SchlagwortKrankheit

Elisabeth Bailey: Das Geräusch der Schnecke beim Essen (2012) 3/5 (1)

Das Geräusch einer Schnecke beim EssenDurch eine Krankheit ist die Journalistin Elisabeth Bailey ans Bett gefesselt. Als sie von einer Freundin eine Topfpflanze geschenkt bekommt, unter deren Blättern eine Schnecke sitzt, beginnt sie diese zu beobachten. Nachts wird ihr neues Haustier aktiv, fährt seine Fühler aus, geht auf die Jagd und vollführt seltsame Rituale. Fasziniert beschäftigt sich Bailey mit Biologie und Kulturgeschichte der Schnecke und erfährt Verblüffendes über ein unterschätztes Lebewesen.

Nun hat sie die Geschichte dieser besonderen Freundschaft aufgeschrieben – ein Buch der Entschleunigung und darüber, wie sich in einem kleinen Detail der Natur die Vielfalt des Lebens finden lässt.

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Siri Hustvedt: Die zitternde Frau (2009) 3.5/5 (2)

Dies ist die Geschichte einer mysteriösen «Störung» und derjenigen, die von ihr befallen wurde: die bekannte New Yorker Schriftstellerin Siri Hustvedt.

2003 starb ihr Vater, ein Universitätsprofessor. Fast drei Jahre später hält Hustvedt eine Gedenkrede auf ihn an seiner Alma Mater. Mitten in ihrer Ansprache befällt sie ein unkontrollierbares Zittern. Sie steht die Rede durch und wundert sich: Bühnenangst hatte sie vorher nie. Kurz darauf, bei einem Uni-Vortrag über ihre Schreibkurse für psychisch Kranke, wiederholt sich das Ereignis. Diesmal kann sie es nicht vor ihrem Publikum verbergen.

Weder die Mediziner noch die Psychiater kommen zu einer aussagekräftigeren Diagnose als «Es müssen die Nerven sein». Hustvedt stellt fest, dass es klare Gesetze von Ursache und Wirkung im komplexen Wechselspiel von Geist, Psyche und Körper nicht gibt oder dass wir sie nicht kennen. Ihre Neugier ist geweckt. Bald erweitert sie ihre Aufzeichnungen zu einer mit zahlreichen Fallgeschichten illustrierten Historie und Typologie der psychophysisch bedingten Krankheitsbilder. Sie erforscht die psychische Disposition des modernen Menschen mitsamt ihren neurobiologischen Grundlagen und setzt sie in Bezug zu dem, was uns alle beschäftigt: Woher kommen wir, wohin gehen wir, wer sind wir?

Wer ihre Romane schätzt, weiß, dass sie nicht nur eine grandiose Erzählerin ist, sondern eine kluge, hoch-gebildete Autorin, die über Sachthemen ebenso interessant und unterhaltsam zu schreiben weiß wie über ihre Romanfiguren. Dies ist ihr bislang persönlichstes Buch das bewegende Dokument einer Suche nach dem, was uns im Innersten zusammenhält.
Über den Autor

Siri Hustvedt wurde am 19.02.1955 in Northfield, Minnesota, als älteste von vier Töchtern eines norwegisch-amerikanischen Professors für Skandinavistik und einer norwegischen Einwanderin geboren. Nach dem Besuch des St. Olaf College in Northfield, das sie 1977 mit B.A. in Geschichte abschloss, arbeitete sie zunächst als Kellnerin. 1978 ging sie zum Studium nach New York. 1979 erwarb sie an der Columbia University den M.A. in Anglistik. 1986 wurde sie mit einer Arbeit über Charles Dickens (“Figures of Dust. A Reading of ‘Our mutual friend’”) zum PhD promoviert. Im Februar 1981 lernte sie den Schriftsteller Paul Auster kennen, den sie 1983 heiratete und mit dem sie einen Stiefsohn und eine Tochter hat. Heute arbeitet Siri Hustvedt als Schriftstellerin, Essayistin und Übersetzerin aus dem Norwegischen.

en.wikipedia – Siri Hustvedt
FAZ – Krampf und Krämpfe von Julia Encke
FAZ – “Sind Sie hysterisch, Frau Hustvedt?” Im Gespräch mit Sandra Kegel

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Katherina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag (25. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462039709
  • ISBN-13: 978-3462039702

Der Geschmack von Apfelkernen ist süß und zugleich bitter. Er hat etwas von Marzipan. Und genau diese Mischung ist es, die ihn unverwechselbar macht. Und wie in der Nusschale vermag sogar im Apfelkern eine ganze Welt zu wohnen. Hagenas erster Roman, der, noch bevor dir Kritiker ihr erstes Wort sprachen, bereits die Gunst der Leser hatte und auf den Bestsellerlisten stand, hätte leicht in Kitsch abgleiten können. Aber dazu ist der Geschmack von Apfelkernen doch zu bitter. Es ist ein trauriges, aber tröstliches Buch der Erinnerung geworden.

Martina Meister, Die Zeit, 17.04.08

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Philip Roth: Exit Ghost – Zuckermans Beschwerden No ratings yet.

»Exit Ghost«: Der neue Roman von Philip Roth | ZEIT online

Von Georg Diez

In »Exit Ghost«, dem neuen Roman von Philip Roth, treffen wir einen alten Bekannten wieder. Diesmal geht es um Alter und Krankheit – und um die Brüste einer Frau © Hanser Verlag Philip, will man ihm noch zurufen, denn so darf man Philip Roth sicherlich nennen, Philip, nach all den Jahren, die wir zusammen verbracht haben, nach all den Geschichten, in denen der grantige Großonkel der Weltliteratur uns aus seinem einsamen, schönen, traurigen, erfolgreichen Schriftstellerleben erzählt hat, nach all den intelligenten Büchern der letzten Jahre (Der menschliche Makel) und auch den weniger intelligenten (Das sterbende Tier), Philip, will man ihm zurufen, tu es nicht!

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Philip Roth: Jedermann No ratings yet.

Jedermann

Rating: 2 out of 5

Author: Philip Roth

Year: 2006

Publisher: Hanser

ISBN: 3446208038

© DIE ZEIT, 28.09.2006 Nr. 40
Der Mann, der ich einmal war

Das Alter ist kein Kampf, das Alter ist ein Massaker: Philip Roth hat einen ergreifenden Roman geschrieben über Krankheit, Tod und den ewigen Sex.
Von Fritz J. Raddatz

hard stuff

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