SchlagwortFrankreich

Anna Gavalda: 35 kilos d’espoir (2002) 3.67/5 (3)

Gavalda, Anna: 35 kilos d’espoirFranzösische Literatur in Reclams Roter Reihe: das ist der französische Originaltext – mit Worterklärungen am Fuß jeder Seite, Nachwort und Literaturhinweisen.

Der dreizehnjährige Grégoire ist in der Schule ein hoffnungsloser Fall, aber handwerklich-technisch außerordentlich begabt. Grégoires Eltern sind zerstritten, nur sein Großvater zeigt Verständnis für den Jungen. Schließlich fliegt der mehrfache Sitzenbleiber von der Schule, findet jedoch nach vielen Mühen ein Internat, in dem er seine Fähigkeiten zur Geltung bringen kann.

Eine flott erzählte, rührende und zugleich witzige Geschichte mit überraschenden Wendungen. Die Übersetzung des Buches wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2005 nominiert.

Französische Lektüre: Niveau B1 (GER)

Frz. Hrsg.: Keil, Helmut

93 S.

ISBN: 978-3-15-009148-7

fr.wikipedia – Anna Gavalda

de.wikipedia – Roman

https://literaturkritik.de/id/7390

https://i1.wp.com/s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/35_kilo_hoffnung-9783898134262_xxl.jpg?w=788&ssl=1

35 Kilo Hoffnung: Hörspiel für Kinder.

Zweisprachig (Deutsch) Audio-CD – Hörbuch, 1. Februar 2005

von Anna Gavalda (Autor),

Ursula Schregel (Bearbeitung),

Angeli Backhausen (Regisseur),

Pierre Boulanger (Sprecher)

  • C:\Users\Albert Petersheim\Privat\Französisch\Anna Gavalda – 35 Kilos D’espoir
  • Verlag: Der Audio Verlag; Auflage: 1., (1. Februar 2005)
  • Sprache: Französisch, Deutsch
  • ISBN-10: 3898134261
  • ISBN-13: 978-3898134262
  • ARD Hörspieldatenbank

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Mathias Énard: Kompass (2015 / 2016) 3/5 (7)

31836857. sy475 „Kompass“ ist das Buch der Stunde: eine leidenschaftliche Beschwörung der jahrhundertelangen Passion des Westens für die orientalische Kultur. Unter dem Schock einer alarmierenden medizinischen Diagnose verbringt Franz Ritter, Musikwissenschaftler in Wien, eine schlaflose Nacht. Er begibt sich im Geiste noch einmal an die Orte seiner Forschungsreisen: Istanbul, Damaskus, Aleppo, Palmyra – alles Städte, die für ihn untrennbar mit Sarah verbunden sind, der berühmten Orientalistin, seiner großen Liebe. Seine Erinnerung zaubert immer mehr Fakten, Romanzen und Geschichten hervor, die alle von dem entscheidenden Beitrag des Orients zur westlichen Kultur und Identität zeugen. Für diesen Roman erhielt Mathias Énard in Frankreich 2015 den Prix Goncourt.

Holger Fock (Translator), Sabine Müller (Translator)

Hardcover, 432 pages
Published August 22nd 2016 by Hanser Berlin (first published August 19th 2015)
Original Title Boussole
ISBN 3446253157 (ISBN13: 9783446253155)
Edition Language German

 

ZEIT: Mathias Énard: Alles ist kosmopolitisch! „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“, dichtete Goethe. Der französische Schriftsteller Mathias Énard erzählt in seinem Roman „Kompass“, wie sich Morgen- und Abendland wechselseitig durchdringen.Von Ijoma Mangold 8. Dezember 2016

FAZ: Mathias Énard erhält Buchpreis : Europa, die libanesische Prinzessin Von Sandra Kegel – Aktualisiert am 24.03.201 Mathias Énards Roman „Kompass“ erinnert nicht zufällig an „Tausendundeine Nacht“. Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse wurde er nun mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.

NZZ: Eine orientalische Reise ans Ende der Nacht. Der Roman, für den Mathias Énard 2015 den Prix Goncourt erhalten hat, führt den Erinnerungen eines schlaflosen Musikwissenschafters entlang in den Orient. Was darin nicht fehlt: eine Liebesgeschichte. Vanessa de Senarclens 8.9.2016

literaturkritik.de: Die Nadel zeigt nach Osten. Mathias Énard reflektiert in seinem Roman „Kompass“ die engen Austauschbeziehungen zwischen Orient und Okzident Von Beat Mazenauer Letzte Änderung: 21.11.2016

DLF: Mathias Énard: „Kompass“Roman einer schlaflosen Nacht. In „Kompass“ erzählt der französische Schriftsteller Mathias Énard von der kulturellen Faszination, die der Orient über Jahrhunderte in Europa hervorrief. Dabei verliert er jedoch nicht den Blick auf aktuelle Ereignisse, wie den Krieg in Syrien oder den Zerstörungswahn des Islamischen Staates. Außerdem: Ein Seitenblick auf seinen in Kürze erscheinenden Roman „Alkohol und Wehmut“. Von Christoph Vormweg 16.10.2016

Das Erste: Video: Mathias Énard und sein großer Orient-Roman „Kompass“ 29.01.17 | 10:36 Min. | Verfügbar bis 29.01.2022 Die Gedanken eines Wiener Orientalisten streifen durch die überreiche Geschichte der Beziehungen zwischen Morgenland und Abendland. Mathias Énards Werk „Kompass“ führt uns vor Augen führt, wieviel diese Kulturen miteinander verbindet.

liberation.fr: Mathias Énard , déroutante «Boussole» Par Philippe Lançon — 7 octobre 2015 à 17:06 (mis à jour le 3 novembre 2015 à 12:56) De Vienne à Istanbul, l’écrivain met en scène une bande d’orientalistes. Mais son érudition tous azimuts alourdit le propos.

