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Jürgen Wertheimer: Als Maria Gott erfand (2009) No ratings yet.

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Pendo (April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386612208X
  • ISBN-13: 978-3866122086

Maria hat es weiß Gott nicht leicht. Denn kurz nach der Hochzeit stellt sich heraus, dass Joseph schwul ist. Kein Wunder, dass sich Maria in eine Affäre mit dem Wanderprediger Johannes flüchtet. Doch die Folgen lassen nicht lange auf sich warten: Sie wird schwanger. Und da reift in Maria, die sich schon immer zu Höherem berufen fühlte, und Joseph, der dem Theater verfallen ist, der Plan, zur bevorstehenden Geburt ihres Sohnes eine Geschichte zu erfinden, die nur deshalb funktionieren kann, weil sie so unglaublich ist. Eine Geschichte, an die noch heute Millionen von Menschen glauben. Doch damit nicht genug …
Über den Autor
Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, geb. in München, studierte Germanistik, Komparatistik, Anglistik und Kunstgeschichte in München, Siena und Rom. Seit 1991 ist er renommierter Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik in Tübingen. Provoziert durch das Erstarken des Katholizismus und seiner Dogmen, versucht der Katholik Wertheimer, die Figur der Maria vor den Auslegungen der katholischen Kirche zu retten. Als Maria Gott erfand ist Jürgen Wertheimers erster Roman.

 

 

Rezension: Die Zeit

 

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John Updike: Terrorist (2009) 4/5 (1)

Ahmed ist nicht von dieser Welt — und will so schnell wie möglich ins Paradies. Der 18-jährige Junge, der mit seiner irischen Mutter in New Prospect im US-Bundesstaat New Jersey aufwächst, will sich trotz seiner Schwäche für ein Mädchen aus dem christlichen Kirchenchor ganz und gar Allah verschreiben. Sein arabischer Vater hat die Familie in jenem Moment verlassen, als die Erinnerung an ihn hätte einsetzen können: Jetzt füllt der Koranlehrer Imam Scheich Rashid die Lücke aus. Er pflanzt in dem hoch intelligenten Jungen den Wunsch, statt eines Studiums lieber den Lkw-Führerschein zu machen, und vermittelt ihm eine Anstellung in einem zwielichtigen Möbelhaus, in dem die Sitzgarnituren manchmal Unmengen an Dollarscheinen enthalten, sofern die Adressaten „echte Gläubige Allahs“ sind. Nur Jack Levy, ein längst von seinem Gott verlassener jüdischer Schülerberater mit einer Schwäche für Ahmeds Mutter, glaubt noch an die weltliche Zukunft des Jungen. Der aber ist schon als Selbstmordattentäter mit einem Sprengstofflaster auf dem Weg in einen vielbefahrenen Tunnel, um möglichst viele der ungläubigen Teufel mit in den Tod zu reißen ….“Es gibt genug Menschen, die vor der arabischen Bedrohung warnen”, sagte der Altmeister der US-Literatur John Updike im Umfeld seines Romans Terrorist. „Da mag man es mir zugestehen, den jungen Mann so sympathisch darzustellen, wie es mir möglich ist. Er ist mein Held. Ich habe versucht, ihn zu verstehen und seine Welt zu beschreiben.“ Dieser Versuch ist Updike uneingeschränkt gelungen — so gut, dass man fast gewillt ist, seine Motive zu verstehen. Denn die amerikanische Gesellschaft, die Updike aus der Perspektive seines Protagonisten beschreibt, ist derart sinnleer, korrupt und sexualisiert, dass man ihr bei der Lektüre selbst eher Abscheu entgegen bringt.

Durch zwei Figuren aber ist es Updike gelungen, eine Art Gegengewicht zur konservativen Kulturkritik seines Romans zu schaffen: Da ist zum einen Joryleen Grant, das Mädchen aus dem Kirchenchor, das von ihrem primitiven Freund zur Prostitution überredet wird und für die Ahmed den Imam um jenen Beistand bittet, der als Hinterbliebener eigentlich seiner Mutter zustehen würde. Und da ist zum anderen Ahmed selbst, der am Ende aufgrund der Manipulationen islamischer Fundamentalisten und eingeschleuster CIA-Spitzel im Terroristenumfeld gleich doppelt einsam ist. Auch wenn Updike gegen Ende seine politische Parabel vom Krieg der Welten im dramatischen Showdown in einer unbefriedigenden privaten Lösung ausklingen lässt, ist Terrorist ein erschreckend eindringlicher, aufwühlender Roman über das, was vielleicht gerade in diesem Moment wieder irgendwo in einer westlichen Großstadt passiert. Große Literatur. –Thomas Köster

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • Rezension Die ZEIT

 

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T.C. Boyle: Drop City (2003) 4/5 (2)

drop-cityDraußen, am Eingangstor der Drop City Ranch irgendwo in Kalifornien, hängt ein Sperrholzschild windschief an einem Querpfosten. „Keine Männer, keine Frauen — nur Kinder!“ steht darauf zu lesen. Und tatsächlich haben sich drinnen etwa 60 Menschen versammelt, die nicht erwachsen werden wollen: Hippies der Flower-Power-Ära, die auf dem geerbten Terrain eine Insel der Glückseligen schaffen wollen. Alles, was man zum Leben braucht, ist auf der Ranch versammelt: Ziegen und Zucchini, Platten von Jimmi Hendrix bis Country Joe and the Fish — und Drogen natürlich, jede Menge Drogen.

