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Jean Echenoz: Die Caprice der Königin (2016) No ratings yet.

Die Caprice der KöniginNach seinem hochgelobten Roman „14“ legt Jean Echenoz, der eleganteste und subversivste Autor der Gegenwartsliteratur in Frankreich, nun funkelnde, hochkonzentrierte Kurzprosa vor.

Der alte Lord Nelson pflanzt eigenhändig Eichen, er, der stets unter Seekrankheit litt, möchte sicherstellen: Seine letzte Ruhestätte soll nicht das Meer sein. In einem Schnapsfass wird dereinst sein Leichnam an Land geschafft werden. Dieses Heldenleben auf sagenhaften sechs Seiten ist der Auftakt der sieben Texte, die an sieben Erzählorten spielen – von Suffolk über das antike Babylon bis zu Le Bourget, einem Vorort von Paris.

Sie eint der unverwechselbare Echenoz’sche Ton und die Aura von Nonchalance und Ironie, die alle Texte seine umgibt.

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel.

Hardcover, 144 pages
Published March 14th 2016 by Hanser Berlin (first published April 3rd 2014)
Original Title Caprice de la reine
ISBN13 9783446250727
Edition Language German

 

https://www.deutschlandfunkkultur.de/jean-echenoz-die-caprice-der-koenigin-die-kunst-der.1270.de.html?dram:article_id=350160

https://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/jean-echenoz-die-caprice-der-koenigin-alle-autoren-uebertreiben-ld.112556

https://literaturkritik.de/id/22114

https://taz.de/!5313226/

https://www.lefigaro.fr/livres/2014/03/27/03005-20140327ARTFIG00007–caprice-de-la-reine-de-jean-echenoz.php

https://fr.wikipedia.org/wiki/Caprice_de_la_reine

 

 

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Terézia Mora: Das Ungeheuer (2013) 3/5 (1)

18339191»Solche Geschichten gibt’s, zu Hauf. Ingenieur gewesen, Job verloren, Frau verloren, auf der Straße gelandet«: Kein außergewöhnliches Schicksal vielleicht auf den ersten Blick, doch Terézia Moras Romanheld Darius Kopp droht daran zu zerbrechen.

Denn Flora, seine Frau, die Liebe seines Lebens, ist nicht einfach nur gestorben, sie hat sich das Leben genommen, und seitdem weiß Darius Kopp nicht mehr, wie er weiter existieren soll. Schließlich setzt er sich in seinen Wagen, reist erst nach Ungarn, wo Flora aufgewachsen ist, und dann einfach immer weiter. Unterwegs liest er in ihrem Tagebuch, das er nach ihrem Tod gefunden hat, und erfährt, wie ungeheuer gefährdet Floras Leben immer war – und dass er von alldem nicht das Geringste mitbekommen hatte.

Arbeit und Schlaf, Arbeit, Arbeitsweg und Schlaf. So sah das erfolgreiche Leben von Darius Kopp aus. Bis er eines Tages den Job verlor. Und bis sich bald darauf seine Frau das Leben nahm und ihm zum zweiten Mal in kürzester Zeit der Teppich unter den Füßen weggezogen wurde. Seitdem lebt er apathisch dahin, tötet die Zeit mit stumpfem Fernsehen und Fertigpizzen. Sein Freund Juri versucht Darius zwar wieder zurück in sein altes Leben als IT-Experte zurückzubefördern, doch dieser beschließt, eigene Wege zu gehen. Er wollte doch das geheime Tagebuch seiner Frau lesen, und er muss auch noch ihre Urne beisetzen. Aber wo? In ihrem ungarischen Heimatdorf oder in Budapest oder an den Hängen des Ararat? Und so begibt sich Darius Kopp auf eine lange Reise – auf der Suche nach der Wahrheit über seine Frau. Über sich selbst. Und über diese dunkle und ungeheuere Welt.

Hardcover, 688 pages
Published September 2nd 2013 by Luchterhand Literaturverlag
ISBN 3630873650 (ISBN13: 9783630873657)
Edition Language German

Characters Darius Kopp

FAZ: Der einsamste Mann auf dem Kontinent. Erst ein komischer, dann ein tragischer Held. Kann das gutgehen? Terézia Mora setzt mit „Das Ungeheuer“ ihr großes Romanprojekt um den IT-Spezialisten Darius Kopp fort. Von Hubert Spiegel Aktualisiert am 06.09.2013-16:28

ZEIT: Aneinander vorbei. Furios, aber nicht vollkommen: Terézia Moras Roman „Das Ungeheuer“. Von Katharina Döbler 19. September 2013 DIE ZEIT Nr. 39/2013

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Jean-Claude Izzo: Izzo’s Marseille (2003) 3/5 (1)

CoverDie geheime Heldin aller Romane von Jean-Claude Izzo ist Marseille. Bislang unveröffentlichte Texte erzählen von den Menschen, dem Licht und den Farben der Stadt. Izzo führt durch die Gassen und Kneipen, erzählt von Kräutern und Düften, von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer ewigen Stadt.