Le Monde: Prix Goncourt : Mathias Énard récompensé pour « Boussole » Le dixième livre de l’écrivain niortais, diplômé de persan et d’arabe, conserve la trace de sa passion pour le monde oriental et est dédié « aux Syriens ». Par Raphaëlle Leyris Publié le 30 octobre 2015 à 14h07 – Mis à jour le 05 novembre 2015 à 09h03

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Iris Radisch: Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie (2013) 4.14/5 (7)

https://i0.wp.com/www.literaturundkunst.net/wp-content/gallery/literatur/bild_lit_camus_1.jpg?w=788Unterm Strich – Camus, wie ihn kaum jemand kennt

Ein Mann, der zum Mörder wird, weil ihn die Sonne blendet – bis heute ist Der Fremde eine der berühmtesten literarischen Figuren der Welt.

Albert Camus, sein Schöpfer, ist der Philosoph des Absurden, in das der Mensch hineingestellt ist, der Denker der Revolte, die den Menschen ausmacht – und immer der Anwalt der Einfachheit, die dem Algerienfranzosen das Grundgegebene unter der Sonne und zugleich das am stärksten Gefährdete war.

«Aktueller denn je», lautet der Befund von Iris Radisch, einer der führenden deutschsprachigen Literaturkritikerinnen, die uns aus Anlass seines 100. Geburtstages auf eine faszinierende Reise mitnimmt: von Belcourt, dem ärmlichen Viertel Algiers, in dem Camus mit einer stummen Mutter aufwächst, in das graue Paris, das unter deutscher Besatzung die Moral der jungen Existenzialisten herausfordert.

Vom konkurrierenden Großbürger Sartre als «algerischer Gassenjunge» abgetan, ist Camus, der erklärte Antifaschist, Antikommunist und Europäer, selbst ein Fremder – und hellsichtiger als alle.

Emphatisch vermittelt uns Iris Radisch diesen von karger mittelmeerischer Landschaft geprägten Mann in allen seinen Lebenskämpfen, als Liebhaber der Frauen und eines Denkens, das sich engagiert.

Hardcover, 352 pages
Published September 20th 2013 by Rowohlt
Original Title Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie
ISBN13 9783498057893
Edition Language German

FAZ: Drei Camus-Biographien : Das Ende kam, als endlich alles hätte beginnen können Von Jochen Schimmang Aktualisiert am 01.11.2013

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Éric Vuillard: Die Tagesordnung fr. L’Ordre du jour (2017 / 2018) 4/5 (5)

39739770. sy475 Mit seiner neuen Erzählung beweist Eric Vuillard, dass die Geschichte noch nicht auserzählt ist und widmet sich einer besonderen Zusammenkunft: Am 20. Februar 1933 schmieden Göring, Hitler und 24 Vertreter der deutschen Industrie einen Pakt, der zum Anschluss Österreichs führen wird.

Dafür wurde Vuillard der Prix Goncourt verliehen.

Hardcover, 118 pages
Published March 2018 by Matthes & Seitz (first published May 3rd 2017)
Original Title L’Ordre du jour
ISBN13 9783957575760
Edition Language German

Characters
Joachim von Ribbentrop, Neville Chamberlain, Kurt von Schuschnigg, Adolf Hitler, Winston Churchill

setting Austria, 1938

Literary Awards
Prix Goncourt (2017)

fr.wikipedia.org- Èric Vuillard

fr.wikipedia – L’ordre dur jour

SZ: Französische Literatur:Gegenwart wird gemacht. Éric Vuillard inszeniert in knappster Form historische Begebenheiten. 2017 erhielt er den Prix Goncourt. Éric Vuillard erzählt in „Die Tagesordnung“ vom Ursprung des Naziregimes: einem Geheimtreffen zwischen den Nationalsozialisten und der deutschen Industrie im Jahr 1933. Von Joseph Hanimann 17. April 2018, 18:54 Uhr

ZEIT: Die Welt der NS-Komödianten. Der französische Goncourt-Preisträger Éric Vuillard inszeniert in seinem Buch „Die Tagesordnung“ die Machtergreifung der Nationalsozialisten als ein Spektakel aus Pech und Pannen. Von Iris Radisch 2. Mai 2018, 17:06 Uhr Editiert am 5. Mai 2018, 8:52 Uhr DIE ZEIT Nr. 19/2018

DLF: Éric Vuillard: „Die Tagesordnung“. Hitlers willige Helfer. Éric Vuillard im Gespräch mit Andrea Gerk. Für „Die Tagesordnung“ hat Éric Vuillard im vergangenen Jahr den wichtigsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt, bekommen. Darin zeigt Vuillard, wie die deutsche Wirtschaft mit Hitler paktierte und in den Hinterzimmern der Macht gedealt wurde. Beitrag vom 07.05.2018

DLF: Éric Vuillard „Die Tagesordnung“ Was Hitler stark machte. Éric Vuillard erzählt große Geschichte mit literarischen Mitteln anders als man es gewohnt ist: knapp, bildreich und höchst eigenwillig. In seinem jüngsten Buch „Die Tagesordnung“ widmet er sich den politischen Mechanismen, die Adolf Hitler zur Macht verhalfen und wurde dafür mit dem renommierten Goncourt-Preis ausgezeichnet. Von Christoph Vormweg 29.03.2018

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Iris Radisch: Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben. Von Sartre bis Houellebecq (2017) 4/5 (8)

37927535. sy475 Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Europa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die französische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm, mal existenzialistisch, mal politisch, immer verführerisch.

