Schlagwort: Feminismus

Siri Hustvedt: Damals / Memories of the Future (2019) 2/5 (2)

41071205. sy475 Eine junge Frau bezieht ein winziges Zimmerchen im heruntergekommenen Morningside Heights. Das Jahr ist 1979, und S.H. kommt direkt aus der amerikanischen Provinz; daher ihr Spitzname: „Minnesota“. Das wilde New York lockt, und sie, die Schriftstellerin werden will, genießt den Schmutz wie den Glanz, das turbulente Leben wie die Einsamkeit.

Alles Neue saugt sie begierig in sich auf. So auch, durch die papierdünnen Wände zur Nachbarwohnung, die oft skurrilen Monologe und gesungenen Mantras ihrer Nachbarin: Lucy Brite, liest sie auf dem Klingelschild.

Doch mit der Zeit wünscht sie, sie hätte nicht so genau hingehört. Immer dringlicher werden Lucys Gesänge, immer klagender. Von Misshandlung ist die Rede, von Gefangenschaft, von Kindstod, ja von Mord. Nach und nach wird die Nachbarin zu einer immer schrecklicheren Obsession. Bis eines Nachts ein dramatisches Ereignis in Minnesotas Wohnung Lucy Brite in Person auf den Plan ruft – und nun beginnt ein Geheimnis sich zu lüften…

Vierzig Jahre später erzählt die gealterte S.H., inzwischen eine anerkannte Schriftstellerin und Wissenschaftlerin, was davor und danach geschah: erzählt von Frauensolidarität und Männerwahn, von Liebe und Geschlechterkampf, von Gewalt und Versöhnung. Erzählt aber auch vom Mysterium der Zeit, von Erinnerung und Phantasie, von der Art und Weise, wie alles im Leben zu Geschichten wird, erzählt vom Erzählen. Und das mit einer unbändigen Lust daran, die uns wünschen lässt, das Buch wäre nie zu Ende.

Hardcover, 464 pages
Published March 5th 2019 by Rowohlt Verlag
Original Title Memories of the Future
ISBN 3498030418 (ISBN13: 9783498 030414)
Edition Language German

ZEIT: Ein weiblicher Narzissmus. Die amerikanische Autorin Siri Hustvedt ist ein Literaturstar, dem seine Prominenz zu Kopfe gestiegen ist. Ihr neuer Roman „Damals“ ist ein nerviges Fest der Plattitüden und der Bescheidwisserei. Eine Rezension von Ursula März – 12. April 2019, 10:51 Uhr DIE ZEIT Nr. 16/2019

FAZ: Ein Porträt der Künstlerin als junge Frau. Es scheint, als ob Siri Hustvedt einfach alles wüsste. Jetzt hat die Amerikanerin neue Essays veröffentlicht – und einen neuen Roman: „Damals“. Von Verena Lueken – Aktualisiert am 22.03.2019-23:23

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Simone de Beauvoir: Das Alter / La Vieillesse (1977 / 1970) No ratings yet.

903516Simone de Beauvoirs Buch über das Alter ragt durch die einzigartige Fülle des ausgebreiteten Materials wie durch die Vielfalt neuer Einsichten und Perspektiven unter allen wissenschaftlichen und philosophischen Abhandlungen dieses Themas hinaus.

Die beharrliche Leidenschaft der Autorin von „Das andere Geschlecht“, die Besessenheit, mit der sie biologische und kunsthistorische Fakten aufspürt und gesellschaftliche Zusammenhänge aufdeckt, ihr Sinn für das bezeichnende biographische Beispiel, für den Stellenwert historischer Vorgänge und gegenwärtiger Entwicklungen, machen dieses Buch zu einer faszinierenden Lektüre.