»Diese Stadt ist ein offenes Tor, offen zur Welt, offen zum Nachbarn. Ein Tor, das sich nie schließen wird. Marseille ist Vielfalt. Viele Kulturen, viele Völker, tausend Geschichten. Hier ist Verdi gleich populär wie Bob Marley. Hier wird in vielen Sprachen gesprochen, gesungen, geträumt. Woher man auch kommt – in Marseille ist man zu Hause.«

 

Ronald Voullié (Übersetzer), Katarina Grän (Übersetzer)
Hardcover, 128 pages
Published April 1st 2003 by Unionsverlag
ISBN 3293003109 (ISBN13: 9783293003101)
Edition Language German

Jean-Claude Izzo – de.wikipedia

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Siri Hustvedt: Nicht hier, nicht dort. Essays (2000) 2/5 (1)

51099098. sx318 sy475 Siri Hustvedt hat sich mit ihren Romanen «Die unsichtbare Frau» und «Die Verzauberung der Lily Dahl» als Autorin ebenso spannender wie moderner Literatur einen Namen gemacht.

In «Nicht hier, nicht dort» sind nun zum ersten Mal ihre essayistischen Schriften versammelt.

Der Titel ist programmatisch: Hustvedt bezieht ihn auf ihre geographische Herkunft als zwischen den Kulturen aufgewachsene Tochter norwegischer Einwanderer und auf ihren künstlerischen Standpunkt als Beobachterin und Bewahrerin: die Fiktion als Zwilling der Erinnerung, angesiedelt zwischen der realen Welt und der gedachten, gefühlten der Phantasie.

Die Sprache als Mittlerin zwischen diesen Welten steht im Mittelpunkt von Hustvedts Betrachtungen zu Literatur und bildender Kunst: Sie erschließt, ob als Bildsprache des Malers oder als literarische des Schriftstellers, ein komplexes System von changierenden Zeichen und Symbolen, deren Struktur und Bedeutung in unserem Bewusstsein und zugleich außerhalb von uns angelegt sind. ln dieses Zwischenreich blickt man, wenn man in den leeren Spiegel von Vermeers «Annunziata» oder durch «Gatsbys Brille» bei F. Scott Fitzgerald schaut oder wenn man die sprechenden Figurennamen in Charles Dickens’ «Unser gemeinsamer Freund» betrachtet.

An diesen und anderen Beispielen erläutert Hustvedt, wie der künstlerische Schaffensprozess zu Erkenntnis führt. Ein Essay über den puritanischen Dirigismus, mit dem US-amerikanische Gerichte und Institutionen die Sexualität regulieren wollen, erforscht ebenfalls ein Zwischenreich: jenes wiederum stark durch Phantasie, Projektion und Experiment geprägte Feld der Annäherung, in dem jeder erotische Kontakt zwischen Menschen beginnt. Siri Hustvedt unterscheidet, wie in ihren Romanen, nicht streng zwischen ihrer privaten Biographie und ihrem öffentlichen Werk. Im Werk schwingt stets ein Widerhall des Lebens mit. Deshalb ist dieses Buch ein Glücksfall. Es gibt Einblick in ihre Arbeit und in ihr Leben und unterhält zudem auf hohem Niveau.

Hardcover
Published September 1st 2000 by Rowohlt, Reinbek
ISBN 3498029525 (ISBN13: 9783498029524)

literaturkritik.de: Analyse und Sinnlichkeit. Siri Hustvedts Essays „Nicht hier, nicht dort“ Von Ingeborg Gleichauf Erschienen am: 01.03.2001

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Mathias Énard: Kompass (2015 / 2016) 3/5 (7)

31836857. sy475 „Kompass“ ist das Buch der Stunde: eine leidenschaftliche Beschwörung der jahrhundertelangen Passion des Westens für die orientalische Kultur. Unter dem Schock einer alarmierenden medizinischen Diagnose verbringt Franz Ritter, Musikwissenschaftler in Wien, eine schlaflose Nacht. Er begibt sich im Geiste noch einmal an die Orte seiner Forschungsreisen: Istanbul, Damaskus, Aleppo, Palmyra – alles Städte, die für ihn untrennbar mit Sarah verbunden sind, der berühmten Orientalistin, seiner großen Liebe. Seine Erinnerung zaubert immer mehr Fakten, Romanzen und Geschichten hervor, die alle von dem entscheidenden Beitrag des Orients zur westlichen Kultur und Identität zeugen. Für diesen Roman erhielt Mathias Énard in Frankreich 2015 den Prix Goncourt.

Holger Fock (Translator), Sabine Müller (Translator)

Hardcover, 432 pages
Published August 22nd 2016 by Hanser Berlin (first published August 19th 2015)
Original Title Boussole
ISBN 3446253157 (ISBN13: 9783446253155)
Edition Language German

 

ZEIT: Mathias Énard: Alles ist kosmopolitisch! „Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen“, dichtete Goethe. Der französische Schriftsteller Mathias Énard erzählt in seinem Roman „Kompass“, wie sich Morgen- und Abendland wechselseitig durchdringen.Von Ijoma Mangold 8. Dezember 2016

FAZ: Mathias Énard erhält Buchpreis : Europa, die libanesische Prinzessin Von Sandra Kegel – Aktualisiert am 24.03.201 Mathias Énards Roman „Kompass“ erinnert nicht zufällig an „Tausendundeine Nacht“. Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse wurde er nun mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet.

