SchlagwortHumor

Maxim Leo, Jochen Gutsch: Es ist nur eine Phase, Hase. Ein Trostbuch für Alterspubertierende (2018) 2.2/5 (5)

https://i1.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1519235406l/38714277._SX318_.jpg?w=788&ssl=1Pubertät ist schlimm. Klar. Aber nicht so schlimm wie: Alterspubertät! Alterspubertierende sind angegraute, bequeme, oft kurzsichtige Wesen, die die Ruhe lieben, das Wandern, das Wort »früher« und bestuhlte Pop-Konzerte. Männliche Alterspubertierende zwängen ihren runden Ü45-Körper in Neoprenanzüge und beginnen einen Kitesurf-Lehrgang. Andere laufen Marathon. Weibliche Alterspubertierende flüchten sich gern in die Spiritualität und »wollen sich neu entdecken«. Oder Marmelade einkochen. Klingt scheußlich? Ist es auch. Aber eben auch sehr, sehr lustig …

Ein kleiner Trost: Alterspubertierende sind die größte Bevölkerungsgruppe in Europa. Du bist nicht allein.

Hardcover, 144 pages
Published February 23rd 2018 by Ullstein Buchverlag
Original Title Es ist nur eine Phase, Hase
ISBN13 9783864930614
Edition Language German

Please rate this

Max Goldt: Ä. Kolumnen (1997) 2/5 (6)

1911062Ä ist bereits der dritte Band mit Max Goldts sagenhaft orginellen Kolumnen aus dem Satiremagazin Titanic. Der 1958 geborene, in Berlin lebende Autor, ist allerspätestens durch Die Radiotrinkerin zur Kultfigur innerhalb der deutschsprachigen Literaturszene geworden, und liest man die Texte aus Ä, begreift man auch wieso. Goldt ist sprachlich ganz nah am Puls der Zeit, seine Texte entwickeln sich mehr als schräg.

So beginnt „Finanztantenhappen in Freiheit heißen Hering“ mit der Einkommens- und Umsatzsteuerpflicht, handelt jedoch bald vom Laienrichtertum und dem zu verhandelnden Fall einer 2CV-fahrenden, schwangeren und obendrein nervösen Lehrerin, die von einem Motorradfahrer „mit Ungentlemanlikem bekübelt wurde“, nachdem er ihr „eine reingehaut hatte“. Goldt verläßt daraufhin das Gericht und geht ins gegenüberliegende Lokal. Dort entdeckt er auf der Speisekarte eine „Gerichtsdiener-Terrine“, einen „Ratsherrentopf“ oder einen „Senatorenhappen“, der sich als Hering in Tunke aus der Dose herausstellt, wo doch jeder weiß, daß diese „Fischdosen hergestellt werden, damit betrunkene Heimkommende was Weiches und Würziges zum Reinschaufeln haben“. Woraus Goldt schließt, die Konservenhersteller würden die Bevölkerungsgruppe der Senatoren pauschal der Besoffenheit bezichtigen, wenngleich er einräumt, daß „sicher auch ein Senator mal seine Sorgen in ein Glaserl Wein schüttet, weil seine Existenz verschattet ist“. „Doch auch Finanztanten (um zum Ausgangspunkt, der Einkommens- und Umsatzsteuerpflicht zurückzufinden) haben ihren Anteil an Sorge, Schatten & Wein. Der Fisch könnte ebenso Finanztantenhappen heißen“.

Ä ist ein unbeschreibliches Buch, besonders empfehlenswert zum Beispiel für „Björk“-Konzertbesucher oder so. –Mike Markart

Paperback, 220 pages
Published 2004 by Rowohlt-Taschenbuch-Verlag (first published January 1st 1997)
Original Title Ä. Kolumnen.
ISBN 3499234327 (ISBN13: 9783499234323)
Edition Language German

Please rate this

René Goscinny, Jean-Jacques Sempé: Histoires inédites du Petit Nicolas: Choix de textes. Volume 2 (2006) 4.33/5 (6)

Histoires inédites du Petit Nicolas: Choix de textes. Volume 2Voici quarante-cinq nouvelles histoires inédites du célèbre petit écolier qui n’avaient jusqu’ici jamais été publiées en livre.

Ecrites par Goscinny et illustrées par Sempé, deux humoristes de génie, ces nouvelles aventures tendres et drôles sont la suite des Histoires inédites du Petit Nicolas parues à la rentrée 2004.