Iris Radisch begibt sich auf einen Streifzug durch die neuere französische Literatur und stellt die wichtigsten Autoren vor. die «Zeit»-Journalistin und Verfasserin eines Bestsellers über Camus lässt sich von ihren eigenen Treffen mit den Autoren leiten und liefert einen einfühlsamen Überblick über die Welt von Sartre und Duras bis zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Houellebecq.

Das Buch ist ein persönlicher Kanon der bedeutendsten Schriftsteller Frankreichs – und richtet sich an alle, für die das Land schon immer der kulturelle und literarische Sehnsuchtsort war. In einem Jahr, in dem in Frankreich gewählt wurde und das Land vor einer ungewissen Zukunft steht, ist das Buch gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Debatte über den intellektuellen Zustand unseres Nachbarlandes.

Hardcover, 240 pages
Published September 22nd 2017 by Rowohl Verlag
Original Title Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben
ISBN 3498058142 (ISBN13: 9783498058142)
Edition Language German

 

ZEIT: Die neue Aufrichtigkeit. Einst war Frankreich literarisch eine Weltmacht, doch zu Beginn des neuen Jahrhunderts legte es eine Sendepause ein. Das war der Houellebecq-Schock. Jetzt meldet sich das Land machtvoll zurück. Von Iris Radisch am 4. Oktober 2017

Autoren und Autorinnen – lesenswerte Werke

  • Jean-Paul Sarte: Die Wörter
  • Albert Camus: Der erste Mensch
  • Simone de Beauvoir: Der Lauf der Dinge
  • Antoine de Saint-Exupéry: Die Stadt der Wüste
  • Samuel Beckett: Erste Liebe
  • Michel Leiris: Mannesalter
  • Eugéne Ionesco: Auf den Gipfeln der Verzweiflung
  • E.M. Cioron: Lehre vom Zerfall
  • Nathalie Sarraute: Kindheit
  • Michel  Butor: Paris – Rom oder Die Modifikation
  • Claude Simon: Das Seil
  • Roland Barthes: Tagebuch der Trauer
  • Julien Green: Tagebücher
  • Georges Perec: Die Dinge
  • Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend
  • Assia Djebar: Nirgendwo im Hause meines Vaters
  • Jean-Marie Gustave Le Clézio: Wüste
  • Annie Ernaux: Die Jahre
  • Margerite Duras: Der Liebehaber
  • Marie N Diaye: Drei starke Frauen
  • Pierre Mechon: Leben der kleinen Toten
  • Yasmina Reza: Nirgendwo
  • Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes
  • Michel Houellebecq: Unterwerfung

 

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Jean-Philippe Blondel: Ein Winter in Paris (2015 / 2018) 3.44/5 (9)

40220959. sy475 Victor hat die Provinz hinter sich gelassen und ist zum Studium nach Paris gezogen. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, der Druck an der Uni ist hoch. Victor ist einsam und fühlt sich unsichtbar. Einzig mit Mathieu, einem Jungen aus dem Kurs unter ihm, raucht Victor hin und wieder eine Zigarette. Als Mathieu in den Tod springt, verändert sich für Victor alles. Plötzlich wird er, der einzige Freund des Opfers, sichtbar. Seine Kommilitonen interessieren sich plötzlich für ihn, und langsam entwickelt er zu Mathieus Vater eine Beziehung, wie er sie zu seinem eigenen Vater nie hatte.

„Ein Winter in Paris“ von Jean-Philippe Blondel ist ein sensibles und zärtliches Buch über das, was uns Menschen zusammenhält.

 

Anne Braun (Translator)
Hardcover, 192 pages
Published September 24th 2018 by Deuticke (first published January 1st 2015)
ISBN13 9783552063778
Edition Language German

Cap Breton, Troyes,  Landes, Blois

Biscarosse

WDR: Jean-Philippe Blondel – Ein Winter in Paris. Wir halten wesentlich mehr aus, als wir denken – der französische Autor Jean-Philippe Blondel verfolgt das Schicksal zweier Außenseiter im elitären französischen Bildungssystem. Von Jörg Aufenanger 15.01.2019

BR: Blondel erzählt in diesem Roman eine Geschichte aus den 80er-Jahren von Aufbruch, Konflikt und Emanzipation: Der junge Victor kommt aus der Provinz nach Paris, wo der Suizid eines Kommilitonen sein Leben entscheidend verändert. Von Heinz Gorr 29.01.2019

 

France Culture: Jean-Philippe Blondel, Un hiver à Paris 27/02/2015 Chaque jour, un auteur lit les premières pages de son dernier livre. Audio-Datei

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Kamel Daoud: Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung (2012 / 2016) 3.71/5 (7)

Der Fall Meursault - eine GegendarstellungNacht für Nacht sitzt ein alter Mann in einer Bar in Oran und erzählt. Seine Geschichte und die seines Bruders Moussa, jenes Arabers, der 1942 von einem gewissen Meursault, den angeblich die Sonne blendete, am Strand von Algier erschossen wurde.