„Ein einzigartiges Dokument. Die Fähigkeit der Autorin zum Staunen ist mit einer immensen Detailkenntnis verbunden. Ein schockierendes Werk, das sich mit nichts vergleichen läßt“ („L’Express“)

Paperback
Published October 10th 1977 by Rowohlt Taschenbuch (first published January 28th 1970)
Original Title La Vieillesse
ISBN 3499227495 (ISBN13: 9783499227493)
Edition Language German

Anjuta Aigner-Dünnwald (Translator)
Ruth Henry (Translator)

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Annie Ernaux: Mémoire de fille / Erinnerung eines Mädchens (2016 / 2018) 4/5 (1)

41076357. sy475 Sommer 1958: Annie Duchesne wird 18 Jahre alt. Sie arbeitet als Betreuerin in einer Ferienkolonie. Sie findet in eine Clique, zusammen feiern sie Feten, genießen ihre Jugend.

Und Annie ist in H. verliebt, mit ihm hat sie ihr erstes Mal. Eine Nacht, die einen anhaltenden Schock bedeutet. Denn H. ignoriert sie fortan, sie weiß nicht, wohin mit sich und lässt sich auf andere ein. Schnell ist sie verfemt.

Was folgt, sind Ausgrenzung, der Hohn der anderen, ihre eigene Scham.

Und Schweigen. Denn über 55 Jahre braucht Annie Ernaux, um sich dieser »Erinnerung der Scham« stellen zu können – anhand von Fotografien und Briefen schreibt sie von einer Zeit, die sich in ihren Körper gebrannt hat. Die ihre Moral, ihre Sexualität, ihr ganzes langes Leben geprägt und bestimmt hat.

Mit schonungsloser Genauigkeit erzählt Annie Ernaux von ihrer ersten sexuellen Begegnung – von Macht, Ohnmacht und Unterwerfung. Von einer Wunde, die niemals ausgeheilt ist. Und vom teuer bezahlten Erkennen des eigenen Werts.

Hardcover, 163 pages
Published October 2nd 2018 by Suhrkamp Verlag (first published April 1st 2016)
Original Title Mémoire de fille
ISBN13 9783518427927
Edition Language German

fr.wikipedia

franceculture „Les années“ de Annie Ernaux 10 ÉPISODES (20 DISPONIBLES)

SWR2 Hörspiel: Die Jahre

Literaturkritik.de: Ein Buch der Scham. In „Erinnerung eines Mädchens“ vollendet Annie Ernaux ihr autobiografisches Projekt. Von Beat Mazenauer Erschienen am: 05.11.2018

ZEIT: „Ich fühle mich schuldig“. Annie Ernaux ist in Frankreich eine literarische Legende, hierzulande werden ihre Romane über ihre Herkunft aus dem Arbeitermilieu gerade erst entdeckt. Ein Besuch bei einer eigenwilligen alten Dame in Cergy Von Iris Radisch 10. Oktober 2018, DIE ZEIT Nr. 42/2018

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Virginia Woolf: Ein Zimmer für sich allein (1929 / 1994) 4.17/5 (6)

https://i0.wp.com/bilder.buecher.de/produkte/34/34558/34558732z.jpg?w=788&ssl=1A Room of One’s Own is considered Virginia Woolf’s most powerful feminist essay, justifying the need for women to possess intellectual freedom and financial independence. Based on a lecture given at Girton College, Cambridge, the essay is one of the great feminist polemics, ranging in its themes from Jane Austen and Charlotte Bronte to the silent fate of Shakespeare’s gifted (imaginary) sister and the effects of poverty and sexual constraint on female creativity.

Virginia Woolf (1882-1941) is regarded as a major twentieth-century author and essayist, a key figure in literary history as a feminist and a modernist, and the centre of ‚The Bloomsbury Group‘.

Paperback, 140 pages
Published October 1994 by Fischer-Taschenbuch-Verlag (first published 1929)
Original Title A Room of One’s Own
ISBN 3596221161 (ISBN13: 9783596221165)
Edition Language German

Aus dem Englischen von Maria Bosse-Sporleder. Herausgegeben von Klaus Reichert.

In Virginia Woolfs künstlerischem Schaffen waren die Jahre 1925 bis 1930 eine besonders produktive Zeit. „Mrs Dalloway“, von ihr selbst einmal als der gelungenste ihrer Romane bezeichnet, und der erste Band der Essaysammlung „Der gewöhnliche Leser“ kamen 1925 heraus, von der Presse viel beachtet und gelobt.