NZZ: Eine orientalische Reise ans Ende der Nacht. Der Roman, für den Mathias Énard 2015 den Prix Goncourt erhalten hat, führt den Erinnerungen eines schlaflosen Musikwissenschafters entlang in den Orient. Was darin nicht fehlt: eine Liebesgeschichte. Vanessa de Senarclens 8.9.2016

literaturkritik.de: Die Nadel zeigt nach Osten. Mathias Énard reflektiert in seinem Roman „Kompass“ die engen Austauschbeziehungen zwischen Orient und Okzident Von Beat Mazenauer Letzte Änderung: 21.11.2016

DLF: Mathias Énard: „Kompass“Roman einer schlaflosen Nacht. In „Kompass“ erzählt der französische Schriftsteller Mathias Énard von der kulturellen Faszination, die der Orient über Jahrhunderte in Europa hervorrief. Dabei verliert er jedoch nicht den Blick auf aktuelle Ereignisse, wie den Krieg in Syrien oder den Zerstörungswahn des Islamischen Staates. Außerdem: Ein Seitenblick auf seinen in Kürze erscheinenden Roman „Alkohol und Wehmut“. Von Christoph Vormweg 16.10.2016

Das Erste: Video: Mathias Énard und sein großer Orient-Roman „Kompass“ 29.01.17 | 10:36 Min. | Verfügbar bis 29.01.2022 Die Gedanken eines Wiener Orientalisten streifen durch die überreiche Geschichte der Beziehungen zwischen Morgenland und Abendland. Mathias Énards Werk „Kompass“ führt uns vor Augen führt, wieviel diese Kulturen miteinander verbindet.

liberation.fr: Mathias Énard , déroutante «Boussole» Par Philippe Lançon — 7 octobre 2015 à 17:06 (mis à jour le 3 novembre 2015 à 12:56) De Vienne à Istanbul, l’écrivain met en scène une bande d’orientalistes. Mais son érudition tous azimuts alourdit le propos.

Le Monde: Prix Goncourt : Mathias Énard récompensé pour « Boussole » Le dixième livre de l’écrivain niortais, diplômé de persan et d’arabe, conserve la trace de sa passion pour le monde oriental et est dédié « aux Syriens ». Par Raphaëlle Leyris Publié le 30 octobre 2015 à 14h07 – Mis à jour le 05 novembre 2015 à 09h03

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Christa Wolf: Medea: Stimmen (1996) – Oktober 2019 3.92/5 (12)

4577041Als Frau des Argonauten Jason lebt Medea in Korinth, wohin sie ihm aus ihrer Heimat Kolchis gefolgt ist. Im königlichen Palast Korinths gerät sie in ein Spiel aus Verleumdungen, Intrigen und Lügen. Der Kampf um die Macht steht im Mittelpunkt, und Medea soll als Sündenbock geopfert werden. Die Medea der griechischen Tragödie, die Barbarin, Giftmischerin, die rachsüchtige Mörderin – hier wird diese Frauenfigur aus dem jahrtausendealten Mythos gelöst, das überkommene Bild revidiert.

In ihrem Erfolgsroman erzählt Christa Wolf die Geschichte der Medea neu und entwirft das Porträt einer eigenwilligen, ungewöhnlichen Frau.

Paperback, 224 pages
Published by Suhrkamp Taschenbuch (first published 1996)
Original Title Medea: Stimmen
ISBN 3518460080 (ISBN13: 9783518460085)
Edition Language German

de.wikipedia: Medea: Stimmen

FAZ: Honecker heißt jetzt Aietes. Aber Medea wird verteufelt human: Christa Wolf schreibt den Mythos neu · Von Manfred Fuhrmann Aktualisiert am 02.03.1996

ZEIT: Tobt nicht, rast nicht, flucht nicht Von Jens Balzer 23. Februar 1996 Quelle: DIE ZEIT, 09/1996

SPON: Kein Mord, nirgends Von Volker Hage 26.02.1996 DER SPIEGEL 9/1996

SPON: Beben in Santa Monica. In einem neuen Buch läßt Christa Wolf ihren Roman „Medea“ gegen eine „männlich dominierte“ Kritik verteidigen und plaudert Werkstattgeheimnisse aus. 15.06.1998

literaturkritik.de: Christa Wolfs Arbeit am Mythos. Ihr Roman „Medea“ schreibt die Erzählung „Kassandra“ fort Von Thomas Anz Letzte Änderung: 21.11.2016 – Erschienen am: 05.12.2011

Jason

Iason (griechisch der Heilende; deutsch Jason) ist eine Heldengestalt aus der griechischen Sage.

Er war der Sohn des Aison, eines Königs von Iolkos, und der Polymede oder Alkimede. Bekannt ist er vor allem als Anführer der Argonauten.