Der weltberühmte Roman »Der Fremde« von Albert Camus erzählt, wie es dazu kam und davon, wie Meursault der Prozess gemacht und er am Ende nicht so sehr für den Mord, den er begangen hat, verurteilt wird, sondern für die Emotionslosigkeit, die er bei der Tat und auch später immer wieder zur Schau stellt.

Das Opfer, der Araber, bleibt dabei stets namenlos. Indem er nun – 70 Jahre später – die Geschichte seines Bruders bis zu dessen gewaltsamem Tod erzählt, gibt der alte Mann dem Araber seinen Namen zurück und damit eine Identität und eine Geschichte. Und er macht seinem Ärger Luft, seiner Trauer, der Wut und der Frustration über sein eigenes Leben im Schatten dieses Todes.

Geschickt verzahnt Kamel Daoud in seinem Erstlingsroman die Geschichte der beiden Brüder mit der Geschichte Algeriens und mit dem Roman von Camus. Kraftvoll und poetisch zugleich erzählt Daoud von diesem Brüderpaar, ihrem Leben, ihrem Land, ihrer Liebe. Entstanden ist ein großer Roman darüber, wie die Vergangenheit unsere Gegenwart prägt und über die ungebrochene Kraft der Literatur, eine tiefere Erkenntnis, eine verborgene Wahrheit ans Licht zu bringen.

Hardcover, 208 pages
Published February 18th 2016 by Kiepenheuer & Witsch (first published October 2013)
Original Title Meursault, contre-enquête
ISBN 3462047981 (ISBN13: 9783462047981)
Edition Language German

 

ZEIT: Dem Opfer einen Namen geben. In „Der Fall Meursault“ verleiht Kamel Daoud dem ermordeten Araber Camus‘ ein Gesicht. Für seine Kritik an Kolonialismus und Islam wird Daoud nun scharf attackiert. Von

SZ: Camus‘ namenlos ermordeter Araber hat jetzt einen Namen. „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ will Camus‘ „Der Fremde“ neu erzählen – aus arabischer Sicht. Doch das in Frankreich hochgelobte Buch ist bei Weitem nicht so gut wie das Original. 18. Februar 2016, 18:49 Uhr – Buchkritik von Tobias Lehmkuhl

FR: Eine Geschichte wird neu erzählt. „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“: Der algerische Journalist und Schriftsteller Kamel Daoud reagiert auf Albert Camus’ Roman „Der Fremde“. Von Reinhart Wustlich – Beitrag vom 29.02.16

DLF: Kamel Daoud: „Der Fall Meursault“Eine arabische Antwort auf Camus. In Albert Camus‘ berühmtem Roman „Der Fremde“ ermordet die Hauptfigur Meursault einen Araber. Bei Camus bleibt das Mordopfer namenlos, Kamel Daoud gibt ihm einen Namen und eine Geschichte. Er schildert, was der Mord mit der Familie des Toten anrichtet. Von Dirk Fuhrig – Beitrag vom 25.02.2016

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Emmanuel Carrère: Der Widersacher (L’Adversaire) (1999/2018) 3/5 (4)

41087665. sy475 Jean-Claude Romand scheint sein Leben im Griff zu haben. Nachbarn und Bekannte schätzen den erfolgreichen Arzt, seine Bescheidenheit und Intelligenz. Doch plötzlich ermordet er seine Frau und seine beiden kleinen Kinder, seine Eltern und deren Hund. Der Versuch, seine Geliebte und sich selbst zu töten, misslingt, möglicherweise gewollt. Die Ermittlungen der Polizei lassen innerhalb von wenigen Stunden die äußere Fassade einstürzen, dahinter gähnt Leere: Romands Leben ist seit 17 Jahren auf Lügen und Betrug gebaut. „Seine Forscherstelle bei der WHO, Geschäftsreisen, Konferenzen mit hochrangigen Kollegen – all das hatte es nie gegeben.“ Und niemand hatte je Verdacht geschöpft. Die Nachricht geht durch die Presse und veranlasst Carrère zu seinem ersten Tatsachenroman. Doch nicht die Fakten ziehen ihn in den Bann, sondern die dunklen Triebkräfte dahinter, „der Widersacher“. Er schreibt Romand, trifft ihn, wohnt seinem Prozess bei, befragt ehemalige Freunde, versucht zu verstehen. Mit einem schonungslosen Blick für die Abgründe unserer Psyche und die Rolle des Sprechens und Schweigens zeigt Emmanuel Carrère die Zerbrechlichkeit unserer sozialen Maske – in einer direkten, rohen Sprache, die seine eigene Fassungslosigkeit spürbar macht und von Claudia Hamm für die Neuausgabe kongenial ins Deutsche übertragen wurde.

Claudia Hamm (Translator)

Mit einem Gespräch zwischen Emmanuel Carrère und Claudia Hamm

Matthes & Seitz Berlin Verlag Edition, 200 pages
Published August 8th 2018 by Matthes & Seitz Berlin Verlag (first published 1999)
Original Title L’Adversaire
Edition Language German

fr.wikipedia – L’Adversaire

fr.wikipedia – Emmanuel Carrère

 

ZEIT: Lügner, Mörder, Satan. Der Schriftsteller Emmanuel Carrère interessiert sich für einen wahren Fall: Monsieur Romand, der seine gesamte Familie umbrachte. Eine Rezension von Jürgen Ritte 21. November 2018, 16:55 Uhr