  • Sous la direction de Roswitha Guizetti
  • Paperback, 103 pages
  • Published by Reclam (first published 2006)
  • Original Title Histoires inédites du Petit Nicolas Volume 2
  • ISBN 3150197694 (ISBN13: 9783150197691)
  • Edition Language French
  • Series

Please rate this

René Goscinny, Jean-Jacques Sempé (Illustrator): Histoires inédits du Petit Nicolas. Choix des textes Vol. 1(2006) 4.3/5 (10)

Histoires inédites du Petit Nicolas: Choix de textesDer kleine Nick ist wieder da! Vierzig Jahre nach Erscheinen der ersten Bücher hat Anne Goscinny, die Tochter von René Goscinny, bei einem Umzug 80 zuvor noch nicht in Buchform veröffentlichte Geschichten entdeckt und 2004 herausgebracht. Der über 600 Seiten starke Band wurde in Frankreich ein Riesenerfolg.
Die besten Geschichten daraus gibt es hier im Original, mit allen nötigen Erläuterungen: Les Invincibles – Souvenirs doux et frais – La quarantaine – La punition – Je suis le meilleur – Comme un grand – Le gros mot.

Paperback, 97 pages
Published 2006 by Reclam
ISBN 3150197120 (ISBN13: 9783150197127)
Edition Language French

Please rate this

Robert Gernhardt: ach, eine achterbahn (2016) 4.55/5 (11)

Ach, eine AchterbahnfahrtObwohl Robert Gernhardt in seinem Werk auch durchaus sehr Kritisches humorig verpackte, sah er sich selbst nicht als Satiriker: „Der Satriker, das ist für mich der Lehrer, der Zeigefinger, und ich möchte eigentlich niemanden belehren, es sei denn mich selber, ich bin Metasatiriker.“ Als liebevoller Spötter hauchte er dem scheinbar Banalen eine nahezu metaphysische Tiefe ein. Und so gehört Robert Gernhardt heute zu den wichtigsten zeitgenössischen deutschsprachigen Dichtern.

Dieses kleine Büchlein ist eine wahre Achterbahnfahrt durch die Gernhardtsche Textvielfalt. Sie führt mit Loopings und rasanten Kurven von den 1960ern bis hin zu jungen Gedanken aus den 2000er-Jahren. Da geht’s um Bücher und ihre Vorteile, um „Animalerotica“, um Dichter, ums Schreiben, ums Sterben… Sie sind bereit für neue Ein- und Aussichten? Na dann: Bitte einsteigen, festhalten, los geht die geistreiche Fahrt!

  • Hardcover, 96 pages
  • Published 2016 by Büchergilde

Please rate this

Flann O’Brien: The Third Policeman (1967 / 2007) 2.25/5 (8)

The Third Policeman

The Third Policeman is Flann O’Brien’s brilliantly dark comic novel about the nature of time, death, and existence. Told by a narrator who has committed a botched robbery and brutal murder, the novel follows him and his adventures in a two-dimensional police station where, through the theories of the scientist/philosopher de Selby, he is introduced to „Atomic Theory“ and its relation to bicycles, the existence of eternity (which turns out to be just down the road), and de Selby’s view that the earth is not round but „sausage-shaped.“ With the help of his newly found soul named „Joe,“ he grapples with the riddles and contradictions that three eccentric policeman present to him.

The last of O’Brien’s novels to be published, The Third Policeman joins O’Brien’s other fiction (At Swim-Two-Birds, The Poor Mouth, The Hard Life, The Best of Myles, The Dalkey Archive) to ensure his place, along with James Joyce and Samuel Beckett, as one of Ireland’s great comic geniuses.

Please rate this

René Goscinny, Jean-Jacques Sempé (Illustrator): Le Petit Nicolas. Choix des textes (1991) 3.67/5 (3)

Le Petit Nicolas. Choix des textesDie beiden Autoren verarbeiten ihre Kindheitserinnerungen: Für Goscinny ist es das französische College in Buenos Aires – für Sempé Bordeaux, sein Geburtssort. Goscinny erfindet eine eigene Sprache und umgibt Nicolas mit einer Bande von Kameraden mit lustigen Namen. „Le petit Nicolas“ gehört zu den beliebtesten Kinderbüchern in Frankreich, das nicht nur den Kleinen Spaß bereitet. Lachen ist angesagt!

  • Paperback, 75 pages
  • Published 1991 by Reclam
  • ISBN 3150092043 (ISBN13: 9783150092040)
  • Edition Language French

Please rate this

Isabel Bogdan: Der Pfau (2016) 3/5 (1)

Der Pfau

Ein charmant-heruntergekommener Landsitz in den schottischen Highlands, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, Lord und Lady McIntosh, die das alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – und am Ende weiß keiner, was eigentlich passiert ist.