Aber die Welt ist nicht ganz so unschuldig in Drop City, wie seine Bewohner es sich ersehnen, schließlich befinden wir uns in einem Roman von T.C. Boyle. Ein echtes Kind schluckt LSD im Fruchtsaft, ein anderes Kind wird von den Jüngern freier Liebe vergewaltigt. Und dann tritt Gott auf in Gestalt des Sheriffs und vertreibt die Hippies aus ihrem trügerischen Paradies. So müssen sie sich auf die Reise machen ins kalte Alaska, wo wiederum eine Hütte auf sie wartet. Über die Grenze kommen sie nur, weil die zugekiffte Gruppe den Zöllnern weismacht, sie seien die Greatful Dead auf Welttournee.

Auf den Einfall, die Generation der Flower-Power-Bewegung zum Thema eines Romans zu machen, kam Boyle bei den Recherchen über die Umweltbewegung für sein Buch Ein Freund der Erde. Deshalb ist im Roman viel Kritik an einer Zeit versteckt, die ihre kindischen Verklemmungen hinter der Maske totaler Freiheit zu verbergen suchte. Ansonsten aber ist Boyle ein überaus komplexer, wunderbar lesbarer und ironisch-skurriler Roman geglückt, der in seinen besten Passagen an World’s End heranreicht. Große, leicht bekiffte Literatur. –Stefan Kellerer 

  • Broschiert: 582 Seiten
  • Verlag: Dtv (Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342321113X
  • ISBN-13: 978-3423211130

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John Milton: Das verlorene Paradies (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 315 Seiten
  • Verlag: Anaconda (1. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866472943
  • ISBN-13: 978-3866472945

Paradise Lost (dt. Das verlorene Paradies), veröffentlicht 1667, ist ein episches Gedicht in Blankversen des englischen Dichters John Milton. Es erzählt die Geschichte des Sündenfalls, der Versuchung von Adam und Eva durch Satan und ihrer Vertreibung aus dem Garten Eden.
Satan und sein Gefolge haben gegen Gott rebelliert, wurden besiegt und als Strafe in die Hölle verbannt. Sie errichten dort das Pandämonium, die Heimstatt aller gefallenen Engel, und beschließen, Gott ab jetzt durch List und Trug statt auf dem offenen Schlachtfeld zu bekämpfen.

Nach der Schöpfung betritt Satan den Garten Eden, wo er Eva verleitet, eine Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu pflücken und Adam davon abzugeben. Adam und Eva werden daraufhin aus dem Garten Eden verbannt, sie haben „das Paradies verloren“.
de.wikipedia

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Denis Johnson: Ein gerader Rauch (2008) 3.17/5 (6)

Dies ist die Geschichte von «Skip» Sands – einem CIA-Spion in der Ausbildung für psychologische Kriegsführung in Vietnam – und den Katastrophen, die über ihn hereinbrechen.

Dies ist die Geschichte seines Onkels, eines undurchsichtigen Geheimdienstlers, sowie der haltlosen Houston-Brüder Bill und James, die es als junge Soldaten aus der Wüste Arizonas an Orte tiefster Desillusionierungen verschlägt. Und nicht zuletzt ist dies die Geschichte von Kathy Jones, einer Krankenschwester, die nach dem Tod ihres Mannes, eines Missionars auf den Philippinen, eine Affäre mit Skip Sands hat und bis ans Ende ihren Glauben nicht verliert.

Mit ihren atemberaubend intensiven Szenerien menschlicher Getrieben- und Verlorenheit und mit ihren ungeschönten und dennoch anrührenden Porträts von Männern und Frauen, die sich verzweifelt nach einem Ende ihrer Einsamkeit sehnen, ob durch Sex oder Tod oder durch Gottes Gnade, sucht diese Geschichte ihresgleichen. «Ein gerader Rauch» ist das packendste, reichste und kraftvollste Buch, das Denis Johnson je geschrieben hat: ein wahrhaft großes, großartiges Epos – bunt, sprachgewaltig, zart.

Über den Autor
Denis Johnson, geboren 1949 in München als Sohn eines amerikanischen Offiziers, gilt als einer der wichtigsten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Auf Deutsch erschienen von ihm u. a. die Romane «Engel», «Schon tot» und «Der Name der Welt» sowie die Storysammlung «Jesus Sohn». Denis Johnson lebt in Idaho/USA.

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Ist Gott gefährlich? No ratings yet.

Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit: Gott ist gefaehrlich

Gott ist gefährlich“ schreibt Ulrich Beck heute in DER ZEIT. Er führt 5 Thesen an, warum alle Humanität der Religion einen totalitären Kern innehat: „Religion setzt ein Merkmal absolut – glauben. Alle anderen sozialen Unterschiede und Gegensätze sind daran gemessen unerheblich. Das Neue Testament sagt: ‚Vor Gott sind alle gleich.‘ Diese Gleichheit, diese Aufhebung der Grenzen, die Menschen, Gruppen, Gesellschaften, Kulturen trennen, ist die Gesellschaftsgrundlage der (christlichen) Religionen. Die Folge allerdings ist: Mit derselben Absolutheit, mit der Unterscheidungen des Sozialen und Politischen aufgehoben werden, wird eine neue Fundamentalunterscheidung und Hierarchie in die Welt gesetzt – die zwischen Gläubigen und Ungläubigen.“

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