Im folgenden Jahr nahm der Roman „Zum Leuchtturm“ Gestalt an; er erschien 1927. Auch der erste Entwurf zu „Die Wellen“ fällt in diese Zeit. Sie könne „gar nicht schnell genug kritzeln, um alles an die Oberfläche zu bringen“, notierte Virginia Woolf im Tagebuch. Tatsächlich schrieb sie „Orlando“, ihre Huldigung an Vita Sackville-West, innerhalb eines halben Jahres, von Oktober 1927 bis März 1928.

Im Februar 1930 schließlich erschien ihr berühmter großer Essay „Ein Zimmer für sich allein“.

  • de.wikipedia
  • Volltext engl.
  • FAZ: Ich esse meine Backpflaumen nicht! Drei Rezensionen über ein neu erschienenes Buch müsse man mindestens gelesen haben, bevor man sich ein Urteil bilden kann, erklärt Virginia Woolf kategorisch, weil alle Rezensenten „im Sold eines Redakteurs stehen, der im Sold eines Gremiums steht, das eine politische Richtung zu verfolgen hat“. Daher … Aktualisiert am 02.05.2002
  • ZEIT:  Tagebuch: Was war und ob das Leben ist. Virginia Woolf, Tagebuch Nr. 4 oder: Seelenbalance Von Susanne Mayer am 5. Juni 2003

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Christa Wolf: Medea: Stimmen (1996) – Oktober 2019 3.92/5 (12)

4577041Als Frau des Argonauten Jason lebt Medea in Korinth, wohin sie ihm aus ihrer Heimat Kolchis gefolgt ist. Im königlichen Palast Korinths gerät sie in ein Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Der Kampf um die Macht steht im Mittelpunkt, und Medea soll als Sündenbock geopfert werden. Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin – hier wird diese Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos gelöst, das überkommene Bild revidiert.

In ihrem Erfolgsroman erzählt Christa Wolf die Geschichte der Medea neu und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau.

Paperback, 224 pages
Published by Suhrkamp Taschenbuch (first published 1996)
Original Title Medea: Stimmen
ISBN 3518460080 (ISBN13: 9783518460085)
Edition Language German

de.wikipedia: Medea: Stimmen

FAZ: Honecker heißt jetzt Aietes. Aber Medea wird verteufelt human: Christa Wolf schreibt den Mythos neu · Von Manfred Fuhrmann Aktualisiert am 02.03.1996

ZEIT: Tobt nicht, rast nicht, flucht nicht Von Jens Balzer 23. Februar 1996 Quelle: DIE ZEIT, 09/1996

SPON: Kein Mord, nirgends Von Volker Hage 26.02.1996 DER SPIEGEL 9/1996

SPON: Beben in Santa Monica. In einem neuen Buch läßt Christa Wolf ihren Roman „Medea“ gegen eine „männlich dominierte“ Kritik verteidigen und plaudert Werkstattgeheimnisse aus. 15.06.1998

literaturkritik.de: Christa Wolfs Arbeit am Mythos. Ihr Roman „Medea“ schreibt die Erzählung „Kassandra“ fort Von Thomas Anz Letzte Änderung: 21.11.2016 – Erschienen am: 05.12.2011

Jason

Iason (griechisch der Heilende; deutsch Jason) ist eine Heldengestalt aus der griechischen Sage.

Er war der Sohn des Aison, eines Königs von Iolkos, und der Polymede oder Alkimede. Bekannt ist er vor allem als Anführer der Argonauten.

Medea

Medea ist die zauberkundige Tochter des Königs Aietes von Kolchis an der Ostküste des Schwarzen Meeres. Sie ist die Schwester der Chalkiope und des Absyrtos.

Dorthin fahren im Auftrag des Königs Pelias von Iolkos die Argonauten, eine Schar von Helden unter der Führung von Pelias’ Neffen Iason.

Sie sollen das von Aietes gehütete Goldene Vlies erbeuten und nach Iolkos bringen. Aus Liebe verhilft Medea Iason zu dem Vlies und flieht mit den Argonauten. Sie heiratet Iason. In Iolkos ersinnt sie ihm zuliebe eine List, durch die König Pelias zu Tode kommt, worauf die beiden Iolkos verlassen und sich in Korinth niederlassen.