SZ: Nicht jeder Hochstapler ist charmant. In seinem Roman „Der Widersacher“ aus dem Jahr 2000 erprobte Emmanuel Carrère die Kunst der Verwandlung des Faktischen. Jetzt gibt es den auf Deutsch vergriffenen Roman in einer eleganten Neuübersetzung. Von Hanna Engelmeier 18. Oktober 2018, 18:21 Uhr

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Édouard Louis: Wer hat meinen Vater umgebracht? / Qui a tué mon père (2019/2018) 2.64/5 (11)

https://i1.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1541271431l/42621093._SY475_.jpg?w=788&ssl=1»An meine Kindheit habe ich keine einzige glückliche Erinnerung« lautet der erste Satz in Édouard Louis‘ Roman »Das Ende von Eddy«. In seinem neuen Buch »Wer hat meinen Vater umgebracht« sieht Louis das anders, mittlerweile versteht er die Gewaltausbrüche seines Vaters, der unter der sozialen Ungerechtigkeit einer Gesellschaft leidet, die für Menschen wie ihn keinen Platz hat. Louis erinnert sich an einen liebevollen und fürsorglichen Vater, der seinem Sohn wünscht, aus den einfachen Verhältnissen auszubrechen. Édouard Louis hat es geschafft. Eine überwältigende Hommage an den eigenen Vater und dessen gescheiterte Träume.

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel
Hardcover, 80 pages
Published January 23rd 2019 by S. Fischer (first published May 3rd 2018)
Original Title Qui a tué mon père
ISBN13 9783103974287
Edition Language German

 

fr.wikipedia.org – Qui a tué mon père ?

ZEIT: Macron beklaut meinen Vater. Mitten im Gelbwestenkampf legt der junge französische Erfolgsautor Édouard Louis ein neues Buch über sich und seine Familie vor. Es ist ein vulgärsoziologisches Pamphlet geworden. Eine Rezension von Iris Radisch 23. Januar 2019, 16:51 Uhr Editiert am 25. Januar 2019, 7:55 Uhr DIE ZEIT Nr. 5/2019, 24. Januar 2019

DLF: Uraufführung von „Qui a tué mon père“Todesopfer des Sozialabbaus. Der junge Autor Édouard Louis, Arbeiterkind und Shootingstar der französischen Literatur, klagt an: Politik und Sozialabbau hätten seinen Vater getötet. Sein Buch „Qui a tué mon père“ ist im Januar auf Deutsch erschienen. Stanislas Nordey bringt den Roman nun in Paris auf die Bühne – und spielt selbst. Von Eberhard Spreng 13.03.2019

DLF: Klartext, der wehtut. In seinem gefeierten Debütroman hatte Édouard Louis den Schwulenhass seines Vaters bloßgestellt. In seinem neuen Buch „Wer hat meinen Vater umgebracht“ attackiert er nun das politische System, das seinen Erzeuger zu dem gemacht hat, der er ist. Eine aufwühlende, provozierende Streitschrift. Von Christoph Vormweg 06.02.2019

jetzt.de: „Macron hasst arme Menschen“. Der Schriftsteller der Stunde, Édouard Louis, über das Verhältnis zu seinem Vater, gefährliche Männlichkeitsbilder und die Arroganz der Macht. Interview von Quentin Lichtblau 06.02.2019

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Delphine de Vigan: Loyalitäten / Les Loyautés (2018 ) 4.27/5 (11)

40040787. sy475 Der 12-jährige Théo ist ein stiller, aber guter Schüler. Dennoch glaubt seine Lehrerin Hélène besorgniserregende Veränderungen an ihm festzustellen. Doch keiner will das hören. Théos Eltern sind geschieden und mit sich selbst beschäftigt.

Der Junge funktioniert und kümmert sich um die unglückliche Mutter und den vereinsamten Vater. In ihren Augen ist also so weit alles gut. Doch Théo trinkt heimlich, und nur sein Freund Mathis weiß davon.

Der Alkohol wärmt und schützt ihn vor der Welt. Eines Tages wird ihn der Alkohol ganz aufsaugen, das weiß Théo.

Doch wer sollte ihm helfen? Hélène, seine Lehrerin, würde es tun, doch wie soll das gehen, ohne dass er die Eltern verrät? Mathis beobachtet das alles voller Angst. Zu gerne würde er sich seiner Mutter anvertrauen, aber Théo ist sein einziger Freund. Und einen Freund verrät man nicht. Außerdem würde er damit auch seinem großen Bruder in den Rücken fallen, denn der besorgt den Alkohol für die Minderjährigen.

Und er ist es auch, der das gefährliche Spiel in dem schneebedeckten Park vorschlägt, bei dem Théo bewusst den eigenen Tod in Kauf nimmt.

Hardcover, 180 pages
Published September 17th 2018 by Dumont (first published January 2018)
Original Title Les Loyautés
ISBN13 9783832183592
Edition Language German

Personen

Théo Lubin

Er ist ein guter Schüler, nur etwas zu still – aber sind das nicht die meisten in diesem Alter, fragt der Schulleiter die besorgte Lehrerin Hélène Destrée.
Zerbrechlich sieht er aus, vielleicht: als sei er bereits zerbrochen, als habe man ihn gebrochen. Diese dunkle Ahnung beschleicht die junge Lehrerin Hélène, sobald sie ihren Schüler Théo sieht.

Mathis

Wohl fühlt sich Théo nur mit seinem Freund Mathis. Dessen Loyalität zu Théo wird auf eine harte Probe gestellt, als Mathis bemerkt, dass der gemeinsame, heimliche Alkoholkonsum für Théo immer wichtiger wird und er die Grenzen beim Trinken komplett überschreitet.

