SchlagwortIrland

Elsemarie Maletzke: Maud Gonne: Ein Leben für Irland (2016) No ratings yet.

29346292. sy475 Sie war der Paradiesvogel des irischen Freiheitskampfs: Maud Gonne, sehr groß, sehr glamourös und sehr eigensinnig. Sie wurde 1866 als Tochter eines englischen Offiziers geboren – und so wie sie Irland liebte, so hasste sie das britische Empire.
Für die Rechtlosen war sie die »Frau von den Feen«, die Wunder bewirkte, für ihre Feinde eine »unkontrollierbare Revolutionärin«.

Sie kämpfte auf Seiten der Pachtbauern gegen die Truppen der Landlords, stritt für republikanische Häftlinge, saß selbst im Gefängnis und gründete die erste politische Frauenorganisation Irlands. Unübersehbar und unüberhörbar forderte sie die Kolonialmacht heraus und riskierte jederzeit eine Kugel oder einen Schlag mit dem Gewehrkolben.

Sie war die große Liebe des Dichters und Nobelpreisträgers W. B. Yeats – und sie führte ein geheimes Doppelleben in Paris als Geliebte eines rechten Politikers und Mutter einer kapriziösen Tochter. Ihre spätere Ehe mit einem irischen Helden wurde zum Fiasko, aber ihr Kampfgeist blieb ungebrochen.

100 Jahre nach dem Oster-Aufstand, dem Fanal der irischen Unabhängigkeit, ist Maud Gonne noch immer eine Ikone des geistigen und militanten Widerstands. Elsemarie Maletzke erzählt anschaulich und unterhaltsam, wie aus der schönen Offizierstochter eine Revolutionärin und Irlands »heilige Johanna« wurde.

Elsemarie Maletzke

Hardcover, 318 pages
Published April 11th 2016 by Insel Verlag
ISBN 3458176748 (ISBN13: 9783458176749)
Edition Language German

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Colm Tóibín: Nora Webster (2014) 3/5 (3)

21412360From one of contemporary literature’s most acclaimed and beloved authors comes this magnificent new novel set in a small town in Ireland in the 1960s, where a fiercely compelling, too-young widow and mother of four moves from grief, fear, and longing to unexpected discovery. Toibin’s portrayal of the intricacy and drama of ordinary lives brings to mind of the work of Alice Munro.

Set in Wexford, Ireland, and in breathtaking Ballyconnigar by the sea, Colm Toibin’s tour de force eighth novel introduces the formidable, memorable Nora Webster. Widowed at 40, with four children and not enough money, Nora has lost the love of her life, Maurice, the man who rescued her from the stifling world she was born into. Wounded and self-centred from grief and the need to provide for her family, she struggles to be attentive to her children’s needs and their own difficult loss. In masterfully detailing the intimate lives of one small family, Toibin has given us a vivid portrait of a time and an intricately woven tapestry of lives in a small town where everyone knows everyone’s business, and where well-meaning gestures often have unforeseen consequences. Toibin has created one of contemporary fiction’s most memorable female characters, one who has the strength and depth of Ibsen’s Hedda Gabler. In Nora Webster, Colm Toibin is writing at the height of his powers.

Hardcover, 373 pages
Published October 7th 2014 by Scribner (first published October 2014)
Original Title Nora Webster
ISBN 1439138338 (ISBN13: 9781439138335)
Edition Language English

Characters Nora Webster
setting Wexford (Ireland)

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Flann O’Brien: The Third Policeman (1967 / 2007) 2.25/5 (8)

The Third Policeman

The Third Policeman is Flann O’Brien’s brilliantly dark comic novel about the nature of time, death, and existence. Told by a narrator who has committed a botched robbery and brutal murder, the novel follows him and his adventures in a two-dimensional police station where, through the theories of the scientist/philosopher de Selby, he is introduced to „Atomic Theory“ and its relation to bicycles, the existence of eternity (which turns out to be just down the road), and de Selby’s view that the earth is not round but „sausage-shaped.“ With the help of his newly found soul named „Joe,“ he grapples with the riddles and contradictions that three eccentric policeman present to him.

The last of O’Brien’s novels to be published, The Third Policeman joins O’Brien’s other fiction (At Swim-Two-Birds, The Poor Mouth, The Hard Life, The Best of Myles, The Dalkey Archive) to ensure his place, along with James Joyce and Samuel Beckett, as one of Ireland’s great comic geniuses.

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Sebastian Barry: Mein fernes, fremdes Land (Dunne Family) (2011 /2014) 3.74/5 (19)

Mein fernes, fremdes LandWie es wohl klingen mag, wenn einer Neunundachtzigjährigen das Herz bricht?

Leise und zart, vermutet die Irin Lilly Bere. Viele Herausforderungen hat sie gemeistert, seit sie als junge Frau vor der IRA nach Amerika fliehen musste. Nun verlässt sie der Lebensmut – doch bevor sie geht, hält sie in einem großen Haushaltsbuch ihre Erinnerungen fest: Sie weiß, wie es sich anfühlt, wenn Männer als bloße Schatten aus dem Krieg zurückkommen, wie entwürdigend es sein kann, im Land der Freiheit die falsche Hautfarbe zu haben, wie hoffnungsvoll die erste Liebe ist – und wie bitter der Verrat eines Freundes. Herzergreifend und poetisch.

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Thomas Noetzel: Geschichte Irlands. Vom Erstarken der englischen Herrschaft bis heute. (2003) No ratings yet.