Medea

Medea ist die zauberkundige Tochter des Königs Aietes von Kolchis an der Ostküste des Schwarzen Meeres. Sie ist die Schwester der Chalkiope und des Absyrtos.

Dorthin fahren im Auftrag des Königs Pelias von Iolkos die Argonauten, eine Schar von Helden unter der Führung von Pelias’ Neffen Iason.

Sie sollen das von Aietes gehütete Goldene Vlies erbeuten und nach Iolkos bringen. Aus Liebe verhilft Medea Iason zu dem Vlies und flieht mit den Argonauten. Sie heiratet Iason. In Iolkos ersinnt sie ihm zuliebe eine List, durch die König Pelias zu Tode kommt, worauf die beiden Iolkos verlassen und sich in Korinth niederlassen.

Dort leben sie einige Zeit mit ihren zwei Söhnen.

Dann verstößt Iason Medea, um die Tochter des Königs Kreon von Korinth zu heiraten. Aus Rache dafür ermordet Medea Kreon, dessen Tochter und ihre eigenen Kinder.

Sie flieht nach Athen und heiratet dort den König Aigeus. Damit wird sie die Stiefmutter des Helden Theseus. In einem Konflikt mit Theseus kann sie sich aber nicht durchsetzen. Daher muss sie das Land verlassen und wendet sich nach Asien. Über ihr weiteres Schicksal liegen unterschiedliche Angaben vor.

Glauke

die epileptische Tochter Kreons.

Sie ist hin- und hergerissen zwischen der Zuneigung zu Medea, die mit ihren Heilkünsten versucht, Glauke ihre Ängste zu nehmen und sie durch den Aufbau von mehr Selbstbewusstsein zu einer selbstbestimmten Person zu machen, und ihrer Ablehnung gegen sie, die ihr durch den Einfluss des Hofes eingeredet wird.

Glauke ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Königs Kreon von Korinth. Ihr Name wurde auch als Kreusa überliefert.

Nach der Schilderung in Euripides’ Tragödie Medea verliebte sich Jason in die Tochter Kreons, deren Namen Euripides allerdings nicht nennt, und wollte sie heiraten. Seine eifersüchtige Gemahlin Medea, von Kreon der Stadt verwiesen, tötete ihre Rivalin, indem sie ihr als Hochzeitsgeschenk einen vergifteten Schleier übersandte, der sie innerlich verbrannte. Als ihr Vater zu Hilfe eilte, kam auch er um. Laut Pausanias zeigte man in Korinth eine Quelle, in die sich Glauke in der Hoffnung, das Wasser möge gegen das Gift helfen, gestürzt habe.

Agameda

Romanfigur
Agameda, eine Kolcherin und ehemalige Schülerin Medeas, die in Korinth als Heilerin sehr angesehen ist, lässt ihre guten Kontakte zu den Mächtigen spielen und scheut keine Intrige, um Medea zu zerstören.

Sie hasst diese, da Medea die vom Gedanken des gesellschaftlichen Aufstiegs getriebene Agameda in ihrer Jugend, als diese ihre Schülerin war, nicht bevorzugt behandelte, obwohl sie ihre beste Schülerin war.

Außerdem hat Medea der verwaisten Agameda die Liebe und Aufmerksamkeit vorenthalten, nach der jene dürstete.

Agameda kann ihr dies nicht verzeihen und versucht nun, ihr mit allen Mitteln zu schaden, selbst wenn es ihr eigenes Verderben nach sich ziehen würde.

Akamas

Romanfigur

Akamas, der erste Astronom Kreons und eigentlicher, versteckter Machtinhaber Korinths  ergänzt die Geschichte und bringt seine Biografie und Gründe ein, zu Missgunsten Medeas zu handeln bzw. nicht für sie einzutreten.

Leukon

Romanfigur

Leukon, zweiter Astronom Kreons und enger Freund Medeas

Kreon

König von Korinth

Merope

Königin von Korinth

Iphinoe

die ermordete Tochter von Kreon und Merope

Kirke

Zauberin. Schwester von Medeas Mutter

Lyssa

Kolcherin. Ziehschwester und Gefährdin von Medea

weitere Personen

Arinna - Lyssas Tochter

Presbon - Kolcher. Veranstalter der Spiele in Korinth

Telamon - Gefährde des Jason. Argonaut

Phrixos - aus Jolkos, brachte das Vließ nach Kolchis

Pelias - Onkel des Jason in Jolkos

Cheiron - Erzieher des Jason in den thessalischen Bergen

Meidos, Pheres - Söhne der Medea und des Jason

Oistros - Bildhauer. Medeas Geliebter

Arethusa - aus Kreta, Medeas Freundin

Der Alte - aus Kreta, Arethusas Geliebter und Freund

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Iris Radisch: Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben. Von Sartre bis Houellebecq (2017) 4/5 (8)

37927535. sy475 Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Europa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die französische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm, mal existenzialistisch, mal politisch, immer verführerisch.