Mutter von Théo

Die Mutter wird noch nach Jahren völlig vom Hass auf ihren Exmann zerfressen, ist verbittert und unsicher.

Vater von Théo

Der Vater, ehemals Ingenieur, ist inzwischen arbeitslos, hochgradig depressiv und medikamentenabhängig. Theo, von dieser Situation komplett überfordert, wagt es nicht, sich Hilfe zu holen. Da der Vater von ihm Schweigen einfordert, bleibt er loyal.

Cécile - Mutter von Mathis

Mathis Mutter Cécile, die ebenfalls spürt, dass Théo Probleme hat, aber zu sehr mit der Beziehung zu ihrem Ehemann und ihrer eigenen Familiengeschichte beschäftigt ist.

William - Vater von Mathis
Hélène Destrée - Lehrerin

Die aufmerksame Lehrerin weiß, wovon sie spricht: Hélène wurde selbst als Mädchen vom Vater regelmäßig verprügelt. Kinder kann ihr Körper dank der schweren Misshandlungen nicht mehr bekommen.

Sie spürt, dass mit Théo etwas nicht stimmt, hat aber keine sichtbaren Anhaltspunkte, um direkt einzugreifen. Ihre Sensibilität liegt in ihrer eigenen Kindheit begründet. Über Jahre ist Hélène von ihrem Vater schwer misshandelt worden, ohne dass ihre Umgebung davon etwas bemerkte. „Ich weiß, dass Kinder ihre Eltern schützen und dass dieser Pakt des Stillschweigens sie manchmal das Leben kostet.“

Frédéric - Schulleiter
Madame Bertholet - Sportlehrerin
Dr. Felsenberg - Psychotherapeut
Loyalitäten

Mit klarer, prägnanter Sprache erzählen beide Frauen aus der Ich-Perspektive, meist in der Gegenwart. Die Kapitel von Théo oder Mathis sind in der dritten Person in der Vergangenheitsform verfasst.

Das sich schnell abzeichnende Drama stellt die darin verwickelten Personen vor große Herausforderungen.

  • Wie weit darf oder muss man gehen, um die anderen zu schützen?
  • Was heißt Loyalität wirklich?

Delphine de Vigan stellt sich, wie schon in ihren früheren Romanen, hinter die Schwachen in der Gesellschaft. Mit unerbittlicher Schärfe entlarvt sie verkappte, kaputte Strukturen im Schulwesen und in den Familien. Sie fordert in einer Zeit des Wegsehens und Schönredens vehement und kompromisslos dazu auf, hinzuschauen und zu handeln – auch wenn es unbequem ist.

 

  • franceinter.fr „Les loyautés“ de Delphine de Vigan est-il un livre mineur ? par France Inter publié le Trois ans après le très personnel „D’après une histoire vraie“, Delphine de Vigan retrouve l’esprit de ses livres précédents. „Les loyautés“ dresse le portrait de deux gamins vraiment en détresse, Théo et Mathis. Qu’en ont pensé les critiques du „Masque et la Plume“ ?
  • DF: Ein gefährlicher Pakt des Schweigens Von Birgit Koß Beitrag vom 17.09.2018 Kinder stehen zu ihren Eltern – selbst wenn das Leben mit ihnen zur Hölle wird. Wie weit darf man gehen, um andere zu schützen? Wann muss man eingreifen? Delphine de Vigans Roman „Loyalitäten“ ist ein Appell gegen das Wegsehen und Schönreden.
  • NDR: Großer Roman über eine zerbrechliche Kindheit Vorgestellt von Juliane Bergmann 18.11.2018 10:00 Uhr Ganz bestimmt keine leichte Kost, das sind die Bücher der französischen Autorin Delphine de Vigan. Sie schreibt über Gewalt in der Familie, Gewalt in der Gesellschaft, Gewalt gegen sich selbst – und das stets mit autobiografischen Zügen. Ihr neuer Roman heißt „Loyalitäten“.
  • SPON: Besuch bei Delphine de Vigan Wirklichkeit als Schein. Eine französische Bestsellerautorin und ihre unheimliche Freundin: Delphine de Vigan hat mit „Nach einer wahren Geschichte“ einen Roman geschrieben, in dem sich die Wahrheit über sie selbst als Fake herausstellt. Aus Paris berichtet Anne Haeming
  •  literaturkritik.de: Wenn der Dämon in uns aus seinem Schlaf erwacht. In ihrem neuen Roman „Les loyautés“ untersucht Delphine de Vigan das Phänomen der Treue — gegenüber unseren Mitmenschen, der Vergangenheit und uns selbst. Von Anna-Zoe Mauel Erschienen am: 05.10.2018

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Pierre Lemaitre: Wir sehen uns dort oben (2013 / 2017) 4.33/5 (12)

https://i0.wp.com/www.klett-cotta.de/media/1/thumbnails/9783608980165.jpg.24863.jpg?resize=287%2C449&ssl=11919. Der Albtraum des Ersten Weltkriegs ist endlich vorbei, und das geschundene Frankreich versucht krampfhaft, in die Normalität zurückzufinden. Dabei sind die zahlreichen Soldaten, die nun von den Schlachtfeldern heimkehren, oft eher hinderlich. Das erfahren auch Albert und Édouard, der eine schwer traumatisiert, der andere entsetzlich entstellt. Also schmieden sie einen verwegenen Plan, um sich an den vaterländischen Heuchlern zu rächen. Niemand soll ungeschoren davonkommen. Vor allem nicht Offizier Pradelle, jener Mann, durch dessen Machtgier Albert fast ums Leben gekommen wäre und der nun zu einem besonders zynischen Kriegsgewinner mutiert ist.

