, der Vergangenheit nachzuspüren. In langen Gesprächen mit ihrer Mutter und ihrer Großmutter stößt sie auf unsagbaren Schmerz und widerstreitende Erinnerungen, aber auch auf die Möglichkeit, im Erzählen einen versöhnlichen Blick auf die Vergangenheit zu finden.
Ein poetisches, zutiefst ehrliches Buch, das offenlegt, warum uns die, die wir am meisten lieben, häufig am stärksten verletzen.

  • Hardcover, 385 pages
  • Published March 9th 2018 by Aufbau Digital (first published August 2nd 2016)
  • Original Title I’m supposed to protect you from all this
  • Edition Language German
  • FAZ Von Andreas Platthaus – 09.03.2018

 

Nadja Spiegelman im Arm ihrer Mutter Françoise Mouly

Nadja Spiegelman im Arm ihrer Mutter Françoise Mouly : Bild: Sarah Shatz

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Richard Yates: Eine besondere Vorsehung (1969 / 2008) 3.11/5 (9)

Eine besondere VorsehungAlice ist überzeugt, das Leben halte etwas ganz Besonderes für sie und ihren Sohn Robert bereit – als Künstlerin wird sie Anerkennung finden und ihr Bobby die Privatschule abschließen. Doch wie so oft kommt alles ganz anders als geplant…
Richard Yates, ein Meister der klaren Worte, spiegelt in »Eine besondere Vorsehung« aufs Neue mit lakonischer Schärfe die Schattenseiten des amerikanischen Traums.

Robert Prentice ist das Ein und Alles seiner Mutter Alice. Ihm, dem sie einst mit einer Statue ein Denkmal setzte, hat die Bildhauerin ihren bisher einzigen Kritikererfolg zu verdanken. Und mit seiner Hilfe – so viel ist sicher! – wird sie irgendwann künstlerische Anerkennung erzielen. Doch plötzlich steht sie allein da mit ihren Fantasien von einem glamourösen Künstlerleben, denn Robert meldet sich zum Militär und geht nach Europa, um auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs zu Ruhm und Ehre zu gelangen.

Eine herzzerreißende Geschichte über eine von einseitigen Abhängigkeiten geprägte Mutter-Sohn-Beziehung und die Illusionen, die ein junger Mann sich über den Krieg macht – und gleichzeitig das Sittengemälde einer Gesellschaft, die von sozialer Härte und dem fruchtlosen Streben nach Idealen gekennzeichnet ist. Ein weiterer grandioser Roman von Richard Yates, »einem der wichtigsten amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts« (FAZ).

  • Hardcover, 400 pages
  • Published 2008 by DVA (first published 1969)
  • Original Title  A Special Providence
  • ISBN  3421043310  (ISBN13: 9783421043313)

Rezension

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