Iris Radisch begibt sich auf einen Streifzug durch die neuere französische Literatur und stellt die wichtigsten Autoren vor. die «Zeit»-Journalistin und Verfasserin eines Bestsellers über Camus lässt sich von ihren eigenen Treffen mit den Autoren leiten und liefert einen einfühlsamen Überblick über die Welt von Sartre und Duras bis zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Houellebecq.

Das Buch ist ein persönlicher Kanon der bedeutendsten Schriftsteller Frankreichs – und richtet sich an alle, für die das Land schon immer der kulturelle und literarische Sehnsuchtsort war. In einem Jahr, in dem in Frankreich gewählt wurde und das Land vor einer ungewissen Zukunft steht, ist das Buch gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Debatte über den intellektuellen Zustand unseres Nachbarlandes.

Hardcover, 240 pages
Published September 22nd 2017 by Rowohl Verlag
Original Title Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben
ISBN 3498058142 (ISBN13: 9783498058142)
Edition Language German

 

ZEIT: Die neue Aufrichtigkeit. Einst war Frankreich literarisch eine Weltmacht, doch zu Beginn des neuen Jahrhunderts legte es eine Sendepause ein. Das war der Houellebecq-Schock. Jetzt meldet sich das Land machtvoll zurück. Von Iris Radisch am 4. Oktober 2017

Autoren und Autorinnen – lesenswerte Werke

  • Jean-Paul Sarte: Die Wörter
  • Albert Camus: Der erste Mensch
  • Simone de Beauvoir: Der Lauf der Dinge
  • Antoine de Saint-Exupéry: Die Stadt der Wüste
  • Samuel Beckett: Erste Liebe
  • Michel Leiris: Mannesalter
  • Eugéne Ionesco: Auf den Gipfeln der Verzweiflung
  • E.M. Cioron: Lehre vom Zerfall
  • Nathalie Sarraute: Kindheit
  • Michel  Butor: Paris – Rom oder Die Modifikation
  • Claude Simon: Das Seil
  • Roland Barthes: Tagebuch der Trauer
  • Julien Green: Tagebücher
  • Georges Perec: Die Dinge
  • Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend
  • Assia Djebar: Nirgendwo im Hause meines Vaters
  • Jean-Marie Gustave Le Clézio: Wüste
  • Annie Ernaux: Die Jahre
  • Margerite Duras: Der Liebehaber
  • Marie N Diaye: Drei starke Frauen
  • Pierre Mechon: Leben der kleinen Toten
  • Yasmina Reza: Nirgendwo
  • Emmanuel Carrère: Das Reich Gottes
  • Michel Houellebecq: Unterwerfung

 

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Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste (2018) – September 2019 4.64/5 (11)

https://i1.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1533790311l/41076345._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen.

Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt.

Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.

Hardcover, 252 pages
Published October 21st 2018 by Suhrkamp Verlag
Original Title Verzeichnis einiger Verluste
ISBN13 9783518428245
Edition Language German
Literary Awards
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis (2018)

ZEIT: Eine kleine Friedensinsel. Judith Schalanskys „Verzeichnis einiger Verluste“ erzählt von den verschwundenen Dingen – unsentimental und im Bewusstsein der totalen Vergänglichkeit von allem. Eine Rezension von Juliane Liebert 18. Dezember 2018

FAZ: Judith Schalanskys Erzählungen : Sie lavierten bis zum Morgengrauen. Judith Schalansky knüpft an den eigenen Matrosenroman von vor zehn Jahren an. Judith Schalanskys Erzählungssammlung widmet sich dem Verlust. Zu gewinnen ist dabei Literatur, wie man sie sonst nur selten findet. Von Andreas Platthaus Aktualisiert am 24.10.2018-23:32

literaturkritik.de: Ein einziges Vergehen und Werden. Judith Schalansky veröffentlicht ein „Verzeichnis einiger Verluste“ und rechnet darin auch Gewinne mit ein Von Beat Mazenauer Letzte Änderung: 27.11.2018

SZ-Magazin: »Wir glauben immer, mit uns beginnt die Zeit neu« Die Schriftstellerin Judith Schalansky schreibt in ihrem Buch »Verzeichnis einiger Verluste« über Dinge, die nicht mehr wiederkommen. Ein Gespräch über bleibenden Trennungsschmerz, die DDR und die schmerzlichsten Verluste der Gegenwart. Von Meredith Haaf 20. Oktober 2018

SZ: Wo das Einhorn lebt. Wilhelma Gespräch mit Autorin Judith Schalansky Autorin Judith Schalansky. Mit dem Roman „Der Hals der Giraffe“ wurde sie bekannt, der Naturkunde ist sie treu geblieben: Judith Schalansky im Gewächshaus. Judith Schalansky baut in ihrem neuen Buch „Verzeichnis einiger Verluste“ ein lebendiges Archiv für versunkene Inseln, ausgestorbene oder imaginäre Tiere und verlorene Dinge. Von Jörg Magenau 9. November 2018, 18:54 Uhr

FR: Einhorn & Kaspischer Tiger. Unfassbar aber auch, wie viel noch da ist. von Judith v. Sternburg 1.03.19 11:24