Paperback, 528 pages
Published May 9th 2017 by btb Verlag (first published August 21st 2013)
Original Title Au revoir là-haut
ISBN 3442748828 (ISBN13: 9783442748822)
Edition Language German

setting Paris, 1918 (France)
  • fr.wikipedia: Au revoir là-haut
  • Pierre Lemaitre
  • ZEIT: Wenn das Spiel aus ist. Schon alles zum Ersten Weltkrieg gelesen? Aber wohl nichts, was so spannend wäre wie der Roman „Wir sehen uns dort oben“ des Franzosen Pierre Lemaitre, der damit 2013 den Goncourt-Preis gewann. Von 11. Dezember 2014 DIE ZEIT Nr. 51/2014
  • France inter: „Au revoir là-haut“ : „On entend la rage de Dupontel !“ Si certains critiques au „Masque & la Plume“ sont enthousiasmés par l’introduction très réaliste, d’autres ont plutôt été émus par les passages poétiques du film. Tous s’accordent sur le talent de Dupontel pour mettre en scène des personnages savoureux et complexes. par France Inter publié le 6 novembre 2017 à 16h34

 

 

Édouard Péricourt

fils de la haute bourgeoisie, dessinateur fantasque, homosexuel, rejeté par son père

le soldat à la gueule cassée

Édouard sauve Albert d’une mort atroce au prix de sa défiguration par un éclat d’obus, faisant de lui une gueule cassée, alors qu'Albert, traumatisé, devient paranoïaque

Albert Maillard

modeste comptable, soldat

Albert est le témoin d'un crime : le lieutenant Henri d’Aulnay-Pradelle, aristocrate arriviste qui veut gagner ses galons de capitaine, parvient à lancer une dernière offensive en faisant croire que les Allemands, qui attendent pourtant l'Armistice comme les Français, ont tué deux de ses hommes éclaireurs, mais Albert a compris que c'est son lieutenant qui leur a tiré une balle dans le dos.

Henri d’Aulnay-Pradelle

aristocrate arriviste qui veut gagner ses galons de capitaine

lieutenant

Pendant l'offensive, Pradelle, se voyant démasqué, pousse Albert dans un trou d’obus, ce dernier se retrouve alors enterré vivant face à une tête de cheval mort.

Marcel Péricourt

le père d'Édouard et de Madeleine

Madeleine Péricourt

la sœur d'Édouard

Pauline

la bonne des Péricourt

Louise

la gamine

Joseph Merlin

l'inspecteur

Labourdin

le maire du 8e arrondissement de Paris

Dupré

le collaborateur d'Aulnay-Pradelle

 

 

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Agnès Poirier: An den Ufern der Seine: Die magischen Jahre von Paris 1940 – 1950 (2019) 2.17/5 (6)

https://i0.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1549565837i/43884680._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Vor dem Hintergrund weltgeschichtlicher Verwerfungen erlebt Paris in den Jahren 1940 bis 1950 seine Wiedergeburt: Mit großer Erzählkunst lässt Agnès Poirier den Flair und das geistig-künstlerische Leben in einer der aufregendsten Metropolen der Welt lebendig werden. Ein unvergleichlich inspirierendes Porträt einer ganzen Epoche, deren Errungenschaften unser Dasein und Lebensgefühl bis heute revolutionieren.

Im besetzten und im befreiten Paris trafen sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg die kreativsten Köpfe, die originellsten Stimmen und die leidenschaftlichsten Selbstdarsteller ihrer Generation. Sie brachen mit dem kapitalistischen System und errichteten eine antibürgerliche Gegenwelt. Bei Absinth, Pastis und Ersatzkaffee mit Sacharin fragten sie sich im Café de Flore: Wer bin ich? Wie können wir überleben? Wie wollen wir leben? Jetzt, heute, morgen, überhaupt. Mit unwiderstehlichem Charme und großer Sachkenntnis erzählt Agnès Poirier von den menschlichen Dramen, die die Entstehung großer Werke der Kunst und Literatur begleiteten: In dem magischen Jahrzehnt zwischen 1940 und 1950 wagten es de Beauvoir, Sartre, Giacometti, Picasso, Beckett, Koestler u.v.a., radikal anders zu denken, zu handeln, zu leben.

Was sie damals intellektuell und künstlerisch entfalteten, prägt noch heute unser Denken und unsere Lebensweise und beeinflusst uns bis in die Art, wie wir uns kleiden und uns geben. Agnès Poirier entführt uns mitten hinein in eine Stadt mit all ihren Leidenschaften, menschlichen Tragödien und künstlerischen Triumphen.

