https://i2.wp.com/pictures.abebooks.com/BUECHER_BAER80/22727468054.jpg?w=788&ssl=1Ein Mann lebt mit sich selbst und seiner Freundin auf halbwegs gutem Fuße. Doch dann äußert die Freundin einen Wunsch, der nicht vorgesehen ist in seinem Lebenskompromiss. Wie weit wird einer gehen, um davonzukommen?

Der Arbeitsmarkt kennt keine Gnade, und der für Philosophen erst recht nicht. Als Gerhard Warlich sich nach seiner Promotion über Heidegger um eine Stelle als Wäscheausfahrer bewirbt, hält ihn der Chef begreiflicherweise für „hoffnungslos überqualifiziert“. Doch Warlich bekommt den Job und arbeitet sich hoch, richtet sich ein in diesem nicht allzu aufregenden, aber sicheren Dasein. Eines Tages jedoch erklärt Traudel, seine sympathische, auch lebenskluge und keinesfalls aufdringliche Freundin, ganz beiläufig, sie wünsche sich ein Kind. Diese Aussicht bringt Warlichs Existenz, die in dem Wunsch besteht, nur „halbtags leben“ zu müssen, aus dem Gleis. Seine zufällige Anwesenheit (während der Arbeitszeit!) am Rande einer anarchistischen Demonstration verschafft ihm zudem die Kündigung. Warlich wird vom Leben in die Zange genommen – mit ungewissem Ausgang.

Wilhelm Genazino erzählt diese Geschichte eines traurigen Helden und seiner viel weniger traurigen Freundin mit verblüffender Lakonie, und er unterwirft seinen Helden und dessen Lebens- und Liebesverzweiflungen einer so ironischen wie brillanten Analyse.

Rezension: Die ZEIT: Die Süße des Nichtstuns

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