NDR: Buch des Monats: „Verzeichnis einiger Verluste“. Spätestens seit dem Erscheinen ihres Romans „Der Hals der Giraffe“ gehört die 1980 in Greifswald geborene Schriftstellerin Judith Schalansky zu den maßgeblichen Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur. Sieben Jahre sind seitdem vergangen, und Judith Schalansky war in dieser Zeit sehr fleißig. Insgesamt 36 Bücher sind in der Reihe „Naturkunden“ bei Matthes & Seitz mit ihr als Herausgeberin erschienen. Nur als Autorin trat sie in dieser Zeit nicht mehr in Erscheinung. Nun endlich, von vielen langersehnt, erscheint wieder ein Buch von ihr. Es heißt „Verzeichnis einiger Verluste“ und ist unser NDR Buch des Monats November. Vorgestellt von Joachim Dicks 29.10.2018 12:22 Uhr

DLF: Die Welt, ein unüberschaubares Archiv.In „Verzeichnis einiger Verluste“ beschäftigt sich Judith Schalansky mit lang Vergessenem oder Verschollenem wie die griechische Dichterin Sappho oder ein Album von John Coltrane. Zwölf lebensbejahende Erzählungen, die man lesen muss, so unser Kritiker. Von Carsten Hueck Beitrag vom 25.10.2018

 

 

 

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Agnès Poirier: An den Ufern der Seine: Die magischen Jahre von Paris 1940 – 1950 (2019) 2.17/5 (6)

https://i0.wp.com/i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1549565837i/43884680._SY475_.jpg?w=788&ssl=1Vor dem Hintergrund weltgeschichtlicher Verwerfungen erlebt Paris in den Jahren 1940 bis 1950 seine Wiedergeburt: Mit großer Erzählkunst lässt Agnès Poirier den Flair und das geistig-künstlerische Leben in einer der aufregendsten Metropolen der Welt lebendig werden. Ein unvergleichlich inspirierendes Porträt einer ganzen Epoche, deren Errungenschaften unser Dasein und Lebensgefühl bis heute revolutionieren.

Im besetzten und im befreiten Paris trafen sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg die kreativsten Köpfe, die originellsten Stimmen und die leidenschaftlichsten Selbstdarsteller ihrer Generation. Sie brachen mit dem kapitalistischen System und errichteten eine antibürgerliche Gegenwelt. Bei Absinth, Pastis und Ersatzkaffee mit Sacharin fragten sie sich im Café de Flore: Wer bin ich? Wie können wir überleben? Wie wollen wir leben? Jetzt, heute, morgen, überhaupt. Mit unwiderstehlichem Charme und großer Sachkenntnis erzählt Agnès Poirier von den menschlichen Dramen, die die Entstehung großer Werke der Kunst und Literatur begleiteten: In dem magischen Jahrzehnt zwischen 1940 und 1950 wagten es de Beauvoir, Sartre, Giacometti, Picasso, Beckett, Koestler u.v.a., radikal anders zu denken, zu handeln, zu leben.

Was sie damals intellektuell und künstlerisch entfalteten, prägt noch heute unser Denken und unsere Lebensweise und beeinflusst uns bis in die Art, wie wir uns kleiden und uns geben. Agnès Poirier entführt uns mitten hinein in eine Stadt mit all ihren Leidenschaften, menschlichen Tragödien und künstlerischen Triumphen.

»Paris ist eine mythische Stadt, und fast keine Periode ist reicher an Mythen als das Jahrzehnt, das Agnès Poirier in ihrem ausgezeichneten Buch entfaltet.« Daily Telegraph

Monika Köpfer (Translator)
Hard Cover, 552 pages
Published February 28th 2019 by Klett-Cotta

Published February 13th 2018 by Henry Holt and Compnay
Original Title Left Bank: Art, Passion, and the Rebirth of Paris, 1940-50
ISBN 1627790241 (ISBN13: 9781627790246)
Edition Language English
URL
https://us.macmillan.com/leftbank/agnespoirier/9781627790246/

https://www.goodreads.com/book/show/36469700-left-bank

Agnès Poririer

NDR: Als Sartre in den Pariser Cafés saß. Vorgestellt von Bernd Noack 13.06.2019

DF: Paris-Klischees für Touristen Von Helmut Böttiger. Philosophie, Sex und Jazz – Agnès Poirier schreibt über das Paris der 1940er-Jahre und reiht dabei ein Klischee an das nächste. Die Protagonisten – von Camus bis Sartre – treten auf wie in einem Hollywoodfilm, findet Kritiker Helmut Böttiger. Beitrag vom 28.02.2019

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Kurt Tucholsky: Kleine Geschichten (2011) No ratings yet.