Dort leben sie einige Zeit mit ihren zwei Söhnen.

Dann verstößt Iason Medea, um die Tochter des Königs Kreon von Korinth zu heiraten. Aus Rache dafür ermordet Medea Kreon, dessen Tochter und ihre eigenen Kinder.

Sie flieht nach Athen und heiratet dort den König Aigeus. Damit wird sie die Stiefmutter des Helden Theseus. In einem Konflikt mit Theseus kann sie sich aber nicht durchsetzen. Daher muss sie das Land verlassen und wendet sich nach Asien. Über ihr weiteres Schicksal liegen unterschiedliche Angaben vor.

Glauke

die epileptische Tochter Kreons.

Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Zuneigung zu Medea, die mit ihren Heilkünsten versucht, Glauke ihre Ängste zu nehmen und sie durch den Aufbau von mehr Selbstbewusstsein zu einer selbstbestimmten Person zu machen, und ihrer Ablehnung gegen sie, die ihr durch den Einfluss des Hofes eingeredet wird.

Glauke ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Königs Kreon von Korinth. Ihr Name wurde auch als Kreusa überliefert.

Nach der Schilderung in Euripides’ Tragödie Medea verliebte sich Jason in die Tochter Kreons, deren Namen Euripides allerdings nicht nennt, und wollte sie heiraten. Seine eifersüchtige Gemahlin Medea, von Kreon der Stadt verwiesen, tötete ihre Rivalin, indem sie ihr als Hochzeitsgeschenk einen vergifteten Schleier übersandte, der sie innerlich verbrannte. Als ihr Vater zu Hilfe eilte, kam auch er um. Laut Pausanias zeigte man in Korinth eine Quelle, in die sich Glauke in der Hoffnung, das Wasser möge gegen das Gift helfen, gestürzt habe.

Agameda

Romanfigur
Agameda, eine Kolcherin und ehemalige Schülerin Medeas, die in Korinth als Heilerin sehr angesehen ist, lässt ihre guten Kontakte zu den Mächtigen spielen und scheut keine Intrige, um Medea zu zerstören.

Sie hasst diese, da Medea die vom Gedanken des gesellschaftlichen Aufstiegs getriebene Agameda in ihrer Jugend, als diese ihre Schülerin war, nicht bevorzugt behandelte, obwohl sie ihre beste Schülerin war.

Außerdem hat Medea der verwaisten Agameda die Liebe und Aufmerksamkeit vorenthalten, nach der jene dürstete.

Agameda kann ihr dies nicht verzeihen und versucht nun, ihr mit allen Mitteln zu schaden, selbst wenn es ihr eigenes Verderben nach sich ziehen würde.

Akamas

Romanfigur

Akamas, der erste Astronom Kreons und eigentlicher, versteckter Machtinhaber Korinths  ergänzt die Geschichte und bringt seine Biografie und Gründe ein, zu Missgunsten Medeas zu handeln bzw. nicht für sie einzutreten.

Leukon

Romanfigur

Leukon, zweiter Astronom Kreons und enger Freund Medeas

Kreon

König von Korinth

Merope

Königin von Korinth

Iphinoe

die ermordete Tochter von Kreon und Merope

Kirke

Zauberin. Schwester von Medeas Mutter

Lyssa

Kolcherin. Ziehschwester und Gefährdin von Medea

weitere Personen

Arinna - Lyssas Tochter

Presbon - Kolcher. Veranstalter der Spiele in Korinth

Telamon - Gefährde des Jason. Argonaut

Phrixos - aus Jolkos, brachte das Vließ nach Kolchis

Pelias - Onkel des Jason in Jolkos

Cheiron - Erzieher des Jason in den thessalischen Bergen

Meidos, Pheres - Söhne der Medea und des Jason

Oistros - Bildhauer. Medeas Geliebter

Arethusa - aus Kreta, Medeas Freundin

Der Alte - aus Kreta, Arethusas Geliebter und Freund

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