»Paris ist eine mythische Stadt, und fast keine Periode ist reicher an Mythen als das Jahrzehnt, das Agnès Poirier in ihrem ausgezeichneten Buch entfaltet.« Daily Telegraph

Monika Köpfer (Translator)
Hard Cover, 552 pages
Published February 28th 2019 by Klett-Cotta

Published February 13th 2018 by Henry Holt and Compnay
Original Title Left Bank: Art, Passion, and the Rebirth of Paris, 1940-50
ISBN 1627790241 (ISBN13: 9781627790246)
Edition Language English
URL
https://us.macmillan.com/leftbank/agnespoirier/9781627790246/

https://www.goodreads.com/book/show/36469700-left-bank

Agnès Poririer

NDR: Als Sartre in den Pariser Cafés saß. Vorgestellt von Bernd Noack 13.06.2019

DF: Paris-Klischees für Touristen Von Helmut Böttiger. Philosophie, Sex und Jazz – Agnès Poirier schreibt über das Paris der 1940er-Jahre und reiht dabei ein Klischee an das nächste. Die Protagonisten – von Camus bis Sartre – treten auf wie in einem Hollywoodfilm, findet Kritiker Helmut Böttiger. Beitrag vom 28.02.2019

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Jean Echenoz: 14 (2012) 3.91/5 (11)

16071333. sx318 Cinq hommes sont partis à la guerre, une femme attend le retour de deux d’entre eux. Reste à savoir s’ils vont revenir. Quand. Et dans quel état.

Paperback, First Edition, 124 pages
Published October 4th 2012 by Les Éditions de Minuit
Original Title 14
ISBN 2707322571 (ISBN13: 9782707322579)
Edition Language French

Dt. Übersetzung
Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Frankreich, 1914: Ein idyllischer Sommertag, Anthime radelt durch die sonnenbeschienene Vendée. Er hört die Sturmglocken läuten, das Signal für die allgemeine Mobilmachung. Mit der alle gerechnet haben, nur nicht an einem Samstag, dem 1. August.

Echenoz erzählt vier Kriegsjahre im Zeitraffer: Fünf Männer ziehen in den Krieg, eine schwangere Frau wartet auf die Rückkehr von zweien von ihnen. Bleibt zu erfahren, ob sie wiederkommen. Und wann. Und in welchem Zustand. Der Erste Weltkrieg ist heute nicht mehr mit traditionellen Mitteln darstellbar – Echenoz als Meister der Romansubversion zeigt, wie es anders gelingt.

fr.wikipedia – Jean Echenoz

fr.wikipedia.org – 14

https://www.jeanechenoz14.com/

ZEIT: Kammermusik des Krieges. Weder blutiges Schützengrabenpanorama noch Einfühlung in die Soldatenseele. Nüchtern und mit poetischer Scharfsicht erzählt Jean Echenoz in „14“ den Ersten Weltkrieg. Von Vom 26. Februar 2014

ZEIT: Heilige Einfalt! Jean Echenoz, Meister der Raffinesse, scheitert am Ersten Weltkrieg. Von Andreas Isenschmid 27. März 2014

 

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Olivier Adam: Je vais bien, ne t’en fais pas (1999 / 2006) 3.88/5 (8)

1618232Que peut-on attendre d’un frère aimé et admiré, disparu brutalement à la suite d’une querelle avec le père, sinon quelques nouvelles ? Un simple mot, comme „Je vais bien, ne t’en fais pas“. Ce serait à peu près suffisant pour rassurer Claire, l’héroïne du premier roman d‘Olivier Adam. En attendant un hypothétique retour, la jeune femme a quitté la banlieue pour être caissière dans un supermarché de Paris. Un travail sans importance pour une jeune femme sans importance. Une manière de penser à autre chose, entre deux rencontres anodines et dérisoires.

Olivier Adam a bâti son récit original sur la fuite de ce frère, prétexte pour parler tout doucement de la disparition, de l’absence, du mal-être. L’exercice se poursuit dans un style minimaliste où les éléments avancent sûrement, inexorablement, comme sur un tapis roulant.

Livre du non-dit, des secrets familiaux, tout en pointillés Je vais bien, ne t’en fais pas revêt les formes mécaniques d’un code-barre, la simplicité d’un ticket de caisse. Tous les éléments aussi d’un univers quotidien, ébauchés dans le détail, à coup d’anecdotes pleines de tendresse, de compassion juste. –Céline Darner

155 pages
Published August 10th 2006 by Pocket (first published 1999)
Original Title Je vais bien, ne t’en fais pas
ISBN 2266168525 (ISBN13: 9782266168526)
Edition Language French

fr.wikipedia

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Patrick Modiano: Ein Stammbaum (Un pedigree) (2005 / 2007) 3.29/5 (7)

24514307Die Mutter, eine schöne Flämin, kommt 1942 durch einen Offizier der Propagandastaffel nach Paris, um eine Schauspielkarriere zu beginnen. Der Vater, während der deutschen Okkupation als Jude verfolgt, ist ein Lebemann, der vom großen Geld träumt und alles, was er bei zwielichtigen Geschäften gewinnt, bald wieder verliert. Die Ehe der Eltern – eine Fehlentscheidung. Zwei Söhne haben sie, der jüngere stirbt im Alter von elf Jahren. Der ältere, Patrick, wird ins Internat abgeschoben, flieht, wird erneut eingesperrt, immer wieder, bis er schließlich mit dem Vater bricht, sich mit kleinen Diebstählen durchschlägt und sein erstes Buch schreibt, mit dem er auf Anhieb Erfolg hat.

Erstmals erzählt Patrick Modiano in autobiographischer Form von seiner unglücklichen Kindheit. Ohne Pathos, ohne Sentimentalität, ohne Hass oder Anklage: »Ich bin ein Hund, der so tut, als habe er einen Stammbaum.«

Elisabeth Edl (Translator)
Hardcover, 128 pages
Published August 25th 2007 by Carl Hanser Verlag (first published 2005)
Original Title Un pedigree
ISBN13 9783446209220
Edition Language German
URL
http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/ein-stammbaum/978-3-446-20922-0/

de.wikipedia

 

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