Kleine Geschichten
Kindle Edition, 205 pages
Published April 28th 2011
http://www.kurt-tucholsky.info/

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Elisabeth Bailey: Das Geräusch der Schnecke beim Essen (2012) 3/5 (1)

Das Geräusch einer Schnecke beim EssenDurch eine Krankheit ist die Journalistin Elisabeth Bailey ans Bett gefesselt. Als sie von einer Freundin eine Topfpflanze geschenkt bekommt, unter deren Blättern eine Schnecke sitzt, beginnt sie diese zu beobachten. Nachts wird ihr neues Haustier aktiv, fährt seine Fühler aus, geht auf die Jagd und vollführt seltsame Rituale. Fasziniert beschäftigt sich Bailey mit Biologie und Kulturgeschichte der Schnecke und erfährt Verblüffendes über ein unterschätztes Lebewesen.

Nun hat sie die Geschichte dieser besonderen Freundschaft aufgeschrieben – ein Buch der Entschleunigung und darüber, wie sich in einem kleinen Detail der Natur die Vielfalt des Lebens finden lässt.

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T.C. Boyle: Das wilde Kind. Erzählung (2010) 3/5 (1)

 

 

 

 

 

 

Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (8. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446235140
ISBN-13: 978-3446235144

Wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier? Dieser Frage geht T.C. Boyle in seiner Erzählung Das wilde Kindnach, das die Geschichte des berühmten „Wolfskinds“ Victor von Aveyron aufgreift, das Ende des 18. Jahrhunderts nicht nur in Frankreich für Aufsehen sorgte.Jäger fanden den Jungen im Jahre 1797 in den Wäldern Südfrankreichs, wo er sich nackt und völlig verdreckt von Wurzeln und Nüssen ernährte. Er kann nicht sprechen, nur sehr selektiv hören und reagiert völlig unempfindlich auf Hitze und Kälte. Er wird einer Pariser Anstalt für Taubstumme übergeben, wo sich der junge Arzt Dr. Jean Itard seiner annimmt. Itard ist fasziniert von dem wilden Kind, das in völliger Isolierung ohne jegliche menschliche Erziehung aufgewachsen ist. Mit unendlich viel Geduld versucht er, Victor (wie er das Kind nennt) in einen zivilisierten Menschen zu formen. Aber ist das überhaupt möglich? Oder ist Victors Verhalten weniger kulturell als vielmehr biologisch bedingt?Den Konflikt zwischen Zivilisation und Natur stellt T.C. Boyle in den Mittelpunkt seiner Erzählung, denn so erklärt der US-Autor: „Eines der Themen, die mich über Jahre hinweg beschäftigt haben, ist unser Verhältnis zur Natur, und daher war ich schon immer fasziniert von Geschichten, die vom animalischen Wesen des Menschen handeln.“ Boyle gelingt es, diese Faszination in seiner nicht einmal 100 Seiten umfassenden Erzählung auf den Leser zu übertragen. Eine packende Lektüre und ergreifende Studie über einen Grenzgänger und darüber, was es heißt, Mensch zu sein. — Alexandra Plath

Pressestimmen

„So, wie Boyle die Geschichte erzählt – mitfühlend, ergreifend, ohne Ironie und sentimentale Verklärung -, wird aus einer gequälten Kreatur ein Mensch, aus dem Sorgenkind der Aufklärung ein instinktiver Rebell gegen Zivilisation, Vernunft und Kultur.“ Martin Halter, Tages-Anzeiger Zürich, 17.02.10

„Boyle erzählt die Geschichte eines Ausgestoßenen mit einer Wucht, die an Büchners Wahnsinns-Erzählung ‚Lenz‘ erinnert. Meisterklasse!“ Brigitte, 10.03.10

„Eine verstörende Novelle von großer Schönheit.“ Susanne Mayer, Die Zeit, 08.04.10

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John Updike: Terrorist (2009) 4/5 (1)

Ahmed ist nicht von dieser Welt — und will so schnell wie möglich ins Paradies. Der 18-jährige Junge, der mit seiner irischen Mutter in New Prospect im US-Bundesstaat New Jersey aufwächst, will sich trotz seiner Schwäche für ein Mädchen aus dem christlichen Kirchenchor ganz und gar Allah verschreiben. Sein arabischer Vater hat die Familie in jenem Moment verlassen, als die Erinnerung an ihn hätte einsetzen können: Jetzt füllt der Koranlehrer Imam Scheich Rashid die Lücke aus. Er pflanzt in dem hoch intelligenten Jungen den Wunsch, statt eines Studiums lieber den Lkw-Führerschein zu machen, und vermittelt ihm eine Anstellung in einem zwielichtigen Möbelhaus, in dem die Sitzgarnituren manchmal Unmengen an Dollarscheinen enthalten, sofern die Adressaten „echte Gläubige Allahs“ sind. Nur Jack Levy, ein längst von seinem Gott verlassener jüdischer Schülerberater mit einer Schwäche für Ahmeds Mutter, glaubt noch an die weltliche Zukunft des Jungen. Der aber ist schon als Selbstmordattentäter mit einem Sprengstofflaster auf dem Weg in einen vielbefahrenen Tunnel, um möglichst viele der ungläubigen Teufel mit in den Tod zu reißen ….“Es gibt genug Menschen, die vor der arabischen Bedrohung warnen”, sagte der Altmeister der US-Literatur John Updike im Umfeld seines Romans Terrorist. „Da mag man es mir zugestehen, den jungen Mann so sympathisch darzustellen, wie es mir möglich ist. Er ist mein Held. Ich habe versucht, ihn zu verstehen und seine Welt zu beschreiben.“ Dieser Versuch ist Updike uneingeschränkt gelungen — so gut, dass man fast gewillt ist, seine Motive zu verstehen. Denn die amerikanische Gesellschaft, die Updike aus der Perspektive seines Protagonisten beschreibt, ist derart sinnleer, korrupt und sexualisiert, dass man ihr bei der Lektüre selbst eher Abscheu entgegen bringt.