2003, 236 Seiten mit 10 s/w-Abb., 4 Tab. und 2 Kt., gebunden
ISBN 978-3-89678-461-2

http://www.primusverlag.de/

Der englisch-irische Konflikt prägt die Entwicklung Irlands bis in die Gegenwart, die gewalttätigen Auseinandersetzungen in Nordirland sind davon nur der deutlichste Ausdruck. Mit Blick auf die Spannungen in der irischen Gesellschaft kann man gleichsam von zwei Nationen, einer protestantischen und einer katholischen bzw. einer englischen und einer irischen sprechen. Das Verhältnis dieser beiden ‚Nationen‘ steht im Zentrum dieses Überblicks zur irischen Geschichte seit dem beginnenden 17. Jahrhundert. Einer detaillierten Schilderung der protestantischen Dominanz im 18. Jahrhundert folgt eine ausführliche Beschreibung der irischen Unabhängigkeitsbewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Teilung der Insel zum Ergebnis hatte. Irlands ‚Öffnung zur Welt‘ und der beispiellose ökonomische Aufstieg seit Mitte der 90er-Jahre stehen im Mittelpunkt der Darstellung zur Geschichte der Republik. Ein umfangreiches abschließendes Kapitel analysiert präzise den Nordirland-Konflikt.

Thomas Noetzel bietet einen gut lesbaren, problemorientierten Überblick über die irische Geschichte seit dem 17. Jahrhundert. Im Zentrum steht dabei der englisch-irische Konflikt, doch bezieht Noetzel auch gesellschaftliche, ökonomische und kulturelle Entwicklungen mit ein und präsentiert so eine Gesamtdarstellung der Geschichte Irlands auf dem neusten Stand der Forschung. Zeittafeln, Abbildungen, ein ausführliches Register und ein Literaturverzeichnis runden den Band ab.

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Tom Inglis: Global Ireland: Same Difference (2006) No ratings yet.

Global Ireland: Same Difference   Global Ireland offers a concise synthesis of globalization’s dramatic impact on Ireland. In the past fifteen years, Ireland has transformed from a sleepy and depressed European backwater to the ‚emerald tiger‘, a country with a booming economy based on knowledge and high-tech industries. Not long ago it was one of the poorest and most traditional countries in Europe, yet now it is one of the wealthiest and most cosmopolitan. Using a number of case studies of Ireland’s transition, Tom Inglis explains what this means for traditional Irish culture and society, and offers an incisive social portrait of globalizing Ireland.
Concise, descriptive, interdisciplinary and theoretically informed, this volume is an ideal introduction to Ireland.
Paperback, 306 pages
Published November 1st 2006 by Routledge
ISBN 0415944236 (ISBN13: 9780415944236)
edition language English

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Colm Tóibín: Porträt des Meisters in mittleren Jahren (2004) 4/5 (1)

„Bis jetzt wusste ich sehr wenig über James und sein Werk. Nun glaube ich ihn fast persönlich zu kennen.“ — Könnte man Colm Tóibíns sensiblem Werk und seiner stillen Erhabenheit ein größeres Kompliment machen, als es dieser Amazon-Leser aus Essex tat? Der Ire Tóibín ist in den amerikanischen Dichter Henry James, der den größten Teil seines Lebens in Europa zubrachte, förmlich hineingekrochen. Entstanden ist dabei eine verblüffend fein ziselierte Menschenstudie, die den schnöden Begriff der Biografie weit hinter sich lässt.

Tóibín betritt im Januar 1895 das Leben des „Meisters“. In einer Sprache, in der man förmlich baden möchte, ersteht eine melancholisch verschattete Welt, die in raschen Schritten dem Fin de siècle zueilt. Mitten darin, der inzwischen 52-jährige Dichter, der sich, erbittert vom mäßigen Erfolg seiner Romane, dem Theater zuwendet. Guy Domville heißt das Stück, mit dem er Londons Bühnen im Sturm zu erobern hofft. Die Katastrophe ist niederschmetternd: Vom Publikum grausam ausgebuht, muss Henry mitansehen, wie im Theater nebenan die grobschlächtige Komödie Ein idealer Gatte des „lauten, korpulenten Iren“ Oscar Wilde, frenetisch bejubelt wird. Der in seinem Kunstanspruch zutiefst verletzte Ästhet Henry James tritt den Rückzug an!

Rom, Venedig, Paris, die englische Südküste. Stationen eines irrlichternden Meisters in mittleren Jahren durch Europas Kunst- und Gesellschaftssalons, die zur eigenen künstlerischen Identitätsfindung geraten. Zeit für Tóibín, der Familiengeschichte nachzuspüren. Der Selbstmord des reichen Vaters, der frühe tragische Tod der geliebten Schwester Alice, der Dauerkonflikt zwischen „weltlichem und kontemplativen Leben“. Für Henry wird die Suche nach dem höheren Glück zur Zerreißprobe. Im Spannungsfeld seiner sexuellen Unentschiedenheit — Henry fühlte sich sowohl zu jungen, tragikumflorten Frauen, wie auch dubiosen Männergestalten hingezogen –, entstand schließlich seine wunderbare Prosa. Der Preis war die Einsamkeit eines ungelebten Lebens.

Bildnis einer Dame, Daisy Miller, Die Gesandten. Werke der Weltliteratur und tiefenpsychologische Charakterzeichnungen. Wie schwer sie erkämpft wurden, dazu bedurfte es der Sprachgewalt und stilistischen Geschliffenheit eines Colm Tóibín. Wir können nur staunen, wie nah uns Henry James plötzlich gekommen ist.

–Ravi Unger

John Singer Sargent (1856-1925)

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