Isabel Bogdan erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von einem Wochenende, das ganz anders verläuft als geplant: Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung wollen in der ländlichen Abgeschiedenheit ihre Zusammenarbeit verbessern, werden aber durch das spartanische Ambiente und einen verrückt gewordenen Pfau aus dem Konzept gebracht. Lord McIntosh stoppt den Problem-Pfau auf rustikale Weise – und das führt zu urkomischen Verwicklungen.

Please rate this

Laurence Stern: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman () No ratings yet.

The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman

Laurence Sterne’s great masterpiece of bawdy humour and rich satire defies any attempt to categorize it. Part novel, part digression, its gloriously disordered narrative interweaves the birth and life of the unfortunate „hero“ Tristram Shandy, the eccentric philosophy of his father Walter, the amours and military obsessions of Uncle Toby, and a host of other characters, including Dr. Slop, Corporal Trim and the parson Yorick. A joyful celebration of the endless possibilities of the art of fiction, Tristram Shandy is also a wry demonstration of its limitations.

The text and notes of this volume are based on the acclaimed Florida Edition, with a critical introduction by Melvyn New and Christopher Rick’s introductory essay from the first Penguin edition.

Please rate this

Steffen Möller: Als deutscher Gastarbeiter in Polen (2008) No ratings yet.

Steffen Möller, ein Name, der wohl den wenigsten etwas sagen dürfte. Nach diesem Buch wird sich dies gründlich ändern. Der jungenhafte Mann, der uns auf dem Cover aus der Ferne mustert, hat zur Befriedung des chronisch labilen Verhältnisses zu unseren polnischen Nachbarn vermutlich mehr beigetragen, als sämtliche Kartoffelkrieger und Vertriebenen-Erikas jemals zerdeppern konnten. Angefangen hatte alles mit der leicht abseitigen Studentenidee, einen zweiwöchigen Polnischkurs in Krakau zu belegen. Was im März 1993 als Gag gemeint war, entwickelte sich zur großen Liebe eines Lebens. Man fasst es kaum, aber Möllers Vernarrtheit in die unglaublich komplexe polnische Sprache gab den Ausschlag. Heute, dreizehn Jahre später, kennt in Polen jedes Fernsehkind diesen merkwürdigen Deutschen, der als Kabarettist und Schauspieler zu einem der Ihren wurde. Und uns nun Polen erklärt. Aber wie!

Wer Möller auf seiner PR-Tour durch den deutschen Talkshowdschungel erlebte, verfiel augenblicklich dem Charme, mit dem er für seine neue Heimat warb. Gängige Vorurteile (Autoklau, Tristesse pur, etc.), werden gelangweilt abgeschmettert, nur um sie durch andere, eigene, zu ersetzen. So den notorischen Aberglauben, von dem die polnische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit fast schon voodoohaft erfasst ist. Möller liefert Beispiele gelebter polnischer Alltagsanarchie, die uns Deutsche als bedauernswerte obrigkeitshörige Hackenschläger dastehen lassen. Auch der ehemalige Sprachcoach in Möller gibt keine Ruhe. Lustige, aber hoffnungslose Vokabelübungen durchziehen sein Buch, ein linguistisches Desaster, das jeden deutschen Rachenraum übel malträtiert. Ledigleich die Lehnwörter aus dem Deutschen wie „Gancegal“, „Hochsztapler“ und „Szajs“, erweisen sich als halbwegs brauchbar. Nebenbei – lebenswichtig! – keine Scherze treiben über Papst Johannes Paul II.

Bescheidenheit, Abwesenheit von Aggressionen, gänzlich unerwarteter schwarzer Humor. Dazu der Reiz der polnischen Frauen, von Heine schon als „Weichselaphroditen“ verehrt. Attribute, die Möller den Abschied von der deutschgrauen Ellbogenmentalität versüßten. Der Mann schafft das Positivbild einer liebenswert-schrulligen Gesellschaft, dass man noch beim Lesen die geistigen Koffer zu packen beginnt. „Es lebe Polen!“ Vorschlag zur Güte: Wer, auch in den heiklen Fragen unserer unseligen Vergangenheit, derart sensibel, aber ohne falsche Betroffenheit die Herzen unserer Nachbarn aufschließen konnte, sollte doch gleich den Botschafterposten auf der offiziellen Ebene bekommen. Ein besserer ließe sich ohnehin nicht finden! –Ravi Unger

Please rate this

Philosophie & Humor No ratings yet.

Worüber kluge Menschen lachen. Kleine Philosophie des Humors


Author: Manfred Geier

Year: 2006

Publisher: Rowohlt, Reinbek

ISBN: 3498025015

iehe auch die Rezension in DIE ZEIT. Nicht übel, Karl Valentins Grillen kommen zu kurz. Schade, allein seinetwegen lohnt die Lektüre.

Please rate this