Durch zwei Figuren aber ist es Updike gelungen, eine Art Gegengewicht zur konservativen Kulturkritik seines Romans zu schaffen: Da ist zum einen Joryleen Grant, das Mädchen aus dem Kirchenchor, das von ihrem primitiven Freund zur Prostitution überredet wird und für die Ahmed den Imam um jenen Beistand bittet, der als Hinterbliebener eigentlich seiner Mutter zustehen würde. Und da ist zum anderen Ahmed selbst, der am Ende aufgrund der Manipulationen islamischer Fundamentalisten und eingeschleuster CIA-Spitzel im Terroristenumfeld gleich doppelt einsam ist. Auch wenn Updike gegen Ende seine politische Parabel vom Krieg der Welten im dramatischen Showdown in einer unbefriedigenden privaten Lösung ausklingen lässt, ist Terrorist ein erschreckend eindringlicher, aufwühlender Roman über das, was vielleicht gerade in diesem Moment wieder irgendwo in einer westlichen Großstadt passiert. Große Literatur. –Thomas Köster

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Tb. (2. Januar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • Rezension Die ZEIT

 

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Heinz Bude über sein Buch „Die Ausgeschlossenen“ No ratings yet.

Seid nicht selbstgerecht! in Der Tagesspiegel

Drinnen oder draußen: Der Soziologe Heinz Bude und Autor des Buches „Die Ausgeschlossenen“ über Chancengleichheit in der Gesellschaft.

Herr Bude, der Untertitel Ihres neuen Buches gibt zu denken: „Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft“. Kann man je aufhören, von Gerechtigkeit zu träumen?

Soziologen zum Amoklauf von Winnenden

Die Tagesschau interviewt Adolf Gallwitz, Professor für Psychologie und Soziologie an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen.

Wolfgang Sofsky schreibt in Die Welt über die Katastrophe von Winnenden. Für Sofsky stellt der Amokauf einen ekstatischen Tanz dar, der Energien beim Täter freisetzt, die er noch nicht von sich kannte. Keine blinde Vernichtungswut, sondern Zustand absoluter Geistesgegenwart. Der Amokläufer sei dann Herr über Leben und Tod und genieße diese neue Freiheit.via soziologische aufmerksamkeit

Siehe auch die Dokumentation „Winnenden, 11. März „2009 auf dem Landesbildungsserver Baden-Württemberg.

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Richard Rorty: Philosophie als Kulturpolitik (2008) No ratings yet.

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (16. April 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518584952
  • ISBN-13: 978-3518584958

Kurzbeschreibung
Mit Richard Rorty verstarb im Sommer 2007 einer der einflußreichsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit seiner aufsehenerregenden Demontage des cartesianischen Selbstverständnisses der Philosophie in „Der Spiegel der Natur“ gehörte er zu den meistgelesenen Philosophen weltweit, der auch aufgrund seiner politischen Interventionen Bekanntheit erlangte. Heidegger, Wittgenstein und vor allem John Dewey waren seine Gewährsmänner, deren Einsichten er mit analytischer Brillanz für die Gegenwart fruchtbar machte. Romantische Ironie und weltbürgerliche Solidarität galten ihm mehr als philosophische Besserwisserei. Philosophie – das war für Rorty kein akademisches Fach, exklusiv zuständig für die „ersten Fragen“, sondern vielmehr eine Stimme unter vielen im großen zivilisatorischen Gespräch der Menschheit.

Philosophie als Kulturpolitik, der letzte von Rorty selbst zusammengestellte Band mit zum Teil bislang unveröffentlichten Essays, kann als sein Vermächtnis gelesen werden: Religion und Moralphilosophie, Wittgenstein und Kant, Naturalismus, romantischer Polytheismus und immer wieder die analytische Philosophie und ihre „Heilung“ durch den Pragmatismus sind die scheinbar disparaten Themen, die gleichwohl durch ein starkes Band zusammengehalten werden, nämlich die Frage nach der Rolle der Philosophie in der westlichen Kultur, genauer: Wie muß man philosophieren, um als Philosoph einen sinnvollen Beitrag zur menschlichen Kultur leisten zu können? Rortys Antwort: Man muß sich entscheiden, und zwar gegen den Elfenbeinturm und für den kulturellen Wandel durch das Gespräch – mit den Naturwissenschaften, der Kunst, der Literatur, der Religion und der Politik.

Siehe auch:

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