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Juli Zeh: Viele Farben, keine Wahl 4/5 (1)

Die Fixierung aller Parteien auf die Wirtschaft lähmt die Republik. Es wird Zeit, auch um andere Werte zu streiten

Von Juli Zeh

Diese Wahl bot ein Fegefeuer der Paradoxien. Eine Partei wird abgewählt, obwohl sie noch gar nicht regiert hatte, eine andere zieht ins Parlament ein, obwohl sie nicht regieren will. Ein Politiker, der keine Regierungsmehrheit mehr hat, behauptet, dennoch Kanzler zu bleiben. Und der gelbstrahlende Gewinner der Wahl ist gleichzeitig ihr größter Verlierer. Deutschland wählt den Superstaat.

Quelle: http://www.zeit.de/2005/39/Wahl

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Die Zeit

Der neue Kapitalismus ist zu einer Weltanschauung geworden. Er begnügt sich nicht mehr mit der Wirtschaft. Er will unser Leben und Denken beherrschen

Von Jens Jessen

Der Kapitalismus hat sein Gesicht verändert. Weit scheint heute die Zeit des Jubels von 1989 zurückzuliegen, als der Zusammenbruch des sozialistischen Lagers allgemein wie ein Triumph der freien Marktwirtschaft gefeiert wurde. Nur der konservative Soziologe Niklas Luhmann, gewiss kein Nostalgiker des Sozialismus, wollte damals von keinem Sieg sprechen: Er meinte, man könne allenfalls und höchstens die Formulierung wagen, dass der Sozialismus früher als der Kapitalismus zusammengebrochen sei.

weiter …

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